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Musikvideo der Woche

Tja, die besten Hardrock-Alben der 90er haben ihre Spuren hinterlassen, deswegen greifen wir auch mal gaaanz tief in die Mottenkiste von MTV und präsentieren “Rough Boy” von ZZ Top. Der Inhalt: Es gibt eigentlich keinen, aber dafür einen weiblichen Roboter, der einen fliegenden Oldtimer in einer Waschanlage irgendwo im All einseift.

ZZ Top –  Rough Boy (1986)

Album: Afterburner

Regie: Steve Barron

Lauwarmer Southern Longdrink – Rezension zu Kings of Leon "Come Around Sundown"

VÖ: 15.10.2010

Gibt es was schöneres als einen goldenen Oktober und lilafarbene Sonnenuntergänge? Irgendwie erinnert einen dieses abendliche Schauspiel nicht selten an 80er Kitsch-Poster, wo eigentlich noch der obligatorische Delphin vor dem Fenster hervorspringen müsste. Was Zyniker und verbitterten Misanthropen unweigerlich wieder den Finger gen Rachen strecken lässt, darf dem Rest letztendlich egal sein, zynisch und kalt waren die 00er eh genug. Nun ist es wieder Zeit für Aufschwungsrock und die Gebrüder Followill haben nach den beiden nachtaktiven Vorgängern wieder das Tageslicht erblickt und haben ihren Serotonin-Überschuss so laid angehen lassen, daß man unweigerlich das Bild der Brüder vor sich hat, wie sie auf einer Karibik Insel zwischen Palmen tagsüber auf einer Hängematte liegen und abends beim Lagerfeuer Lynard Skynard oder Eagles Songs spielen, während irgendwo jederzeit ein eisgekühlter Long Drink schon griffbereit steht. Das ist natürlich konservativtes Klischee, aber genau deswegen hat man sie ja Anfang des letztes Jahrzehnts paradoxerweise erst im veregneten England und auch dank Hit-Singles im Rest von Europa ins Herz geschlossen.

Doch schon das allzu gemächliche “Aha Shake Heartbreak” hat ihnen damals fast einen Karriere-Knockout verpasst und erst mit dem verdrogten und mutigeren Nachfolge-Album “Because Of The Times” sowie dem sexuell aufgeladenen Hit-Album “Because Of The Night” gelang das Comeback im großen Stil. Für “Come Around Sundown” mussen sich die Followills  also keine Sorgen machen, so wirklich nötig ist die sich häufig wiederholende Good Feeling-Parade auch nicht. Wo man anfangs noch von einem  lebensbejahenden  Biest wie “Radioactive” geflasht wird, geht einem die gute gelaunte Dauerparty-Party zunehmend auf die Nerven, weil sich hier einfach zu wenig bewegt… und irgendwann hinterlassen die ewig gleichen Cocktails aus der Country-Bar nur noch einen seifigen Nachgeschmack. Immerhin geht es mit dem abschließenden “Pick-Up Truck” wieder in Richtung Dunkelheit, sollte dies gar der Wink für das nächste Album der Kings of Leon sein wünscht man sich eine Weiterfahrt, möglichst schnell und weit weg von diesem wenig kreativen Insel-Abenteuer, das eigentlich auch nie eines war. Und schließlich waren wir ja dieses Jahr schon auf Plastic Beach.