Hörenswertes, Mai 2016: Anohni, Death Grips, Mo Troper, Radiohead

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In meiner April-Musikschau war noch alles ganz kuschelig, wohlig warm… eigentlich sogar schon frühsommerlich. Im Mai sieht das ganze irgendwie anders aus. In diesem Monat dominieren die schrägen, düsteren, zersetzten und zersetzenden Töne. Daran kann auch der vergnügte Collegerock von Mo Troper nichts ändern. Denn begleitet wird dieser von Pop-Destruktionen einer ANOHNI und Industrial/Rap-Dekonstruktionen der Death GripsRadiohead stürmen zwar eher solide, ohne große Überraschungen den Frühsommer, ändert aber nichts daran, dass auch ihnen wieder mal ein kleines, artpoppiges, antipoppiges Meisterwerk geglückt ist.

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Hörenswertes, März 2016: Lucy Dacus, Crater, Bird on the Wire, Iggy Pop, Bela

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Frühling, Frühling, Frühling! Was soll ich anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah! Die Sonne scheint, die Vögel singen, Berlin erreicht endlich wieder Spaziergängertemperaturen und die hier versammelten Veröffentlichungen, die ich mir im März genehmigt habe, haben auch fast alle den passenden Sound dazu mitgebracht. Während Crater mit ihrem Electropop noch ein wenig Kälte in den März bringen, zaubert Lucy Dacus ganz entspannt und wohlig warm das beste Songwriter-Indie-Folk Album der Saison aus dem Hut. Iggy Pop versöhnt sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Josh Homme eines seiner besten Alben überhaupt. Die Wildcards meiner März-Playlists gehören dagegen definitiv Bird on the Wire und Bela. Auf der einen Seite schön krautiger Psychedelic-Art-Pop, auf der anderen zutiefst menschlicher, frischer Ambientsound. Es hat Spaß gemacht, in diesem Monat die Lauscher zu spitzen. Was soll ich auch anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah!

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Hörenswertes, Februar 2016: Pinegrove, The Prettiots, Bianca Casady, Two Ich Astronaut

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Der Februar nähert sich dem Ende… und mein Plan wieder mehr frische Musik zu hören zahlt sich aus. In diesem Monat entdecke ich vor allem drei kleine Weird Folk Glanzlichter, die sich an Bekanntem orientieren, um dennoch neues zu schaffen: Sympathischer Indie Teenie Folk von den Prettiots, nostalgischer Alt Country von Pinegrove und experimentelle Genre-Dekonstruktionen von Bianca Casady, die auch ohne ihre Schwester herausragende CocoRosie Sounds zu produzieren vermag. Okay, genug mäandert… Für den stilvollen Krach sind diesen Monat Two Inch Astronaut verantwortlich, die eine herausragende Mischung aus hymnischem, artsy Alternative Rock und trockenen Math Rock Experimenten spielen.

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Die 90er Jahre: Die besten Punkrock-Alben des Jahrzehnts III

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90er Punk die Dritte. Den Melodycore der Zeit haben wir hinter uns gebracht… Und natürlich stellt sich anschließend die Frage: Ist in dem Genre ansonsten überhaupt noch was passiert? Oh ja! Auch wenn die alten Legenden in der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts bereits am Aussterben waren, durften wenigstens die Ramones und Bad Brains noch einmal ein Lebenszeichen von sich geben. Und auch wenn der olle Spruch “Punk is dead” wohl zu kaum einem Jahrzehnt besser passt als zu diesem, stieg Anfang der 90er eine neue Kraft hervor aus dem Grab des Genres, die sich Riot Grrrl nannte (ganz ehrlich, ich muss immer googlen, wie viele “r”s da hingehören). Bands wie Bikini Kill und Babes in Toyland rauschten mit ihrer feministischen Interpretation über den Urgeist des Punkrock und hauchten dem darbenden Genre so neues, anarchisches Leben ein. Und mit den Dropkick Murphys schließlich durften wir Ende der 90er sogar einen Geschmack davon bekommen, wie crossoverfähig der Oi! sein kann. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag: Das war durchaus eine okaye Zeit für alle Irokesen-, und DocMartens-Träger.

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SAFI – Sagen und Denken

Einer meiner Vorsätze für das Jahr 2015: Mal wieder etwas mehr neue Musik kennenlernen. Von SAFI habe ich bis dato noch nie gehört (obwohl sie wohl schon etwas länger dabei sind) und der Vorbote ihres kommenden Albums “Sagen und Denken” klingt verdammt spannend. Irgendwo zwischen Postcore, deutschem Indie-Rock mit leicht kryptischen Texten und verträumter Noise-Attitüde… Die großartige Stimme von Sängerin Safi scheint immer ein bisschen zu brüchig, zu fragil, sowohl für die eindringlichen Lyrics als auch das sie begleitende Saiteninferno. Genau dadurch schafft sie aber eine unheimlich enervierende Spannung, die sich konsequent durch diesen fantastischen Shoegaze/Rock/Core-Song zieht. Erscheinen soll das Album im Mai… Man darf gespannt sein.

SAFI via Plattentests

Newcomer 2015 – Seite 360 wagt einen Ausblick in die Zukunft

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Ach, der Blick in das Orakel war eigentlich schon immer ganz lustig und irgendwie habe ich diese Rubrik schleifen lassen, weil meine Musikleidenschaft sich schon seit einiger Zeit nicht mehr so wirklich auf Newcomer konzentrierte, bei denen ich eh gelangweilt nach 5 Sekunden die unüberhörbaren Vorbilder und viel zu wenig Eigenständigkeit heraushören kann.

Aber ich habe mich  für Anfang 2015 mal seit langer Zeit wieder durch massig Blogs gegraben und eine kleine Auswahl an Künstlern gefunden, die mich dann doch überzeugt haben, wenngleich auch kein massiver Hit wie “Wonderful Life” von den damals unbekannten Hurts dabei ist. Das macht aber nichts, wenn die vorgestellten Künstler danach eher durch Substanz auffallen als im Frühstücksfernsehen enden.

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Hörenswertes, Herbst: Castanets, Swans, Electric Wizard, …And you will know us by the trail of dead

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Sorry Leute. Seht es ein. Der Sommer ist vorbei, der Punk ist tot und der Pop riecht schlecht. Anbei sende ich euch trotzdem ein paar kalte Grüße, serviert von (Schenkt ihm endlich die Aufmerksamkeit, die er verdient) Raymond Raposa aka Castanets, den  auf ihrem eigenen Trip hängengebliebenen (wenn es möglich wäre, würde ich eure Musik ficken!) Swans, den nach wie vor umtriebigen (Wo liegt meine Bongh?) Electric Wizard und den Seite360-Dauergästen (sorry, aber verdammt seid ihr alt geworden!) …And you will know us by the trail of dead. Das wird ein guter Herbst…

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Hörenswertes, Januar 2014: Sunn O))) & Ulver, Blank Realm, A Silver Mt. Zion, Xiu Xiu, Dum Dum Girls, Billie Joe and Norah Jones

Das Jahr 2014 startet groß… richtig groß. Bereits der Januar kann es locker fast im Alleingang mit 2013 aufnehmen und ich komme gerade gar nicht hinterher beim Reinhören in die ganzen fantastischen Alben, die hier durch den Stream rauschen. Und fuck ja, ich weiß, es ist schon Februar… und dann hat sich hierher auch noch mit Billie Joe und Norah Jones ein 2013er Output verirrt. Der hat mir den letzten Monat allerdings – trotz ein wenig zu braver Befriedung des Everly Brothers Klassikers “Songs our Daddy taught us” – mehr als einmal versüßt hat. Ansonsten gibt es in diesem Hörenswert-Artikel allerdings nichts aus der 13er Dose: Stattdessen neue Postrock-Highlights der Silver Mt. Zion, düstere Drone-Reisen in der Sunn O))) & Ulver Kollaboration, konfusen Retro Indie/Psychedelic-Rock von Blank Realm, Anti-Pop von Xiu Xiu und Pro-Pop von den Dum Dum Girls.

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Indie-B(r)ands auf Lay`s Chipstüten

Der Chipshersteller Lay`s  hat auf einen seiner Seite einen Namensgenerator, mit dem man Chipstüten virtuell bedrucken kann. Alex Young von CoS hat sich schon ein paar Gedanken gemacht und Death Crap for Cutie-Krupuk, The Soy Formidable und Godspeed You Snack Emperor sind schon mal derbe lustige Einfälle. Hättet ihr noch weitere Ideen?

via Consequence of Sound

Musikvideo der Woche: The Von Bondies – C’mon C’mon

Jo, ich habe gerade eine heftige 00er-Retro-Phase. The Vines, The Strokes, The…und so weiter. Die Von Bondies habe ich auch nur mal so halb mitbekommen, aber C`Mon C`mon lief damals irgendwie auf jeder Indie-Party, oder ?

The Von Bondies – C’mon C’mon(2004)

Regie: Charles Jensen

Album: Pawn Shoppe Heart

My Bloody Valentine veröffentlichen über Nacht ein neues Album…

…Fucking 20 Jahre nach dem Meisterwerk Loveless (1991). Ich komme gerade aus dem Yeah-Rufen nicht mehr heraus und stelle mich mental schon mal auf einen enormen Shoegaze-Orgasmus ein. Das Beste daran, Sämtliche neuen Songs wurden von den Iren auch noch auf youtube hochgeladen, womit meine Hauptbeschäftigung für diesen Sonntag feststehen dürfte. Das Leben ist manchmal einfach nur schön.


My Bloody Valentine – MBV on YouTube, Offizielle MBV-Website via boingboing

Weihnachtsstimmung XIV: Merry Indie X-Mas

Schön, dass jemand an Weihnachten auch an all die New Yorker, Londoner und Berliner Hipster da draußen denkt… und an die Menschen, die einfach nur guten Indie Rock und Indie Pop zu schätzen wissen. Animal NY leistet dazu seinen Beitrag mit einem schicken, weihnachtlichen Holiday Album, auf dem Bands wie Interpol, The xx und Bon Iver bekannte Weihnachtsklassiker covern. Kann man machen.

via Nerdcore

Hörenswertes Herbst 2012 II: Converge, Swans, The Mountain Goats, Dinosaur Jr, Portico Quartet

Lauter gute alte Freunde…

So kann der zweite Hörenswert-Artikel für den Herbst zusammengefasst werden. Ihr wisst schon, die Typen, die man einfach schon immer mochte, die man aber irgendwie trotzdem eine Zeit lang gar nicht mehr auf dem Plan hatte. Und dann sind sie plötzlich wieder da. Man freut sich, quatscht mit ihnen, feiert mit ihnen, und so plötzlich wie sie gekommen sind verschwinden sie auch wieder. Aber zumindest lassen sie ein gutes Gefühl zurück. Vielleicht denkt man sich sogar: “Ja, die könnte ich bei Gelegenheit mal wieder anrufen.” , und vergisst sie dann doch wieder ein wenig… zumindest bis zur nächsten großartigen Zusammenkunft.

John Darnielle sorgt mit den Mountain Goats für gemütliche amerikanische Lagerfeuerstimmung, Dinosaur Jr lassen an die guten alten Zeiten zurückdenken, als alles noch irgendwie easy war, die Swans dagegen erinnern einen daran, dass es immer noch ein Stück abgehobener geht und mit dem Portico Quartet kann man sich schlicht und ergreifend wohlfühlen, wenn auch auf sehr spezielle Weise. Achja, und dann gibt es natürlich Converge, die wieder einmal keine Ruhe, kein Punkt und kein Komma kennen und dich blutend auf dem angesengten Wohnzimmerteppich liegen lassen. “Bis zum nächsten Mal!” ruft man ihnen dennoch fröhlich hinterher, während man einen ausgeschlagenen Zahn ausspuckt und die blauen Flecken zählt. So ist das eben mit guten Freunden…

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