Warum Böhmermanns BE DEUTSCH trotzdem rockt…

bedeutsch

Gleich mal als Disclaimer und tl;dr vorangestellt: Ich bin der festen Überzeugung, dass Böhmermann derzeit der einzige ist, der den deutschen Comedy, das deutsche Kabarett, die deutsche Unterhaltungsshow und ganz generell die deutsche TV-Landschaft retten kann. Seit BE DEUTSCH bin ich erst recht der Meinung, dass er dies im Alleingang tun wird.

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Hörenswertes, März 2016: Lucy Dacus, Crater, Bird on the Wire, Iggy Pop, Bela

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Frühling, Frühling, Frühling! Was soll ich anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah! Die Sonne scheint, die Vögel singen, Berlin erreicht endlich wieder Spaziergängertemperaturen und die hier versammelten Veröffentlichungen, die ich mir im März genehmigt habe, haben auch fast alle den passenden Sound dazu mitgebracht. Während Crater mit ihrem Electropop noch ein wenig Kälte in den März bringen, zaubert Lucy Dacus ganz entspannt und wohlig warm das beste Songwriter-Indie-Folk Album der Saison aus dem Hut. Iggy Pop versöhnt sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Josh Homme eines seiner besten Alben überhaupt. Die Wildcards meiner März-Playlists gehören dagegen definitiv Bird on the Wire und Bela. Auf der einen Seite schön krautiger Psychedelic-Art-Pop, auf der anderen zutiefst menschlicher, frischer Ambientsound. Es hat Spaß gemacht, in diesem Monat die Lauscher zu spitzen. Was soll ich auch anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah!

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Gary Numan – Dead Son Rising (Stream)

Gary Numan scheint mit seinem neuen Album Dead Son Rising einen ziemlich gut funktionierenden düsteren Bastard aus experimentierfreudigem Electro, Pop und biestigem, destruktivem New Wave Industrial vorzulegen… zumindest lässt sich das so weit beim ersten Hören über den Soundcloud-Stream beurteilen. Dort schenken uns Consequence of Sound für die Adventszeit das komplette Album, das bereits am 28. Oktober hierzulande erschienen ist….

Originally DSR was going to be made up of unused songs that had been written for the previous three albums, ExilePure and Jagged. I had about 14 tracks that we felt we could finish off fairly easily and which would make a very good album. These tracks were very easy to find as prior toExile I kept nothing so I only had a small number of unused songs laying around. For the first 20 years or so of my career, if a song wasn’t working for any reason I would erase it. Eventually even I realized that was a pretty stupid and wasteful thing to do and so I started to keep those tracks that didn’t make it onto albums.

Gary Numan – Dead Son Rising by Consequence of Sound

Die 90er Jahre: Die besten Gothic Metal Alben des Jahrzehnts II

Wie im ersten Teil versprochen, entfernen wir uns nun ein wenig von den ganz ganz klassischen Gothic Metal Roots und beobachten vor allem Mitte und Ende der 90er Jahre ein Aufbrechen und offensives Zertrümmern des eigentlichen Genres. Die Zutaten der Schubladensprengung reichen dabei von Industrial über melodischen Death Metal über Progressive Rock bis hin zu Ambient und Postrock. Manche Bands kamen auch genau aus jenen Ecken und nahmen wie Crematory oder Theatre of Tragedy nur einen Umweg über den Gothic Metal, um zu ihrem ganz eigenen Sound zu gelangen. Andere sagten dem Metal komplett lebewohl und wanderten wie The Gathering Richtung Progressive oder wie Paradise Lost Richtung Pop ab. Und wieder andere, wie Marilyn Manson und Moonspell sind alles andere als leicht einzuordnen. Bleibt natürlich die Frage, ob dann eine Subkategorie wie Gothic Metal überhaupt gerechtfertigt ist… Naja, so lange sich unter ihr so großartige, auf Samplern perfekt zusammen funktionierende Bands, Alben und Songs subsumieren lassen, dann definitiv ja. Der Beweis folgt auf den Pferdefuß nach dem Klick.

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Trent Reznor und Karen O. covern Led Zeppelin für David Finchers Verfilmung von Stieg Larssons Verblendung (The Girl with the Dragon Tattoo)

Überlange Überschrift für epische Kollaborations-Polygamie von ihrer schönsten Seite: Trent Reznor (Nine Inch Nails) der zusammen mit Atticus Ross schon für The Social Network einen Oscar für die beste Filmmusik für sich verbuchen konnte und Karen O., Frontfrau der Yeah Yeah Yeahs, deren liebreizende Musik unter anderem in der wunderschönen Fantasyadaption Where the wild things are zu vernehmen war, kollaborieren für den Soundtrack von “The Girl with the Dragon Tatoo”. Und dieser stammt von niemandem geringeren als David Fincher. Um den traumhaften Künstlerreigen zu vervollständigen: Die beiden spielen nicht irgendein Lied, sondern covern “Immigrant Song” von Led Zeppelin.

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Kid "A Thousand suns"? – Rezension zum neuen Album von Linkin Park

Linkin Park? Da war doch mal was… Genau, Linkin Park. Man erinnert sich. Sind zur Jahrtausendwende auf dem Nu Metal Zug mitgefahren, haben mit Hybrid Theory ein mindestens okayes Album aufgenommen. Eben was damals im Trend war: deftige Alternative Rock Riffs, Rap Parts, Shouts, cleaner Gesang, immer zwischen Aufbegehren und Teenie Weltschmerzpathos. Hat sich wie die Seuche verkauft das Album. Dann kamen noch ein grauenhaft langweiliger Nachfolger, ein zumindest etwas mutigeres Drittwerk und vor allem ungefähr zwei Dutzend Live-, Remix,- Outtake- und Best Of CDs. Irgendwann mochte Linkin Park niemand mehr leiden. Sie galten quasi als Inbegriff einer geldgeilen Musikindustrie, die Resteverwertung als Spitzensport betreibt. Aus knapp dreisig Songs schufen sie Remix um Remix, Resteverwertung um Resteverwertung, Produkt um Produkt, bis es selbst den größten Fans zu viel wurde. Auf dem  Abstellgleis des Nu Metal Pop Zirkus wurden sie von den Musikgourmets beschimpft, von den Kritikern  jovial belächelt.. und von der Industrie gefeiert. Aber heuer ist 2010, eine neue Dekade bricht an und Linkin Park werden mutig Ja, richtig gehört: Mutig.

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