Schlagwort-Archiv: Kabarett

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Warum Böhmermanns BE DEUTSCH trotzdem rockt…

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Gleich mal als Disclaimer und tl;dr vorangestellt: Ich bin der festen Überzeugung, dass Böhmermann derzeit der einzige ist, der den deutschen Comedy, das deutsche Kabarett, die deutsche Unterhaltungsshow und ganz generell die deutsche TV-Landschaft retten kann. Seit BE DEUTSCH bin ich erst recht der Meinung, dass er dies im Alleingang tun wird.

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TV-Tipp: Salto Mortale – Helge Schneider als Clown

An dieser Stelle muss ich dann ja für gewöhnlich disclaimern, dass ich Teile meines Gehalts von dctp beziehe… Done! Und damit zum Wesentlichen: Heute Abend läuft zu später Stunde um 0:30 Uhr auf RTL mein definitives TV-Highlight des Jahres: 10 vor 11, Salto Mortale mit Helge Schneider und Alexander Kluge. Wir haben das Teil bei uns jetzt schon etwas länger im System hängen und ich kann es gar nicht erwarten, den 25Minüter endlich zu veröffentlichen. Kein Scheiß, das ist das Größte und Beste was 2012 an TV-Unterhaltung zu bieten hat. Raab, Lanz, Jauch und Konsorten können aber so was von einpacken wenn Helge im Clownskostüm über das Nix und das Garnichts philosophiert, wenn Bilder von mordenden Clowns gezeigt werden, wenn der Zirkusartist zum Soziologen und schließlich zum Philosophen wird, wenn Alexander Kluge immer wieder versucht, seinen Gesprächspartner durch fiese Fragen in die Ecke zu drängen und dieser sich immer wieder kongenial herausredet.

Highlights? Unzählige! Es geht um Hegel, den Furz des Nichts, die Tatsache das 0x0=unendlich ist und natürlich auch die Frage, was man auf dem Clowns-College alles lernen kann. Das ist schon mehr als groß. Das ist schlicht und ergreifend Fernsehen so, wie es immer sein sollte. Echt jetzt! Schaut euch das an oder ihr verpasst die besten 25 TV-Minuten des Jahres! Falls ihr tatsächlich zu verpennt seid, um bis halb eins zu wach zu bleiben… Schande über euch! Aber Gott sei Dank landet das Teil auch morgen früh im Catch-up Service von dctp.tv, wo es für die nächsten Wochen genossen werden kann (Ich werde es dann auch nochmal zeitnah hier einbetten). Und als Frühstücksfernsehen ist dieses Kunstwerk auch einfach perfekt geeignet, genau so wie als mittägliches Trash-TV oder als abendliche epische Unterhaltung oder als philosophisches Nachtprogramm. I’m not kidding! Mehr Spaß hatte ich dieses Jahr vor dem Fernseher einfach nicht…

Salto Mortale der Philosophie

Igor Crantz, Clown 1. Klasse (Helge Schneider), über das NIX und das GAR NICHTS

Ein Beispiel für „Philosophie im Zirkus“. Salto Mortale! Wir sehen Helge Schneider beschäftigt mit Grundfragen des Denkens. Warum, fragt z.B. Martin Heidegger, gibt es überhaupt das Seiende und nicht vielmehr das Nichts? Der Schriftsteller Karl May ergänzt das mit dem Satz: „Du Null, du Nichts, du Loch in der Natur.“ Der Dichter Heinrich Böll setzt die philosophische Frage mit dem Satz fort: „Der Feierabend des Nicht-Künstlers ist die Arbeitszeit des Clowns.“

Update: Hier ist der Film:

Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts VI

Zwei Rückblicke zu den besten deutschen Alben der 90er habe ich noch in petto. Im vorletzten Teil unserer Retrospektive dominiert wieder die deutschsprachige Musik… aber nicht nur. Ganz ohne Vocals kommen die Doom Jazzer von Bohren & der Club of Gore aus, die bereits vor ihrem Meisterwerk Black Earth die Schönheit der Stille entdecken, während The Notwist für den gewissen angelsächsischen Touch sorgen. Deutschpunk darf natürlich nicht vergessen werden, in diesem Fall vertreten durch Slime, die amtlichen 80er Punk Rock von der Straße zelebrieren, diesen aber mit Metal und Noise gehörig in die Mangel nehmen. Auch die Boxhamsters spielen keineswegs klassischen Deutschpunk und schielen stattdessen lieber Richtung Hamburger Schule und Postrock-Euphorie mit Pop-Attitüde. So etwas wie die Hamburger Vorschule (ähmmm) gibt es dann auch noch, und zwar von der grandiosen, prophetischen Kolossalen Jugend. Und wirklich klassische deutsche Musik hat der Barde Konstantin Wecker im Gepäck, wenn er auf famose Weise Berthold Brecht interpetiert.

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Links fürs Wochenende

Das Urheberrecht und die Chance auf einen gesellschaftlichen Konsens

Die Frage, wer die Opfer und wär die Täter in der Zeit der digitalen Musikvervielfältigung sind, ist alles andere als leicht zu beantworten. Insbesondere dann, wenn ein “Märtyrium” der Künstler den geizigen Konsumenten zur Last gelegt wird, während gerade veraltete Distributionswege dafür sorgen, dass nur ein Bruchteil der Einnahmen auch bei den tatsächlichen Werkschöpfern ankommt. Der verlinkte Text bezieht sich auf eine Diskussion zwischen Berthold Seliger und Mark Chung, widmet sich aber letzten Endes genau dieser “universellen” Problematik. Zur Ergänzung auch unbedingt die Diskussionen in den Kommentaren lesen…

Scannen, Ablichten Hochladen

Fleißarbeit und kein Ende in Sicht: Das deutsche Kulturerbe soll möglichst vollständig digitalisiert werden. 633 Institutionen arbeiten in 915 Projekten an dieser Mammutaufgabe. Doch was bringt es, wenn Zugriff weiterhin nur Eingeweihte haben?

Bücherabend: Mit anderer Lesart

Über die Renaissance von Lesezirkeln in der digitalen und analogen Welt.

OUKA

Simples aber nettes Browsergame, bei dem es in den einzelnen Levels schlicht darum geht eine einzelne weiße Blume anzuklicken. Dass diese sich dem Mauszeiger und den Verfolgungen durch den Spieler auf jeweils unterschiedliche Weise entzieht, macht den Reiz des Spiels aus, das zwar ein wenig frickelig ist, aber immer die richtigen Hinweise bietet, um die Herausforderungen der einzelnen Bilder zu bestehen.

“Kleist war der Erste, der nicht wusste, was er tat.”

Heinrich von Kleist artikulierte seine inneren Konflikte über die Literatur, sagt der Biograf Peter Michalzik. Ein Gespräch über das faszinierende Werk des Dichters.

Passend dazu auch der Essay Der Schrecken im Bade von Durs Grünbein:

Die Stärke seiner Imagination kam aus Traumbereichen. Er war der Träumer seiner Existenz und Romantik bei ihm die Apotheose des leidenschaftlichen Traums. Die schönsten Momente sind bei Kleist jene, wo der Traum sich aufbaut, bevor die Menschen das Unheil aus sich herausschälen und er zerbricht.

Symmetal

Ein Blog, das sich ausschließlich der Schönheit widmet, die in der Symmetrie von Metal-Artworks verborgen liegt. Betrachtet werden insbesondere Black Metal Designs, aber auch Fotografien und Bandlogos.

Georg Kreisler

“Es reizt mich niemand zum Lachen”“Ich wundere mich, dass ich noch nicht tot bin.” —  “Ob ich ein intelligenter Rex Gildo sei?”

Woran man erkennt, welchen Fernsehkanal man sieht

Letztes Jahr auf Seite360:

Rinko beschäftigt sich intensiv mit dem Witch House Trend, Claudia fährt zum Rolling Stone Weekender und der Rest der Redaktion verschwindet in der beginnenden Herbst-Lethargie, vielleicht auch in diversen Prüfungen, Praktika, Dreharbeiten etc… pp. Weswegen Rinko sich dann doch bemüßigt fühlt,  nach potentiellen neuen Mitarbeitern zu suchen. Auch wenn wir wieder alle fleißig sind, ist dieser Aufruf nach wie vor aktuell. Wer gerne mal den ein oder anderen interessanten Beitrag hier posten möchte, darf sich weiterhin gerne bei uns melden.

Rainald Grebe & Das Waldbühnenorchester: Halleluja Berlin – Das Jubiläumskonzert

Rainald Grebe klingt auf dem Papier ja immer irgendwie so, als hätte er sein gesamtes Konzept vollkommen umgeworfen und würde jetzt… naja… irgendwas anderes machen. Solo, Band, Kapelle, Orchester… Dass sich die Musik trotz differierender Performance-Namen ziemlich treu bleibt, ist zwar mittlerweile nicht mehr überraschend, dafür aber immer wieder erfreulich. Jetzt also mit dem Waldbühnenorchester. Einmalig. Ein Jubiläumskonzert zum Vierzigsten. Das lässt natürlich das Herz eines jeden Fans des schrägen Barden höherschlagen. Klingt ganz so, als dürfte sich das Publikum endlich mal wieder auf ein paar live vorgetragene Grebe-Klassiker freuen (nachdem er sich denen mit seinen Orchesterauftritten im Maxim-Gorki-Theater ja recht geschickt entzogen hat). Noch besser wäre freilich <konservativenmodus> mal wieder ein Auftritt komplett ohne Bandbegleitung </konservativenmodus>, aber auch dieses Konzert scheint, wie grundsätzlich alle Live-Auftritte Grebes, sein Geld wert zu sein. Am 18.6.2011 soll die Party auf der Waldbühne in Berlin steigen. Und ab 35 Euro gehts los. Halleluja Berlin!

Rainald Grebe ist 40 geworden und möchte am 18.Juni in der Waldbühne groß abfeiern. Jahrelang spielte er allein am Klavier, dann im Trio und letztes Jahr mit dem Orchester der Versöhnung im Admiralspalast. Jetzt wird noch eins draufgesetzt. Für einen Abend. Einmal und nie wieder. Das Orchester der Versöhnung wird zum Waldbühnenorchester. Die besten Lieder werden in neuem Gewand aufgetischt. Eine große Werkschau in nie dagewesener Besetzung. Mit Blasmusik, Chören, Streichern und Abflussrohren. Die Geschichte der Waldbühne mit ihren Großereignissen Olympia 1936, Rolling Stones 1965, Kirchentag 1989 bis zum Taschenlampenkonzert 2010 wird noch einmal lebendig. Berliner Turn-, Reit- und Brieftaubenvereine werden das Spektakel komplettieren. Und natürlich Feuerwerk. Danach ist erstmal Ruhe. Um wieder ganz klein anzufangen.

http://rainaldgrebe.de/halleluja-berlin

 

Unterstützung für das Zebrano-Theater in Berlin

Off-Theater und kleinere Spielstätten haben es Berlin seit jeher schwer und es kommt nicht selten vor, dass ein Haus oder Verein unter die Räder gerät. Dieses Schicksal hätte vor kurzem – wegen drastischer Mietpreiserhöhungen – beinahe das traditionsreiche Zebranotheater in Berlin Friedrichshain ereilt. Dank Unterstützung durch Fans und Künstler konnte die Schließung des Hauses, das berühmt für geniale Liedermacher- und Kabarettkunst der alten und neuen Schule ist, gerade noch verhindert werden. Seit Kurzem steht ein kleines Geleitwort auf der Homepage dieser kulturellen Institution, auf deren Bühne große Kabarettisten wie Sebastian Krämer (auch künstlerischer Leiter des Hauses), Rainald Grebe, Bodo Wartke und Horst Evers standen und stehen. Dort heißt es:

Liebe Freunde des Zebrano-Theaters,

Unterstützung aus Reihen der Künstler, der Besucher und der Politik hat bewirkt, dass das Theater für die nächste Zeit weiterspielen kann.

Die jährlich steigenden Festkosten sind jedoch eine große Last für das kleine Kiez-Theater. Deshalb haben wir den Verein “Zebrano-Theater e.V.” gegründet. Als gemeinnütziger Träger fördert er Kunst und Kultur in Friedrichshain und führt das Theater in der bewährten Weise weiter.

Wie können Sie beitragen, das Theater zu erhalten?

Treten Sie dem Verein als Fördermitglied bei! Ihre Mitgliederbeiträge sind vonnöten, das Theater mittel- und langfristig zu sichern. Hundert Mitglieder müssen es bis Ende Jahr sein!

Diesem Aufruf können wir uns nur Anschließen. Der Verlust des Zebranos wäre ein herber Schlag für die Kultur- und Theaterszene Berlins. Mit einer kleinen Spende oder einer Vereinsmitgliedschaft kann man sich für den Erhalt des Theaters und damit der kulturellen Vielfalt Berlins einsetzen. Nähere Informationen gibt es auf der Website des Zebranos.

 

Hörenswertes: Februar 2011 (III)

Einen kleinen Februarnachschlag haben wir noch: Die Hamburger Faust Formation erfreut wieder einmal mit solidem Krautrock zwischen Noise und Industrialsounds, Julia Hülsmann stellt erneut unter Beweis, warum sie zu den größten Jazzpianisten unserer Zeit gehört, Those Dancing Days bringen die Ärsche zum Wackeln und The Twilight Singers präsentieren erneut großartigen Indie Rock, der vor allem von Greg Dullis unnachahmlicher Stimme lebt. Außerdem Hype-Pop von den Vaccines, nervösen Post-Punk von Ghost of Tom Joad und neue deutsche Kabarett- und Liedermacherkunst von Rainald Grebe, der mittlerweile mit dem Orchester der Versöhnung unterwegs ist.

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Links fürs Wochenende

Die 10 coolsten Typen des Planeten

Der NME meint mal wieder zu wissen, wen wir als besonders cool anzusehen haben. Auf Platz 1 hat es die Laura Marling, Freundin von Marcus Mumford geschafft. Dahinter die Indie Pop Hispter von Beast Coast, Janelle Monae und die Drums. Dass Julian Casablancas, der mit den Strokes immer sehr auf ein cooles Image bemüht war, recht weit hinten liegt, ist eher überraschend, der letzte Platz von Rivers Cuomos, der nun seit 15 Jahren immer noch die Form aus frühen Weezer Tagen sucht und auch das neue Album Hurley gnadenlos vergeigt hat, kommt dagegen gar nicht überraschend.

Paradox, paradox

Den ganzen Oktober bereits versorgen uns die Blogger von Dr. Webbaer mit spannenden Paradoxien und Dilemmata. Hoffen wir, dass das so weitergeht.

Heil Hipster !

Geschmackslosigkeit oder Abrechnung mit selbstverliebten Hipstertum? Auf Hipster Hitler gibt es Comics, sowie Shirts mit der Aufschrift “Death Camp For Cutie” und “Arcade Führer”.

Warum man mit der US-Flagge nicht das Bett beziehen darf

Ali Arbia findet auf Scienceblogs jede Menge absurde Flaggengesetze aus den USA.

Leider sind Flaggen vergänglich. Wie wird man sie also los ohne gleich drei Gesetze auf einmal zu brechen? Leider ist das Regelwerk nicht sehr klar und empfiehlt nur, die Flagge in “würdiger Art” zu entsorgen, “vorzugsweise durch Verbrennen” (wenn das nicht verwirrend ist…). (4 U.S.C. § 8 (k))

Erwachsenen Schwimmen

Eine sehr nerdy und unheimlich unterhaltsame Seite ist Adult Swim, wo man das komplette Programm aus Indie-Games, Comics, Family Guy Videos und Free MP3 bekommt.

Raab schlägt Ria, aber nicht die Langeweile

Gelungener Kommentar zur letzten Schlag den Raab Episode, die erste Abnutzungserscheinungen der Show – trotz nach wie vor hervorragenden Konzeptes – erkennen lässt.

Durchs wilde Absurdistan

Kabarettist und Liedermacher Rainald Grebe wird populärer und populärer… Jetzt hat der einstige Solokünstler seine Kapelle der Versöhnung gar zum Orchester der Versöhnung gepimpt… Ob das gut geht?

Die allerwitzigsten Social Network Gruppen und so

Nilz Bockelberg und Silke Bloms haben sich die Mühe gemacht und sämtliche Social Networks nach den skurrilsten und witzigsten Gruppen abgegrast und sie enstprechend kommentiert. Erscheint über den Langenscheidt Verlag im November.

Retro-TV- Sendung 44: Fernsehprogramm vom Oktober 1967

Mit Fury, Tammy – Das Mädchen vom Hausboot und Förster Horn

Die 00er Jahre: Die vergessendsten Alben des Jahrzehnts II

Dieses mal mit Mash-Up-Pop aus Pennsylvania, New Yorker Electroclash, japanischem Anti-Folk, entspanntem Indie-Jazzrock, vertracktem Mathrock, deutscher Kabarettkunst, Lo-Fi-Americana-Sound, Melodic Death Metal aus Göteborg, kanadischem Progressive Metal und komplex, minimalistischen Electronica.

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