Hörenswertes Juni 2012 II: The Smashing Pumpkins, DIIV, Hot Chip, Cro,The Gaslight Anthem, Frank Ocean

Schuldig. Es ist allein meine Schuld das hier gerade in der Hörenswertes-Rubrik kaum noch was läuft. Leute, ich verspreche euch wieder jede Menge Rezis am laufenen Band, sobald ich meinen Jahresurlaub angetreten habe und wieder halbwegs fit in der Birne bin. Bis dahin gibt es das eventuelle Comeback der Smashing Pumpkins, schlaue Sexyiness von Hot Chip, Gutgelauntes von Cro, Geniales von Frank Ocean, Sommerliches von Diiv und für handgeriebenen Käse sind The Gaslight Anthem zuständig.

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Die 90er: Die besten Pop-Alben des Jahrzehnts I

So, jetzt reißen wir die endgültig die Grenzen ein und machen uns keine Gedanken, ob wir einen Szene-Codex verletzen könnten. Denn: Pop ist alles, darf alles und jeder kann mitmachen. Flo hat ja schon bei den besten Pop-Alben der 00er klar herausgearbeitet, was ein gutes Pop-Album ausmacht. Ich bin jetzt nicht unbedingt der Meinung, dass die 90er ein besonders gutes Pop-Jahrzent waren, vielleicht auch weil die 80er diesen Begriff pervertierten und der Nihilismus der 90er keinen zweiten Michael Jackson mehr zuließ. Überhaupt verschwanden die meisten 80er Superstars in diesem Jahrzehnt in der Versenkung, während andere ein grandioses Comeback feierten. Wie zum Beispiel Madonna, die schon weg vom Fenster schien, plötzlich die Flucht nach vorne antrat und nicht mehr dem Zeitgeist hinter lief, sondern ihn gleich definierte. Auch die ehemaligen Poster-Boys Depeche Mode schafften endgültig den Durchbruch zu einem erwachsenen und ernstzunehmenden Act, auch wenn dafür einige  Tragödien nötig waren. Der ehemalige Klassenfeind Punk trank auch auf Verbrüderung und machte Green Day, Offpring und Blink 182 zu Hassfiguren ihrer Szene, gleichzeitig aber eben auch zu MTV-Idolen, und wenn es um guten Pop ging hatte dieses 80er Überbleibsel definitiv noch ein Wörtchen mitzureden.

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Frank Ocean – Channel Orange (Stream)

In den USA wird schon ein großer Hype um das neue Frank Ocean Album veranstaltet und der junge Mann, der  Teil der schwer angesagten Hip Hop Kollektiv Odd Future Wolf Gang Kill Them All ist, wird bereits als der kommende Mega-Star, nicht nur des Hip Hop, abgefeiert. Auf seiner Homepage kann man sich das Album nun anhören und sich selbst überzeugen ob Channel Orange der erwartete Gamechanger geworden ist, auf den Indie-Blogs und Mainstream in ungewohnter Verbundenheit gleichermaßen sehnlichst drauf warten.

Stream

Musikvideo der Woche: Santigold – The Keepers

We’re the keepers, while we sleep in America. Our house is burning down, our house is burning down.

Santigold – The Keepers (2012)

Regie: Santi White

Album: Master of My Make-Believe

Die 90er: Die besten Hip Hop Alben des Jahrzents VI

Geschafft! Der tatsächlich letzte Teil der Hip Hop Retrospektive wurde soeben in die Tasten gehauen und ich höre glaube die nächste Zeit nur noch ukrainischen Post-Rock oder kasachischen Freejazz. Nee, so schlimm war es doch gar nicht, eigentlich sogar richtig großartig und ich hoffe ich konnte dem einen oder anderen die Vielseitigkeit des Genres näher bringen und sein Weltbild vom Goldketten-Träger vor einem schicken Protzkarre zurecht rücken.  Sicherlich gehört auch diese prollige Variante dazu und wurde gerade von Ice-T übertrieben gebraucht um seinen Männlichkeits-Status zu unterstreichen, aber es gab ja auch die jazzige Fraktion wie zum Beispiel die Souls of Mischief, Gang Starr oder A Tribe Called Quest. Das hier einige interessante Undeground-Acts hinten rüber gefallen sind ist zu einem meinem persönlichen Geschmack geschuldet und auch der Unwissenheit darüber, ob DJ XY ein grandioses Mixtape herausbrachte welches nur 50 Leute besitzen und damit vielleicht sogar den Wu Tang Clan zum Hip Hop brachten. Ich finde die hier vorgestellten Alben waren überwiegend zurecht kommerzielle Erfolge, die nicht durch extrem Mainstream-Tauglichkeit so weit nach oben kamen sondern ganz einfach weil sie zeitlose Klassiker sind.  Das Fehlen von Eminem, der meiner Meinung nach erst mit der Marshall Mathers LP zu einem Großen wurde und NWA, die zwar erst 1990 rum durchstarteten aber bereits 1988 ihr Album veröffentlichten bitte ich zu entschuldigen. Word und Tl; Dr!

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El-P – Cancer for Cure (Stream)

Der Bulldozer des Underground Hip Hop ist zurück und zeigt sich genau so schlecht gelaunt wie auf den Vorgängern “Fantastic Damage” und “I’ll sleep when you’re dead”. Wer El-P kennt weiß das hier kein doofer Pop-Blödsinn zu erwarten ist, sondern eine wütende Mischung aus Hip Hop, Industrial und Electro. Wie es die New Yorker Hip Hop Legende trotzdem noch schafft das ganze sogar noch funky und treibend zu gestalten ist unbedingt das Anhören des Streams wert.

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Beastie Boys – Sabotage (Kids Version)

today we get a tribute video for the recently passed Beastie Boys emcee MCA with a new viral video for the group’s classic “Sabotage.” Reenacting the original video, director James Winters casts his kids and nephew to fill the roles of the young Beastie Boys and creates an awe inspiring piece.

via Hypetrak

R.I.P. Adam “MCA” Yauch (*1964, † 2012 )

Ganz miese Meldung zum Abend. Adam MCA Yauch ist letztendlich seinem Krebsleiden mit gerade einmal 47 Jahren erlegen und die Musikwelt verliert einen großartigen MC. Auf der Homepage der Beastie Boys , sowie Paste wird ausführlich sein Lebensweg beschrieben und ihr werdet die nächsten Stunden vollkommen zurecht mit Meldungen und Nachrufen zu seinem Tod überflutet. Fuck You, Cancer!

Die 90er Jahre: Die besten Hip Hop Alben des Jahrzehnts IV

Irgendwie war schon im vorhinein klar, dass Hip Hop einen großen Anteil an den 90ern Alben haben würde, aber dass er sogar Britpop in der Anzahl der Retrospektiven überholt, hätte ich zu Beginn dieses langwierigen Projektes selber nicht geglaubt. Diesen Umstand könnte man vielleicht mit Nostalgie erklären, wenn es nicht so wäre, dass mir auch vieles vor der Suche nach den besten Alben der Dekade selbst noch unbekannt war. Anyway, die gewaltige Anzahl an guten LPs untermauert einfach den Ruf der 90er als Golden Era of Hip Hop. Heute gibt es in der Rückschau allerhand Düsteres von GZA/Genius und Smif-n-Wessum, während De La Soul mal wieder auf der sonnigen Seite des Lebens stehen und Public Enemy die verbalen Brandstifter geben indem sie eine ihrer letzten Großtaten veröffentlichen.

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Lil B – #1 Bitch (Mixtape)

Jesus, schon wieder ein tolles Mixtape und ich überlege immer stärker ne separate Sektion für Hip Hop anzulegen, wohl wissend das die rein von den Klickzahlen im Niemandsland landet. Die Qualität momentan ist jedenfalls schon bemerkenswert und auch der coole Westcoast-Flow von #1 Bitch lässt mich mal zufrieden nicken und so ganz nebenbei bemerke ich das heute rein thematisch  ein Rädchen in das andere greift. Das Star Wars-Sample von Cumin From Da Unda passt jedenfalls perfekt zu Florians Artikel da unten. Hier übrigens ein schöner Artikel über Lil B aus der Zeit. Hochkultur, ya know?

via Stereogum

Hörenswertes März 2012 III: The Men, The Poor Moon, Tanlines, Children Of The Night

So schillernd wie die Farbenpracht draußen werden langsam auch unsere Hörenswertes-Artikel: Nicht mehr müde Resterampe und blasse Newcomer wie am Jahresanfang, sondern noisige Gewitter von The Men und satte Indie Disco von den Tanlines. Wem es treotzdem nach Wohnzimmer-Party mit sich selber gelüstet, der kann sich mit dem neuen Album von Fleet Foxes Nebenprojekt Poor Moon in die Kuschelecke zurück ziehen oder mit den Children Of The Night ein Revival des Hip Hop feiern.

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Chilly Gonzales with The RSO – The Unspeakable Chilly Gonzales (Youtube)

Ich werde gerade nicht wach und irgendjemand hat die Wetteruhr um einen Monat zurück gestellt. Da passt doch der Chilly Gonzales ganz gut, der 2011 mit dem Wiener Radio Symphonie Orchester sein Rap meets Klassik Album “The Unspeakable Chilly Gonzales” aufgeführt hat. Der Typ hat operiert zwar stets an der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn, aber das hier ist eigentlich recht gut anhörbar und flasht. Und hey, der Mann hat The Reminder von Feist produziert!

 

Das ganze Konzert auf dem Channel von JQuilla.

Die 90er Jahre: Die besten Hip Hop Alben des Jahrzehnts III

uploaded by flickr user Infrogmation

Hip Hop, Teil 3. Irgendwie bleibe ich gerade beim Eastcoast-Rap hängen. Aber warum auch nicht, schließlich war New York die Hauptstadt der Golden Era of Hip Hop. The Roots und Jay-Z, sind natürlich auch heute noch allen Hörern ein Begriff, während Black Moon leider nie den Status erreichten, den sie verdient hätten. Gang Starr sind nach dem Tod von Guru traurigerweise auch Geschichte und Mobb Deep sind auch weitaus weniger aktiv als in den 90ern. Hier im mittlerweile dritten Teil bringen wir sie alle nochmal zurück ins rap-affine Gedächtnis.

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Hörenswertes März 2012: Bear In Heaven, VCMG, Big K.R.I.T., Dry The River, Rusko

So langsam fängt es wieder an Spaß zu machen. Nach einem mehr als schnarchigen Jahres-Einstieg mit mittelprächtigen bis unspannenden Alben gibt es so langsam wieder was erzählen. Die folgenden Alben geben einem jedenfalls den Glauben daran zurück, dass es noch mehr als langweiligen Chillwave in Dauerwiederholung oder den Retro-Sound vom Retro-Sound gibt. Bear In Heaven wollen nach dem Debut unter Beweis stellen, dass man auch nach dem Brooklyn Hype weiterexistieren kann, VCMG ist Synthie von Synthie Pop-Legenden und möchte an den Techno unserer Zeit anschließen, Big K.R.I.T demonstrieren, wie sehr die Amis derzeit mit hochklassigen TV-Serien und tollen Mixtapes verwöhnt werden, Dry The River verlassen das Lagerfeuer und gehen steil und Rusko mag es schlicht, auch beim Albumtitel, der schlicht “Songs” heißt.

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