Lesezeichen: Michel Houellebecq – Unterwerfung

unterwerfung

“Es ist die Unterwerfung”, sagte Rediger leise. “Der nie zuvor mit dieser Kraft zum Ausdruck gebrachte grandiose und zugleich einfache Gedanke, dass der Gipfel des menschlichen Glücks in der absoluten Unterwerfung besteht. 

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Kapitalismuskritik von Banksy geklaut und in Cash transformiert

…und hinterher gleich noch eine nette, ironische Nachricht, die mittlerweile auch schon ein paar Tage auf dem Buckel hat. Das oben zu sehende Mural von Banksy wurde von der Mauer entfernt, auf der es abgebildet war, und für 750.000 Pfund verkauft: Irgendwie pervers, irgendwie ironisch, und irgendwie  als Handlung selbst auch schon wieder so etwas wie Kunst.

A mural by Banksy which divided the art world after being removed from a London street sold last night at a private event in London for more than 750,000 pounds ($1.1 million), according to the event organizers.

The 2012 spray painting “Slave Labour,” showing a boy making Union Jack bunting with a sewing machine, was being shown by the Sincura Group, a concierge company, at a members-only event in the basement of the London Film Museum in the Covent Garden area of the U.K. capital.

The work’s sale, earlier planned for an auction in Florida, enraged street art enthusiasts who argue that Banksy murals are gifts to communities and should remain in situ. Others point out that unsolicited graffiti becomes the property of the building owners, who are legally entitled to do what they want with them.

Disputed Banksy Mural Sells for More Than $1.1 Million via Saftkutterkiffberg

Links fürs Wochenende

Postmoderne, Peinlichkeiten und die allmächtige Ironie

Nina Pauer untersucht für die ZEIT unter dem Titel “Wenn Ironie zum Zwang wird” die Mechanismen der Peinlichkeit und Ironie im postmodernen Diskurs und macht einen Schlenker von aktuellen Casting-Shows zum 80er- und 90er Trash-Revival. Dies veranlasst Lukas Heinser zu einer ziemlich interessanten, ausführlichen und angenehm abschweifenden Antwort unter dem Titel Auf der Straße zur Ironie-Hölle.

Einer zum Reden

Interview von Verena Reygers mit dem Hip Hop Hoffnungsträger Casper:

Casper gilt im HipHop-Kosmos als braver Rapper. Deswegen wollen Frauen nach den Konzerten auch nur eins: ihm ihre Lebensgeschichte erzählen

Video Games then and now

Schöne Zusammenstellung vom Retronauten, in der Klassiker der Videospielgeschichte mit ihren aktuellen Äquivalenten verglichen werden.

Vorher gründlich googeln: Wie die Filmarbeit wahrgenommen wird

Es fällt ja nicht allzu schwer, über die Dunkelheit zu klagen, die hinter den gleißenden Scheinwerfern herrscht. Gelegentlich richtet dann aber doch mal jemand die Kamera in die schattigeren Bereiche und zeigt, dass nicht alles nur so toll ist wie angehende Top-Models und Superstars sich das vorstellen. Das geschah bislang zwar eher selten, in diesem bereits auslaufenden Jahr aber schon mehrmals, weshalb ich versucht bin, einen Trend darin sehen zu wollen …

Das totale Archiv

Spannender, mehrteiliger kulturwissenschaftlicher Essay von Johannes Kreidler, der nach eigener Aussage von einer Fachzeitschrift für Musik und Ästhetik “als “stalinistisch”, “medienfaschistisch” und “neoliberal” abgelehnt” wurde.

Allgemeine Feststellungen zur Buchsituation

Müssen wir uns Sorgen darüber machen, dass Sascha Lobo mittlerweile Stammgast bei unseren Links fürs Wochenende ist? Nicht so lange er so hervorragende, pointierte Artikel schreibt. Dieses Mal im eigenen – leider immer etwas verwaisten – Blog zum Thema E-Books und Verlage in Deutschland.

Banalitäten versteht man nur in der Muttersprache

Ein gut gelaunter, selbstbewusster Dieter Thomas Heck verteidigt den Schlager, die deutsche Sprache in der Musik und sein gesamtes Lebenswerk.

Lemmings Returns (Flashgame)

Großartige Browservariante des klassischen Lemmings. Nur zeichnen und löschen, um die suizidalen Grünschöpfe zum Ausgang zu begleiten. Rockt.

Letztes Jahr auf Seite360:

Mit einem Blick auf die Vorreiter des Genres beginnt unsere Nu-Metal-Retrospektive (die dann wieder ziemlich ins Stocken geraten ist). Marcus lernt, was während einer Zombie-Attacke zu tun ist, Florian geniesst passend zu Halloween die Black Francis Variante von Paul Wegeners Golem und rezensiert die besten Filme der 00er Jahre für Musikliebhaber.

Die besten Filme der 90er Jahre: Gedanken zu American Beauty

Das wird kein “Warum der und der Film da nicht reingehört”-Artikel wie zum Beispiel bei Saving Private Ryan oder Basic Instinct. Genau genommen mag ich American Beauty ziemlich gerne. Er ist ein hervorragender Film… und ja, er gehört auch irgendwie zu den besten Filmen der 90er Jahre. Dennoch habe ich mit Sam Mendes Vorstadtsatire mein ein oder anderes Problem, auf das ich in diesem Text eingehen möchte. Rinko hat in seinem Artikel zu den besten Tragikomödien der 90er Jahre ja schon ziemlich deutlich ausgedrückt, warum American Beauty ein Anrecht auf eine Top-Platzierung hat, hier soll es indes um anderes gehen. Folgerichtig richtet sich dieser Text an Leser die den Film bereits kennen. Eine Zusammenfassung der Handlung oder Kurzumschreibung wird es keine geben, sehr wohl werde ich aber auf wesentliche Storyelemente eingehen. Wer den Film noch nicht gesehen hat und nicht gespoilert werden will, sollte an dieser Stelle daher nicht weiterlesen.

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Am darauffolgenden Tag starb niemand – Rezension zu José Saramagos Roman “Eine Zeit ohne Tod” (2005)

Die Personifizierung des Todes hat eine lange literarische und mediale Tradition. Ob als Gevatter Tod der alle gleich macht im gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm, als nüchterner schachspielender Sensemann in Ingmar Bergmans “Das siebente Siegel” oder als melancholischer Lebemann Joe Black, sobald der Tod menschliche Züge bekommt, sind einer parabolischen Verwertung Tür und Tor geöffnet. In seinem kleinen Roman “Eine Zeit ohne Tod” (250 Seiten) bediente sich auch José Saramago († 18. Juni 2010) der fabelhaften Möglichkeiten des tödlichen Gleichmachers und schuf damit eine ebenso spröde wie spannende Parabel auf die Grenzen des Lebens und ein originelles “Was wäre wenn…”-Szenario, in dem der Tod gegen seine eigene Profession aufbegehrt, indem er zuerst abwesend, schließlich prophetisch und zu guter Letzt menschlich ist.

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Kurzfilm der Woche: Das kleine Chaos

Wir alternieren weiterhin: Klassiker, aktueller Film, Klassiker, aktueller Film… und heute sind wir wieder bei einem Klassiker. Das kleine Chaos von 1966 ist einer der ersten Filme Rainer Werner Fassbinders (Angst essen Seele auf) und besitzt doch schon alle Trademarks, die die Ikone des Neuen Deutschen Films auszeichnen: Eine grimmig naturalistische Erzählweise, spröde, aber auch mit einem sympathischen Augenzwinkern. Ernst und Komik schön trocken in Einklang gebracht und trotz ruhigen Schnittes und langsamer dramaturgischen Ausarbeitung mit viel Verve und Vitalität erzählt…

Das kleine Chaos (Deutschland, 1966)

Regie: Rainer Werner Fassbinder

Darsteller: Rainer Werner Fassbinder, Marite Greiselis, Christoph Roser

Laufzeit: 9 Minuten

 

Die 90er Jahre: Die besten Tarantinoesken Filme des Jahrzehnts

Allzu sehr unterscheiden sich die Tarantinoesken Filme der 90er nicht von denen der 00er Jahre. Auch hier gibt es die Tarantino-Instantklassiker, auch hier gibt es die Epigonen und auch hier gibt es die Filme, die irgendwie in das ‘Genre’ reinrutschen, ohne dass sie es je darauf angelegt hätten. Und doch sind die 90er vor allem als das Jahrzehnt in die Filmgeschichte eingegangen, in dem die Tarantinoesken Filme ihren Siegeszug antraten. Fraglich, ob dafür ganz allein der Mainstreamerfolg von “Pulp Fiction” verantwortlich gemacht werden kann… Vielleicht lag es  viel mehr daran, dass es nach der Grabenziehung der 80er zwischen Pop, Kunst und Midnightmovie Zeit für eine (für alle erfreuliche) Versöhnung war. Vielleicht war es für die Postmoderne einfach Zeit, nachdem die 80er alles Intellektuelle dekonstruiert hatten, sich auch ans Popcorn ranzumachen… Vielleicht war es auch einfach nur die plötzlich aufkeimende Freude kleiner Jungs, Geekfilme zu produzieren, die – warum auch immer – vom Feuilleton zur großen Kunst erklärt werden…  Anyway: 90er Jahre Pop-Exploitation, Gangsterromantik, Comicstilisierung, 70er Hommagen und Dekonstruktionen… nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts IV

Eine Thrillerretrospektive haben wir noch. Dann können wir uns wieder anderen Genres widmen…

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Die 90er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts III

Und nocheinmal spannende und gute Thriller aus den 90er Jahren: Dieses Mal mit vielen Film Noir Reminiszenzen, gleich zwei Takeshi Ktano Filmen (der ja bereits im zweiten Teil für anbetungswürdig befunden wurde) und auch ein bisschen Hollywood Big Budget Ware, die nichtsdestotrotz zu begeistern wusste…

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Lyrik der Woche: Christian Morgenstern – Der Werwolf (1908)

Kennt man vielleicht noch aus der Schule, hat neben seinem nicht zu leugnenden pädagogischen bzw. didaktischen Touch noch eine wunderschön, schelmische, bissige, koboldhafte Komponente.

Ein Werwolf eines Nachts entwich

von Weib und Kind, und sich begab

an eines Dorfschullehrers Grab

und bat ihn: Bitte, beuge mich!

-

Der Dorfschulmeister stieg hinauf

auf seines Blechschilds Messingknauf

und sprach zum Wolf, der seine Pfoten

geduldig kreuzte vor dem Toten:

-

“Der Werwolf”, – sprach der gute Mann,

“des Weswolfs”- Genitiv sodann,

“dem Wemwolf” – Dativ, wie man’s nennt,

“den Wenwolf” – damit hat’s ein End.’

-

Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,

er rollte seine Augenbälle.

Indessen, bat er, füge doch

zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!

-

Der Dorfschulmeister aber mußte

gestehn, daß er von ihr nichts wußte.

Zwar Wölfe gäb’s in großer Schar,

doch “Wer” gäb’s nur im Singular.

-

Der Wolf erhob sich tränenblind -

er hatte ja doch Weib und Kind!!

Doch da er kein Gelehrter eben,

so schied er dankend und ergeben.

Die 00er Jahre: Die besten Komödien des Jahrzehnts

Erstmal den Ernst bei Seite geschoben! Hatten wir uns schon bei den Tarantinoesken Filmen vor allem den selbstironischen, überspitzten  Seiten des Kinos gewidmet, so sind wir nun vollkommen im Komödiengeschäft angekommen. Es wird laut, es wird bunt, es wird überdreht und vor allem  wird es witzig. Die besten Komödien der Jahre 2000 bis 2009, alles was unser Zwerchfell ordentlich reizte, was Gelächter fest mit einkalkulierte und was uns ein fettes Grinsen aufs Gesicht zauberte. Zwölf astreine Lacher, direkt nach dem Break…

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Die 00er Jahre: Die besten Tarantinoesken Filme des Jahrzehnts

Ja… richtig gelesen. Wer glaubte, wir hätten bei den besten Actionfilmen der vergangenen Dekade den Master himself vergessen, kann hiermit beruhigt werden. Hiermit widmen wir ihm eine eigene Kategorie. Aber nicht nur das, wir gönnen ihm gleich auch ein eigenes Genre. Seit dem 90er Meisterwerk Pulp Fiction gab es zahllose mal mehr mal weniger gelungene Epigonen des Tarantinoesken Kinos. Zahllos drängten sie auf den Markt, und woran sie sich genau orientierten, war vielen von ihnen selbst nicht so ganz klar… uns übrigens auch nicht. Fest steht jedenfalls: Es gibt sie. Die Tarantinoesken Filme: Genrebastarde zwischen Action, Thrill und Comedy. Oft mit Gangstern und Ganoven als Protagonisten, immer jedenfalls mit verdammt coolen Typen. Dazu reichlich Popzitate, eine gehörige Portion 70’s Exploitation-Nostalgie, B-Movie-Charme und gleichzeitig das Bemühen das eigene Werk zum Kultfilm avancieren zu lassen. Gespickt mit vielen Nonsens-Dialogen, unterlegt mit coolem Score, den Sinn für das Nebensächliche nicht vergessen, mitunter episodisch erzählt… und irgendwie kleine Jungs als Hauptzielpublikum. Nennt es Nerdfilme, nennt es Kultfilme, nennt es postmoderne Exploitation und Trash, nennt es Jungsfilme, nennt es wie ihr wollt. Hier ist die vollkommen heterogene Mischung der explosiven Genrebastarde, die wir – dem Meister zum Tribut – Tarantinoeske Filme nennen wollen. Die besten des Jahrzehnts, ganz exklusiv auf Seite360…

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