Und dann war da noch der Künstler, der 2 1/2 cm von Englands höchstem Berg gestohlen hat.

Santillan_plinth_3246352c2Mit 978 Metern ist der Scafell Pike der höchste Berg Englands. Das hielt den ecuadorianischen Künstler Oscar Santillan allerdings nicht davon ab von diesem Symbol der geografischen – und damit verbunden wohl auch nationalen oder zumindest regionalen – Größe des Königsreich einfach mal einen Inch (etwas mehr als 2,5 Zentimeter) zu klauen und auf einer Londoner Ausstellung zu präsentieren. Stimmigerweise nannte er das entsprechende Kunstwerk dann auch gleich “The Intruder” (zu deutsch: “Der Eindringling”) und bezeichnete es als Auseinandersetzung mit der Art und Weise wie die Menschen ihre kulturellen Kategorien der Natur überstülpen bzw. aufzwingen.

Artist who took 1in rock off Scafell Pike’s summit ‘vandalised’ England’s highest mountain via boing boing

Kurzfilm der Woche: Im Internetcafé gestrandete, obdachlose Japaner

Eindringlicher Kurzdokumentarfilm über Japaner, die sich keine Miete leisten können und daher im Internetcafé leben. Der Film ist ein Teil der Reihe Japans Disposable Workers von Shiho Fukada.

via boing boing

I see my Mural and I want to paint it black – Blu zeigt der Gentrifizierung den Stinkefinger

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Das BLU-Mural an der Curvystraße gehörte nicht nur zu den ikonischsten Urban Art Stücken Berlin, darüber hinaus zauberte es auch mir, selbst beim hundertsten Vorbeigehen, immer wieder ein Lächeln auf die Lippen. Das war Kreuzberg, das war Berlin… und nun ist es weg, für immer. Vom Meister selbst beauftragt, einmal komplett mit schwarz überzeichnet, so dass nur noch – für kurze Zeit – ein Stinkefinger zu sehen war, der der schwarzen Tapezierung letztendlich aber auch zum Opfer fiel.

Hintergrund der Aktion ist, dass ein Münchner Investor die Curvy-Branche bebauen wollte und schon länger klar war, dass Blus urbanes Meisterwerk dieses Bebauungsplänen im Weg stand. Es gab ne Petition bei Change.org, das Werk unter Denkmalschutz zu stellen, es gab Proteste, es gab das bekannte Aufbäumen gegen die Gentrifizierung. Und nun hat Blu selbst einen Schlussstrich unter die Sache gezogen. Breit, schwarz, konsequent… und vor allem nicht zu übersehen. Die ganze Aktion hat schon etwas von einer Beerdigung: Ein dunkler, trauriger Moment für Street Art Freunde.

The Pessimism, Despair and Hypocrisy of Berlin’s Street Art via Kotzendes Einhorn und Nerdcore

CIA-Folter im Stile der Gemälde von George W. Bush

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Großartige, beklemmende Meta-Fuckup-Gemälde zwischen Politik- und Kunstkritik von Prachi Gupta von AnimalNY. Wie würden die Verhörmethoden der CIA wohl aussehen, wenn sie in George W. Bushs infantiler Wohlfülromantik gemalt wären…? So ungefähr, und damit ist wirklich schon verdammt viel über die Selbstwahrnehmung und das Wesen des konservativen Kerns der amerikanischen Terrorismusbekämpfung gesagt.

Since President Bush never fully looked into the details of the program he put into action, we thought it might be helpful to illustrate some of the gruesome examples of torture mentioned in the report and have him bear witness to them. In recent years, Bush has brushed away his crimes and revamped his public image with silly, innocent paintings. To be sure the president can understand the atrocities committed under his watch, we’ve represented them in an approximation of his own child-like painting style. This is what torture might look like through Bush’s eyes.

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HERE’S WHAT THE CIA’S TORTURE TECHNIQUES WOULD LOOK LIKE IF GEORGE W. BUSH PAINTED THEM via Nerdcore

Filmabriss (Science Fiction, 2014): Under the Skin, Elysium, Edge of Tomorrow, Transcendence

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So es ist mal wieder an der Zeit für einen kleinen Filmabriss, der sich tatsächlich konsequent aktuellen Filmen widmet: 2014 scheint wie bereits 2013 auf den ersten Blick ein ganz hervorragendes Jahr für das SciFi Genre sein. Nachdem ich vor ziemlich genau einem Jahr meine Begeisterung für Oblivion und Ender’s Game und vor knapp einem halben Jahr meine Begeisterung für Her, Lucy und den Planet der Affen kundgetan habe, sind in den letzten Monaten noch ein paar weitere interessante Genre-Beiträge durch mein Heimkino gerauscht, und das dann auch gleich in den unterschiedlichsten Variationen: Zum einen das Genre als Leinwand für artifizielles, eskapistisches Kunstkino in der Scarlett Johansson One-Woman-Show Under the Skin, zum Zweiten das Genre als Leinwand für dystopische Gesellschaftskritik in Elysium, zum Dritten das Genre als Hintergrund einer philosophischen Auseinandersetzung mit KI und Digitalität in Transcendence und last but not least, das Genre als Vorwand für Big Budget Kriegs- und Actionkino in Edge of Tomorrow. Welcher der Beiträge was taugt, lest ihr nach dem Klick.

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Cement Eclipses von Isaac Cordal

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Sie verstecken sich in Bordsteinritzen und in kleinen Kanalrohren. In den kleinen unscheinbaren Einbuchtungen von Mauern und hinter den Überresten der letzten Pflanzen im urbanen Raum sind sie zu Hause. Mitunter wagen sie sich auch auf die Straße, waten durch Pfützen, huschen über Straßen und suchen sich neue Verstecke, während sie die Einsamkeit der Großstadt von unten betrachten.

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Die Cement Eclipses von Isaac Cordal sind beeindruckende, düstere und durch und durch deprimierende Gestalten, die sich im Gegensatz zur üblichen Street Art den urbanen Raum nicht erschließen, die ihn nicht erobern und sich zu eigen machen, sondern ganz im Gegenteil, sich in ihm verstecken, Schlupflöcher suchen und – wie es scheint – ständig Gefahr laufen, in ihm verloren zu gehen. Die Geschichten, die um sie entstehen sind pessimistisch, defätistisch, sie zeichnen Tod und Verfall in den öffentlichen Raum, zwingen zum Innehalten und zum Überdenken der eigenen Perspektive auf die Öffentlichkeit. Isaac Cordal dazu:

Men and women are suspended and isolated in a motion or pose that can take on multiple meanings. The sympathetic figures are easy to relate to and to laugh with. They present fragments in which the nature, still present, maintains encouraging symptoms of survival. The precariousness of these anonymous statuettes, at the height of the sole of the passers, represents the nomadic remainders of an imperfect construction of our society. These small sculptures contemplate the demolition and reconstruction of everything around us. They catch the attention of the absurdity of our existence.

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Cement Eclipses via colossal und pokingsmot

Vulva-Künstlerin für 3D-Modellierung ihrer Vagina verhaftet

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Die Meldung ist zwar schon eine Woche alt, hier drin haben wollte ich sie aber auf jeden Fall noch. Also erst einmal zur Künstlerin: Die Japanerin Megumi Igarashi macht ganz und gar herausragende Arbeiten, in denen immer ein 3D-Abdruck ihrer Vagina im Vordergrund Hintergrund steht. Um die Anatomie des weiblichen Geschlechts entwirft sie dabei Landschaften, Dioramen, Roboter oder auch mal ein ganzes 1:1-Kanu, das selbst für den praktischen Einsatz tauglich ist. Die Arbeiten sollten nicht nur eine Verarbeitung der Selbstzweifel bezüglich der eigenen Anatomie sein, sondern darüber hinaus auch eine Auseinandersetzung mit Mystifizierungen oder gar Verteufelungen des weiblichen Geschlechts in einem Land, das ansonsten eine ziemlich florierende Porno-Kultur besitzt. Ziel war es dabei ein Stück Gewöhnlichkeit, ein Stück “Pop” in der Betrachtung und Reflexion der weiblichen Genitalien zu etablieren.

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Da die Realität ein Arschloch ist, hat sie Megumi Igarashi mittlerweile eingeholt. Letzte Woche wurde die Künstlerin für das Versenden eines digitalen 3D-Modells ihrer Vagina verhaftet, da es sich dabei um obszönes, pornografisches Material handeln würde. Es gibt bereits eine Petition, die sich für die Künstlerin einsetzt, die mit ihrer Aktion die Doppelstandards im japanischen Pornographie-Verständnis enttarnt hat und nun auch noch (unfreiwillig) als Exempel für die rigide, regressive Durchsetzung dieser Standards herhalten muss.

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via Spoon & Tamago

Lying in your own Garbage

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Großartiges Fotoprojekt von Gregg Segal: In “7 Days of Garbage” liegen Menschen in ihrem eigenen Müll, den sie über eine Woche lang angestaut haben. Eigentlich finde ich Kunstprojekte mit Holzhammer-Öko-Botschaft immer eher so meeh… das hier funktioniert aber sehr gut, zum einen weil es inszenatorisch auf eine all zu große Wertung verzichtet, zum anderen, weil die Bilder wunderbar zwischen Tragik und schulterzuckendem Alltag oszillieren: We’ve made our bed and in it we lie. 

7 Days of Garbage at The Fence via Dangerous Minds

I Hate Poetry!!!

Ich kann den Hass des Fünftklässlers verstehen, dem in seinem Rant über Poetry lustigerweise selber einer der besten Gedichte ever gelungen ist.

Panajotis, du hast mein Herz erobert und mich von dem ekelhaften Gesülze von Julia Engelmann befreit! Diese eklige Fast Food Poetry mit Tonnen an Feenstaub ruft bei mir immer noch in regelmäßigen Abständen Schüttelkrämpfe hervor.

Die Transkription des Textes gibt es übrigens hier.

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via

#NotABugSplat – Kunst für die Drohnen-Krieger

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Es gab einmal eine Zeit, da war es Common Sense, dass Krieg ein schmutziges Geschäft ist, bei dem es sowohl zu militärischen als auch zivilen Opfern kommt, bei dem man, wenn man eine Waffe in die Hand nimmt, auch dazu bereit ist, Menschen womöglich Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen, kurz bevor man sie tötet. Ein Geschäft, bei dem man nach vollbrachter Tat das Blut an seinen Händen – mitunter im wortwörtlichen Sinne – noch sehen, den gebrachten Tod noch riechen kann. Diese erzwungene Rezeption für den Soldaten wird im Krieg des 21. Jahrhunderts sukzessive aufgeweicht: Die postmodernen Drohnenkrieger können ihren Krieg wie ein Videospiel steuern, die Leichen auf den Schlachtfeldern werden “Bug Splats” genannt, werden enthumanisiert. Wie soll der Mordende auch anders als mit Zynismus reagieren, wenn von seinen Opfern nicht viel mehr zu sehen ist als ein Fleck auf einem pixeligen Videobildschirm, der einen Ort zeigt, den der Drohnenflieger möglicherweise nie in Realität besucht oder gesehen hat?

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Es gab einmal eine Zeit, in der war Urban Art oder Street Art noch so etwas wie ein Hack der Öffentlichkeit, ein politisches oder soziales Statement, direkt hineingebrannt in den öffentlichen Raum, mit dem Impetus, die Welt tatsächlich zu etwas besserem zu verändern oder zumindest die Menschen aufzurütteln, ohne dass die sich dagegen wehren können, mit der Kunst und ihren Aussagen konfrontiert zu werden. Auch diese Zeit scheint vorbei, wenn Street Art mehr und mehr zum selbstreferenziellen Spiel oder zur von den Galeristen geliebten und geförderten Kunst wird.

#NotABugSplat ist ein großartiges Urban Art Projekt, das nicht im urbanen Raum stattfindet, sondern mitten in der Kampfzone Pakistans. In der permanent von Drohnen angeflogenen und beschossenen Khyber Pukhtoonkhwa Region hat ein Künstler Kollektiv ein riesiges Banner mit einem Kindergesicht installiert. Der Blick von oben, sprich aus einer Drohne, macht deutlich, dass auch dieser ferngesteuerte Krieg alles andere ist als ein Fucking Video Game. Die Drohnenkrieger werden gezwungenermaßen mit ihrem Ziel konfrontiert und die zuvor kleinen Pixel werden rehumanisiert. Öffentliche Kunst als Hack mit tatsächlichem, direkten Impact und Krieg als tatsächliche, direkte Erfahrung des eigenen Mordens. Groß!

In military slang, Predator drone operators often refer to kills as ‘bug splats’, since viewing the body through a grainy video image gives the sense of an insect being crushed.

To challenge this insensitivity as well as raise awareness of civilian casualties, an artist collective installed a massive portrait facing up in the heavily bombed Khyber Pukhtoonkhwa region of Pakistan, where drone attacks regularly occur. Now, when viewed by a drone camera, what an operator sees on his screen is not an anonymous dot on the landscape, but an innocent child victim’s face.

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#NotABugSplat via Nerdcore

Lass das mal den Papa machen! – Rezension zu “Stromberg – Der Film”

Nicht Lars von Triers neuster provokanter Streicher Nymphomaniac, nicht das abgefeierte und mit Preisen überhäufte American Hustle und auch nicht die kommenden Sommer-Blockbuster, die die Avengers, Spiderman und die Evolution vom Planet der Affen weitererzählen… Nein, ich gebe es ganz offen zu: Der Film, auf den ich mich im Kinojahr 2014 in den letzten Monaten am meisten freute, war tatsächlich die Verfilmung der selbst in Staffel 5 noch qualitativ erstaunlich konstanten Comedy-Serie Stromberg. Und an dieser Stelle gebe ich auch gleich mit zu, dass ich mich liebend gerne mit jedem streite, der Husmanns Baby für einen billigen “The Office”-Klon hält. Denn nachdem die Serie sich vom britischen Original emanzipierte – was im Grunde schon in Staffel 1 geschah – gelang es ihr, über die eindeutige Vorlage hinaus etwas spezfisch Deutsches zu erzählen und dabei kongenial zwischen Humor, Tragik, Gesellschaftskritik und toller TV-Unterhaltung zu pendeln. Ja, ich bin ein Stromberg-Fanboy, und daran konnte auch die extrem penetrante Promotion für den Film, inklusive Pro7-Dauerfeuer, peinlichen Auftritten  von Christoph Maria Herbst und nervigem Raab-Popsong “Lass das mal den Papa machen!” nichts ändern. Dafür war das Projekt dann auch von Anfang an einfach zu sympathisch: Gefordert von den Fans, geleistet vom großartigen Ralf Husmann (der mittlerweile mit dem Tatortreiniger auch außerhalb des Stromberg-Kosmos pures TV-Gold zaubert) und finanziert mit einem raffinierten Hybriden aus Crowdfunding und Investoren-Modell. Die besten Voraussetzungen also für eine epische Cinematisierung des Mockumentary-Stoffes.

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Liebe – Glaube – Hoffnung –
Die Paradies-Trilogie von Ulrich Seidl

Ulrich Seidl gehört zu den letzten großen Avantgardisten des deutschsprachigen Kinos, er ist ein Extremist mit Kamera, der hinter nacktem, bisweilen brutalem Naturalismus große Themen versteckt, der sich nicht zu schade dafür ist einen pseudodokumentarischen Überbau zu benutzen, um dahinter große gesellschaftliche, politische und philosophische Themen zu verhandeln. So gelang es ihm in Hundstage (2001) Wien und seine Einwohner bis auf den menschlichsten allzu menschlichsten Kern zu entblättern und anhand trister Lebensbilder ein großes, urbanes Panorama zu entwerfen. Und so konnte er auch in Import Export (2007) einen Clash of the Cultures als Bühne für tiefe humanistische Fragen benutzen. Auch in seiner Paradies-Trilogie verfolgt Seidl dieses Prinzip und geht dabei bereits titeltechnisch in die Offensive: Das hier “Größeres” erzählt werden soll, steht wohl außer Frage, wenn die drei Filme mit dem Paradies-Präfix gemeinsam den ersten Korintherbrief des Paulus zitieren, als Dreierbund die traditionellen christlichen Tugenden benennen und zudem noch Richtung Ödön von Horváth und dessen Drama Glaube Liebe Hoffnung (1932) schielen. Aber gibt es auch eine Verbindung zwischen den Filmen jenseits der Verbundenheit der Titel? Und wie funktionieren sie als einzelne Werke? Ein Blick auf einen cineastischen Kosmos zwischen Dokumentation und Transzendenz, zwischen Porträt und Satire, zwischen tristem Alltag und großen Drama:

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Filmabriss: Gravity, Oblivion, Ender’s Game, Pacific Rim

Jau… mal wieder die Zeit gefunden ein paar – in irgendeiner Form zusammenpassende – Filme, die ich in den letzten Wochen/Monaten gesehen habe, kurz zu rekapitulieren. In diesem Fall ist mal wieder Genrekino-Zeit, ganz konkret das Science Fiction Genre. Alle die hier genannten Filme spielen in einer sehr nahen (um genauer zu sein zeitnahen) oder sehr fernen Zukunft, platzieren sich im Weltraum oder eben auf einer zukünftigen Version unserer Mutter Erde. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn atmosphärisch könnten diese Genreableger nicht weiter voneinander entfernt sein: Gravity versucht sich am realistischen Sci-Fi-Szenario und überspringt dabei doch ab und zu so manche Plausibilitätskriterien. Im Gegensatz dazu will Pacific Rim so knallig, comicbunt und actionstylish wie möglich sein, was mit Sicherheit Spaß macht, aber doch ein bisschen zu Lasten der Tiefe geht. Ender’s Game inszeniert sich selbst als düstere Coming-of-Age Version des satirischen Starship-Troppers-Ansatzes. Und Oblivion stellt die Frage, ob man die Blockbusterattitüde von Tom Cruise mit einer raffinierten doppelbödigen Mystery-Geschichte kreuzen kann. Dank intelligenter Science Fiction Geschichten wie Moon durften sich die Genre-Fans in den letzten Jahren ja durchaus verwöhnt fühlen. Wird dieser Trend 2013 fortgeführt? Die Antwort folgt nach dem Klick.

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Filmabriss (2012er Recap III): Drive, Keyhole, Django Unchained, Cosmopolis

Joa… weiter gehts mit der Aufarbeitung des Kinojahres 2012: Die folgenden Reviews möchte ich dann mal unter dem Banner zusammenfassen: “Hipsters get, what hipsters want!” Sprich, Filme, die auf irgendeine Weise diesen Hipster-Link haben, sei es, weil sie sich besonders originell geben, sei es, weil sie besonders stylish sind, sei es weil sie als abstrakte Nerd-Kunstwerke daherkommen oder sei es einfach weil sie aus der Feder eines Hipster-Lieblings stammen. Das muss per se erst einmal kein Qualitätsmerkmal sein. Ein Film kann sehr wohl wie z.B. Drive voll im Trend liegen und dennoch über seine Zeit hinaus eine cineastische Wirkkraft entwickeln, ein Film kann wie Guy Maddins Keyhole als anspruchsvoller Ritt durch Genres daherkommen und trotzdem eine leere, nichtssagende Hülle bleiben. Filme können wie Tarantinos Django-Interpretation oder David Cronenbergs Cosmopolis ordentlich Namedropping betreiben und dennoch alle Erwartungen unterbieten, das Publikum unterwältigen. Und in jedem dieser Fälle ist selbstverständlich auch immer das jeweilige Gegenteil möglich. Welcher der folgenden Filme über Hipsters Liebling hinausreicht und welcher womöglich schnell vergessen gehört, erfahrt ihr in den Rezensionen nach dem Klick.

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