Hörenswertes: Big Ups, Nevermen, Santigold, Nada Surf, Ólafur Arnalds und Nils Frahm

ausgang

Was für eine fürchterliche, was für eine schöne Zeit! So ganz habe ich die Ereignisse der letzten Tage noch nicht verarbeitet, aber es muss ja alles weiter gehen. Ein bisschen Realitätsflucht tut gut und es ist diesmal doch recht bunt geworden. Hardcore von Big Ups, so ziemlich alles von Nevermen, Discount-Ware von Santigold, Nettes von Nada Surf und zum Abschluss noch sehr feine Ware von den beiden Trance Friendz Ólafur Arnalds und Niels Frahm.

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Die 90er Jahre: Die besten Punk-Rock-Alben des Jahrzehnts IV

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Einen hätte ich noch… Die letzte internationale 90er Punk-Retrospektive (bevor ich mich an den Deutschpunk der Dekade wage), darf gerne auch – zumindest partiell – mit “Punk, der nicht immer nach Punk klingt” umschrieben werden. Damit ist aber in diesem Fall nicht der Pop-beeinflusste Melodycore der Zeit gemeint, sondern viel mehr das andere Extrem: Punk, der sich vom Experimentellen, Avantgardistischen, Metallischen und Außergewöhnlichen beeinflussen lässt: So wie Nomeansno, die heftig mit Neo Progressive Rock flirten, oder The Exploited, die sich auch im Thrash Metal sichtlich wohl fühlen. Und natürlich nicht zu vergessen Refused, die mit ihrem Post-Punk-Core die Jahrtausendwende vorwegnehmen. Dazwischen tummeln sich noch die beiden Riot Grrrl Bands Sleater Kinney und L7, die zu dem Genre ihren ganz eigenen Stil beitragen. Ich bleibe dabei: Auch jenseits der Radiokompatibilität waren die 90er ein Punk-Jahrzehnt, das weitaus mehr zu bieten hat, als man auf den ersten “Punk is dead!”-Blick vermuten könnte.

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Die 90er Jahre: Die besten Punkrock-Alben des Jahrzehnts III

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90er Punk die Dritte. Den Melodycore der Zeit haben wir hinter uns gebracht… Und natürlich stellt sich anschließend die Frage: Ist in dem Genre ansonsten überhaupt noch was passiert? Oh ja! Auch wenn die alten Legenden in der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts bereits am Aussterben waren, durften wenigstens die Ramones und Bad Brains noch einmal ein Lebenszeichen von sich geben. Und auch wenn der olle Spruch “Punk is dead” wohl zu kaum einem Jahrzehnt besser passt als zu diesem, stieg Anfang der 90er eine neue Kraft hervor aus dem Grab des Genres, die sich Riot Grrrl nannte (ganz ehrlich, ich muss immer googlen, wie viele “r”s da hingehören). Bands wie Bikini Kill und Babes in Toyland rauschten mit ihrer feministischen Interpretation über den Urgeist des Punkrock und hauchten dem darbenden Genre so neues, anarchisches Leben ein. Und mit den Dropkick Murphys schließlich durften wir Ende der 90er sogar einen Geschmack davon bekommen, wie crossoverfähig der Oi! sein kann. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag: Das war durchaus eine okaye Zeit für alle Irokesen-, und DocMartens-Träger.

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Hörenswertes: Suede, SSIO, Rihanna, Beach Slang, Hey Ruin

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Lange Zeit, kurze Ansage. Ich liefere euch den feinsten Stoff mit SSIO, auch wenn er mal wieder neue Nummern hat. Suede waren mal eine große Nummer im Britpop und könnten es dank einem tollen Album wieder werden. Rihanna hat wahrscheinlich mehr Nr1.-Hits als Suede, aber möchte jetzt Anti sein. Beach Slang haben die Melodien, Hey Ruin trauen sich noch nicht und sind zu wütend.

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Die 90er Jahre: Die besten Punk-Rock-Alben des Jahrzehnts II (Noch mehr Melodycore)

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Kennt man ja… die musikalische Hype-Karawane zieht weiter und hinterlässt ein deprimiertes Genre, das allenfalls für die Geschichtsbücher und überambitionierte Best-of-Listen zu taugen scheint. Mit dem Hype des Emos wurde der Melodycore von seinen eigenen Kindern gefressen und scheint heute eher als Randnotiz der Rock-Geschichte weiterzuleben. Aber scheiße, hat uns dieses Genre großartige Alben gebracht. Die gibts auch in diesem Artikel in rougher Zeitreiseform ins Jahr 1995 (das anscheinend, wie mir jetzt gerade auffällt, DAS Jahr für den melodischen Hardcore war): Wieder einmal mit viel Kalifornien, wieder einmal mit viel Fat Wreck Chords und wieder einmal zwischen den Stühlen von Punk, Hardcore und Pop. Früher war halt doch alles besser…

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Hörenswertes, Januar 2016: David Bowie, Tortoise, Savages, Fjørt

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Der Januar ist fast vorbei und ich kann erst einmal hinter mein Vorhaben, 2016 wieder mehr musikalische Neuveröffentlichungen zu hören, einen Haken setzen. Im Januarrückblick feiere ich das neue Savages-Album Adore Life, genieße das jüngste Werk der Postrock-Inititalzünder Tortoise und entdecke mit Fjørt eine Band, deren Namen ich bis dato noch überhaupt nicht gehört habe. Und dann gibt es noch David Bowie… und der durfte mich kurz vor seinem Tod noch einmal richtig wegpusten. …Ja, der Januar war ein verdammt guter musikalischer Monat. Und ein “Hört euch das mal an!” kann ich hinter jede der folgenden Besprechungen setzen.

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Die 90er Jahre: Die besten Punk-Rock-Alben des Jahrzehnts I (Melodycore und California Punk)

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Die 90er – eigentlich auch schon die ausgehenden 80er – waren das Jahrzehnt, in dem diese Frage immer wieder aufgeploppt ist: “Ist das da überhaupt noch Punk Rock? Oder was vollkommen anderes?” Neben dem Metal dürfte der Punk wie kein anderes Genre zuständig sein für Dogmatismus- und Schubladendebatten. Davon betroffen waren keineswegs nur die Pop-Ikonen wie hierzulande die Ärzte und die Hosen oder in den USA Blink 182, sondern vor allem die zu Beginn und Mitte der Dekade sehr populären California Skate-, Surf- und Fun-Punker, die eine Menge geschmeidiger Melodiösität, Pop-Charakter und Sonnencharme in das Genre brachten, dessen Ingredienzen lange Zeit Rebellion, Wut und “No Future” waren. Anyway, machen wir in dieser Retrospektive einfach Melodycore draus, genießen die eingängigen Hits und kümmern uns nicht weiter um subkulturelle Diskussionen. Ey, Alter. Haste ma ne Hookline?

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Die 90er Jahre: Die besten Emo-Alben des Jahrzehnts I

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Ach, tut doch nicht so. Wir hören doch gerade alle um die Winterzeit mal gerne in unsere alten sogenannten “Emo”-Alben der 90er. Die aus den 00ern aber dann doch nur in wirklich in sehr schwachen Momenten, oder?

In den 90ern hatte sich jedenfalls dieses Genre gerade erst aus dem Hardcore/Punkbereich etwas emanzipiert und war froh nicht mehr in den Moshpit mit den harten Jungs steigen zu müssen. Das Aussenseiter-Gefühl des Genre nahmen sie gerne mit, aber statt Testosteron-Gebolze thematisierten die Jünger dieses Subgenres ihr dysfunfktionales Seelenleben und ihre Unverständnis gegenüber der Gesellschaft.

Emorock der 90er hatte aber trotzdem noch genügend Wut im Bauch und kanalisierte diese in den Ausbrüchen zwischen melancholischen und traurigen Passagen. Als Grunge zu groß wurde und sich alles auf Eddie Vedder und Kurt Cobain stürzte, gab es für integre Kids mit Bands wie Jawbreaker oder Sunny Day Real Estate damit die willkommene Alternative zu dem immer kommerzieller werdenden Seattle-Sound, dessen Trittbrettfahrer viel von der ehrlichen Wut der Anfangstage wegnahmen.

Hier hatten wir wieder Gefühle und wenn ihr vergessen habt wie das damals war, kommen nun ein paar Bands, mit denen wir zusammen wütend und unverstanden waren.

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Hörenswertes Frühling 2014: Ja Panik, Beck, Neneh Cherry, Against Me,Elbow

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So, Winter! Du wurdest vor ein paar Tagen von den Meteorologen für beendet erklärt und ganz ehrlich, vermisst hat dich doch eh keiner! So klingen die hier vorgestellten Alben alle nach Lenz, aufblühendem Leben und Sahne in den Adern. Bei soviel sich bewegenden Molekülen findet man plötzlich gefallen an ehemals wenig geliebten Bands wie Ja Panik, die beswingt auf einmal eine spannende Facette von sich präsentieren, oder wie wäre es mit Against Me, deren Protest-Songs auch nun endlich wieder spannende Geschichten erzählen, und wem es nun gar zu warm ums Herz wird, der kann sich großartigste Melancholie von Beck einflößen, der auf dem neuen Album  zu Sea Change zurück kehrt und wieder schillert wie einst im Mai.

Beck – Morning Phase

(Caroline / Universal, 28.02.2014)

beck-morning-phase-608x608Der Morgen. Zeit des Anfangs, des Ankommen in der Realität, der leisen Euphorie oder auch der Niedergeschlagenheit, ob der Dinge die einen noch erwarten. Alles davon klingt wie das neue Album von Beck, der sich von seinem Eklektizismus wieder weg zum Songwritertum der 60er wendet und dem damit auch wieder tatsächlich etwas großes gelungen ist. Sea Change von 2003 war schon ein gewaltiges Album, passte aber nicht zum Image des ewig Jugendlichen mit seinen Flausen im Kopf. Zu altklug und zu schwer klang es für die Fans des sonst so infantilen Querdenkers. Auch wenn Beck immer noch aussieht wie gerade vom College geflogen, klingt seine Stimme doch gereift., folgt keinen Funk-Verrücktheiten, sondern orientiert sich an dem ätherischen Folk von Simon & Garfunkel und dem Entrückten der frühen Progrocker, als man mit King Crimson noch durch entfernte Traumwelten flog. Ein wunderbar homogenes Album, endlich wieder ein Klassiker der dem Ruf von Beck Hansen als Genie gerecht wird.


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Die 90er Jahre: Die besten Crossover Alben des Jahrzehnts

Rinko will sich endlich den musikalischen 80er Jahren widmen und ist dafür schon fleißig am LP-Sammeln. So wie er im Moment über New Wave und Postpunk philosophiert und mir dabei irgendwelche Bandnamen an den Kopf wirft, die ich noch nie gehört habe, kann es eigentlich nicht mehr lange dauern, bis die musikalische Aufarbeitung meines Geburtsjahrzehnts hier auf Seite360 stattfindet. Als in den 90ern musikalisch sozialisierter Hörer habe ich mit dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts allerdings noch nicht ganz abgeschlossen. Und während Rinko sich in die Untiefen von No Future, Glam, Synthie und Postpost-irgendwas begibt, will ich zumindest noch ein paar Genres würdigen, auf deren Aufarbeitung er bisher in unserer 90er Retrospektive verzichtet hat. Wobei der Genre-Begriff im Falle des Crossover etwas diffus ist. Tatsächlich ist diese Bezeichnung für die Vorreiter des Nu Metal, für die ersten, die Rap, Rock, Funk und Metal zusammenmixten, primär eine deutsche Erscheinung. In den USA wurden die folgenden Bands stattdessen gerne dem Funk-Rock, dem Rapcore oder anderen Genrehybriden zugeordnet. Hierzulande dagegen sind wir mit genau jenem Crossover-Begriff groß geworden, nicht nur Dank deutscher Bands wie H-Blockxx oder Such a Surge, sondern auch Dank vieler Bands aus Übersee, denen wir dieses Label – stolz etwas neues musikalisches zu entdecken – aufgedrückt haben. Im Folgenden widme ich mich den besten Alben des klassischen Crossover, wie er Anfang/Mitte der 90er Jahre geboren wurde und ebenso schnell wieder in der Versenkung verschwunden ist, um diversen Core- und Nu-Metal-Labels Platz zu machen. Es war nicht alles golden in diesem mixwütigen Genre, ein paar herausragende, spannende Hybrid-Alben sind trotzdem dabei rumgekommen.

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Die Physik der Moshpit: Studie und Simulator

Moshpits, Hell Yeah! Eine anarchische, atavistische Explosion in die Masse, heraus aus der Masse, sich in diese integrierend und zugleich diese mitreißend. Mit ihrem Wechselspiel aus Massendynamik und Spontanität spielen sich Moshpits in einer merkwürdigen Grauzone aus konformisierendem Totalitarismus und anarchischem Freiheitsstreben: Quasi die Anarchie in der Konformität und zugleich das Konforme im radikalen Individualismus. Neben ihrer kulturellen Spannung sind Moshpits offensichtlich auch ein tolles Betätigungsfeld für Soziobiologen und Physiker, lehren sie uns doch manches über die Physik des kollektiven Verhaltens des Menschen, die nicht weit von der Dynamik von Gasen und anderen Stoffen entfernt ist. Das passende Science Paper im PDF-Format gibt es dazu auch mittlerweile und für alle, die sich mit zu viel Theorie schwer tun – und einfach nur spielen wollen – den passenden Moshpit-Simulator, inklusive zahlloser, einstellbarer Variablen.


New Scientist: Mosh pit physics could aid disaster planning

The Atlantic: Mosh Pits Teach Us About the Physics of Collective Behavior

Moshpit-Simulator

via Nerdcore und Mururoar

Links Fürs Wochenende

Urheberrecht die 85.

Dieses Mal wird die Aktion nicht im Handelsblatt gefeatured, sondern prominent in der Print-Ausgabe der ZEIT (während sich deren Online-Angebot ziemlich zurück hält). Ausgangspunkt ist eine Unterschriftenaktion mit dem Titel Wir sind die Urheber!, an der sich zahllose Verwerter und Künstler (insbesondere Autoren) beteiligen. Erste “Netzreaktionen” gab es unter anderem von Netzpolitik und Udo Vetter, außerdem einmal ein erbostes, verdammt zutreffendes Wir auch., einmal ein verdammt zutreffendes Ohne mich sowie den Versuch einen Konsens-Findung zum einen von Tom Hillenbrand unter dem Titel Wer hat an dem Ur gedreht?, zum anderen – wenn auch polemischer und konservativer – beim Börsenblatt, das ähnlich wie das Handelsblatt in diesem Fall eher auf der Seite der Urheber Rechteverwerter wirtschaftlichen Interessenten steht. Ebenfalls eine eher konservative – trotzdem differenzierte – Position (jetzt echt mal wertneutral gemeint) nimmt Boris Hänßler mit der Frage Ist das Urheberrecht für Uropas? ein.

Und dann gibt es natürlich noch die – angenehm unpolemische – Gegenaktionen Wir sind Urheber und Wir sind die Bürger! Zum vermeintlich stabilen Schulterschluss zwischen Urhebern und Verwertern ist zusätzlich der aktuelle Fall Village People interessant. In diesem hat sich Urheber Victor Willis in den USA vor Gericht erfolgreich gegen die Enteignung durch die Musikindustrie durchgesetzt.

Stoff für die Ohren gibt es auch zu der Diskussion: Das Kulturgespräch im Deutschlandfunk beschäftigt sich mit dem Digitalen Kulturkampf (45 Minuten), zu Gast sind Julia Schramm, Agnes Krummwiede und Niki Stein.

Ansonsten scheinen die Online-Ableger großer Printmedien mittlerweile – unabhängig von der eigenen Positionierung – etwas differenzierter und auch progressiver an die Sache heranzugehen, wie Christian Stöcker mit seinen fünf größten Irrtümern im Urheberrechtsstreit eindrucksvoll unter Beweis stellt. Auch wenn es für die Netzuser und Piratenanhänger hier nichts wirklich neues zu lesen gibt, sei dennoch eine wärmste Empfehlung für den gut recherchierten, differenzierten Artikel ausgesprochen. Ebenfalls lesenswerte ein Fünf-Punkte-Plan im Freitag mit der Aufforderung: Schneiden wir den Kuchen neu an. Ebenso sei der Perlentaucher-Kommentar Wer den Apfel küsst empfohlen und Georg Diez hat sich ebenfalls herrlich direkt zu dem seiner Meinung nach Aufgeblasenen Protest geäußert: “Es ist eine Geste des Angstmachens und des Einschüchterns, eine Geste der Ab- und der Ausgrenzung. “Wir” wissen, wie es geht, “wir” schreiben Bücher und machen Kunst, “wir” sind nicht ihr. Das wirkt ein wenig wie früher auf dem Pausenhof: Klassenkeile für den Neuling und die Raucherecke nur für Oberstufenschüler.” Der Nilzenburger ist von beiden Seiten genervt und hat keine Lust mehr auf diese Kackdiskussion, Christopher Lauer von den Piraten dagegen findet den Protest richtig und die Debatte notwendig und schließt seinen Kommentar in der FAZ mit den Worten: “Ich habe keine Lust, jede Woche einen weiteren Aufruf für oder gegen das Urheberrecht zu lesen. Lasst uns endlich vernünftig miteinander reden.” Und irgendwie sind sie sich dann mit dieser Meinung, dass ein Handreichen, nicht ein Streit notwendig ist, doch alle erstaunlich einig, egal ob konservativ, progressiv, für oder gegen die Debatte…

“Ich kann doch machen, was ich will”

Ganz ehrlich, wer hat diesen großartigen Spruch, meist vorgetragen von nervigen Ignoranten, nicht schon einmal gehört? Der dauerplappende Vollhonk  oder Depp, der sich das ganze Konzert darauf konzentriert, schlechte und verwackelte Aufnahmen zu machen. Oli Schulz hat sich bei seinem Auftritt bei Stefan Raab besonders über Trolls auf Youtube und eben diese besonders großartige Typ an Konzertgängern aufgeregt. Sehr lustig, sehr lesenswert und sehr traurig. Mach dir nichts draus, Oli. Wir werde es niemals ändern, aber schön das du es mal gesagt hast.

Geht das Indie richtige Richtung?

Dennis von Superlevel macht sich Gedanken über die Indie-Kategorisierung bei Videospielen. Passend dazu auch: Bestes Indie-Spiel: Was die Branche denkt.

Geschichte (MP3)

Unsere Biographie besteht aus Fragmenten, Versatzstücken, einzelnen Geschichten. Allen gemein ist, dass sie uns ausmachen – ob gut oder schlecht, ob heute noch nachvollziehbar oder nicht, ob fact oder fiction. Wie wir sie lesen, liegt ganz bei uns.

Die Show aus dem Netz

Jürgen Vielmeier über die rasant wachsende Zahl an web-TV-Formaten, die direkt von und für Content-Verwerter wie YouTube oder Vimeo produziert werden.

Von Durchfallerkrankungen und Einschaltquoten

Vom Einfachen gibt es meist mehr als vom Komplizierten – das stimmt bei biologischen Organismen genauso wie bei Kulturgütern und Ideen. Vor allzu simplen Qualitätsbewertungen sollten wir uns hüten.

Hardcore wird weiblicher

Um ehrlich zu sein, hätten Against Me! relativ wenig Chancen hier besprochen zu werden. Ich habe die mal so Mitte der 00er Jahre gehört und so richtig abfeiern konnte ich deren etwas eindimensionalen HC/Punk nicht so wirklich. Umso überraschender die Nachricht, dass Frontsänger Tom Gabel nun eine Frau sein möchte und schon seit seiner Kindheit das Gefühl hat im falschen Körper zu leben. So richtig will das visuell nicht in mein Gehirn vordringen, da Gabel auch rein vom Kleidungs-Code nicht unbedingt eine Ausnahme-Rolle in der Szene spielt(e) und seit Jahren schon erheiratet ist. Die Reaktionen seitens der Hardcore-Fans sind erfreulicherweise wohlwollend und zeigt das auch HC und Metal mittlerweile im 21. Jhrdt angekommen ist, wie man schon früher an dem Outing von Life Of Agony Sänger(in) Keith Caputo und der neuen Welle von Hardcore Bands sehen kann, die Homofeindlichkeit und Ignoranz gegenüber sexueller Orientierung nicht als Vorbild sehen.

Letztes Jahr auf Seite360:

Retro, Retro, Nostalgie, Retro und so weiter: Rinko kümmert sich um die breitbeinigen Testosteronbolzen der 90er Jahre im Rückblick auf die besten Hardrock-Alben des Jahrzehnts, Florian erinnert sich anlässlich des vierten Teils der Scream-Saga an den Beginn der Franchise mit Scream (1996) sowie seinen beiden Fortsetzungen. Abseits davon wird es kuschelig in der 90er Jahre Aufarbeitung: Die besten Tragikomödien Teil 3Die besten Tragikomödien Teil 4 und Gedanken über den Stellenwert von American Beauty im tragikomischen Kino der Dekade. Aber aktuelle Filme und aktuelle Alben werden auch unter die Lupe genommen. Musikalisch gibt es verspultes und verkopftes Material von 31 Knots, Gabby Young and other Animals, Blackmail und Wonga. Für das filmische Kontrastprogramm sorgen in diesem Fall Source Code, Paul – Ein Alien auf der Flucht und Wir sind die Nacht

At The Drive In – Reunion Show @ Red 7, Austin

Gestern haben At The Drive in Austin ihr erstes gemeinsames Konzert seit dem Split von vor 11 Jahren gegeben. Consequence Of Sound hat ein nettes Update-Paket zusammen gebastelt und 3 Videos von dem Konzert in guter Bild-Qualität gefunden, während der Ton leider arg durchschnittlich ist.

Naja ist eigentlich Wurst, weil ich ohnehin nur den Beweis brauche, dass die wichtigste Hardcore-Band der 00er Jahre wieder zusammen ist und die ehemals verfeindeten Lager von The Mars Volta und Sparta wieder miteinander können. Sie können anscheinend und hier gibt es die 3 Videos inklusive Setlist, den Rest könnt ihr dann bei den Kollegen via Link lesen.

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Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts VII

So, jetzt aber zum wirklich allerletzten Mal Musik aus der Heimat der 90er Jahre… Heimatliche Klänge gibt es hier gleich mehrmals zu hören. Sowohl Element of Crime als auch Fink spielen ihre ganz eigene Interpretation deutscher Liedermacherkunst und übernehmen damit den Barden-Thron, der von den in den 90ern schwächelnden, klassischen Chansonniers verwaist zurückgelassen wurde. Immerhin Franz Joseph Degenhardt macht mit schlichten und zugleich effektiven Klängen auf sich aufmerksam. Ansonsten dominiert der Nachwuchs: Störrischer Punk von …But Alive, Folkpunk mit einem Augenzwinkern von Mutabor, großer Alternative von The Notwist… Und dann gab es da noch eine kleine, schüchterne, zurückhaltende und unglaublich sympathische Sängerin, Judith Holofernes, die auf ihrem Debüt einige wunderbare Deutschpophymnen versammelt, die später in gepimpter – aber nicht unbedingt besserer – Form ihren Weg zu Wir sind Helden finden sollten.

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