Schlagwort-Archiv: Inklusion

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Und dann noch schnell meine persönlichen Favoriten für den diesjährigen Eurovision Song Contest…

…Bevor es morgen mit den Halbfinals losgeht. Wie jedes Jahr ist mir auch heuer der Grand Prix d’Eurovision de la Chanson im Grunde genommen ziemlich egal; aber nicht ganz so egal wie die Jahre zuvor. Denn mit den finnischen Teilnehmern Pertti Kurikan Nimipäivät (scheiße, welcher Nicht-Finne soll das denn aussprechen können?) hält der Punk Einzug in den ehrwürdigen Wettbewerb: Und zwar nicht in einer schlager-geglätteten, pop-affinen Variante, sondern schlicht und ergreifend der Punk als das, was er ist: Roh, ungestüm, im besten Sinne des Wortes dilettantisch, und im Beitragssong Aina mun pitää (scheiße, welcher Nicht-Finne soll das denn aussprechen können?) nicht einmal zwei Minuten kurz.

Keine Ahnung ob diese finnischen Punkrocker in Wien was reißen können (Jan Feddersen in der TAZ meint ja), aber das ist echt mal richtige musikalische Abwechslung zu dem sonstigen Eurovision-Einheitsbrei; und zwar nicht durch Guildo Horn’sche Ironisierung, oder Lena Meyer-Landrut’sche Poppisierung, sondern durch den ehrlichen Geist des subversiven Rock N Rolls. Achja, zum Thema Inklusion könnte ich jetzt auch noch was schreiben, lasse ich in dem Fall aber: Stattdessen freue ich mich einfach darauf, dass PKN dem schlagerverwöhnten Wiener Publikum morgen ordentlich in den Arsch tritt. Let’s rock!

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John Bramblitt, der blinde Maler

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Mit 30 Jahren erblindete John Bramblitt vollkommen. Aufgrund einer Epilepsie, unter der er bereits seit seiner Kindheit litt, hatte er schon die Jahre zuvor sukzessive an Sehkraft eingebüßt, mit ihrem finalen Totalverlust gewann er schließlich allerdings etwas anderes: Die Freude am Malen.

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Und dann waren da noch die Kunstwerke für blinde und sehbehinderte Menschen im Prado-Museum

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Erst mal mit einem Axiom starten: Konsequenter kultureller Fortschritt ist ohne Inklusion nicht machbar. Wenn wir wirklich das kulturelle Potential der Menschheit voll entfalten wollen, setzt dies zwingend voraus, dass wir allen Menschen den Zugang zu Kulturgütern ermöglichen, unabhängig von körperlichen oder sozialen Dispositionen.

Unter dem Titel Touching the Prado hat das Museo del Prado in Madrid als erstes klassisches, großes Museum eine Ausstellung am Start, in der blinde und sehbehinderte Menschen ursprünglich flache Bilder haptisch erleben können. Zur Erstellung der dreidimensionalen Reproduktionen traditioneller Gemälde – wie der Mona Lisa – wurde ein ziemlich komplexes Verfahren angewandt: Unter Zuhilfenahme von ultraviolettem Licht wurden die Texturen der Originale analysiert und anschließend mit einer speziellen Tinte im 3D-Druckverfahren in mehreren Layern den neuen Werken hinzugefügt. Das Ergebnis sind plastische, für Sehbehinderte zum ersten Mal voll, für Nicht-Sehbehinderte auf vollkommen neue Weise erlebbare Klassiker der Bildenden Künste.

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Bereits das Louvre und das MoMA hatten in der Vergangenheit mit verschiedenen Möglichkeiten experimentiert, blinden Menschen Ausstellungsstücke greifbar zu machen. Aber so weit wie das Prado Museum ist bis dato noch keine Kunstausstellung gegangen. Das Ergebnis ist nichts anderes als eine Braille-Schrift für die schönste Sprache der Welt…

At Museo del Prado, Blind Visitors Can Touch Masterpieces via Open Culture

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Zerebral gelähmter Senior zeichnet mit Schreibmaschine

Paul Smiths Kunst ist ein beeindruckendes Beispiel der unergründlichen Wege menschlicher Artistik. Seit der Geburt zerebral gelähmt, war sein Wunsch sich auszudrücken so stark, dass Smith einen ganz eigenen Weg gefunden hat, dies zu tun. Ich mag übertreiben aber: Diese kleine individuelle Geschichte gibt Einblick in etwas viel größeres. Sie zeigt implizit auf Hannah Arendts conditio humana, weil sie die Bedingungen unter denen Paul Smith das Leben gegeben ist, darstellt. In der Folge erinnert die Geschichte an Schopenhauers Begriff vom Willen, der in oder hinter allem nur vorgestellten Seienden steckt, und dann wieder, sprichwörtlich, ganz nach Schopenhauer, zur Vorstellung wird, zum Schleier der Maya. Kurz: Hier wird mehr vom Menschsein erzählt, als in einer Politiktalkshow über Inklusion.

via Neatorama

Let’s make inclusion a child’s play

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Eine Lego-Figur im Rollstuhl: Tolle Idee bei den LEGO-Ideas, die definitiv Support verdient.

Gemeinsam Inklusion zum Kinderspiel machen.

Ein Rollstuhl von Lego wäre ein Sinnbild und würde den Gedanken der Inklusion spielerisch & mit großer Reichweite vorantreiben und schon den Kleinsten erklären, dass wir zwar nicht alle gleich sind, aber alle die gleichen Chancen haben sollten. Für Barrierefreiheit und Offenheit. Jeder Mensch ist anders.

DANKE!

Let’s make inclusion a child’s play via Raul Krauthausen (FB)

Kinospot: Behindern ist heilbar

Der Andi ist einfach mal ne coole Socke und vor allem auch der Mensch, der mir die Awesomeness der Gebärdensprache nahe gebracht hat. Derzeit ist er in einem Kinospot des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu sehen, der den Zuschauern die Wichtigkeit der Inklusion nahe bringen soll. Unabhängig davon, dass die Botschaft dieses Einminüters unglaublich wertvoll ist, kann sich der mit Götz Otto starbesetzte Spot auch narrativ, dramaturgisch und visuell echt mal sehen lassen… Gänsehaut-Pointe inklusive.

Kinospot: Behindern ist heilbar, Credits to Andreas Costrau

Links fürs Wochenende

Museumsführung

Katja Dittrich bloggt über den Wahnsinn eines Louvre-Besuchs.

Are You There, God? It’s-a Me, Mario!

Overthinking darüber, was Videospiele und Kreationismus gemein haben können. Does Mario believe in Shigeru Miamoto? (Englisch)

Porträt: Voll Hardcore

Interview mit der libanesischen Rapperin Malikah:

Malikah ist eine stolze Muslima und rappt wie eine Maschinenpistole. Sie ist überzeugt: HipHop ist auch wichtig für die Demokratisierung der arabischen Welt.

Prothetik und Inklusion sind kein Gegensatz

Enno Park, der früher fast schwerhörig gehörlos war und heute elektrische Implantate trägt über die Frage ob seine Entscheidung für die Prothese dem Inklusionsgedanken zuwiderläuft. Interessant ist auch die Debatte unter dem Artikel.

Hoëcker, Sie sind … im Interview

Hoaxilla, der skeptische Podcast aus Münster hat einen ganz besonderen Gast in seiner Januar-Sendung. Bernhard Hoëcker, nicht nur bekannt aus Genial Daneben sondern ebenso GWUP-Mitglied, äußert sich über 90 Minuten zu seiner Arbeit als Science Kabarettist, zu seiner wissenschaftlichen Leidenschaft und dem Skeptizismus. Hörenswert!

Expertenkultur!!

Johannes Kreidler bricht eine Lanze für Expertentum und Intellektualismus in der Neuen Musik:

Musik ist mehr als Emotion, Groove und Völkerverbindung, Musik kann auch asozial schwer verständlich sein und auch dazu hat sie ihr gutes Recht. Andernfalls nennen wir es künftig eben „ästhetische Akustik“. Übrigens heißt Intellektualisierung überhaupt nicht Verlust von Unmittelbarkeit – es gibt Mathematiker, denen beim Anblick einer Formel Tränen in die Augen treten.

Alternative Atari Games

Sehr coole, weird geeky Fotostrecke beim Retronauten.

YouTube-Rewind: Die beliebtesten Videos des Jahres 2011

Rebecca Black schlägt Nyan Cat…. Naja…

IVE

Mal wieder ein süchtigmachendes Flashgame mit simplem Spielprinzip und großartiger Action. Der Plattformer IVE wird vollständig mit der linken Maustaste gesteuert… und wird trotzdem mit der Zeit verdammt anspruchsvoll: Springen, Boosten und in Quick Time Events gegen Roboter kämpfen. Groß!

Letztes Jahr auf Seite360:

Voller Tatendrang starten wir in das Jahr 2011: Rinko rezensiert Somewhere von Sofia Coppola sowie das 00er Album 19 von Adele und widmet sich der goldenen Stimme Ted Williams. Florian spekuliert über das Potential Wim Wenders in Bayreuth und lauscht den hörenswerten Alben des Januars. Marcus findet derweil  in Erich Kästners Fabian “The man in the mirror”. Außerdem stehen die ersten 90er Jahre Filmretrospektiven im Fokus: Als das wären Die besten Horrorfilme 1 und 2, Die besten Liebesfilme 1 und 2 sowie Die besten Erotikfilme, zu denen laut Florian Basic Instinct aber definitiv nicht gehört. Mit dem Musikjahr 2010 haben wir ebenfalls noch nicht ganz abgeschlossen und so gibt es gleich zwei Nachschläge aus der Heimat, bei denen wir Kristof Schreuf, Hans Unstern und Bratze sowie 1000 Robota, Antitainment und Frittenbude unsere Aufmerksamkeit widmen.