Musikvideo: Sufjan Steven – Mr. Frosty Man

Schoko-Nikoläuse im September kennt man ja schon, nun gibt es auch schon die ersten Weihnachtslieder bereits Anfang November. Sowas geht ja eigentlich gewaltig schief, aber Sufjan schrammelt hier so ein nettes Stück Anti-Folk dahin, das zumindest mir ganz warm ums Herz wird.

Sufjan Stevens – Mr. Frosty (2012)

Regie:  Lee Hardcastle
Album: Silver & Gold

Die 80er Jahre: Die besten Science Fiction Filme des Jahrzehnts III

Falls jemand noch auf einen Artikel wartet, der sich mit nur einer Spielart des 80er Jahre Science Fiction beschäftigt… Dieser wird nicht mehr kommen. Auch im dritten Teil gibt es einen munteren Sprung durch alle Spielarten und Abarten des Genres: Philosophisch Abstraktes in Ridley Scotts Blade Runner, noch Philosophischeres und Abstrakteres und vor allem Dystpopischeres in Lars von Triers Filmdebüt The Element of Crime, trashig angehauchte Unterhaltung im putzig naiven Zeitreise-Fantasy Hybriden Das Philadelphia Experiment, großes Space Opera Kino in Teil 2 5 der Star Wars Saga, Das Imperium schlägt zurück und gehässige Endzeitfantasien, mal satirisch, mal actionreich in Mad Max II und Robocop. Und damit genug der einleitenden Worte: Die Vergangenheit der Zukunft und die Zukunft der Vergangenheit warten.

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Horrorfilme der 80er Jahre: Was sonst noch so geschah…

Okay… ähnlich wie bei den Fantasyfilmen der 80er Jahre fühle ich mich geradezu dazu verpflichtet, diesen Artikel nachzuschieben, allein um darauf aufmerksam zu machen, was im 80er Jahre Horrorkino tatsächlich geschah und was dabei alles schief gelaufen ist. Immerhin habe ich stolze sechs Artikel zu den besten Filmen des Genres zusammengestellt und dadurch könnte doch der Eindruck entstanden sein, dass die 80er ein glorreiches Jahrzehnt für cineastischen Schrecken waren. Nope. Die große Anzahl der Best-Of-Artikel rührt primär daher, dass ich einfach mal Genre-Fan bin, Horrorfilme seit jeher liebe und entsprechend in großem Maße konsumiere. Und rein quantitativ müssten die 80er dann auch folgerichtig vollkommen mein Jahrzehnt sein. In wohl keiner anderen Dekade erblickten so viele Schocker, das Licht der Welt, in keinem anderen Jahrzehnt wurde so viel gemordet, gemetztelt und Furcht eingejagt.

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Ingmar Bergman zu den Academy Awards

Als Nachtrag zur sonntägigen Oscarverleihung. Ingmar Bergman lehnt 1960 die Oscar-Nominierung für Wilde Erdbeeren (1957) aus folgenden – im Grunde genommen ziemlich vagen – Gründen ab:

As Smultronstället (Wild Strawberries) didn’t compete for “OSCAR” I think it is wrong to nominate the picture and therefor [sic] I want to return the “CERTIFICATE OF NOMINATION”.

I have found that the “OSCAR” nomination is one for the motion picture art humiliating institution and ask you to be released from the attention of the jury in the future.

via The Criterion Collection

Poetisches für den Sonntag: Filmküsse

Im Grunde genommen besitzen Filmküsse selten ein poetisches Moment, insbesondere die aus der Hollywood-Ecke. Gerade bei den großen Blockbustern gehören sie sogar mit zum Funktionalsten, was die dramaturgische Technik zu bieten hat. Auch wenn der Hays Code bzw. Production Code 1967 offiziell abgeschafft wurde und Küsse im Film seitdem weitaus expliziter, weniger verschämt und bieder inszeniert werden, steht dieses cineastische Stilmittel auch heute noch in den meisten Filmen primär unter dem Scheffel der Dramaturgie: Es gibt die initiierenden (wenn sich das im Zentrum des Films stehende Paar zum ersten Mal küsst) und die finalisierenden Küsse (wenn dies zum letzten Mal geschieht), mitunter auch die dunklen und dramatischen Küsse (zum Beispiel wenn ein Betrug vollzogen wird)… aber fast nie die, die einen ästhetischen Selbstzweck verfolgen. Einer der wenigen Filmemacher, die sich mit dem Filmkuss außerhalb der cineastischen Normen beschäftigten, war Andy Warhol, der mit Kiss (1963) einen 50minütigen Experimentalfilm inhaltlich vollkommen in den Dienst des oralen Liebesspiels stellte.

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Trailerprogramm: The Raven, VS, Norman, My Week with Marilyn, Tim und Struppi, Lulu

My Week with Marilyn [Richard Curtis]

Und hier haben wir dann auch gleich einen heißen Favoriten für die Academy Awards 2012. My Week with Marilyn, der von der kurzen und heftigen Romanze zwischen Marilyn Monroe und dem jungen Colin Clark erzählt, bringt alles mit, was die Academy derzeit und auch grundsätzlich liebt: Geschichte des 20. Jahrhunderts, ein Clash of the Cultures von Amerika und Großbritannien, edle Sets und Kostüme, große Darsteller (u.a. Kenneth Branagh und Judi Dench) und natürlich den notwendigen Schuss Menschlichkeit, Emotionalität und Big-Budget-Pathos. Ist mir fast zu sehr auf Oscargewinn gebürstet, sieht aber nichts desto trotz fantastisch aus. Michelle Williams funktioniert als Norma Jean, auch wenn sie nicht gerade meine Traumbesetzung für die Verkörperung der Hollywood-Legende wäre. Die Geschichte scheint erlesen, nicht zu effekthaschend erzählt, die Bilder sind natürlich episch… und hoppla, da stolpert ja auch eine deutlich gereifte Emma Watson durchs Bild, die hoffentlich nun auch jenseits der Potter-Reihe beweisen darf, dass sie eine verdammt gute Schauspielerin ist. Doch… das will ich sehen. Andererseits habe ich The King’s Speech (2010) bisher auch ausgespart. Angst vor der Academy Award Formel

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Trailerprogramm: Being Elmo, The Pirates! Band of Misfits, Glitch in the Grid, Extremely Loud and Incredibly Close, The Catechism Cataclysm

The Pirates! Band of Misfits [Peter Lord]

Arrrr… Das Genie hinter Chicken Run ist zurück. Und was hat er mit gebracht? Einen Piratenfilm. Och nööö. Trotz meiner temporären Begeisterung für gewisse Parteien konnte ich mit Piratenfilmen noch nie viel anfangen. Ich hasse alle Fluch der Karibik Teile, jeder Errol Flynn lässt mich kalt, jede Piratenbraut kann mich mal kreuzweise. Aber heh, das sieht echt cool aus. Geradezu genial… und ich habe schon lange nicht mehr bei einem Trailer so oft lachen oder wenigstens schmunzeln müssen. Die Animationen sind schick, die Gags können sich sehen lassen, die Dialoge sprechen eine angenehm “erwachsene” Sprache… und natürlich auch Thumbs Up für die Ramones. Wird vorgemerkt.

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Die 90er Jahre: Die besten Dokumentarfilme des Jahrzehnts II

Der zweite Teil unserer 90er-Doku-Retrospektive. Ich fasse mich mal kurz: Gleich dreimal blicken wir hinter die Kulissen der Filmindustrie, leiden und lachen in American Movie mit unabhängigen Filmemachern, erinnern uns mit Werner Herzog an seinen liebsten Feind Klaus Kinski und betrachten in The Celluloid Closet amerikanische Filmgeschichte aus einem anderen Blickwinkel. Zu den cineastischen Dokumentationen gesellt sich die Schönheit der Natur, in einer kurzen Geschichte der Zeit, die Kosmos, Erde und Mensch in das richtige Verhältnis rückt und in Luc Bessons Atlantis, in dem wundervolle Unterwasseraufnahmen auf einen hypnotischen Score treffen. Einmal dokumentarische Vielfalt bitte, nach dem Klick.

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Really Fucked Up Super Heroes – Rezension zu “Super” von James Gunn

Zu den Filmen, die mich im letzten Jahr am meisten enttäuscht haben, gehört auf jeden Fall die halbgare, möchtegerncoole und sich dem Nerdtum anbiedernde Superheldensekonstruktion Kick-Ass. Eine nette Idee, der allerdings in letzter Konsequenz die Eier fehlten, um mehr zu sein als ein lauer tarantinoesker Reißer ohne Biss. So viel Potential, so viel Mindfuck-Möglichkeiten… einfach verschenkt. Ein Glück, dass die Idee des simplen Next-Door-Superhelden nicht nur den Kick-Ass-Machern in den Sinn kam, sondern ebenso Slither-Regisseur James Gunn. Und dieser James Gunn hat Eier… und was für welche. Super, der sträflicherweise immer noch keinen deutschen Kinostart-Termin hat, ist das bösartigsten und abgefuckteste Stück Nerd-Film, das mir in letzter Zeit untergekommen ist. Indie Komödie, Actionspaß, Referenzfest… Und nicht nur das: Nebenbei zertrümmert dieser infame Streifen auch die gesamte Superheldenmythologie im Vorbeigehen, tritt ordentlich rein in die Zwiespältigkeit von selbsternannten Rächern und wandelt sich mehr und mehr zur düsteren, tragischen und zutiefst pessimistischen Parabel auf Verbrechen und Strafe, auf Schickslasgläubigkeit und Wahn.

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Bedways – Naturalistisches Independent-Erotikdrama auf Arte+7

Bedways hatte ich hier schon vor einiger Zeit in einem Filmabriss rezensiert. Das deutsche Arthaus-Drama mit unsimulierten Sexszenen ist ein faszinierender, selbstreferenzieller Trip in die Abgründe der Kunst, der Leidenschaft und des Egos. Manchmal etwas zu bemüht diskursanalytisch, aber allemal ein verdammt mitreißender Experimentalfilm, der einen spannenden Blick auf die menschliche Sexualität im Auge der Kamera wirft. Bis zum Donnerstag gibt’s den unabhängigen und mutigen Streifen noch auf Arte+7 zu sehen… und ich empfehle euch, unbedingt von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Aus Jugendschutzgründen leider erst ab 23 Uhr möglich.

In einem leerstehenden Berliner Apartment trifft sich Nina mit Hans und Marie, zwei jungen Schauspielern, um für ein paar Tage die winterlich kalte Außenwelt hinter sich zu lassen und Probeaufnahmen für einen Film zu drehen.

Nina ist eine Suchende, ihr Filmprojekt soll Gefühle sichtbar machen, sie will Liebe in echtem Sex zeigen. Doch es geht auch um die Macht der Regisseurin, die sie mit ihrer Kamera ausübt, und um die Grenzen der Schauspielerei. Je mehr sich im Lauf der Zeit Spiel und Realität vermischen, umso mehr verliert sich Ninas Motivation, einen Film zu drehen. Hans, der Nina von einer lange zurückliegenden, flüchtigen Begegnung kennt, ahnt, dass sie auf der Suche nach etwas anderem ist. Dennoch lassen er und Marie sich auf ein Spiel ein, bei dem jeder glaubt, die Fäden in der Hand zu halten. Doch Ninas Verführungsstrategien knüpfen ein immer enger werdendes Netz um ihre Protagonisten, in dem sie sich schließlich selbst verfängt.

Die 90er Jahre: Die besten Filme für Musikliebhaber

Wie schon bei den 00er-Filmretrospektiven gibt es auch für die 90er noch einen kleinen Nachschlag für Musikliebhaber. Warum dieser im Vergleich zu den letzten beiden so dünn ausfällt… I don’t know. Vielleicht waren die 90er im Gegensatz zu den 00ern einfach nicht das große Jahrzehnt für Musikfilme, vielleicht habe ich diesbezüglich auch einfach noch verdammt viel Nachholbedarf. Falls ihr an dieser Stelle also dieses oder jenes Meisterwerk vermisst, habt keine Scheu davor, diese Lücke in den Kommentaren lauthals kundzutun. Nach dem Klick gibts dann erstmal Nostalgie mit den Beatles, ein eindrucksvolles Neil Young Musikerporträt von Jim Jarmusch, Videoclipästhetik auf Filmlänge, Radiohead auf der Suche nach sich selbst, zwei Slacker in  Wayne’s World, sowie Abgesänge auf den Glam Rock, den Grunge und das 18. Jahrhundert.

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Die 90er Jahre: Die besten Filmdramen des Jahrzehnts V

90er Filmdrama die Fünfte… Auch dieses Mal geht es auf eine Reise durch Länder und deren Mentalitäten. Im ersten Teil der Drei Farben Blau sucht Krzysztof Kieślowski in Frankreich nach dem Motiv der Freiheit und findet es in einer ästhetizierten Entwicklungsgeschichte. In Hitlerjunge Salomon sucht Agnieszka Holland nach den Gesichtern der Deutschen im Nationalsozialismus gesehen durch die Augen eines Juden, und in den beiden Independent-Dramen My private Idaho und Good Will Hunting versucht Gus Van Sant, sich den Außenseitern der amerikanischen Gesellschaft anzunähern. Gesellschaftliche Strukturen werden auch in Festen und Wiedersehen in Howards End aufgedeckt, in Rote Laterne führt die Unterdrückung des Ichs direkt in die Katastrophe und in Ein Herz im Winter gibt es trotz aller Fremd- und Selbstgeißelung doch wieder so etwas wie Hoffnung. Große Dramen vom Indie-Kino bis zum Historienepos, nach dem Klick.

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Trailerprogramm für den Sonntag: Hugo, Contagion, Barney’s Version, Tim und Struppi, Juan of the Dead, Insidious

Hugo [Martin Scorsese]

Martin Scorsese ist es anscheinend gelungen etwas zu drehen, was er in dieser Form noch nie gedreht hat. Die Adaption eines illustrierten Fantasybuchs, einen bunten, überzeichneten, stilisierten Film für Kinder und Junggebliebene… Und das Ergebnis sieht zumindest dem Trailer nach zu urteilen fantastisch aus.

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Dokumentation: John Carpenter: Fear Is Just the Beginning… The Man and His Movies

Sehr schöner 60Minüter über Regielegende John Carpenter und seine Filme.

Filmmaker John Carpenter helped redefine the American horror film in 1978 with Halloween, a low-budget thriller which became a major box office success. Since then, Carpenter has devoted his career to bringing a fresh perspective to genre filmmaking, striving to maintain the freedom of an independent while working within the studio system. (Carpenter not only writes and directs his own projects, but often also serves as producer and composer as well.) John Carpenter: Fear Is Just the Beginning…The Man and His Movies is a documentary about this two-fisted maverick auteur, which offers a look at the making of such favorites as Escape From New York, The Thing, The Fog, and many more. The documentary includes interviews with Jamie Lee Curtis, Kurt Russell, Adrienne Barbeau, Debra Hill, and other friends and colleagues

via Dangerous Minds

Die 90er Jahre: Die extremen, polarisierenden und kontroversen Filme des Jahrzehnts II

Hier kommt sie, die zweite Ladung der provozierenden und extremen Filme der 90er Jahre. Düstere Destruktionen der amerikanischen Gesellschaft in Gummo, eine verstörende Mischung von Sex und Gewalt in David Cronenbergs Crash, politischer Aktivismus im verschwörungstheoretischen Gewand von Oliver Stone in JFK – Tatort Dallas, bewusster Dilettantismus und die Reduktion des Filmischen auf das Notwendige bis hin zur vollkommenen inszenatorischen Nacktheit bei Lars von Triers Idioten und schließlich Perdita Durango, der Mitreiter auf der Welle des Tarantinoesken Kinos, der mit seiner zugespitzten, ungebrochenen Sympathie für die gewalttätigen Protagonisten aus dem Gangsterkino der 90er heraussticht.

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