Forget-Me-Knot: Alzheimer in immersivem Spiel am eigenen Leib erfahren

forgetmeknot

Zu meinen einprägsamsten Jugenderinnerungen gehört die Alzheimererkrankung meiner Großmutter. Da wir damals im gleichen Haus wie meine Großeltern lebten, wurde ich täglich Zeuge ihres schleichenden geistigen und körperlichen Verfalls. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sie abends am Fenster ihres Schlafzimmers stand und verängstigt und verwirrt um Hilfe rief. Ich weiß noch, wie sie nachts durch das Treppenhaus schlich, nicht genau wusste wo und wer sie war, wie ich hoffte, sie würde dieses Mal nicht an meine Zimmertür klopfen und mit brüchiger Stimme fragen: “Entschuldigung, haben Sie meinen Mann gesehen?”.

So schrecklich ich ihre Krankheit fand – und so sehr ich dadurch bis heute eine Scheiß-Angst davor habe, selbst irgendwann einmal an Alzheimer zu erkranken -, so wenig war ich damals in der Lage, mich in ihre Situation hineinzuversetzen, zu verstehen, wie sie selbst sich im Inneren fühlen musste. Natürlich hatte ich auch Mitleid mit ihr, aber allzu oft war sie dann doch einfach nur eine unheimliche, unberechenbare, alte Person, unter deren Verwirrtheit die gesamte Familie zu leiden hatte.

Das Spielprojekt Forget-Me-Knot von Alexander Tarvet scheint mir daher fast wie eine (für mich leider zu späte) Nachhilfestunde in verpasster Empathie. Mit Hilfe der Unreal Engine und in klassischer Egoperspektive erhält der Spieler die Möglichkeit, in den Körper eines an Alzheimer erkrankten Mannes zu schlüpfen; inklusive großen Erinnerungslücken, Desorientierung, Hilflosigkeit und der Konfrontation mit überforderten Angehörigen. Ein eindringliches immersives Erlebnis, dass es Betroffenen ermöglichen kann, nachzuvollziehen, wie sich ihre erkrankten Mitmenschen fühlen müssen und im besten Fall ein wenig dazu beiträgt, Alzheimererkrankte nicht bloß als bemitleidenswerte und zugleich anstrengende Pflegefälle zu betrachten, sondern als das, was sie nach wie vor sind: Menschen, die Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse haben.

Forget-Me-Knot is an exploration game created to raise awareness and understanding of Alzheimer’s Disease. The player takes on the role of the fictional character Harold Tarvet as they unravel their past and gain a glimpse into what it is like to live with Alzheimer’s Disease. Forget-Me-Knot is the playable artefact created to accompany my dissertation topic of eliciting complex emotional states in video game players.

Forget-Me-Knot via Gamasutra

Mindfuck Browsergame: Entire Screen of One Game

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Großartiger Metametameta…-Plattformer von Tom Murphy für das Ludum Dare 31. Im Browsergame The Entire Screen of One Game steuert ihr einen Quader, der in sich selbst das Level beinhaltet, das ihr spielt. Und damit nicht genug. Durch einen permanenten Zoom-Out, verwandelt sich das Level, das ihr spielt, selbst wiederum in einen Quader, den ihr dann ebenfalls durch dieses Level steuert, das sich wieder in einen Quader verwandelt, der wiederum durch das Level läuft… und das ganze ad infintum (oder bis ihr die Lust verliert oder tot vom Schreibtischstuhl kippt).

Klingt kompliziert? Lädt zum munteren leibniz’schen Monadenphilosophieren ein? Ja, auch. Vor allem fickt es aber ganz gewaltig den Verstand des Spielers. Eine wirkliche Herausforderung gibt es nicht, abgesehen davon natürlich in diesem Metametameta-Marathon nicht den Verstand zu verlieren. Oder wie der Entwickler selbst sagt: You can’t win the game. It only exits to destroy your mind.

The Entire Screen of One Game via Interweb3000

 

Virtueller Sex – Luxuria Superbia für Android, iOS & PC

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Dafür, dass das Medium Spiel noch so jung ist, holt es derzeit mit erstaunlich großen Schritten gegenüber den etablierten Medien wie Film und Literatur auf. Dank der Entdeckung der Möglichkeiten des Kunst- und Independent Games in den letzten Jahren erleben die Spieler gerade eine Zeit, in der zahllose Entwickler beweisen, dass es durchaus möglich ist, auf dem Videospiel-Markt mit viel Experimentierfreude so etwas wie Avantgarde zu produzieren – und sogar zu verkaufen -, während die teuren Blockbuster-Produktionen beweisen, dass auch in Videogame-Land Hollywood-Standards möglich sind. Und doch, trotz dieser Entwicklung gibt es einige Sujets und Topoi, die im Medium derzeit nicht einmal ein Nischendasein führen, sondern schlicht und ergreifend gar keine Rolle spielen. Eines davon ist die Erotik: Weder infantile Fuck ‘em Adventures wie Leisure Suit Larry (1987) noch QTE-Bettakrobatik wie in den Quantic Dream Games konnten bisher diese Lücke füllen. Was bis dato maximal möglich schien, war es Sex zu thematisieren und – knapp vor explizit – im Spiel darzustellen. Von Erotik indes keine Spur. Der Independent Games Festival Gewinner Luxuria Superbia tritt nun an, diesen Missstand zu beheben.

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Browsergame: Escuro

Düsteres und ziemlich elegantes Browserspiel, von dem mir gerade immer noch die Augen schwirren. Das Ziel des Spiels ist simpel: Mit Hilfe der Pfeiltasten muss der Spieler bunte Quadrate peu à peu im schwarzen Hintergrund verschwinden lassen und dabei verhindern, dass sie komplett weiß werden. Der absolut abstrakte Minimalismus (Schwarzer Hintergrund, farbige bis weiße, manchmal pulsierende Squares) ist symbolisch aufgeladen (“a game about murder”), was durch die kryptischen Hinweise vor jeder Stage (“Torture in Circles” etc.) noch verstärkt wird. Ein kleiner, dunkler Trip, der es selbst in dieser abstrakten Form vermag, Furcht vor der dunklen Seite der eigenen Seele auszulösen: “No colors anymore I want them to turn black!”

Escuro (Browsergame) via Indiegames

Links fürs Wochenende

Ich bin ja nur ein Atheist, aber…

Raventhird macht sich Gedanken darüber, was er tun würde, wenn er die katholische Kirche wäre. Und da ist tatsächlich ziemlich viel Cooles dabei.

Pop als Zeitgeschichte

Jürgen Danvel macht sich Gedanken über eine mögliche Historisierung der Pop-Kultur, über die Frage ob wir uns bereits in einer Zeit nach dem Pop befinden (der ja immer mal wieder für tot erklärt wird) und wie die historisierende Forschung mit dem Phänomen als solches umgehen könnte:

Neben der Gretchenfrage, was wir eigentlich unter Pop in einer historischen Perspektive verstehen und wie er zeitlich zu verorten wäre, gibt es noch einige praktische Probleme für die pophistorische Forschung. Damit sich Zeitzeugenschaft und Historiographie nicht gegenseitig im Wege stehen, müssen diejenigen, die auf dem Gebiet der Popgeschichte arbeiten, ihre eigenen Sozialisationserfahrungen mit Pop kritisch als vorwissenschaftliche Prägungen reflektieren, um sie nicht unter der Hand zum Maßstab für die historische Betrachtung zu machen. Sonst könnte die begrüßenswerte Affinität zum methodischen Problem werden.

Das Netz, das Glück, die Beziehung – Die Gesellschaft und das Internet (Audio)

Gert Heidenreich bei SWR2 Wissen über die Beziehung zwischen Internet und welche Rolle es in Zukunft für die Bildung spielen könnte. Der Text kommt tatsächlich im Ansatz erst einmal für meinen Geschmack etwas zu kulturpessimistisch daher, und hat auch einige altlinke Dogmen im Programm, ist aber dennoch ein interessanter Beitrag zum Diskurs und ein schönes Manifest für eine Entschleunigung der kulturellen Perzeption und Partizipation (Transkript als PDF)

“Shades of Grey” – Knallharte Zweisamkeit

Sehr guter Kommentar zu dem “Shades of Grey”-Phänomen, vielleicht sogar der beste, den ich bisher zu dem Thema gelesen habe:

Warum ereifert sich nur jeder über den Softporno “Shades of Grey”? Warum kaufen Millionen ein todlangweiliges Sado-Maso-Buch? Weil der Sex wieder eine Utopie geworden ist.

Das Kind als Bio-Aktie

Interessanter Kommentar von Götz Eisenberg über eine neue Form der Missachtung des Kindes als Kind.

Eltern betrachten ihr Kind offenbar nicht mehr als Geschenk, sondern als eine Art Bio-Aktie, von der eine gute Performance erwartet wird. Seit die Bergwerke stillgelegt sind und keine Kohle mehr gefördert wird, hat man die kindlichen Gehirne als „Ressource“ und „Humankapital“ entdeckt.

“Breaking Bad”-Star Bryan Cranston: “Die Gier steckt in jedem von uns”

Falls ihr noch nicht mitbekommen habt: Letzte Woche ist die fünfte, zweigeteilte und finale Staffel der herausragenden Serie Breaking Bad im US-Fernsehen angelaufen. Gehört für mich mit zum Besten, was in den letzten Jahrzehnten im TV gelaufen ist. Das Spiegel-Interview mit Hauptdarsteller Bryan Cranston (ebenfalls bekannt aus Malcolm Mittendrin) ist zwar schon etwas älter, liefert aber interessante Einblicke in die Genese der Serie bis zum Ende der vierten Staffel und ist es daher wert zu diesem tollen Anlass wieder hervorgekramt zu werden.

Wolfgang Michal: Mein Medien-Menü

Neue Folge der großartigen Medien-Menü-Reihe von Christoph Koch. Wolfgang Michal – freier Journalist und Mitherausgeber von Carta – präsentiert eine angenehme, im besten Sinne des Wortes, medial-konservative und zugleich sehr vielfältige, offene Medienmischung zusammen. Am schönsten finde ich (als RSS-Leser) immer noch den Satz: ” Feed-Reader sind für mich protestantischer Extremismus”. Der wird eingerahmt.

Pearl Jam Albums from Worst to Best

Kanonisierungen und Listenwahn sind immer gut… und die Geschmackspolizisten von Stereogum dürfen sich so etwas ohnehin ausnahmslos erlauben. Und ganz nebenbei kann ich dieser Liste sogar fast ausnahmslos zustimmen: Vs. weit vorne, No Code weiter vorne, Ten nicht auf Platz eins… jepp da würde ich ne Unterschrift drunter setzen. Und jetzt wird erst einmal zurück in die gute alten 90er Jahre geflüchtet.

Fünf Filmfreunde Tumblr

Für den kleinen Cine-Snack zwischendurch gibt es die Filmfreunde jetzt auch im Tumblr-Format. Vorbeistolpern lohnt sich.

I Wanna be the Guy: Gaiden (Freeware Game Download)

Alle denen der Name “I wanna be the guy” etwas sagt, die werden jetzt wohl entzückt aufjauchzen. Jepp, das Hardcore-Freeware-Game bekommt einen Nachfolger. Und der für seinen extrem hohen Schwierigkeitsgrad berüchtigte Vorgänger wird hier tatsächlich nochmal getoppt. Ich meine, wenn es bereits vor dem ersten Level auf der Weltkarte drei Möglichkeiten gibt, zu krepieren, dann weiß man worauf man sich einstellen kann. Ein Fest für Retro-Gamer, die sich von einer abartigen Herausforderung und tausend Toden nicht abschrecken lassen. Eindrücke auch im Let’s play unten.

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Seedling (Browsergame)

Und noch ein großartiges Freeware-Game für Retro-Zocker. Seedling ist aber bei weitem nicht so knackig wie I Wanna be the Guy, setzt nur rudimentär Geschicklichkeit voraus und begeistert stattdessen als minimalistisches und zugleich episches Action-Adventure mit hohem Rätsel-Anteil. Gerade Zelda-Jünger dürften sich in der faszinierenden und geheimnisvollen Welt zwischen Dorf, Wald und Dungeon schnell wohlfühlen und einige Zeit mit diesem grundsympathischen Rollenspiel totschlagen.

Welche Spielfilme im Fernsehen laufen

Infografik

Letztes Jahr auf Seite360:

Tiefe, kreative Sommerlöcher zwingen uns dazu, weniger längere Artikel zu schreiben und uns mehr an netten Fundstücken zu ergötzen. Immerhin erscheint am Sonntag das erste Trailerprogramm mit  Hugo, Contagion, Barney’s Version, Tim und Struppi, Juan of the Dead und Insidious. Ansonsten sind es wie gesagt die kleinen Dinge… Street Art aus Russland, Bastardpop von Wugazi, gebärdende Pornostars, Antispiele und Vorfreude auf The Dark Knight Rises.

Links fürs Wochenende

Günter Grass – Europas Schande

Ja, ja… wir sind ein Kulturblog und so. Und wenn Günter Grass mit viel Brimborium mal wieder ein neues Gedicht zu einem politischen – kontrovers diskutierten – Thema veröffentlicht, kommen wir daran nicht vorbei. Das Echo darauf hält sich aber dieses Mal in Grenzen. Ein Skandal ist ohnehin nicht zu erwarten, zumindest wenn es nach Spiegel Online geht. Ohnehin beschränken sich die Kommentare von den großen Medien bisher eher auf Agenturmeldungen. Er hat es schon wieder getan… Mehr fällt den meisten nicht dazu ein. Immerhin hat das Teil schon einen eigenen Wikipedia-Artikel (Das ging schnell). Weder auf Twitter noch sonst wo ist bisher allerdings viel passiert. Daher an dieser Stelle nur ein kurzer Hinweis auf die logische Forderung der @leipzigerin: Herr G. braucht ein Blog sowie meinen eigenen Analyseversuch. Vielleicht hat sich der Günter G. dieses Mal tatsächlich vergaloppiert mit seiner Suche nach Aufmerksamkeit und das große Echo bleibt aus. Wäre nicht allzu schade…

Im Auge des Shitstorms

Sarah Kuttner benutzt – um Alltagsrassismus anzuprangern – das Wort “Negerpuppe” und gerät ungewollt in einen albernen, vom Boulevard und empörten Facebook-Nutzern angestachelten Skandal, der auch zum kleinen Shitstörmchen wird. Mittlerweile hat sich die Lage Gott sei Dank beruhigt und ausgerechnet SPON ist mit einem differenzierten Artikel dafür verantwortlich.

Bertrand Russell explains: “Why I’m not a Christian.”

Lord Bertrand Russell’s famous (or infamous if you prefer) 1927 essay “Why I Am Not A Christian” is one of the “classics” of “atheist literature” and one that is still likely to be read to this very day by budding unbelievers trying to inch themselves out of the church pew

Forget me not (Browsergame)

Das schon längere Zeit als Download-Version erhältliche Independent Game “Forget me not” gibt es jetzt auch zum bequemen Spielen im Browser. Simples Prinzip, herausfordernder Schwierigkeitsgrad. Top Gameplay!

Gamgea vor Ort: Computerspielemuseum Berlin

Schon etwas älterer Erfahrungsbericht vom wirklich tollen – wenn auch zu kleinen – Computerspielemuseum auf der Frankfurter Allee. Hingehen lohnt sich, auch wenn das Wetter derzeit eher nach See und Freibad schreit.

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Hilfe, wir werden inkompatibel

Nun also ist es mal wieder soweit. Revolution. Disruption. Oder wenigstens Evolution. Unter dem Begriff Zeitenwende macht es heute kein Experte mehr, der sich das Netz, die Software oder gar Mechatronik/Robotik vorgenommen hat. Da plätschern die Innovationen in der Automobilbranche, der Pharmaindustrie oder der Bankenwelt so vor sich hin. Aber die Welt der digitalen Technik hält wacker das Fähnchen der Innovation hoch. Nur wir dumme Gesellschaft kommen nicht mit – durch unser soziales Gewese…

Letztes Jahr auf Seite360:

Im Zuge der filmgeschichtlichen Exkurse erinnern wir uns an einen der ältesten Animationsfilme überhaupt. Florian erinnert sich mit viel Gänsehaut an die große Zeit von Sonny und Cher, lauscht noch einmal ihrer bewegenden Grabrede und hört ein-, zwei- vielleicht auch dreimal den wunderschönen Song “I got you babe”. Außerdem wirft er einen ätzenden Blick auf ätzende Videospielverfilmungen, wirft einen etwas analytischeren Blick auf David Finchers Fight Club und beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Filmtiteln auf den Erfolg des jeweiligen Films. Rinko genießt währenddessen räudige Gitarrenmusik von Fucked Up in Köln und steckt ansonsten wohl irgendwie in dem selben Sommerloch, in das Flo und Marcus gerade geraten sind.

Links Fürs Wochenende

Urheberrecht die 85.

Dieses Mal wird die Aktion nicht im Handelsblatt gefeatured, sondern prominent in der Print-Ausgabe der ZEIT (während sich deren Online-Angebot ziemlich zurück hält). Ausgangspunkt ist eine Unterschriftenaktion mit dem Titel Wir sind die Urheber!, an der sich zahllose Verwerter und Künstler (insbesondere Autoren) beteiligen. Erste “Netzreaktionen” gab es unter anderem von Netzpolitik und Udo Vetter, außerdem einmal ein erbostes, verdammt zutreffendes Wir auch., einmal ein verdammt zutreffendes Ohne mich sowie den Versuch einen Konsens-Findung zum einen von Tom Hillenbrand unter dem Titel Wer hat an dem Ur gedreht?, zum anderen – wenn auch polemischer und konservativer – beim Börsenblatt, das ähnlich wie das Handelsblatt in diesem Fall eher auf der Seite der Urheber Rechteverwerter wirtschaftlichen Interessenten steht. Ebenfalls eine eher konservative – trotzdem differenzierte – Position (jetzt echt mal wertneutral gemeint) nimmt Boris Hänßler mit der Frage Ist das Urheberrecht für Uropas? ein.

Und dann gibt es natürlich noch die – angenehm unpolemische – Gegenaktionen Wir sind Urheber und Wir sind die Bürger! Zum vermeintlich stabilen Schulterschluss zwischen Urhebern und Verwertern ist zusätzlich der aktuelle Fall Village People interessant. In diesem hat sich Urheber Victor Willis in den USA vor Gericht erfolgreich gegen die Enteignung durch die Musikindustrie durchgesetzt.

Stoff für die Ohren gibt es auch zu der Diskussion: Das Kulturgespräch im Deutschlandfunk beschäftigt sich mit dem Digitalen Kulturkampf (45 Minuten), zu Gast sind Julia Schramm, Agnes Krummwiede und Niki Stein.

Ansonsten scheinen die Online-Ableger großer Printmedien mittlerweile – unabhängig von der eigenen Positionierung – etwas differenzierter und auch progressiver an die Sache heranzugehen, wie Christian Stöcker mit seinen fünf größten Irrtümern im Urheberrechtsstreit eindrucksvoll unter Beweis stellt. Auch wenn es für die Netzuser und Piratenanhänger hier nichts wirklich neues zu lesen gibt, sei dennoch eine wärmste Empfehlung für den gut recherchierten, differenzierten Artikel ausgesprochen. Ebenfalls lesenswerte ein Fünf-Punkte-Plan im Freitag mit der Aufforderung: Schneiden wir den Kuchen neu an. Ebenso sei der Perlentaucher-Kommentar Wer den Apfel küsst empfohlen und Georg Diez hat sich ebenfalls herrlich direkt zu dem seiner Meinung nach Aufgeblasenen Protest geäußert: “Es ist eine Geste des Angstmachens und des Einschüchterns, eine Geste der Ab- und der Ausgrenzung. “Wir” wissen, wie es geht, “wir” schreiben Bücher und machen Kunst, “wir” sind nicht ihr. Das wirkt ein wenig wie früher auf dem Pausenhof: Klassenkeile für den Neuling und die Raucherecke nur für Oberstufenschüler.” Der Nilzenburger ist von beiden Seiten genervt und hat keine Lust mehr auf diese Kackdiskussion, Christopher Lauer von den Piraten dagegen findet den Protest richtig und die Debatte notwendig und schließt seinen Kommentar in der FAZ mit den Worten: “Ich habe keine Lust, jede Woche einen weiteren Aufruf für oder gegen das Urheberrecht zu lesen. Lasst uns endlich vernünftig miteinander reden.” Und irgendwie sind sie sich dann mit dieser Meinung, dass ein Handreichen, nicht ein Streit notwendig ist, doch alle erstaunlich einig, egal ob konservativ, progressiv, für oder gegen die Debatte…

“Ich kann doch machen, was ich will”

Ganz ehrlich, wer hat diesen großartigen Spruch, meist vorgetragen von nervigen Ignoranten, nicht schon einmal gehört? Der dauerplappende Vollhonk  oder Depp, der sich das ganze Konzert darauf konzentriert, schlechte und verwackelte Aufnahmen zu machen. Oli Schulz hat sich bei seinem Auftritt bei Stefan Raab besonders über Trolls auf Youtube und eben diese besonders großartige Typ an Konzertgängern aufgeregt. Sehr lustig, sehr lesenswert und sehr traurig. Mach dir nichts draus, Oli. Wir werde es niemals ändern, aber schön das du es mal gesagt hast.

Geht das Indie richtige Richtung?

Dennis von Superlevel macht sich Gedanken über die Indie-Kategorisierung bei Videospielen. Passend dazu auch: Bestes Indie-Spiel: Was die Branche denkt.

Geschichte (MP3)

Unsere Biographie besteht aus Fragmenten, Versatzstücken, einzelnen Geschichten. Allen gemein ist, dass sie uns ausmachen – ob gut oder schlecht, ob heute noch nachvollziehbar oder nicht, ob fact oder fiction. Wie wir sie lesen, liegt ganz bei uns.

Die Show aus dem Netz

Jürgen Vielmeier über die rasant wachsende Zahl an web-TV-Formaten, die direkt von und für Content-Verwerter wie YouTube oder Vimeo produziert werden.

Von Durchfallerkrankungen und Einschaltquoten

Vom Einfachen gibt es meist mehr als vom Komplizierten – das stimmt bei biologischen Organismen genauso wie bei Kulturgütern und Ideen. Vor allzu simplen Qualitätsbewertungen sollten wir uns hüten.

Hardcore wird weiblicher

Um ehrlich zu sein, hätten Against Me! relativ wenig Chancen hier besprochen zu werden. Ich habe die mal so Mitte der 00er Jahre gehört und so richtig abfeiern konnte ich deren etwas eindimensionalen HC/Punk nicht so wirklich. Umso überraschender die Nachricht, dass Frontsänger Tom Gabel nun eine Frau sein möchte und schon seit seiner Kindheit das Gefühl hat im falschen Körper zu leben. So richtig will das visuell nicht in mein Gehirn vordringen, da Gabel auch rein vom Kleidungs-Code nicht unbedingt eine Ausnahme-Rolle in der Szene spielt(e) und seit Jahren schon erheiratet ist. Die Reaktionen seitens der Hardcore-Fans sind erfreulicherweise wohlwollend und zeigt das auch HC und Metal mittlerweile im 21. Jhrdt angekommen ist, wie man schon früher an dem Outing von Life Of Agony Sänger(in) Keith Caputo und der neuen Welle von Hardcore Bands sehen kann, die Homofeindlichkeit und Ignoranz gegenüber sexueller Orientierung nicht als Vorbild sehen.

Letztes Jahr auf Seite360:

Retro, Retro, Nostalgie, Retro und so weiter: Rinko kümmert sich um die breitbeinigen Testosteronbolzen der 90er Jahre im Rückblick auf die besten Hardrock-Alben des Jahrzehnts, Florian erinnert sich anlässlich des vierten Teils der Scream-Saga an den Beginn der Franchise mit Scream (1996) sowie seinen beiden Fortsetzungen. Abseits davon wird es kuschelig in der 90er Jahre Aufarbeitung: Die besten Tragikomödien Teil 3Die besten Tragikomödien Teil 4 und Gedanken über den Stellenwert von American Beauty im tragikomischen Kino der Dekade. Aber aktuelle Filme und aktuelle Alben werden auch unter die Lupe genommen. Musikalisch gibt es verspultes und verkopftes Material von 31 Knots, Gabby Young and other Animals, Blackmail und Wonga. Für das filmische Kontrastprogramm sorgen in diesem Fall Source Code, Paul – Ein Alien auf der Flucht und Wir sind die Nacht

Links fürs Wochenende

SPOTIFY

Wahrscheinlich der überflüssigste Link, den wir hier jemals als Link fürs Wochenende gepostet haben. Falls ihr also die letzten Tage durchgeschlafen, auf dem Mond oder in einer Zeitkapsel verbracht habt, here we go. Ich benutze Spotify mittlerweile schon ein paar Tage und werde mit Sicherheit auch noch etwas Längeres dazu schreiben. Nur so viel schon mal vorab: Es lohnt sich! Sowohl als Musik-Stream-Portal als auch Organisations-Tool für die lokale Musikbibliothek. Es ist schlank, verdammt sexy und macht süchtig.

Passend dazu auch: Ein erster Rundgang durch Spotify beim Musikexpress, Spotify scheucht die Konkurrenz mit Gratisangebot auf, Darf ich die Musik mitschneiden? + Replik: Ist das Rippen bei Spotify zulässig?, Im Schatten von Spotify: Rdio mit großem Redesign, Kritik am Datenschutz von Spotify, Interview mit Axel Bringéusdem Director of International Growth für Spotify

Westberlin

Sehr cooler Tumblr, der die Vergangenheit der geteilten Hauptstadt in schicken Fotografien wieder aufleben lässt.

Fantasy Ja! Aber bitte ohne Freaks!

Sehr schöner Rant von Michael Erle über unangenehme Begleiterscheinungen der Popularisierung der Nerdkultur:

von A wie Alderaan bis Z wie Zwerg hat der Mainstream so ziemlich jedes Element einer Gedankenwelt, die früher noch Geeks, Dorks und Freaks gehörte, aufgesogen. Vampire als bevorzugte Lektüre von Teenagermädchen waren sozusagen der letzte Nagel im Sarg des Nischendaseins unseres Lieblingsgenres. Spätestens die Spekulationen über das „Next Big Thing“ (Zombies? Werwölfe? Zeitreisende Cowboys?) sollten uns einen Schrecken eingejagt haben: unser schönes, verschrobenes und geistreiches Hobby leidet unter dem Gesetz des Freien Marktes und seines Marketings.

Die Facepalmisierung des Internet

Warum muss ich täglich auf Twitter lesen “Wer noch einmal Wort xy schreibt, wird entfolgt”? Wozu die ganzen abwertenden Vokabeln, warum andere lächerlich machen, anstatt einfach mit ihnen zu reden? Wie wäre es denn, der betreffenden Person, die etwas so unsägliches gebloggt/getwittert/gesagt hat, einfach mal in Ruhe zu erklären, was mir nicht passt? Anstatt sie durch einen abwertenden Tweet zu verhöhnen?

dys4ia (Browsergame)

Ungemein persönliches Browsergame von ‘Pixel Provocateur’ Auntie Pixelante, die ihren Weg zur Frau, von der gesellschaftlichen Ablehnung über die Hormontherapie bis heute spielerisch aufarbeitet.

Nelly (Browsergame)

Wenn es nicht ganz so artifiziell sein soll: Nelly ist ein spannender Plattformer zwischen jugendlichem Alptraum, Gothic Novel und Burton-Ästhetik. Narration und spielerische Herausforderung behindern sich hier nicht gegenseitig sondern ergänzen sich zu einem fantastischen, dunklen Anti-Märchen.

Meinungsmacher 2012: Hacker-Interviews

Schafft Leverkusen den Klassenerhalt?

Eine mathematische Problemlösungsstrategie für Fanhoffnungen und Fanängste.

Warum ich nie mit etwas fertig werde…

Infografik

Letztes Jahr auf Seite360:

Der März wird endlich etwas hörenswerter, mit J Mascis, dem Esbjörn Svensson Trio, den Strokes, The Pain of being pure at heart, Earth und anderen… und dann gibt es natürlich auch noch die wundervolle neue Songcollage von R.E.M. Collapse into now und der musikalische Frühling ist gerettet. Cineastisch läuft eher weniger und so rezensiert Florian schon etwas weiter zurückliegende Filme wie Revanche und Hot Tub Timemachine.

Unmanned – Das absolute Kriegsspiel

Krieg ist die Hölle… und die besteht im Falle des Browsergames Unmanned der italienischen Kreativitätsschmiede Molleindustria in schierer Monotonie: Aufstehen, sich rasieren, auf einer öden Wüstenstraße zur Station fahren und dort durch ein Schwarzweiß-Display verdächtige Personen observieren. Nebenbei kann der Spieler lernen die Songs des Autoradios richtig nachzusingen, seine von ihm entfremdete Frau zu Hause beruhigen (in Telefonaten, die gerade mal eine Zigarettenlänge dauern) oder mit der hübschen Copilotin flirten. Die Botschaft dieses depressiven, bitteren Browsergames ist klar: Der Krieg des Westens  in der aktuellen Variante hat nichts mit den Spektakeln eines Call of Duty (2003) gemein. Statt von Action wird der Tag der postmodernen Drohnen-Krieger von Langweile und Monotonie beherrscht. Und eben genau in dieser muss man dennoch stets die Konzentration wahren und sich bemühen, nicht den Kopf zu verlieren… denn trotz der distanzierten Langeweile zum Kriegsgeschehen ist man nur einen Tastendruck davon entfernt, Unschuldige zu töten oder sich selbst in Gefahr zu bringen.

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Trailerprogramm: Brave, Shame, Rampart, Crashtastic, ROBO-G, Mirror Mirror, Detachment

Brave [Pixar]

Das sieht doch echt mal ordentlich aus. Pixar und Disney kooperieren erneut und heraus kommt kein klassisches, humoristisch aufgebrochenes Trickspektakel sondern ein waschechtes Epos zwischen Historienfilm, Fantasy und Coming-of-Age-Märchen. Der in den schottischen Highlands angesiedelte Brave erinnert sowohl ästhetisch als auch dramaturgisch an einige der ernsteren Disney-Zeichentrickfilme der 80er und 90er Jahre… nur eben ohne die niedliche Aufbereitung. Kein kleines, verrücktes Tier weit und breit, anscheinend auch keine Musical-Einlagen, und auch Romanzenkitsch ist im Trailer nicht auszumachen. Stattdessen eine epische Geschichte um Selbstfindung, ein wenig klassischer Pixar-Humor und große, starke animierte Bilder. Sieht vielversprechend aus, auch wenn das Grundgerüst “Frau muss sich in Männerdomäne beweisen” alles andere als originell ist.

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Links fürs Wochenende

Verschwörungstheorien oder strukturelle Analyse des 11. September

Das Thema lässt mich noch nicht los. Und gerade im Hinblick auf die zahlreichen hervorragenden Widerlegungen der obskuren Nanothermit-, Cruise Misile- und False Flagg-Theorien versetzt es mich doch immer wieder in Erstaunen, wie hartnäckig Verschwörungstheoretiker an ihren längst widerlegten in sich zusammenfallenden Gedankengebäuden festhalten. Michael Albert und Stephen R. Shalom lieferten bereits 2002 im Zmag eine gute Erklärung für das Verhalten der Truthseeker und vergleichen das Prozedere der Verschwörungstheorie mit wissenschaftlichen, strukturellen Analysen. Trotz des Alters immer noch lesenswert, gerade weil auch ein eleganter Bogen zu den Gefahren geschlagen wird, die von VTlern ausgehen. Um diesen entgegen zu wirken gibt es selbstverständlich auch nach wie vor aktuelle und ständig aktualisierte Links: Auf Mosaik9/11 habe ich ja schon bei den letzten Links fürs Wochenende verwiesen. Wer noch tiefer eintauchen will, sollte unbedingt bei Debunking9/11 vorbeischauen. Und wer ein wenig zu dem Thema lachen will, dem empfehle ich: Neue Verschwörungstheorie: Stecken Verschwörungstheoretiker hinter den Anschlägen vom 11. September? Ich habe an dieser Stelle erstmal fertig mit dem Thema.

Die Lücke

Regisseur Christoph Hochhäusler (Unter dir die Stadt) über Utopie und Wirklichkeit des deutschen Films:

Ich wünschte, ich könnte Filme machen, die ganz direkt sind, mehr oder weniger nur aus Rohstoffen bestehen, ein konkretes Kino, weder „Avantgarde” noch „Kommerz”.

Die Lücke, die hier klafft, muss die praktische Arbeit schliessen.

Kunst und Terror

Claudia Bodin und Ute Thon waren für das Art-Magazin unterwegs, um die besten, provokantesten und lohnenswertesten Ausstellungen rund um die künstlerische Verarbeitung von 9/11 ausfindig zu machen.

The Artist is Present

Art-Performance-Game nach einem konzeptionellen Kunstwerk von Marina Abramovic. Dazu auch passend dieser Film zur ursprünglichen Ausstellung, deren Höhepunkt die Vorlage für dieses Geduldsspiel war. Mehr Kunstspiel geht echt nicht.

Im Allgemeinen das Hohe wiederfinden

Kein Etikett blieb lange an ihm haften. Zu seinem Markenzeichen wurde allein der Stilsprung. Jetzt ist der Pop-Art-Pionier Richard Hamilton im Alter von 89 Jahren gestorben.

Reich, aber sexy

Interessante Analyse des derzeitigen “Entwicklungsstandorts” Berlin: Wo geht die Reise hin? Zum Londoner Snobismus? Zur urbanen Bürgerlichkeit? Oder weiter zu einer großstädtischen Vielfalt, in der Prekariat und High Society nur einen Katzensprung voneinander entfernt sind?

Die Partei: Wahlkampf mit Krawallsatire

Über das Wechselspiel zwischen der Titanic-Partei, Martin Sonneborn und den Medien, die irgendwie immer noch nicht recht wissen, wo sie “Die Partei” einzuordnen haben und wie sie mit dieser schlagfertig umgehen können, ohne zu Spielverderbern zu werden.

Letzte Jahr auf Seite360:

Die 00er Filmretrospektiven haben so etwas wie Halbzeit, während der Sommer sich brutal dem Ende neigt. Rinko blickt daher noch einmal wehmütig auf das Haldern Open Air zurück, während Florian schon voll im Prog-Herbst angekommen ist und sich dort Demians Mute vorknöpft. Passend zur anstehenden dunklen Jahreszeit werfen wir einen Blick auf die extremen und schockierenden Filme der 00er Jahre und verlieren uns in absonderlichen Skurrilitäten von Terry Gilliam.

Browsergame: Is it Time?

Die Frage ob Spiel, Antispiel oder Kunst… im besten Fall muss sie nicht beantwortet werden, wenn das entsprechende Game Gänsehaut erzeugen und zum Nachdenken anregen kann. So auch das Browserspiel Is it Time?, das das monotone, beschwerliche Leben im hohen Alter thematisiert: Hunger, Einsamkeit, körperlicher Verfall, geistige Umnachtung und die omnipräsente Frage nach dem Sinn des Weiterlebens, gandenlos vom Spiel an den Spieler gerichtet. Is it Time? ist ein tristes, dunkles und belastendes Spiel, in dem es scheinbar letzten Endes  nur ums Weiterspielen geht – sofern man das denn noch “spielen” nennen kann – und das dadurch auf geniale Weise Welt- und Selbstreferenzialität unter einen Hut bringt.

When is life not worth living? A game about the struggles of old age and loss of loved ones. Based on a true story. Created by Jaime Fraina.

via Gee

Browsergame: TransDimensional

Endlich mal wieder ein schön verqueres Arty Browsergame für mehr als nur zwischendurch: In TransDimensional von Willem Rosenthal spielt ihr einen kleinen Roboter, dessen ursprüngliche Aufgabe es ist Dinge von a nach b zu transportieren. Einige dieser Gegenstände sind allerdings äußerst empfindlich und können bei falscher Handhabung einen Riss im Zeit-Raum-Kontinuum erzeugen und so ein Tor in eine andere Dimension öffnen. Und  genau in dieser landet man auch früher oder später, wenn man an den knackigen Jump N Run Passagen scheitert. Mit der Erkundung jener fremden Dimension wird das Spiel aber erst so richtig weird und faszinierend.

TransDimensional ist ein packender Hybrid aus Jump N Run, Adventure und bewusst schrägem Storytelling. Die Steuerung ist simpel, der Schwierigkeitsgrad nicht ohne und die verbastelten Ideen pendeln schön zwischen gaga und philosophischem Subtext. Bitte unbedingt die Tastatur auf englisch umstellen, wenn ihr euch nicht die Finger verrenken wollt. Ansonsten unbedingt Probespielen!

Transdimensional hier spielen (via Indiegames)

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Intruded – Düsteres Flash-Geschicklichkeitsspiel

Merken… öfter mal nach Browser- und Onlinespielen suchen. Denn zwischen Farm Villes, glücklichen Aquarien und Mafiakriegen finden sich immer wieder atmosphärische ästhetische Schätze, die beweisen, dass durchaus auch im einfachen Flash-Fensterchen ein packendes Game-Erlebnis möglich ist. In diesem Fall entsteht dieses bei dem Einbrecher-Geschicklichkeitsspiel Intruded, dessen spielerischer Anspruch besonders in den permanent wechselnden Kameraperspektiven liegt, da das Geschehen grundsätzlich aus der Überwacherperspektive widergegeben wird. Noch großartiger als die Herausforderung, die dadurch entsteht, ist allerdings die besondere Ästhetik zwischen verwackelnden Bildern, Farbfragmenten und verrauschten Aufnahmen.

Wer dann noch ein Stück weitergehen will, darf auch gerne über philosophische und mediale Rückschlüsse nachdenken: Die Loslösung des Individuums im virtuellen Raum, die Perspektive des Anderen, die zur Eigenperspektive wird; der Andere, der nicht die Hölle sondern das Überleben und zugleich dessen Gefährdung ist. Das Verhältnis von Ich und Raum… und so weiter und noch Sahne oben drauf.

via Superlevel

Indie Game: The Movie (Trailer)

Braid, Super Meat Boy, Fez… Wer sich etwas genauer in der Videospielszene auskennt, dürfte mindestens einmal auf diese Titel gestoßen sein. Stehen sie doch für formvollendete, unabhängige und originelle Game-Kunst, die sich vor den großen Blockbustern nicht zu verstecken braucht. Der Independent-Regisseur James Swirsky hat diesen Spielen und insbesondere ihren Machern ein Denkmal gesetzt. In dem  Film Indie Game: The Movie begleitet er die Programmierer/Spieldesigner Edmund McMillen und Tommy Refenes (Super Meat Boy), Phil Fish (Fez) , sowie den Braid-Schöpfer Jonathan Blow während der Entwicklung, Finalisierung und Vermarktung ihrer Games. Der Trailer verspricht schon einiges… und so können wir nur hoffen, dass der fertige Dokuementarfilm es auch in Deutschland in die Kinos schaffen wird. Bis dahin könnt ihr dessen Macher auf der Indie-Game-The-Movie-Website unterstützen und den Film dort auch gleich ordern.

Indie Game: The Movie is a feature documentary about video games, their creators and the craft. The film follows the dramatic journeys of indie game developers as they create their games, and as they release those works, and themselves, to the world.

Indie Game: The Movie is about making video games, but at its core, it’s about the creative process and exposing yourself through your work.

Four developers, three games, and one ultimate goal – to express one’s self through a video game.