Art X Smart – Gadgets in klassischen Kunstwerken

Verdammt… das ist sowas von Hipster-Kultur, das es mir fast schon peinlich ist, das an dieser Stelle zu teilen: Der koreanische Illustrator Kim Dong-Kyu verpflanzt iPhones und iPads in klassische Meisterwerke der Bildenden Kunst und dürfte damit voll und ganz den Nerv des urbanen, ironischen Trendsetters treffen. Ich würde die Bilder auch tatsächlich dann erst einmal als das nehmen, was sie sind: Schicke Mashup-Spielereien ohne größeren Hintergrund, ohne große Relevanz…

….Wäre da nicht dieses eine fantastische Bild dabei, auf dem Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Nebelmeer (1818) ganz zeitgemäß mit einem iPhone in der Hand auf dem monumentalen Berg thront und das beeindruckende Nebelmeer mit seinem Device digitalisiert.

Es ist lange her, das ich derart prägnant den Zeitgeist des digitalen Zeitalters auf ein Bild gebannt gesehen habe: Gerade dieser Bruch, die monumentale Weite des romantischen Gemäldes gebrochen durch ihre eigene Medialisierung, indem sie zu einem digitalen Abbild auf einem Gadget zusammenschrumpft, lässt dieses Bild fast schon erhaben wirken. Man könnte hier natürlich den einfachsten Weg gehen und das ganze als Kritik an der medialen Vermittlung unserer Zeit lesen, ich finde eine Deutung des Bildes ohne Zeigefinger aber weitaus spannender: Wie medialisiert ist unsere Welt? Was gewinnen, was verlieren wir dadurch? Und wie ist es möglich das schönegutewahre digital zu reproduzieren? Wird durch den ironischen Bruch innerhalb des Bildes nicht vielleicht sogar deutlich, wie anmaßend die romantische Kunstära war, wie sie in ihrem Pomp ästhetische Auren zurechtkonstruierte, wie sie ihren eigenen Repräsentationen einen Wert gab, der die Kunst geradezu ins Metaphysische übersteigerte? Und ist dieser “laxe” Umgang mit Kunst in unserer Zeit nicht auch ein Stück Erlösung des Werkes, da es durch die digitale Reproduktion von all dem metaphysischen Ballast vergangener Kunstepochen befreit wird? Wir digitalisieren, teilen, reproduzieren… und ehren dadurch endlich wieder das Kunstwerk als solches; nicht irgendein zurechtgebasteltes Phantasma von transzendentaler Wahrheit in der Einzigartigkeit des Mediums. Was der Wanderer auf diesem Bild macht ist in gewissem Sinne auch eine Demokratisierung der Kunst, eine Zerstörung des Despotismus der Romantik, eine Befreiung des Augenblicks von ästhetischen Fesseln die Ewigkeit postulieren, ein Zurückführen des Bildes zum Bild.

Anyway, ein fantastisches Mashup. Die anderen Bilder von Kim Dong-Kyu sind zwar eher so nette Spielereien, trotzdem soll an dieser Stelle nicht auf ihre Verlinkung verzichtet werden.

Art X Smart via Visual News

Only God Forgives: Ein offener Brief an Nicolas Winding Refn

Nein, lieber Herr Refn, wirkliche Freunde werden wir in diesem Leben wohl nicht mehr. Dabei will ich Ihnen nicht einmal vorwerfen, dass sie der wohl überbewertetste Regisseur unserer Tage sind. Schließlich können sie dafür nun wirklich nichts, oder? Okay, die ein oder andere ästhetizistische Hipster-Masturbation haben Sie in ihren letzten Filmen schon verbrochen, von kalkulierter Jagd nach Stimmvieh (bei der Wahl um den größten lebenden Regisseur) ist das dennoch weit entfernt. Nein, ich nehme Ihnen den Hype um sie wirklich nicht übel, im Grunde genommen mag ich Ihre Filme ja auch: Den düsteren transzendentalen Trip, Valhalla Rising, der ist wirklich großes Kino, das Slow Motion Actiondrama Drive, ja auch das hat seine Momente… und ja, auch die Pusher-Filme und Bronson sind düstere Action-Bastarde, in denen verdammt viel Kreativität steckt. Ich glaube Ihnen sofort, dass sie mit Herzblut dabei sind und ihre Filme tatsächlich – ohne jede Kalkulation – anders erzählen wollen. Aber um Gottes Willen, müssen sie dabei immer so dick auftragen? Müssen sie dabei immer so sehr den Style- und Design-Göttern huldigen, sich derart in ihren glänzenden und zugleich schmutzigen Bildern verlieren, dass sie drumherum vollkommen vergessen, irgendetwas mit Substanz zu erzählen?

weiterlesen

K.I.Z. – Ich bin Adolf Hitler (Video)

Juchei, K.I.Z. melden sich mit einem neuen Mixtape zurück! Niemand Geringeres als Onki Addi stand diesmal Pate  für den neuen Song und bei ” Ich komme umsonst in den Club/Ich bin Adolf Hitler/Sein Scheitel Swag/Ich bin ein Hipster” muss ich halt trotz Brachial-Humor mal wieder lachen. Das Oliver Polak, Autor von “Ich darf das -”Ich bin Jude” die Hauptrolle im Musikvideo macht das Ganze natürlich nicht unkomischer.

via Vice

Filmabriss (2012er Recap III): Drive, Keyhole, Django Unchained, Cosmopolis

Joa… weiter gehts mit der Aufarbeitung des Kinojahres 2012: Die folgenden Reviews möchte ich dann mal unter dem Banner zusammenfassen: “Hipsters get, what hipsters want!” Sprich, Filme, die auf irgendeine Weise diesen Hipster-Link haben, sei es, weil sie sich besonders originell geben, sei es, weil sie besonders stylish sind, sei es weil sie als abstrakte Nerd-Kunstwerke daherkommen oder sei es einfach weil sie aus der Feder eines Hipster-Lieblings stammen. Das muss per se erst einmal kein Qualitätsmerkmal sein. Ein Film kann sehr wohl wie z.B. Drive voll im Trend liegen und dennoch über seine Zeit hinaus eine cineastische Wirkkraft entwickeln, ein Film kann wie Guy Maddins Keyhole als anspruchsvoller Ritt durch Genres daherkommen und trotzdem eine leere, nichtssagende Hülle bleiben. Filme können wie Tarantinos Django-Interpretation oder David Cronenbergs Cosmopolis ordentlich Namedropping betreiben und dennoch alle Erwartungen unterbieten, das Publikum unterwältigen. Und in jedem dieser Fälle ist selbstverständlich auch immer das jeweilige Gegenteil möglich. Welcher der folgenden Filme über Hipsters Liebling hinausreicht und welcher womöglich schnell vergessen gehört, erfahrt ihr in den Rezensionen nach dem Klick.

weiterlesen

“They are so unique!” – Coachella-Festival-Besucher feiern frei erfundene Bands ab

Ich stehe ja eigentlich auf diesen ganzen Hipster-Kram und Stil: Alles kennen, überall gewesen sein, immer mit einem Blick für die kommenden Trends. Und wenn es mal nicht klappt, kann ja immer noch ein wenig Flunkerei weiterhelfen. Dumm nur, wenn man dabei erwischt wird. Wie in diesem Fall von Jimmy Kimmel, der Coachella-Festivalbesucher über frei erfundene Bands aus dem Nähkästchen plaudern lässt. Amazing!

via Schlecky

Skateboardin` USA

Schaut man sich den Jungen in der Mitte des Fotos an, stellt sich folgende Frage: Kid der 60 oder Hipster mit momentan angesagter Nerdbrille? Okay, ich habe mich ja bereits mit der Überschrift verraten und doch wirken die Fotos von Bill Eppridge, die er in den 60ern für das Life Magazine schoß, seltsam gegenwärtig und lassen mich an meine mehr als missglückte und eigentlich nie stattgefundene Skater-Karriere erinnern. Wie unser Hipster-Boy habe ich keine größeren Tricks gekonnt und bin im Safety First-Style auf dem Skateboard sitzend die Straße hinunter gerollt. Die Kumpels im NOFX Shirt und der Suicidal Tendencies-Musik hätten mich gefoltert, wenn sie das jemals erfahren hätten…

weiterlesen

Kurzfilm der Woche: Der Berliner Hipster

Hmja, eigentlich ist das hier ja Flos Revier und ich kann ja auch nur auf meine Eindrücke von Kurztrips in Berlin zurück greifen. Die wirklich sehr lustige Parodie von Polyeyed Phantom Produktion auf die Szenemenschen ist aber einfach zu lustig, um nicht gepostet zu werden, auch wenn ich über deren Wahrheitsgehalt nicht wirklich viel sagen kann. Die hier geschilderten Stereotypen entsprechen recht genau dem angenervten Schilderungen der Berliner Kollegen, können aber so wahrscheinlich auch auf Hamburg, Köln und andere Metropolen übertragen werden. Ich als Duisburger wider Willen bin zum Glück vor Gentrifizierung und Szene bisher verschont geblieben, ganz einfach weil es hier sowas nicht gibt… Auch wenn mir ein paar lustig gekleidete Hipster lieber wären als jammernde Ruhr-Prolls, die immer nach früher heulen.

Der Berliner Hipster (2012)

Regie: Joel Montagud

Darsteller: Jan Hanisch, Maja Presnell, Paul v. Bonsdorff

via electru (facebook)

Trailerprogramm: The Raid, The Cabin in the Woods, Black Gold, I am not a Hipster, Into the White, Wish you were here, Ai to Makoto

The Cabin in the Woods [Drew Goddard]

Sieht schon ziemlich amtlich aus. Da werden klassische Slasher- und Backwoodhorror-Klischees zitiert und genüsslich durch den Mystery Science Fiction Fleischwolf gedreht. Wer jetzt an ne geerdete Teenie-Version von Cube denkt, liegt wahrscheinlich gar nicht mal so falsch. Die Frage ist, wie sehr sich der Film auf das Spiel mit den Genre-Referenzen einlässt, oder besser gesagt, wie mutig er ist, diese zu dekonstruieren. Denn gesehen hat man die Zutaten dann doch schon mal alle, irgendwo, irgendwie… nur eben noch nicht in dieser Kombination. Dem Trailer – der ziemlich verspoilert scheint – nach zu urteilen, läuft alles auf ein großes Mindfuck-Finale hinaus. Das muss auch erst einmal den Erwartungen entsprechen, sich nicht auf abgedroschenen Pfaden bewegen. Ist ja nach den ganzen Matrixes und Existenzen alles andere als einfach… Sieht trotzdem echt nett aus.

weiterlesen