Schlagwort-Archiv: Kanonisierung

Forget me not! – Gegen das Vergessen in Spotify

forgetspotify

Nachdem vor kurzem herausgekommen ist, dass es in Spotify einen versteckten, noch nicht aktiven Code-Snippet für die Integration von Podcasts gibt, bin ich wieder schwer am Überlegen, mir demnächst ein Abo des Musik-Streaming-Dienstes zu gönnen. Bin nach wie vor Fan, insbesondere von der Desktop-Version inklusive Erweiterungsmöglichkeiten durch diverse Apps (unter anderem auch von den großen Musikzeitschriften wie Pitchfork oder NME), die es ziemlich komfortabel machen, aktuelle, spannende Musik zu entdecken.

Aber es gibt auch die dunklen Ecken in Spotify: Vergessene Künstler, vergessene Alben, Songs die auf dem Dienst noch überhaupt nicht gehört wurden und die ein Schattendasein zwischen all den anerkannten und gehypten Stücken fristen. Laut Forgotify betrifft dies rund 4 Millionen Songs. Und die Website hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Missstand zu bekämpfen. Per Random Prinzip kann man sich  dort von vergessenem Song zu vergessenem Song klicken. Beim Testlauf bin ich über die Live-Aufzeichnung irgendeines Kinderorchesters, eine Mozart-Aufnahme und schrammeligen, schrägen Indien-Rock (genau, Indien, nicht Indie) gestolpert. Musik hören gegen deren Vergessen. Gefällt.

Forgotify via Interweb3000

Quentin Tarantinos Lieblingsfilme 2011…

…und mehr gibt es bei Quentin Tarantino Archives nachzulesen. Dort beweist der Kultregisseur – wie immer bei seinen Kanonisierungen – eine Mischung aus Geschmack (der unterschätzte Rise of the Planet of the Apes auf Platz 2) und obskuren Entscheidungen (was hat der lahme “Red State” in der Liste verloren?). Neben den Best und Worst Films of 2011 vergibt Tarantino nebenbei den Nice Try Award, und kürt die talentiertesten Regisseure sowie die besten Drehbücher. Sucker Punch dürfte übrigens DER Konsensfilm 2011 sein. Den fanden so ziemlich alle scheiße.

Quentin Tarantino’s official Top Eleven of 2011

1. Midnight In Paris
2. Rise Of The Planet Of The Apes
3. Moneyball
4. The Skin I Live In
5. X-Men: First Class
6. Young Adult
7. Attack The Block
8. Red State
9. Warrior
10. The Artist / Our Idiot Brother (tie)
11. The Three Musketeers

Quentin Tarantino’s favorite films of 2011 & more! via BadassDigest

Top Ten List of Top Ten Lists of Top Ten Lists

Dass wir gerne, fleißig, ausschweifend und viel kanonisieren dürfte bekannt sein… Folgerichtig auch, dass wir Kanonisierungen so ganz allgemein, grundsätzlich und immer großartig finden… Und wenn dann auch noch Kanonisierungen kanonisiert werden, dann ist das einfach nur noch “Whoahh!”. David Weinberg bringt das Ganze auf das nächste Level. Seine Top Ten List of Top Ten Lists of Top Ten Lists ist derart meta, dass man nur in lautstarken Jubel ausbrechen kann. Rein theoretisch müsste diese Liste sich auch selbst enthalten dürfen, was sie allerdings nicht tut. Dafür darf man sich dann munter nach unten durchklicken, um zu wirklich coolen Einzellisten zu gelangen. Das ganze ist also schon mehr als dekonstruktivistischer Kanonisierungswahn und enthält einige echt nette Fundstücke.

Come on, people! If just nine more of you compile top ten top ten top tens we can take it up a level!

Top Ten List of Top Ten Lists of Top Ten Lists via Nerdcore

Links fürs Wochenende

Überblendung (1)

Schneiden oder Blenden? Das klingt noch heute nach einer moralischen Frage. Der ehrliche „harte” Schnitt gegen die falsche Süße eines „weichen” Übergangs. Aber sind das wirklich Alternativen? Bedeutet eine Überblendung nicht etwas anderes?

Listomania 2011! Die Jahrescharts der Anderen

Schöne, übersichtliche Best-Of-2011-Zusammenstellung von den Bloggern von Auftouren.de. Mit dezentem Hinweis auf den wahnsinnigen Listen-Overkill von “diesem Typen hier”

Heimat hat keinen Plural

Schöne neue dctp-Themenschleife zum Thema Migration in Deutschland:

Rücke vor bis auf Los und ziehe DM 4000 ein

Alexander Cammann über das vergnügliche Monopoly-Sachbuch des Kunsthistorikers Andreas Tönnesmanns:

»Nicht nur der Markt allein herrscht.« Für alle gibt es einen gleichen Lohn von 4000 Mark, Steuern werden fällig, öffentliche Einrichtungen wie Gefängnis und Lohnstelle agieren ordentlich – und die Bank, immerhin kapitalistische Zentralmacht, ist privatem Zugriff entzogen und wird als »Über-Institution« zur »konzentrierten Analogie des Staates«. Zudem fährt Tönnesmann sein architekturhistorisches Arsenal auf, wenn er das Spielfeld mit seinen Straßen als imaginären Stadtraum in die Ideengeschichte der Idealstadt einordnet.

Xonix3D

Retrocharmantes Spielprinzip mit dezenten Neuerungen und schicker, futuristischer 3D-Optik. Orientiert am Klassiker Qix (1981) geht es darum peux a peux das Spielfeld zu erobern, Areale abzugrenzen und Gegnern auszuweichen. Schönes, Casual-Prinzip (im besten Sinne des Wortes), das auch heute noch funktioniert und Dank massiger Extras immer noch frisch wirkt.

Und dann gibt es auch noch eine sehr schöne Folge des “Nostalgia Critic” zum Thema Weihnachten und Dem Grinch-Remake mit Jim Carrey aus dem Jahr 2000, wie es sich gehört komplett in Versform:

Letztes Jahr auf Seite360:

Marcus erzählt seine persönliche Korn-Liebesgeschichte und beschäftigt sich mit dem dystopischen Science Fiction Thriller Monsters. Rinko beäugt die CD-Veröffentlichungen Oasis’ der 00er Jahre. Florian ist abgetaucht und freut sich auf die Weihnachtsferien (… genau wie in diesem Jahr).

Die 90er Jahre: Die besten Filme des Jahrzehnts (Übersicht aller Artikel)

Sodele… unsere große 90er Jahre Filmretrospektive wäre damit erst einmal abgeschlossen. Die Reise in die Vergangenheit hat wie schon bei der 00er Filmretrospektive (hier gehts zum Überblick aller Artikel) unglaublich viel Spaß gemacht: Nicht nur weil das ein oder andere Mal große, nostalgische Gefühle geweckt wurden, sondern auch weil es für uns ebenfalls einiges aus dem Jahrzehnt neu zu entdecken gab, gerade im Arthaus- und Independent-Bereich. Das mit den Kanonisierungen hat sich auf jedenfall bewährt… Ihr, die Leser habt großes Interesse gezeigt, und wir, die Autoren hatten auch unheimlich viel Spaß am Sammeln und Einordnen der einzelnen Filme. Es tut gut – Achtung Phrase – in unserer schnelllebigen Zeit zu sehen, dass es immer noch so etwas wie zeitlose Klassiker und großartige Filme gibt, die auch über Jahrzehnte hinaus funktionieren… vielleicht gab es in unseren Listen ja auch die ein oder andere vergessene Perle, den ein oder anderen unterschätzten Klassiker für euch zu entdecken… Das sollte zumindest bei jeder ordentlichen, subjektiven Kanonisierung der Fall sein.

Weiterlesen

Stereogum’s Top 20 Albums of the Year (…so far)

Langsam nähert sich das Musikjahr 2011 der Halbzeit, und wir können endlich wieder die Best-Of-Listen diverser Musikmagazine begutachten und gebetsmühlenartig auf das Primat des eigenen Geschmacks hinweisen. Anyway, Stereogum legt vor und präsentiert eine ordentliche Liste, in der man viel Erwartbares wiederfindet, aber auch einige Alben, die man dieses Jahr noch gar nicht auf dem Schirm hatte:

20 Puro Instinct – Headbangers In Ecstasy (Mexican Summer)

19 Fleet Foxes – Helplessness Blues (Sub Pop)

18 Liturgy – Aesthetica (Thrill Jockey)

17 Toro Y Moi – Underneath The Pine (Carpark)

16 Krallice – Diotima (Profound Lore)

15 Yuck – Yuck (Fat Possum)

14 Destroyer – Kaputt (Merge)

13 Smith Westerns – Dye It Blonde (Fat Possum)

12 Prurient – Bermuda Drain (HydraHead)

11 Pure X – Pleasure (Acephale)

10 Unknown Mortal Orchestra – Unknown Mortal Orchestra (Fat Possum)

09 The Weeknd – House Of Balloons (self-released)

08 PJ Harvey – Let England Shake (Island)

07 Adele – 21 (XL)

06 Pictureplane – Thee Physical (Lovepump United)

05 Fucked Up – David Comes To Life (Matador)

04 Iceage – New Brigade (Dais)

03 Austra – Feel It Break (Domino/Paper Bag)

02 Gang Gang Dance – Eye Contact (4AD)

01 Bon Iver – Bon Iver, Bon Iver (Jagjaguwar)

–> Stereogum’s Top 20 2011 (inklusive Hörproben)

 

“Der Pate? Den hab’ ich gesehen… ehrlich!” – Topliste von Filmen, die wir vorgeben gesehen zu haben

Ein heikles, heikles… richtig heikles Thema. Und nachher will es niemand gewesen sein. Aber Hand aufs Herz: Es gibt sie. Die Filme, die irgendwie jeder gerne gesehen hätte. Und wenn dem nicht so ist, dann muss der Wahrheit eben ein wenig auf die Sprünge geholfen werden. Der Videoverleihservice LOVEFiLM hat, wie Slashfilm berichtet, nun eine Untersuchung angestellt über Filme, zu denen Leute angeben sie gesehen zu haben, obwohl dies nicht der Wahrheit entspricht. Herausgekommen ist eine Top10 der erfundenen Filmerlebnisse… Und das Ergebnis ist wenig überraschend… Weiterlesen

Links fürs Wochenende

Sven Regener: “Kunst ist nicht verhandelbar”

Audiointerview von Johnny Haeusler mit Sven Regener (Element of Crime) über Musik, Pop, Kultur und Blogs… Also irgendwie alles, was uns hier auch interessiert. Hörenswert!

Das Phänomen Rollenspiel

Jörg von 4Players über aktuelle Rollenspiel-Derbys, die Vielschichtigkeit des Genres und das, was aktuellen Genrevertretern fehlt. Inklusive nostalgischem Rückblick auf die gute alte Pen&Paper-Zeit. Signed!

The 11 best Concert Films

There’s nothing quite like a great live show. But thanks to concert films, we’re able to document and revisit some of our favorite performances.

Inszenierte Gefechte?

Replik der SZ auf den Text von Helmut Scheben über die Inszenierung von Kampfbildern (Hatten wir letzte Woche als Linkempfehlung)

Erdbebenkatastrophe als geschmackloses Musikvideo?

Das Fragezeichen stammt von uns, nicht vom recht kurzen Carta-Artikel über die Ästhetisierung der Katastrophe im Heute Journal. Denn tatsächlich ist die entsponnene (und hoffentlich weitergehende) Diskussion um Stilisierung von Nachrichtenbildern weitaus spannender als der eigentliche Beitrag.

Rassismus gegen Grenzregime?

Und auch hier stammt das Fragezeichen von uns. Und auch hier ist die Diskussion mindestens genau so spannend wie der eigentliche Artikel. Darf Satire in dieser Form rassistische Bilder und Stereotype reproduzieren? Konkret geht es um Alexander Lehmanns “Lieber Afrikaner”. Und die Diskussion zieht ihre Kreise über Spreeblick zurück zu Alexander Lehmann selbst. Zweimal äußerst lebendige Debatten in den Kommentarspalten. Beide im Crossover lesenswert. Stein des Anstoßes ist übrigens dieses Video:

Zum Tod von Nate Dogg: Die glücklose Seele des Gangsterrap

Er war die soulige Stimme, die zahllose HipHop-Klassiker veredelte: Nate Dogg gehörte zu den Begründern des Gangsta-Raps. Doch während Freunde wie Snoop Dogg und Dr. Dre Karrieren machten, blieb ihm der Erfolg als Solo-Künstler versagt. Das änderte selbst der Welthit “Regulate” nicht.

Simpsons: Die Musiker-Auftritte bei den Gelben

Von den White Stripes über Metallica und Michael Jackson bis hin zu Tom Jones und so ziemlich allen Ex-Beatles. Laut.de hat mal gesammelt…

“Ich habe Lust glücklich zu sein, bevor ich sterbe.”

Die Zeit über den frazösischen Autoren Michel Houellebecq und seinen neuen Roman “Karte und Gebiet”

Letztes Jahr auf Seite360

Weiter gehts mit den vergessenen Alben der 00er Jahre… Florian beginnt seine Schlingensiefretrospektive mit der Satire Terror 2000, rezensiert Salman Rushdies Wut und erfreut sich zusammen mit Rinko an den besten Popalben des Jahrzehnts. Dieser hört darüber hinaus die Dum Dum Girls, Electro-Pop auf Goldfrapps Head First und elegischen Black Metal von Alcest. Marcus geht weiterhin dem selbstreferenziellen Kino nach und entdeckt dabei die vergessene Perle The Last Movie von Dennis Hopper. Außerdem steht die Leipziger Buchmesse an und es gibt endlich neue South Park Folgen.

Links fürs Wochenende

Digitale Daten und das Vergessen

Brauchen wir ein Verfallsdatum für Daten, einen technisch gesteuerten und vom Nutzer beeinflussbaren Alterungsprozess für das Internet? Sollen Fotos mit den Jahren vergilben wie ihre Ahnen auf Papier? Sollen die Hinweise auf eine Zeit in unserem Leben, in der es noch keine Lebensversicherung, keinen Immobilien- oder Autokredit und keine grauen Haare gab nach und nach verschwinden?

Feindbild Internet

Sehr gelungener Kommentar von Daniel Fiene zur Spiegel-Datenkraken-Titelgeschichte

Forgotten 80`s  Nintendo Games

Tschernobyl, Dirty Dancing und andere Dinge, die 80er prägten, als NES Videogames. Großartiger Spaß!

Best of Feuilleton 2010

Der Umblätterer blickt auf die zehn besten feuilletonistischen Texte des letzten Jahres zurück…

Retro-TV: Fernsehprogramm vom Januar 1990

Mit Alf, Roseanne und Doctor Who

Sponsoren gesucht für ein Creative Commons Jugendprojekt über die Beelitzer Heilstätten

Ronny vom Kraftfuttermischwerk ist wie wohl die meisten von uns kein hauptberuflicher Blogger, sondern verdient seinen Lebensunterhalt als Sozialarbeiter in einem Mittelmärkischen Jugendtreff. Dort arbeitet er im Moment an einem Fotoprojekt, für das noch Sponsoren gesucht werden…

Im Rausch der Klänge

Musik wirkt auf den Körper und den Geist, erweckt Gefühle und setzt ordentlich Dopamin frei. An und für sich nichts neues. Jetzt ist es zumindest nach der Zeitschrift Nature Science offiziell. Und die wirkungsvollsten Stücke werden gleich mitgeliefert (Überraschung – primär Klassik, aber auch GY!BE sind dabei).

Links fürs Jahresende

Die Platten des Jahres 2010

Schöne Zusammenstellung der Zeit-Musikredaktion. Vieles Gutes für auf die Ohren.

Jean-Luc Godard – Revolutionär des Kinos

Ekkehard Knörer würdigt in der Taz den Avantgarde-Regisseur der Nouvelle Vague anlässlich dessen 80. Geburtstags

Momiga – Minimalistische Spielkunst

Zum Jahresabschluss noch einmal Gameminimalism at it best… Ein Piepen, Ein Pixel, eine Taste, ein Ziel… Mehr braucht es bei Momiga nicht, um ein originelles Spielerlebnis zu kreieren. Ein weißer Pixel will von links nach rechts befördert werden… mehrere Male… nur mit der Space-Taste. Warum und wie dies zur Herausforderung wird, sollte der neugierige Spieler dann einfach selbst erleben.

Videotrends in 2010 und 2011

Mehr als interessante und plausible Zusammenstellung von Bertram Gugel, wie die Videotrends im nächsten Jahr aussehen werden.

Der Zugnomade

Faszinierender Artikel zu einem faszinierenden Menschen, der seit über einem Jahrzehnt als Nomade in der deutschen Bahn lebt. Die Züge sind sein Obdach, seine Einkunftsquelle, sein Bad und seine Küche…

Es ist ein Wunder, dass überhaupt was fährt

Jaja, die Bahn und das Wetter… Aber nicht nur der Winter macht dem öffentlichen Fernferkehr zu schaffen,  sondern auch der Frühling, der Sommer und der Herbst. Ein anonymer Mitarbeiter berichtet.

Die Inszenierung der Gewalt

Tal Sterngast über die Dokumentation “Pornographie und Holocaust”, die sich der Verarbeitung der Shoa in israelischen Schund- und Groschenromanen widmet.

Die 00er Jahre: Die Filme der Redaktion

Zum Abschluss nochmal kurz unsere ganz persönlichen Tops und Flops. Wens interessiert… Weiterklicken.

Weiterlesen

Die 00er Jahre: Die beliebtesten Filme der User von Plattentests.de (Plätze 200 – 101)

Wir nähern uns ja so gaaaanz langsam dem Ende unserer cineastischen 00er Retrospektive. Bevor wir die Reihe mit den besten Dramen, Musikfilmen und Dokumentationen abschließen, werfen wir noch einen kleinen Blick über den Seite360-Tellerrand und verweisen auf eine Aktion  im Plattentestsforum. 50 Leser haben dort ihre Lieblingsfilme der vergangenen Dekade gewählt. Wir wollen euch – wie schon zuvor bei ähnlichen coolen Plattentests-Listenaktionen – das Ergebnis nicht vorenthalten. Zusätzlich gibts ein paar kurze Kommentare zu den Filmen, die in unserer Retrospektive ignoriert wurden. Besonderen Dank an dieser Stelle an den Plattentests-User Leatherface, der im entsprechenden Thread die Aktion koordiniert, die einzelnen Listen ausgewertet und das Ergebnis präsentiert hat. Wer die Präsentation der restlichen Plätze live miterleben will, kann das hier. Plätze 200 – 101 folgen nach dem Klick.

Weiterlesen