Schlagwort-Archiv: Geschichte

Filmabriss: Stoker, Lore, Ginger & Rosa, Vielleicht lieber morgen

Mal wieder ein kleiner Überschlag an Filmen, die ich in den letzten Tagen, Wochen, Monaten gesehen habe. Was die vier Filme eint: Sie fallen allesamt irgendwie – mitunter auf sehr merkwürdige Weise – in den Bereich des Coming-of-Age Dramas: Teenagernöte, Teenagersorgen, Teenagergefühle… in allen vier Filmen relativ erfolgreich auf erfrischend klischeefreie Weise erzählt: So nutzt Stoker die Adoleszenz als Leinwand für einen düsteren Psychothriller, Lore setzt sich in ihr mit der deutschen Geschichte auseinander, Ginger & Rosa versucht sich gleich in einem universellen Generationenporträt der 60er Jahre, und last but not least entfaltet Vielleicht lieber Morgen auf dem Hintergrund einer rührenden Indie-Komödie die kraftvolle Erzählung eines Traumas und dessen Konsequenzen.

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Klassenfahrt nach Auschwitz (WDR-Dokumentation)

Die YouTube-Description weist darauf hin, dass jeder der die ersten zwei Minuten der Doku gesehen hat (die als Video mit dem Titel Warum fährst du nach Auschwitz? wohl gerade viral gehen), zumindest auch die letzten zwei Minuten sehen sollte. Aber im Grunde genommen ist die gesamte Doku wirklich mehr als lohnenswert. Gerade in unserer Zeit, da die letzten Zeitzeugen wohl nicht mehr lange leben werden, sind genau solche Filme ungemein wertvoll, dokumentieren sie doch ein Stück Erinnerungskultur, die in unserer Gesellschaft viel zu oft verächtlich gemacht wird. Und bevor die Frage kommt: Doch ich denke, es wurde bei weitem noch nicht genug über den Schrecken der NS-Vernichtungsmaschinerie geredet, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Zeit des Nationalsozialismus nicht einmal 70 Jahre zurück liegt.

via Doktorsblog

This Land is mine

Großartiger Animated Short von Nina Paley, der derzeit immer wieder meine Facebook-Pinnwand heimsucht. Jetzt habe ich mich doch noch entschlossen, ihn endlich zu verbloggen. Mal abgesehen von dem treffenden, pointierten politischen Inhalt ist es vor allem diese wunderbare Musical-Dekonstruktion, die die Animation auch über politische Kunst um der Politik Willen hinaus zu einem echten Hingucker werden lässt. Klar, die Pointe ist erwartbar, in ihrem düsteren Pathos vielleicht ein bisschen naiv, aber das Drumherum, die Dramaturgie und der Schluss funktionieren… und versprechen sogar ein wenig Gänsehaut…

A brief history of the land called Israel/Palestine/Canaan/the Levant.
Who’s-killing-who viewer’s guide here: blog.ninapaley.com/2012/10/01/this-land-is-mine/

Dramatik des 18. und 19. Jahrhunderts: Die Weimarer Klassik als Epochenübergang?

Bereits in meinem Text zum Sturm und Drang habe ich von der grundsätzlichen Schwierigkeit einer epochalen Kategorisierung und Eingrenzung gesprochen. Die Diversifizität dieser Generation zwingt geradezu die Kategorie selbst als solche in Frage zu stellen, nicht zuletzt auch, weil wir von einem relativ engen Zeitraum und einer überschaubaren Anzahl an Autoren reden. Mit der Weimarer Klassik wird es nicht einfacher. Wie beim Sturm und Drang geht es schon mit der zeitlichen Einordnung los: Wo anfangen? Bei der beginnenden Arbeit Goethes in Weimar 1775? Bei seiner Italienreise 1786 – 1788 und der damit verbundenen Fertigstellung der Iphigenie auf Tauris? Bei dem Zusammentreffen Schillers mit Goethe ab dem Jahre 1794? Ähnliche Frage, selbes Problem: Wo aufhören? Knallhart mit dem Jahrhundertwechsel? Mit dem Tod Schillers 1805? Mit dem Tod Goethes 1832? Ebenfalls problematisch, dass sich die Weimarer Klassik qua Definition vor allem aus der gemeinsamen Arbeit Goethes und Schillers speist. Aber eine Epoche aus gerade einmal zwei Akteuren konstruieren? Ganz zu schweigen davon, dass zeitgleich immer noch Sturm und Drang ähnliche Werke veröffentlicht wurden, bürgerliche Dramen der Aufklärung und die Romantik bereits im Entstehen begriffen ist. Trotz dieser Vorbehalte, die sich auch aus der geradezu dreisten Instrumentalisierung der Klassik im 19. und 20. Jahrhundert ergeben, schlage ich eine genauere Betrachtung der Klassik als Epochenübergang vom Zeitalter der Aufklärung zum – großteils konservativen – 19. Jahrhundert vor, weniger als klar eingegrenztes Normativ, als viel mehr ein literarisches Exempel an Aufklärungsdialektik und Wandel hin zum klassisch/romantischen Zeitalter… vielleicht auch als großer Endpunkt der Dramatik des 18. Jahrhunderts, da diese Gattung in den folgenden Jahren – trotz theoretischer Emporhebung zur größten aller literarischen Künste – praktisch sträflich vernachlässigt wurde.

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Links fürs Wochenende

Bildung durch Comics

Zeittaucher Christian Jung über die Frage, ob es didaktisch sinnvoll ist, historische Bildung über Comics zu vermitteln: “Comics können Bildung vermitteln. Jugendliche sind danach gebildeter. Auch ältere Menschen haben nach der Lektüre mehr Ahnung über Geschichte.”

Ein Meister des Fragments

Das Werk des Filmemachers Chris Marker ist riesig und hat andere Künstler inspiriert, die wir er wissen wollen, was es mit Blicken auf sich hat. 91 Jahre alt, ist Marker nun in Paris gestorben.

Immer wieder sehenswert, Markers fotografisches Meisterwerk La Jetée:

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The Top 50 Films of all Time

Wieder einmal haben fast 1000 Filmkritiker, Cineasten und Künstler gewählt, und wieder einmal ist das Ergebnis natürlich nicht im Geringsten anfechtbar. Überraschung 2012: Citizen Kane wurde von Platz eins verdrängt. Noch überraschender: Diesen Platz nimmt nun Hitchcocks zur Zeit seiner Veröffentlichung viel geschmähter Vertigo ein.

The Philosophy of Batman, Schopenhauer Edition 2 (englisch)

Ja, schrecklich diese Leute, die in Nolans The Dark Knight Rises unbedingt mehr sehen wollen als gut gemachte salzige Popcorn-Unterhaltung. Der Rundumschlag durch Schopenhauers Pessimismus in Verbindung mit dem dunklen Ritter ist dennoch lesenswert. Ebenso Teil 1, der sich mit dem Vorgänger The Dark Knight auseinandersetzt.

Hans Zimmer und das Ende der Filmmusik

Seine Beliebtheit gibt ihm Recht. Hans Zimmer und Personal prägen die Filmmusik des heutigen Mainstreamkinos. Mit systematischer Primitivität und ohrenbetäubendem Lärm versetzten sie einer großen Kunst den Todesstoß.

Das ist übrigens ein Penis

Es gibt tatsächlich eine ziemlich große Diskrepanz zwischen der Darstellung männlicher und weiblicher Nacktheit in Kunst und Medien. Elisabeth Raeter hat sich für die Zeit diese Diskrepanz genauer angeschaut. Ebenfalls dazu lesenswert, das Replik von Vicky Amesti (Les petits Plaisirs): Penis, Nacktheit, Porno.

Cinemaware Spielklassiker (Kostenloser Download)

Die Game-Schmiede Cinemaware hat sich vor allem in den 80ern mit den Umsetzungen diverser Filme – primär für den Amiga – einen Namen gemacht. Auf ihrer aktuellen Homepage bieten sie einige dieser Klassiker zum kostenlosen Download an. Am bekanntesten dürfte wohl das Strategiespiel Defender of the Crown (1986) sein, und das sit auch heute noch ohne wenn und aber spielenswert.

Tequila Zombies 2 (Browsergame)

Perfekt, um von der Plants vs. Zombies Sucht loszukommen, von der ich derzeit befallen bin: Eine coole, in Form von Comicstrips erzählte, Backstory, eine apokalyptische Welt, die von Zombies überrannt wird, ein Überlebender und eine Überlebende… und die Suche nach gutem Tequila. Das ganze spielt sich als launiges Actiongame ziemlich flott, macht verdammt viel Spaß und ist ein ordentlicher Action-, Splatterhappen für zwischendurch.

Das Internetphantom – oder: Für eine digitale Denkmalpflege

Was wir brauchen, damit das Internet nicht noch einmal von unseren Historikern als “Phantom” diskutiert wird, ist eine “digitale Denkmalpflege”. Zeitungen und Zeitschriften werden sorgfältig in denStaats- und Landesbibliotheken gesammelt und archiviert. Aber schon,wenn es um die Alltagskultur im Fernsehen – geschweige denn im Internet geht – wird die Quellensuche sehr schwierig.

Gema & Youtube Talk (6 Videos)

Schon zwei Wochen alt, aber auf jedenfall hörens- und sehenswert. Klaus Kauker – von dem btw. großartige Songanalysen und Musik-Grundkurse auf youtube veröffentlicht werden – spricht mit Peter Hempel von der GEMA über Urheberrechte, den Google-Streit und den ganzen Rest. Ergänzend dazu, die ebenfalls etwas ältere Gesprächsrunde der Piraten mit der GEMA (120 Minuten).

Letztes Jahr auf Seite360:

Ich machs mal wieder rough: Hörenswertes von Casper, Little Dragon,The Cool Kids  sowie Boris, John Tejada, Jakko Jakszyk, Robert Fripp & Mel Collins (A King Crimson ProjeKct) – Die großen Actionstars der 80er und 90er Jahre (und was von ihnen übrig ist) –  Filmrollen von Alfred Hitchcocks “The White Shadow” gefunden … uuuuund Freude schöner Götterfunken: 9Live gibt auf und stellt den Sendebetrieb ein.

Die 80er Jahre: Die besten Liebesfilme des Jahrzehnts III

Einmal greifen wir noch in die Vollen des romantischen Kinos und einmal noch werfen wir dabei auch einen Blick weit über den großen Teich, direkt hinein in die Erzeugnisse der amerikanischen Traumfabrik. Es gab in Hollywood mit Sicherheit bessere Jahrzehnte für Liebesfilme als die 80er Jahre… und doch stammen aus der Zeit so manche zeitlose Klassiker, die auch heute noch die Rezeption wert sind. Ein Offizier und Gentleman ist einer davon, ebenso das große Afrika-Epos Jenseits von Afrika. Auch Die fabelhaften Baker Boys stehen für perfekte amerikanische Filmunterhaltung. Ein wenig europäischer wird es mit der äußerst gelungenen Kundera-Verfilmung Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins und mit dem wundervollen Teenie-Drama Pauline am Strand kommen wir schließlich doch wieder beim herausragenden französischen Kino der 80er Jahre an. And last but not least: Ein schwungvolles, berührendes literarisches Gesellschafts- und Liebesporträt made in Britain in der vorzüglichen Literaturverfilmung Zimmer mit Aussicht. Liebe und Romantik im Zeichen der 80er Jahre, die letzte. Nach dem Klick.

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Links Fürs Wochenende

Urheberrecht die 85.

Dieses Mal wird die Aktion nicht im Handelsblatt gefeatured, sondern prominent in der Print-Ausgabe der ZEIT (während sich deren Online-Angebot ziemlich zurück hält). Ausgangspunkt ist eine Unterschriftenaktion mit dem Titel Wir sind die Urheber!, an der sich zahllose Verwerter und Künstler (insbesondere Autoren) beteiligen. Erste “Netzreaktionen” gab es unter anderem von Netzpolitik und Udo Vetter, außerdem einmal ein erbostes, verdammt zutreffendes Wir auch., einmal ein verdammt zutreffendes Ohne mich sowie den Versuch einen Konsens-Findung zum einen von Tom Hillenbrand unter dem Titel Wer hat an dem Ur gedreht?, zum anderen – wenn auch polemischer und konservativer – beim Börsenblatt, das ähnlich wie das Handelsblatt in diesem Fall eher auf der Seite der Urheber Rechteverwerter wirtschaftlichen Interessenten steht. Ebenfalls eine eher konservative – trotzdem differenzierte – Position (jetzt echt mal wertneutral gemeint) nimmt Boris Hänßler mit der Frage Ist das Urheberrecht für Uropas? ein.

Und dann gibt es natürlich noch die – angenehm unpolemische – Gegenaktionen Wir sind Urheber und Wir sind die Bürger! Zum vermeintlich stabilen Schulterschluss zwischen Urhebern und Verwertern ist zusätzlich der aktuelle Fall Village People interessant. In diesem hat sich Urheber Victor Willis in den USA vor Gericht erfolgreich gegen die Enteignung durch die Musikindustrie durchgesetzt.

Stoff für die Ohren gibt es auch zu der Diskussion: Das Kulturgespräch im Deutschlandfunk beschäftigt sich mit dem Digitalen Kulturkampf (45 Minuten), zu Gast sind Julia Schramm, Agnes Krummwiede und Niki Stein.

Ansonsten scheinen die Online-Ableger großer Printmedien mittlerweile – unabhängig von der eigenen Positionierung – etwas differenzierter und auch progressiver an die Sache heranzugehen, wie Christian Stöcker mit seinen fünf größten Irrtümern im Urheberrechtsstreit eindrucksvoll unter Beweis stellt. Auch wenn es für die Netzuser und Piratenanhänger hier nichts wirklich neues zu lesen gibt, sei dennoch eine wärmste Empfehlung für den gut recherchierten, differenzierten Artikel ausgesprochen. Ebenfalls lesenswerte ein Fünf-Punkte-Plan im Freitag mit der Aufforderung: Schneiden wir den Kuchen neu an. Ebenso sei der Perlentaucher-Kommentar Wer den Apfel küsst empfohlen und Georg Diez hat sich ebenfalls herrlich direkt zu dem seiner Meinung nach Aufgeblasenen Protest geäußert: “Es ist eine Geste des Angstmachens und des Einschüchterns, eine Geste der Ab- und der Ausgrenzung. “Wir” wissen, wie es geht, “wir” schreiben Bücher und machen Kunst, “wir” sind nicht ihr. Das wirkt ein wenig wie früher auf dem Pausenhof: Klassenkeile für den Neuling und die Raucherecke nur für Oberstufenschüler.” Der Nilzenburger ist von beiden Seiten genervt und hat keine Lust mehr auf diese Kackdiskussion, Christopher Lauer von den Piraten dagegen findet den Protest richtig und die Debatte notwendig und schließt seinen Kommentar in der FAZ mit den Worten: “Ich habe keine Lust, jede Woche einen weiteren Aufruf für oder gegen das Urheberrecht zu lesen. Lasst uns endlich vernünftig miteinander reden.” Und irgendwie sind sie sich dann mit dieser Meinung, dass ein Handreichen, nicht ein Streit notwendig ist, doch alle erstaunlich einig, egal ob konservativ, progressiv, für oder gegen die Debatte…

“Ich kann doch machen, was ich will”

Ganz ehrlich, wer hat diesen großartigen Spruch, meist vorgetragen von nervigen Ignoranten, nicht schon einmal gehört? Der dauerplappende Vollhonk  oder Depp, der sich das ganze Konzert darauf konzentriert, schlechte und verwackelte Aufnahmen zu machen. Oli Schulz hat sich bei seinem Auftritt bei Stefan Raab besonders über Trolls auf Youtube und eben diese besonders großartige Typ an Konzertgängern aufgeregt. Sehr lustig, sehr lesenswert und sehr traurig. Mach dir nichts draus, Oli. Wir werde es niemals ändern, aber schön das du es mal gesagt hast.

Geht das Indie richtige Richtung?

Dennis von Superlevel macht sich Gedanken über die Indie-Kategorisierung bei Videospielen. Passend dazu auch: Bestes Indie-Spiel: Was die Branche denkt.

Geschichte (MP3)

Unsere Biographie besteht aus Fragmenten, Versatzstücken, einzelnen Geschichten. Allen gemein ist, dass sie uns ausmachen – ob gut oder schlecht, ob heute noch nachvollziehbar oder nicht, ob fact oder fiction. Wie wir sie lesen, liegt ganz bei uns.

Die Show aus dem Netz

Jürgen Vielmeier über die rasant wachsende Zahl an web-TV-Formaten, die direkt von und für Content-Verwerter wie YouTube oder Vimeo produziert werden.

Von Durchfallerkrankungen und Einschaltquoten

Vom Einfachen gibt es meist mehr als vom Komplizierten – das stimmt bei biologischen Organismen genauso wie bei Kulturgütern und Ideen. Vor allzu simplen Qualitätsbewertungen sollten wir uns hüten.

Hardcore wird weiblicher

Um ehrlich zu sein, hätten Against Me! relativ wenig Chancen hier besprochen zu werden. Ich habe die mal so Mitte der 00er Jahre gehört und so richtig abfeiern konnte ich deren etwas eindimensionalen HC/Punk nicht so wirklich. Umso überraschender die Nachricht, dass Frontsänger Tom Gabel nun eine Frau sein möchte und schon seit seiner Kindheit das Gefühl hat im falschen Körper zu leben. So richtig will das visuell nicht in mein Gehirn vordringen, da Gabel auch rein vom Kleidungs-Code nicht unbedingt eine Ausnahme-Rolle in der Szene spielt(e) und seit Jahren schon erheiratet ist. Die Reaktionen seitens der Hardcore-Fans sind erfreulicherweise wohlwollend und zeigt das auch HC und Metal mittlerweile im 21. Jhrdt angekommen ist, wie man schon früher an dem Outing von Life Of Agony Sänger(in) Keith Caputo und der neuen Welle von Hardcore Bands sehen kann, die Homofeindlichkeit und Ignoranz gegenüber sexueller Orientierung nicht als Vorbild sehen.

Letztes Jahr auf Seite360:

Retro, Retro, Nostalgie, Retro und so weiter: Rinko kümmert sich um die breitbeinigen Testosteronbolzen der 90er Jahre im Rückblick auf die besten Hardrock-Alben des Jahrzehnts, Florian erinnert sich anlässlich des vierten Teils der Scream-Saga an den Beginn der Franchise mit Scream (1996) sowie seinen beiden Fortsetzungen. Abseits davon wird es kuschelig in der 90er Jahre Aufarbeitung: Die besten Tragikomödien Teil 3Die besten Tragikomödien Teil 4 und Gedanken über den Stellenwert von American Beauty im tragikomischen Kino der Dekade. Aber aktuelle Filme und aktuelle Alben werden auch unter die Lupe genommen. Musikalisch gibt es verspultes und verkopftes Material von 31 Knots, Gabby Young and other Animals, Blackmail und Wonga. Für das filmische Kontrastprogramm sorgen in diesem Fall Source Code, Paul – Ein Alien auf der Flucht und Wir sind die Nacht

Die Geschichte des BVB visualisiert

Eeeeendlich mal wieder Fußball in unserem gediegenen Kulturblog. Ach nee, so elitär geht es ja dann doch hier nicht zu und auch wenn die doofen Bauern gegen die Rentner-Truppe aus London gewinnen sollten, war es doch diese unfassbar talentierte junge Mannschaft aus Dortmund, die trotz aller Unkenrufe abermals begeistern konnte und gerade erst zum zweiten Mal hintereinander Deutscher Meister wurde.

Axel Ketz hat sich mal die Mühe gemacht und auch für Nicht-Fußballfans die Geschichte von Borussia Dortmund visualisiert, leider entstand der Film aber vor den Meisterschaften 2011 und 2012. Sprecher ist übrigens Norbert Dickel, der wie ich aus dem..öhm..beschaulichen Siegerland kommt. Kollege Florian Bayern findet übrigens den Hass auf den FCB total doof, aber der hat auch keine Ahnung.

via Dressed Like Machines

Animated Short: The History of Thomas Edison

Großartiger, ziemlich schneller Motion Design Ritt von Jeremiah Warren durch die Geschichte des berühmten Thomas Edison (1847 – 1931), der weitaus mehr gemacht hat als “nur” die Kohlenfadenlampe zu erfinden… Infotainment at its best!

via Astrodicticum simplex

Marcel Reich-Ranickis Rede vor dem Deutschen Bundestag zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Eine großartige, wirklich bewegende Rede zum Holocaust-Gedenktag von einem großen Mann der Kulturgeschichte…

Ein prägendes Ereignis seines Lebens hat Marcel Reich-Ranicki in der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus geschildert: die Anordnung der „Umsiedlung“ der Bewohner des Warschauer Gettos durch die SS am Mittwoch, 22. Juli 1942. Der 91-jährige Literaturkritiker und Überlebende des Warschauer Gettos schilderte als Gastredner im Plenarsaal des Deutschen Bundestages, was sich damals im Hauptgebäude des „Judenrates“ des Gettos zutrug.

Am Tag, als die Aussiedlung in den Tod begann

Rede von Marcel Reich-Ranicki (Transkript)

Facebook History of the Earth

In den letzten Jahren waren Facebook-Timelines zu historischen Ereignissen immer wieder gerne gesehen. Susanna Wolff von College Humor geht jetzt noch einen ganzen Schritt weiter: 14 Milliarden Jahre Erdgeschichte auf eine Timeline gebannt: Zu Wort melden sich Wasser und Atmosphäre ebenso wie Zellen, das Klima, die Dinosaurier und schließlich auch der Homo Sapiens. Damit aber nicht genug: Weiter geht es durch 400.000 Jahre menschlicher Kulturgeschichte, von der Entdeckung des Feuers über die Gründung der ersten Städte bis tief hinein ins 21. Jahrhundert wo sich die USA mit Osama Bin Laden, dem Irak und dem Common Sense kabbelt. Großartige Social Network Megalomanie, mit der man locker nen halben Abend verbringen kann.

Facebook History of the Earth @ CollegeHumor

Back to the Future – Die Berliner Mauer

Die Back to the Future Fotoserie von Irina Werning ist die Tage natürlich schon durch alle Blogs gegangen… und natürlich wurde auch oft darauf hingewiesen, dass weder Idee noch Umsetzung taufrisch sind. Aber obiges Bild hat mich dann doch für einige Sekunden zum Stocken gebracht. Eine wunderschöne, poetische Gegenüberstellung der 1990er Mauerreste von einst und der nicht vorhandenen Mauer von heute. Christoph als kleines Kind, das mit der wunderbaren Naivität des Heranwachsenden ein Stück Geschichte aus dem Stein schlägt… und Christopher von heute, der Spuren der Geschichte in das nicht mehr Seiende zeichnet. Eine unglaublich kraftvolle, schöne, eine herausragende Allegorie auf den Wandel der Zeiten, in dem die Destruktion manchmal auch positive Geschichte schreibt.

via Retronaut