Wissenschaftliche Arbeit: Motivik der Improvisation im Spätwerk Kleists

Ich glaube, ich habe es schon mal kurz angekündigt: Ich wollte meine Magisterarbeit über die Motivik der Improvisation im Spätwerk Heinrich von Kleists auf jeden Fall auf irgendeine Weise der Öffentlichkeit zugänglich machen. Und da ich weiß, dass es utopisch ist, davon auszugehen – ohne finanzielle Investition bei einem obskuren Zuschussverlag – die Arbeit tatsächlich gebunden veröffentlichen zu können, da ich keine Lust habe, damit bei BOD Cent-Beträge zu sammeln und weil ich doch wissenschaftlich relativ idealistisch unterwegs bin, werde ich sie an dieser Stelle einfach mal für lau online publizieren. Wie gesagt, es handelt sich “nur” um eine Magisterarbeit, in der allerdings dennoch viel Herzblut steckt und für die ich immerhin die Bestnote bekommen habe. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen da draußen, der Interesse an dem Inhalt hat, oder ihn auf die ein oder andere Weise für sich verwerten kann.

Fragt mich aber bloß nicht, wie ihr am besten aus einer Onlinequelle zitiert… Wenn ihr in einem wissenschaftlichen Text auf etwas aus der Arbeit zurückgreifen wollt, empfehle ich als Quellenangabe: “Bayer, Florian: Die Verfertigung des Menschen Im Handeln. Motivik im Spätwerk Kleists. Berlin, 2013.” und zusätzlich als Quelle vielleicht den Permalink auf diese Seite, inklusive letztem Abrufdatum. Stellt euch dabei aber auf ein leichtes Stirnrunzeln eurer Prüferin oder eures Prüfers ein. Falls ihr trotzdem Gedanken davon verwerten könnt, oder ihnen vielleicht auch widersprechen wollt, freue ich mich total, wenn ihr mich anschreibt oder mir eine Kopie eurer eigenen Arbeit schickt. Und damit genug der einleitenden Worte. Hier ist das 116-Seiten Dokument:

Die Verfertigung des Menschen im Handeln. Motivik der Improvisation im Spätwerk Kleists (PDF)

Improvisation No.1

Okay, ich werde an dieser Stelle nicht viel rumlamentieren, dass ich im Moment zu wenig zum Bloggen komme. Ich habe in der Euphorie der beiden letzten Prüfungen (beide übrigens ordentlich gemeistert) ja schon erwähnt, dass es jetzt an die Magisterarbeit geht, die ich Anfang September abzugeben habe… und naja… die beansprucht im Moment doch etwas mehr von meiner Zeit als erwartet. Es ist irgendwie immer so, dass ich, sobald ich ein Thema gefunden habe, das mich brennend interessiert, mich in dieses derart reinfresse, dass ich links und rechts alles liegen lasse. Aber ein Ende ist abzusehen, über 70 Seiten habe ich mittlerweile schon geschrieben und abgesehen davon, dass ich den gesamten ersten Teil noch einmal ordentlich umbasteln muss, bin ich doch sehr zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis. Ach scheiße, ich wollte ja gerade nicht lamentieren. Also Schluss mit dem Geplänkel! Sinn dieses Posts ist es, euch mit ein bisschen Stuff zu versorgen, der in letzten Zeit in meinem rss-Reader, in meinen Favoriten, in meinem Geist hängen geblieben ist.

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Dramatik des 18. und 19. Jahrhunderts: Heinrich von Kleist der Grenzgänger

Wenn wir uns Heinrich von Kleist (1777 – 1811) zuwenden, kommen wir um zwei wichtige Eigenschaften nicht herum, die ihn als klaren Grenzgänger zwischen den Epochen charakterisieren. Offensichtlich ist zum einen, dass Kleists Veröffentlichungen allesamt nach der Jahrhundertwende stattfanden. Sowohl seine Dramen als auch prosaische Werke entstanden nach dem Jahrhundertwechsel, fast alle wurden in einem engen Zeitraum zwischen 1805 und dem Jahr 1811 kurz vor seinem Selbstmord veröffentlicht. Gleichsam starb Kleist aber vor der großen Niederlage Napoleons, vor dem Wiener Kongress und damit auch vor dem Beginn der Restauration und Biedermeier-Zeit, die gemeinhin als Beginn des 19. Jahrhunderts markiert werden. Als zweites fällt auf, dass sich Kleist nicht so richtig einordnen lässt: Zeitlich fällt er irgendwie in die klassisch/romantische Epoche, bei der die Klassik einerseits als Abschluss des 18. Jahrhunderts gelesen werden kann, während die Romantik andererseits bereits den Beginn des 19. Jahrhunderts trägt. Kleists Dramen weisen zwar durchaus eine Nähe zu den Dramen Goethes und Schillers auf, scheinen aber zugleich über diese hinauszugehen, mitnichten den optimistischen Universalismus der Klassik zu tragen. Ich schlage daher vor Kleist nicht nur als epochalen Grenzgänger zu betrachten sondern ebenso als dezidierten Anti-Klassiker, der gerade in seiner Dramatik bereits Motive und Topoi der literarischen Moderne antizipiert.

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Dramatik des 18. und 19. Jahrhunderts: Heinrich von Kleist – Ein Gewitter-Leben

Der Kleist-Text ist im Prinzip fertig und muss nur noch korrigiert werden. Bis dahin empfehle ich den großartigen dctp.tv-Beitrag: Ein Gewitter-Leben mit Jens Bisky.

Links fürs Wochenende

Das Urheberrecht und die Chance auf einen gesellschaftlichen Konsens

Die Frage, wer die Opfer und wär die Täter in der Zeit der digitalen Musikvervielfältigung sind, ist alles andere als leicht zu beantworten. Insbesondere dann, wenn ein “Märtyrium” der Künstler den geizigen Konsumenten zur Last gelegt wird, während gerade veraltete Distributionswege dafür sorgen, dass nur ein Bruchteil der Einnahmen auch bei den tatsächlichen Werkschöpfern ankommt. Der verlinkte Text bezieht sich auf eine Diskussion zwischen Berthold Seliger und Mark Chung, widmet sich aber letzten Endes genau dieser “universellen” Problematik. Zur Ergänzung auch unbedingt die Diskussionen in den Kommentaren lesen…

Scannen, Ablichten Hochladen

Fleißarbeit und kein Ende in Sicht: Das deutsche Kulturerbe soll möglichst vollständig digitalisiert werden. 633 Institutionen arbeiten in 915 Projekten an dieser Mammutaufgabe. Doch was bringt es, wenn Zugriff weiterhin nur Eingeweihte haben?

Bücherabend: Mit anderer Lesart

Über die Renaissance von Lesezirkeln in der digitalen und analogen Welt.

OUKA

Simples aber nettes Browsergame, bei dem es in den einzelnen Levels schlicht darum geht eine einzelne weiße Blume anzuklicken. Dass diese sich dem Mauszeiger und den Verfolgungen durch den Spieler auf jeweils unterschiedliche Weise entzieht, macht den Reiz des Spiels aus, das zwar ein wenig frickelig ist, aber immer die richtigen Hinweise bietet, um die Herausforderungen der einzelnen Bilder zu bestehen.

“Kleist war der Erste, der nicht wusste, was er tat.”

Heinrich von Kleist artikulierte seine inneren Konflikte über die Literatur, sagt der Biograf Peter Michalzik. Ein Gespräch über das faszinierende Werk des Dichters.

Passend dazu auch der Essay Der Schrecken im Bade von Durs Grünbein:

Die Stärke seiner Imagination kam aus Traumbereichen. Er war der Träumer seiner Existenz und Romantik bei ihm die Apotheose des leidenschaftlichen Traums. Die schönsten Momente sind bei Kleist jene, wo der Traum sich aufbaut, bevor die Menschen das Unheil aus sich herausschälen und er zerbricht.

Symmetal

Ein Blog, das sich ausschließlich der Schönheit widmet, die in der Symmetrie von Metal-Artworks verborgen liegt. Betrachtet werden insbesondere Black Metal Designs, aber auch Fotografien und Bandlogos.

Georg Kreisler

“Es reizt mich niemand zum Lachen”“Ich wundere mich, dass ich noch nicht tot bin.” —  “Ob ich ein intelligenter Rex Gildo sei?”

Woran man erkennt, welchen Fernsehkanal man sieht

Letztes Jahr auf Seite360:

Rinko beschäftigt sich intensiv mit dem Witch House Trend, Claudia fährt zum Rolling Stone Weekender und der Rest der Redaktion verschwindet in der beginnenden Herbst-Lethargie, vielleicht auch in diversen Prüfungen, Praktika, Dreharbeiten etc… pp. Weswegen Rinko sich dann doch bemüßigt fühlt,  nach potentiellen neuen Mitarbeitern zu suchen. Auch wenn wir wieder alle fleißig sind, ist dieser Aufruf nach wie vor aktuell. Wer gerne mal den ein oder anderen interessanten Beitrag hier posten möchte, darf sich weiterhin gerne bei uns melden.

Links fürs Wochenende

Fehlerhaftes Buch: Mit Kafka die Medien getäuscht

Hinter der fehlerhaften Edition von „Das Schloss“ steht die Aktionsgruppe „The BirdBase“. Sie will auf die schlechte Bildung in Österreich aufmerksam machen.

Gene, Meme und Programme

Marcus Frenkel überträgt Ideen der Genetik und Memtik auf die Funktionalität von Computersoftware.

Heinrich von Kleist: David gegen Goliath

Am 21. November vor 200 Jahren starb Heinrich von Kleist am Kleinen Wannsee bei Berlin. Im Jahr davor gründete er eine Zeitschrift und debütierte als Theaterkritiker, der nur einen Feind kannte: Iffland. Auszüge aus einer Biografie von Peter Michalzik.

An den Rand gestellt

Über die Freude der deutschen Filmlandschaft an historischen NS-Stoffen, Hitler und Co., an Filmen über den Linksterrorismus… und warum, aktuelle rechtsradikale bis rechtsterroristische Sujets fast überhaupt keine Rolle spielen.

Firebug

Ziemlich cooles Browsergame zwischen gediegenem Rätseln und hyperaktivem Nervenkoller.

Städtebauliches Schaufenster

Jürgen Tietz betrachtet interessiert die historischen und aktuellen Veränderungen des Kurfürstendamms in Berlin, der mittlerweile stolze 125 Jahre auf dem Buckel hat.

Was denkt der Internet-Benutzer?

Ich bin empört…

Letztes Jahr auf Seite360:

Ein bisschen in Master of the Universe Nostalgie schwelgen, ein wenig Filmkonzepte jenseits der linearen Erzählweise erkunden, und ein paar ganz geerdete TV-Serien der 00er Jahre schauen… viel mehr war hier nicht los in der dritten Novemberwoche…

Käthchen von Heilbronn – Die Feuerprobe: Premiere in der Brotfabrik (Berlin)

Ich wollte den Platz hier dann auch noch schnell mal nutzen, um für einen Freund ein wenig die Werbetrommel zu rühren. Martin, der in meinem Kurzfilm Little Brother is watching you der Hauptdarsteller war, spielt in der Kreartell-Inszenierung Käthchen von Heilbronn – Die Feuerprobe mit. Anlässlich des Kleist-Jahrs soll das Drama um Liebe und Standesunterschiede eine ordentliche Generalüberholung erhalten: Frisch, jugendlich, modern, ohne Angst vor aber mit viel Respekt für das Original. Die Verantwortlichen haben bereits im letzten Jahr mit Faust einen Dramenklassiker herausragend neu interpretiert, wie auch beim Käthchen nach einer Vorlage der Autorin Barbara Kindermann:

Anlässlich des Kleist-Jahres 2011 ist dieser Klassiker noch heute aktuell, weil er Fragen stellt, die jeden zu jeder Zeit betreffen. Hier geht es um Schein und Sein, um die Kraft, eigene Lebensträume zu verwirklichen und darum, auf die eigene „innere Stimme“ zu hören, auch, wenn sich scheinbar die ganze Welt gegen uns stellt. Die Frage ans Stück und die Zuschauer lautet: „Was macht mich zum Kaiser, zur Kaiserin in meinem eigenen Leben – Habe ich das Selbstvertrauen mich so zu zeigen, wie ich bin?“

Es spielen: Nina Neubert, Ralf Daubner, Annette Krüger, Martin Hamann
Künstlerische Leitung: Kerstin Windt
Licht: Sophia Gross
Mitwirkung: Rebekka Köbernik, Julia Cepiuk, Sabrina Heffler


Termine: 22.10.
(Premiere) und 23.10., jeweils 19.00 Uhr,
in der Brotfabrik, Caligariplatz 1, 13086 Berlin

Eintritt: 10,-€/ erm. 7,-€

Kartenvorbestellung: 030/ 471 4001/-02
Verkehrsanbindung:
TRAM: M2 / M12 / M13 und BUS: 158 / 156 / 225
Haltestelle: Prenzlauer Allee/Ostseestr.
S-Bahn: Prenzlauer Allee (Ringbahn) – 10 Min. Fußweg

Weitere Abendtermine gibt es dann erst wieder im Februar im Theater “Verlängertes Wohnzimmer” (Frankfurter Allee 91, 10247 Berlin).

–> Weitere Infos auf der Website des Kreartell