Hörenswertes: Big Ups, Nevermen, Santigold, Nada Surf, Ólafur Arnalds und Nils Frahm

ausgang

Was für eine fürchterliche, was für eine schöne Zeit! So ganz habe ich die Ereignisse der letzten Tage noch nicht verarbeitet, aber es muss ja alles weiter gehen. Ein bisschen Realitätsflucht tut gut und es ist diesmal doch recht bunt geworden. Hardcore von Big Ups, so ziemlich alles von Nevermen, Discount-Ware von Santigold, Nettes von Nada Surf und zum Abschluss noch sehr feine Ware von den beiden Trance Friendz Ólafur Arnalds und Niels Frahm.

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Hörenswertes, März 2016: Lucy Dacus, Crater, Bird on the Wire, Iggy Pop, Bela

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Frühling, Frühling, Frühling! Was soll ich anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah! Die Sonne scheint, die Vögel singen, Berlin erreicht endlich wieder Spaziergängertemperaturen und die hier versammelten Veröffentlichungen, die ich mir im März genehmigt habe, haben auch fast alle den passenden Sound dazu mitgebracht. Während Crater mit ihrem Electropop noch ein wenig Kälte in den März bringen, zaubert Lucy Dacus ganz entspannt und wohlig warm das beste Songwriter-Indie-Folk Album der Saison aus dem Hut. Iggy Pop versöhnt sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Josh Homme eines seiner besten Alben überhaupt. Die Wildcards meiner März-Playlists gehören dagegen definitiv Bird on the Wire und Bela. Auf der einen Seite schön krautiger Psychedelic-Art-Pop, auf der anderen zutiefst menschlicher, frischer Ambientsound. Es hat Spaß gemacht, in diesem Monat die Lauscher zu spitzen. Was soll ich auch anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah!

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Hörenswertes, Februar 2016: Pinegrove, The Prettiots, Bianca Casady, Two Ich Astronaut

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Der Februar nähert sich dem Ende… und mein Plan wieder mehr frische Musik zu hören zahlt sich aus. In diesem Monat entdecke ich vor allem drei kleine Weird Folk Glanzlichter, die sich an Bekanntem orientieren, um dennoch neues zu schaffen: Sympathischer Indie Teenie Folk von den Prettiots, nostalgischer Alt Country von Pinegrove und experimentelle Genre-Dekonstruktionen von Bianca Casady, die auch ohne ihre Schwester herausragende CocoRosie Sounds zu produzieren vermag. Okay, genug mäandert… Für den stilvollen Krach sind diesen Monat Two Inch Astronaut verantwortlich, die eine herausragende Mischung aus hymnischem, artsy Alternative Rock und trockenen Math Rock Experimenten spielen.

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Hörenswertes: Suede, SSIO, Rihanna, Beach Slang, Hey Ruin

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Lange Zeit, kurze Ansage. Ich liefere euch den feinsten Stoff mit SSIO, auch wenn er mal wieder neue Nummern hat. Suede waren mal eine große Nummer im Britpop und könnten es dank einem tollen Album wieder werden. Rihanna hat wahrscheinlich mehr Nr1.-Hits als Suede, aber möchte jetzt Anti sein. Beach Slang haben die Melodien, Hey Ruin trauen sich noch nicht und sind zu wütend.

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Die 90er Jahre: Die besten Pop-Alben des Jahrzehnts IV

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Ich setze mal da an, wo Rinko bei der letzten 90er Pop-Retrospektive aufgehört hat… und kann einfach nicht anders als zu sagen: Da fehlt aber noch ein bisschen etwas! Pop zu mögen ist ja spätestens seit Beginn des neuen Jahrtausends wieder ein Indiz für Coolness. In den 90ern sah das jedoch noch komplett anders aus. Nicht nur, dass man in dieser Dekade – im Gegensatz zu den 80ern und 00ern – als Pophörer quasi dazu prädestiniert war, von Grungern, Punks und Metalheads mit einer Gitarre erschlagen zu werden, dies hatte auch seine Berechtigung. Denn wirklich coolen Pop – im ureigentlichsten Sinne des Wortes – gab es in diesem Jahrzehnt einfach nicht. Und so müssen wir für diesen Artikel einmal ganz tief durchatmen und uns auf unsere absolute Uncoolness besinnen, können dabei aber feststellen, dass auch uncoole Musik verdammt gut sein kann; so wie bei den absoluten uncoolen Genesis, angeführt vom komplett uncoolen Phil Collins, oder bei Dido, die trotz Gastauftritt bei Eminem noch nie cool war. Und dann gibt es natürlich noch Robbie Williams, bei dem man damals eine Zeit lang nicht genau wusste, ob man ihn cool finden durfte, eine Frage die dann spätestens im vergleich mit dem anderen großen Boygroup-Aussteiger Justin Timberlake negativ beantwortet werden konnte.

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Die 90er: Die besten Emo-Alben des Jahrzehnts II

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Ich war ehrlich gesagt etwas sehr hart mit dem 00er-Jahre-Emo und irgendwie verorte ich viele der guten Alben aus diesem Jahrzehnt merkwürdigerweise in der vorausgehenden Dekade. Natürlich will ich hier nicht die Großartigkeit von Bands New End Original oder Talking Back Sunday diskreditieren, aber irgendwann drehten die 00er doch in den wenig guten Kram, der einer ganzen Szene einen Schlag verpasste, von dem sie sich lange nicht mehr erholte.

So, nun aber wieder zurück zu den 90ern. Die Get Up Kids leiten also auch den zweiten Teil ein: Okay, genauer gesagt nur ein Teil von Ihnen mit dem nicht minder tollen Sideproject The New Amsterdams. Etwas mehr auf die Ohren gibt es von New Found Glory, denen wir vielleicht auch etwas Blink 182 und viele andere Pop-Punker zu verdanken haben. Mineral und Cristie Frint Dive versuchen derweil ihren Ruf wiederherzustellen und zeigen sich als Innovatoren.

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Die 90er Jahre: Die besten Postrock-Alben des Jahrzehnts II

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Also, Butter bei die Fische: Was ist denn dieser DHL-Rock nun genau? Ich persönlich bin ja ein großer Fan der Definition von Simon Reynolds, der in die Schublade Post-Rock (Post Rock? Postrock? Whatvever!) all das steckt, was sich mit “using rock instrumentation for non-rock purposes” umschreiben lässt. Oder um es noch abstrakter auszudrücken: Rock, der nicht nach Rock klingt. Oder zumindest nicht nach Rock N Roll. Aber dann sind wir schon bei nem ziemlichen Allgemeinplatz angekommen.

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Die 90er Jahre: Die besten Postrock-Alben des Jahrzehnts I

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Okay… machen wir uns nichts vor. Die 2000er sind DAS Jahrzehnt des Postrock. Hier wurden die Meilensteine produziert, hier erhielt das Genre seine endgültige Form und seinen endgültigen Charakter, hier machte es sich – wenn auch nur für einen sehr kurzen Zeitraum – auf, die Feuilletons und Musikmagazine zu erobern. Dabei vergisst man allerdings sehr leicht, dass das Genre im Grunde genommen in den 90ern geboren wurde. Klar, wenn man besonders historisch sensibel ist, kann man die ersten Auswüchse im Postpunk der 80er oder gar im erweiterten Prog- und Space Rock der 70er ausmachen, aber die ersten richtigen Lebenszeichen zeigte diese Mischung aus Komposition und Redundanz, aus Monotonie und ekstatischen Eruptionen in den 90ern. In diesem Jahrzehnt entstanden Tortoise und wurden zu Legenden, in diesem Jahrzehnt durften Mogwai ihre ersten Gehversuche unternehmen, ebenso GY!BE und Sigur Ros, nicht zu vergessen die Genre-Prototypen von Talk Talk und Bark Psychosis. Ein guter Grund, sich die Apokalypse dieses Rockjahrzehnts genauer anzuschauen.

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Deutschrap und so #22: Morlockk Dilemma – Ich weiß nicht

Wenn man sich auf die Suche nach gutem, Indie Hip Hop made in Germany begibt, stolpert man früher oder später zwangsläufig über Morlockk Dilemma: Der düstere Leipziger droppt schon seit Ende der 90er mit die spannendsten Battlerap-Lines, die es hierzulande zu finden gibt: Und das auf einem wirklich genuinen Soundteppich zwischen hämmernden Beats, Psychedelic und obskuren Filmmusikschnipseln. Erinnert wohl viele Hörer und Kritiker an den Wu-Tang-Clan. Ich würde wegen der teilweise unfassbar schnell gerappten Rhymes und düsteren Gesamtatmosphäre als US-Referenzen eher so was wie Twisted Insane anführen (aber was weiß ich schon). Und wer jetzt immer noch unsicher ist, ob er Morlockk Dilemma ne Chance geben sollte, der werfe einfach einen Blick auf diese BR-Infografik:

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Noch Fragen?

Feinste Line:

Ich weiß nicht warum ihr denkt, ihr bringt Rap zurück zu Rap,
Mein Rap geht straight nach vorne ihr Cracks.
Ich weiß nicht warum ihr glaubt, ihr schraubt den Rap
Wie von Zauberhand fett – Mein Rap braucht keinen Effekt.
Ich weiß nicht warum ihr, glaubt euch braucht die Crowd,
Macht die Schnauze auf und alle laufen euch weg
Ich weiß nicht warum ihr denkt ihr habt Fans,
Ich kenn keinen einzigen der euch Aufmerksamkeit schenkt.

Life Is Strange Ep. 1 – Das Spiel über Adoleszenz von Square Enix

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Mit seinem Antihelden Holden Caulfield hat J.D. Salinger die Zeit der Adoleszenz wohl wie kaum ein anderer Autor so treffend und zugleich schmerzhaft wiedergegeben. Der “Fänger im Roggen” ist vollkommen zurecht in den Literaturkanon aufgenommen worden und nicht ohne Zufall der Namensgeber für die Protagonistin des neuen Spiels von Square Enix.

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Hörenswertes, Herbst: Castanets, Swans, Electric Wizard, …And you will know us by the trail of dead

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Sorry Leute. Seht es ein. Der Sommer ist vorbei, der Punk ist tot und der Pop riecht schlecht. Anbei sende ich euch trotzdem ein paar kalte Grüße, serviert von (Schenkt ihm endlich die Aufmerksamkeit, die er verdient) Raymond Raposa aka Castanets, den  auf ihrem eigenen Trip hängengebliebenen (wenn es möglich wäre, würde ich eure Musik ficken!) Swans, den nach wie vor umtriebigen (Wo liegt meine Bongh?) Electric Wizard und den Seite360-Dauergästen (sorry, aber verdammt seid ihr alt geworden!) …And you will know us by the trail of dead. Das wird ein guter Herbst…

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Hörenswertes: Alt-J, Rustie, Zoot Woman, Interpol, Cymbal Eat Guitars, Cel & Abdi, Thom Yorke und kein U2

Einen wunderschönen Feiertag! Die Einleitung fällt kurz aus, weil ich schnell raus in die Sonne möchte. Rustie hat Pop-ADHS, Zoot Woman immer noch Perfektionswahn, die Cymbal Eat Guitars läuten schon mal den Emo-Herbst ein, Interpol haben den ja irgendwie immer, Celo & Abdi fahren einen düsteren Gangsta-Film und Thom Yorke jammert eh ewig rum. Viel Spaß!

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Glory Glory Jesus Christ – Neutral Milk Hotel, Gloria, Köln.

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Die Apostelkirche neben dem unfassbar hässlichen Neumarkt, nicht zu verwechseln mit dem Heumarkt, ist eine schöne Ausnahme in der wohl verbautesten Metropole Deutschlands.

Die zweite angenehme, ungleich unscheinbare Erscheinung, ist das schmucke Gloria, das von außen wie ein die Jahre gekommenes Strip-Lokal aussieht, aber mit seiner Theater-Atmo und bewegten Geschichte vom Lesben/Schwulen-Treff in den frühen 90ern hin zu vielseitigem Programm der Gegenwart so etwas wie Charme versprüht, was bei den Mehrzweckhallen und Bunkern dieser Republik ja nun wirklich nicht Standard ist.

Der richtige Ort also für eine Auferstehung, auch wenn vor dem Gloria die Szenerie wenig feierlich ist: weiterlesen

Hörenswertes: Coldplay, Lana del Rey, Alt-J, Royksopp & Robyn, Mastodon, Honeyblood, Dexter

Ja ich war faul und habe trotzdem direkt noch eine zweite Ausrede im Gepäck: So richtig große Sachen sind ja in in den letzten Monaten nicht raus gekommen. Jungle wurden mir empfohlen, aber haben einfach nicht überzeugt, La Roux finde ich im zweiten Versuch nach dem nervtötenden Debüt auch nicht besser und überhaupt…ach nee, wir wollen ja nicht meckern, hat sich doch letzten Endes was Altbewährtes Hörenswertes gefunden. Rise Against sind immer noch die Könige unter den Stadion-Punkern, Lana Del Rey zeigt uns die Welt hinter dem schönen Schein, Coldplay sind wieder traurig und zum Ende gibt es sogar Blut, Schweiß und Honig. Wohl bekommt`s!

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Gästeliste für ein Radiohead-Konzert 1997…just wow!

U2, Oasis, Blur, R.E.M., Eddie Vedder, Marylin Manson, Madonna and the fuckin Rest…kannste mal auf die Gästeliste setzen, wenn man gerade mit OK Computer das Konsens-Album des Jahres rausgebracht hat.

Das Album ist (und bleibt) redaktionsintern immer ein Streitthema, wie man in unserer Radiohead-Retrospektive sehen kann.

radioheadguestlist

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