“Gutmenschlichkeit in DeiGsicht” – Interview mit form/prim

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Ich hatte die Tage ein sehr interessantes Interview mit form/prim. Es ging nicht um Deluxe-Boxen, Sneaker und Marken-Klamotten, sondern um Gutmenschlichkeit, Polit-Rap Underground und Diskurs.


Hallo form! Ich habe der “Urknall war ein Inside-Job” angehört und würde es als Polit-Rap einordnen. Kannst du mit dieser Schublade leben?

Ich kann damit leben, sonst wäre ich ja schon tot. Ich habe natürlich etwas dagegen, weil dieser Begriff ganz viele Sachen umfasst, mit denen ich nichts zu tun habe, aber die Leute brauchen ja immer ganz arg viel Hilfestellung, Anhaltspunkte, Unterstützung und Orientierung in dieser crazy bösen, unübersichtlichen, schrecklichen Welt. Wenn sie also sonst weinen, sollen sie sich eben an “Polit-Rap” festhalten. Es trifft halt nicht den Punkt, aber was tut das schon? Ich sag lieber “Powerrap mit der Kraft der Gutmenschlichkeit in DeiGsicht, du Furzknolle”, aber das ist auch wieder zu lang. Und ja, ich habe politische Vorstellungen, aber das thront nicht über allem. Zuallererst muss es geil sein. Künstlerisch interessant, unterhaltsam, innovativ und sowas. Das ist mein Anspruch an Rap. Natürlich hab ich auch einen Anspruch an die Inhalte, aber das darf niemals zu Lasten des Styles gehen. Es gibt ja z.B. gerade in klassisch politischen oder in manchen HipHap-HipHop-Kreisen extrem konservative Vorstellungen davon, was Rap sein soll. Leute, die sonst überall den Fortschritt fordern, sind in Sachen Beats mega hängengeblieben auf New York 1996, wollen, dass sich alles immer schön ordentlich am Ende reimt und heulen rum, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden. Das ist wack, das ist rückgratlos, das macht den Fußball kaputt. Das hat vielleicht was mit deren Midlife-Crisis zu tun, aber eben nichts mit Freshness. Und für mich hat HipHop aber viel mehr mit Letzterem gemein. Seid eigen. Traut euch doch mal was, ihr feigen Schiffschaukelbremser!

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Links fürs Wochenende

Kritik am “Gutmenschen”: Friedlich, edel und an allem Schuld

Es wäre wirklich mal an der Zeit für eine politisch Studie zum pejorativen Gebrauch des Wortes “Gutmensch” im politischen Diskurs… dieser Artikel liefert allemal einen interessanten Ansatz dazu.

Mehr Geist bitte, liebe Games-Tester

Interessante Denkanstöße zu einer Feuilletonisierung der Spielkritik, die langsam ins Rollen kommen sollte, wenn Spiele auch als echtes Kulturgut angesehen werden sollen. Auf Kaliban finden sich eine Langfassung des Beitrags inklusive Replik und eine kurze Nachlese zu dem Wirbel den der Text verursacht hat.

Der Kampf des Bösen

Zehn Jahre nach dem 11. September 2001 gibt es nur Verlierer: Der Islam wurde von verblendeten Ideologen als Geisel genommen. Der Westen hat im Kampf gegen den Terror seine Werte verraten. Und jetzt haben wir auch noch die Islamophoben an der Backe.

Fast jeder Filmtitel lässt sich stark verbessern durch den Zusatz ‘in meiner Unterhose’

Eigentlich ein Twitter-Mem, das sein Zenit schon wieder überschritten hat. Die Titanic hat trotzdem den “in my pants”-Gag ins Deutsche übersetzt. Und die Filmfreunde haben fleißig gesammelt. Gar nicht so sehr der Artikel sondern viel mehr die Kommentare sind dort eine wahre Fundgrube an albernen Kalauereien… um mal wieder richtig schön ein wenig rumzupubertieren.

Mosaik 9/11

Da die Terroranschläge vom 11. September sich 2011 zum zehnten Mal jähren, werden selbstverständlich wieder alte Verschwörungstheorien und Truthseeker-Selbstdarstellungen hervor gekramt. Daher kommentarlos der Link zu dieser Seite, die sich intensiv mit den selbsternannten Wahrheitsverkündern wie Bülow und Bröckers auseinandersetzt und dabei die Absurditäten unzähliger Verschwörungstheorien aufdeckt.

Hurra, Sinnlosigkeit!

Sascha Lobo über attestierte Sinnlosigkeiten:

Antipareidolie: Der beliebte Netzkommentar “Das braucht niemand” ist dumm. Denn Sinnlosigkeit ist fast immer situativ und subjektiv.

Letztes Jahr auf Seite360:

Ein Open Source fanmade Radiohead-Konzertmitschnitt begeistert nicht nur uns sondern auch die Band selbst, die zu der Bootleg-Aktion ihren eigenen Sound beisteuert. Die schlechtesten Filme der 00er Jahre unterhalten abwechselnd mit Amusement und Grauen, während Everything Everything den Indie Pop nach dem Indie Pop und Linkin Park den Nu Metal nach dem Nu Metal bereithalten.