25 Jahre „Reservoir Dogs”

Was hat Tarantino mit Kafka zu tun? Neben dem klassisch-modernen Schriftsteller aus Prag, mit dessem Werk das Adjektiv kafkaesk in die Welt kam, kann vermutlich nur noch Quentin Tarantino von sich behaupten, dass sein Nachname für einen adjektivischen Gebrauch benutzt wird: tarantinoesk! Mit gerade mal zwei Filmen, „Reservoir Dogs” und „Pulp Fiction” in denen der US-amerikanische Regisseur eine neue Ästhetik des Filmerzählens entwickelte, drückte Tarantino einem ganzen Genre seinen Stempel auf. So nennt man Paul McGuigans „Lucky Number Slevin” nun tarantinoesk, um in einem Wort zusammenzufassen, mit was man ungefähr rechnen kann, wenn man den Film schaut.

Tarantinos Debut „Reservoir Dogs” erschien vor 25 Jahren und der Nerdwriter fühlte sich bemüßigt, in diesem Video-Essay zu prüfen, ob es gut gealtert ist. Nebenbei geht er auch auf Tarantinos spezifische Art und Weise des Erzählens ein. Schaut es Euch an!

Die 90er Jahre: Die besten Tarantinoesken Filme des Jahrzehnts

Allzu sehr unterscheiden sich die Tarantinoesken Filme der 90er nicht von denen der 00er Jahre. Auch hier gibt es die Tarantino-Instantklassiker, auch hier gibt es die Epigonen und auch hier gibt es die Filme, die irgendwie in das ‘Genre’ reinrutschen, ohne dass sie es je darauf angelegt hätten. Und doch sind die 90er vor allem als das Jahrzehnt in die Filmgeschichte eingegangen, in dem die Tarantinoesken Filme ihren Siegeszug antraten. Fraglich, ob dafür ganz allein der Mainstreamerfolg von “Pulp Fiction” verantwortlich gemacht werden kann… Vielleicht lag es  viel mehr daran, dass es nach der Grabenziehung der 80er zwischen Pop, Kunst und Midnightmovie Zeit für eine (für alle erfreuliche) Versöhnung war. Vielleicht war es für die Postmoderne einfach Zeit, nachdem die 80er alles Intellektuelle dekonstruiert hatten, sich auch ans Popcorn ranzumachen… Vielleicht war es auch einfach nur die plötzlich aufkeimende Freude kleiner Jungs, Geekfilme zu produzieren, die – warum auch immer – vom Feuilleton zur großen Kunst erklärt werden…  Anyway: 90er Jahre Pop-Exploitation, Gangsterromantik, Comicstilisierung, 70er Hommagen und Dekonstruktionen… nach dem Klick.

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