Schlagwort-Archiv: Gentrifizierung

I see my Mural and I want to paint it black – Blu zeigt der Gentrifizierung den Stinkefinger

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Das BLU-Mural an der Curvystraße gehörte nicht nur zu den ikonischsten Urban Art Stücken Berlin, darüber hinaus zauberte es auch mir, selbst beim hundertsten Vorbeigehen, immer wieder ein Lächeln auf die Lippen. Das war Kreuzberg, das war Berlin… und nun ist es weg, für immer. Vom Meister selbst beauftragt, einmal komplett mit schwarz überzeichnet, so dass nur noch – für kurze Zeit – ein Stinkefinger zu sehen war, der der schwarzen Tapezierung letztendlich aber auch zum Opfer fiel.

Hintergrund der Aktion ist, dass ein Münchner Investor die Curvy-Branche bebauen wollte und schon länger klar war, dass Blus urbanes Meisterwerk dieses Bebauungsplänen im Weg stand. Es gab ne Petition bei Change.org, das Werk unter Denkmalschutz zu stellen, es gab Proteste, es gab das bekannte Aufbäumen gegen die Gentrifizierung. Und nun hat Blu selbst einen Schlussstrich unter die Sache gezogen. Breit, schwarz, konsequent… und vor allem nicht zu übersehen. Die ganze Aktion hat schon etwas von einer Beerdigung: Ein dunkler, trauriger Moment für Street Art Freunde.

The Pessimism, Despair and Hypocrisy of Berlin’s Street Art via Kotzendes Einhorn und Nerdcore

Links fürs Wochenende

Lieber Sven Regener

Dirk von Gehlen antwortet auf Sven Regeners (Element of Crime) “Wut-Rede” im Interview mit dem Zündfunk zum Thema Urheberrecht in der digitalen Welt:

ikono.tv: „Was MTV für Musikvideos war, sind wir jetzt für die Kunst!“

In einem unscheinbaren Gebäude eines Werkhofes im Prenzlauer Berg produziert das 24-köpfige, multinationale Team von ikono.tv zusammen mit vielen freischaffenden Kreativen, vom Kameramann bis zur Kunsthistorikerin, in aller Stille Filme und Beiträge über zeitgenössische wie klassische Kunst, Kunstwerke, Werkschauen oder Ausstellungen einzelner Künstler.

Hinter den Kulissen des Fotojournalismus

Fotoserie

Komfortzone findet woanders Stadt

Aus Angst vor Sachschaden ziehen BMW und Guggenheim-Museum ein Kulturprojekt aus Kreuzberg ab. Berlin entgehe eine große Chance, heißt es. Aber worauf?

Faust-Statistiken

Eine schöne, kleine, quantitative Analyse des literarischen Klassikers.

FC Bayern A-Z

Launiges Mini-Glossar beim Freitag über Mythos und Wirklichkeit des FC Bayern München. Mal abgesehen davon, dass ich mich relativ wenig für Fußball interessiere, war das echt gut zu lesen, zumal mir dieser affektive Hass auf die Münchner schon immer etwas suspekt war.

7 Reasons it Sucks Living in an RPG World

Helden bestehlen sich, Shops verkaufen nur Abenteuerausrüstung, Bücher haben meistens nur ein paar Seiten und in deinem Keller leben überdimensionierte Tiere…ätzend!

You have forgotten to use a pen (Browsergame)

Unglaublich frustrierendes Geschicklichkeitsspiel für alle Tastatur-Veteranen…

Simple Motions (Browsergame)

Unglaublich befriedigendes Puzzle- und Rätselspiel, in dem ihr eine munter vor sich hinrollende Kugel durch das Setzen verschiedener Impulse dabei helfen müsst, Sterne einzusammeln und zur Zielfahne zu gelangen. Perfekte Physik, tolle Rätsel und schöne, simple Grafiken. Macht Laune.

Wie ein Belgier das Internet erfand…

Letztes Jahr auf Seite360:

Ein Filmabend, ein Filmabend! Der erste der Reihe und leider gab es davon in letzter Zeit viel zu wenige. Thema in diesem Fall: Dream a little Dream. Ansonsten stehen mal wieder Zeitreisen auf dem Programm: 90er Brit-Pop Nostalgie, 90er Comedy-Nostalgie, 90er Nu-Metal-Nostalgie, sowie ein Blick auf die besten Episodenfilme und Composite Films des selben Jahrzehnts. Außerdem setzen wir uns mit dem Western-Western True Grit auseinander und beschäftigen uns in einem mehr oder weniger aktuellen Filmabriss mit Bedways, Daybreaker, Für immer Shrek und Rampage von… Uwe Boll.

Links fürs Wochenende

Saarbrücker Kultstadtteil: Das Nauwieser Viertel

Auch die gute alte Heimat ist durchaus von Erscheinungen der Gentrifizierung. Dass man nicht nur in Berlin ein Mashup aus Hipstern, Hausbesetzern, alt gewordenen 68ern und jungen Familien erlebt, beweist eindrucksvoll dieser Artikel zu meinem Lieblingsstadtteil Saarbrückens.

Nur geträumt: Mike Kelley

Eines seiner letzten Interviews führte der diese Woche gestorbene Installations- und (Anti)-Pop-Art Künstler Mike Kelley mit dem Art Magazin.

Mythos Bielefeld

Knapp einstündige Sendung des Deutschlandfunks über die legendäre Bielefeldverschwörung, ihre Herkunft und ihr Ausbreiten seit den 90er Jahren, kombiniert mit einer allgemeinen Betrachtung über Verschwörungstheorien überhaupt, von der angeblich inszenierten Mondlandung bis zum 11. September.

Ein Abend bei RetroGames e.V.

Fabian vom Zockwork Orange hat bei den Retro-Gamern in Karlsruhe vorbeigeschaut und sich durch die großartige Arcade-Geschichte gedaddelt.

Woanders is’ auch scheiße

Lukas Heinser über Konrad Lischkas und Frank Patalongs Ruhrgebiet-Buch Dat Schönste am Wein is dat Pilsken danach:

Das Verhältnis der “Ruhris” zum Ruhrgebiet ist ein zutiefst ambivalentes: Eine unheilvolle Mischung aus Lokalpatriotismus und Selbstverachtung, aus Stolz und Skepsis, Traditionsbewusstsein und Wurzellosigkeit führt dazu, dass sich im fünftgrößten Ballungsraum Europas niemand zuhause fühlt.

Coulrophobia – Are you afraid of Clowns?

Did you find Heath Ledger as The Joker scary? Then perhaps you suffer from coulrophobia, the abnormal fear of clowns. Join a self-confessed coulrophobic for a look at these guys and see if you are too. Like you don’t already know!

(englisch)

Was sich Frauen wünschen

Letztes Jahr auf Seite360:

Neben den besten Science Fiction Filmen der 90er Jahre machen wir auch noch ein bisschen Promo für unseren ganz eigenen Science Fiction Film EWE (der mittlerweile immerhin auf drei Festivals gelaufen ist). Rinko schaut nebenher massig Walrus TV und verliert sich in der dunklen Seite des Pop, was Flo wiederum dazu veranlasst mit Tucker und Dale gegen das Böse zu kämpfen und mit Trail of Dead das Yin und Yang der Toten, das Tao of the Dead zu ergründen.

Links fürs Wochenende

Verschwörungstheorien oder strukturelle Analyse des 11. September

Das Thema lässt mich noch nicht los. Und gerade im Hinblick auf die zahlreichen hervorragenden Widerlegungen der obskuren Nanothermit-, Cruise Misile- und False Flagg-Theorien versetzt es mich doch immer wieder in Erstaunen, wie hartnäckig Verschwörungstheoretiker an ihren längst widerlegten in sich zusammenfallenden Gedankengebäuden festhalten. Michael Albert und Stephen R. Shalom lieferten bereits 2002 im Zmag eine gute Erklärung für das Verhalten der Truthseeker und vergleichen das Prozedere der Verschwörungstheorie mit wissenschaftlichen, strukturellen Analysen. Trotz des Alters immer noch lesenswert, gerade weil auch ein eleganter Bogen zu den Gefahren geschlagen wird, die von VTlern ausgehen. Um diesen entgegen zu wirken gibt es selbstverständlich auch nach wie vor aktuelle und ständig aktualisierte Links: Auf Mosaik9/11 habe ich ja schon bei den letzten Links fürs Wochenende verwiesen. Wer noch tiefer eintauchen will, sollte unbedingt bei Debunking9/11 vorbeischauen. Und wer ein wenig zu dem Thema lachen will, dem empfehle ich: Neue Verschwörungstheorie: Stecken Verschwörungstheoretiker hinter den Anschlägen vom 11. September? Ich habe an dieser Stelle erstmal fertig mit dem Thema.

Die Lücke

Regisseur Christoph Hochhäusler (Unter dir die Stadt) über Utopie und Wirklichkeit des deutschen Films:

Ich wünschte, ich könnte Filme machen, die ganz direkt sind, mehr oder weniger nur aus Rohstoffen bestehen, ein konkretes Kino, weder „Avantgarde” noch „Kommerz”.

Die Lücke, die hier klafft, muss die praktische Arbeit schliessen.

Kunst und Terror

Claudia Bodin und Ute Thon waren für das Art-Magazin unterwegs, um die besten, provokantesten und lohnenswertesten Ausstellungen rund um die künstlerische Verarbeitung von 9/11 ausfindig zu machen.

The Artist is Present

Art-Performance-Game nach einem konzeptionellen Kunstwerk von Marina Abramovic. Dazu auch passend dieser Film zur ursprünglichen Ausstellung, deren Höhepunkt die Vorlage für dieses Geduldsspiel war. Mehr Kunstspiel geht echt nicht.

Im Allgemeinen das Hohe wiederfinden

Kein Etikett blieb lange an ihm haften. Zu seinem Markenzeichen wurde allein der Stilsprung. Jetzt ist der Pop-Art-Pionier Richard Hamilton im Alter von 89 Jahren gestorben.

Reich, aber sexy

Interessante Analyse des derzeitigen “Entwicklungsstandorts” Berlin: Wo geht die Reise hin? Zum Londoner Snobismus? Zur urbanen Bürgerlichkeit? Oder weiter zu einer großstädtischen Vielfalt, in der Prekariat und High Society nur einen Katzensprung voneinander entfernt sind?

Die Partei: Wahlkampf mit Krawallsatire

Über das Wechselspiel zwischen der Titanic-Partei, Martin Sonneborn und den Medien, die irgendwie immer noch nicht recht wissen, wo sie “Die Partei” einzuordnen haben und wie sie mit dieser schlagfertig umgehen können, ohne zu Spielverderbern zu werden.

Letzte Jahr auf Seite360:

Die 00er Filmretrospektiven haben so etwas wie Halbzeit, während der Sommer sich brutal dem Ende neigt. Rinko blickt daher noch einmal wehmütig auf das Haldern Open Air zurück, während Florian schon voll im Prog-Herbst angekommen ist und sich dort Demians Mute vorknöpft. Passend zur anstehenden dunklen Jahreszeit werfen wir einen Blick auf die extremen und schockierenden Filme der 00er Jahre und verlieren uns in absonderlichen Skurrilitäten von Terry Gilliam.

Links fürs Wochenende

Flucht nach vorn

Über das potentielle Parkinson-Risiko des Google-Gründers Sergey Brin und seine damit verbundene Investition in die medizinische Forschung.

Schon immer haben wohlhabende Menschen Mittel zur Erforschung von Krankheiten bereitgestellt, an denen sie selbst litten. Brin ist aber wahrscheinlich der Erste, der aufgrund eines Gentests Gelder zu Forschungszwecken spendete, um damit einer eigenen Erkrankung vorzubeugen. Doch damit lässt er es nicht bewenden: Er fordert eine ganz andere Art von Wissenschaft.

Super Marios dissoziativer Bruder

Sehr schön… mittlerweile haben wir fast jede Woche ein Exemplar der Gattung “Game als Kunst”. Im wunderschön erzählten strategischen Jump N Run “The Company of myself” arbeitet sich der Spieler mithilfe von selbsterzeugten Schatten von Level zu Level und erfährt währenddessen sukzessive die Hintergrundgeschichte des Protagonisten: Nachdenklich, stimmungsvoll, spannend und todtraurig: Ein philosophisch, psychologisches Flashgame-Highlight, vollkommen kostenlos online spielbar. Nicht zögern, es lohnt sich.

Verband Kritischer Hipster

Wohl kaum ein Viertel ist mittlerweile so sehr ein Synonym  für  Gentrifizierung und Hipstertum wie Prenzlauer Berg. Der Verband Kritischer Hipster ist sich seiner Rolle bewusst und fordert zum Diskurs. Dazu auch ein Interview auf jetzt.de.

Ruhrbarone – Journalisten bloggen das Revier

Die Blogger von Ruhrbarone schreiben über die Region, in die ein Hipster wohl kaum einen Fuß freiwillig setzen würde; dies allerdings frei von peinlichem Lokalpatriotismus, sondern durchaus kritisch und unterhaltend. Auch werden  andere un-pottige Themen wie “Die vergessene Rebellion von 1980” abgedeckt.

Raab stellt Unwahrheiten im Focus fest

So richtig kommt der Focus wohl nie aus der Boulvard Ecke raus. Mit einem vermeindlich investigativen Bericht über Stefan Raab, der sein Privatleben auch mit Androhung rechtlicher Konsequenzen zu schützen weiß und in seiner Show gerne auch mal Normalos, hat man nun einen ordentlichen Zwist mit der TV Legende eingefangen. Im aktuellen Focus widerspricht er in 20 Punkten und dem Magazin, welches wohl keiner der Aussagen verifizieren kann,  gibt sich kleinlaut, verweist aber auf Unstimmigkeiten in Raabs Aussagen.

Französische Küche zum Weltkulturerbe ernannt

Esskultur ist ansonsten ja eher sträflich unterrepräsentiert in unserem Blog. In diesem Sinne: Bon Appetit.

Sind wir reif für Street View…

“…wenn wir den Wunsch nach Verhüllung nicht akzeptieren können?”  – Angenehm ausgewogener Kommentar zum diese Woche auch in Deutschland gestarteten Google Street View. Neben den ganzen Datenschutzschreiern und Digital-World-Lästerern tut es einfach gut, zu dem Komplex auch mal eine differenzierte Meinung zu lesen.

The Social Network directed by…

… Michael Bay, Quentin Tarantino, Wes Anderson, Guilermo del Toro und sogar Frank Capra. Awesome, just awesome!

Gentrifizierte Pop-Heroen – Das neue Album von Wir sind Helden: Bring mich nach Hause

Auch wenn sie es vermutlich nicht gerne hören: Wir sind Helden sind die Band der Berliner Gentrifizierung schlechthin. Aus der linksalternativen Subkultur entsprungen, Mastermind Judith Holofernes war zuvor als Straßenmusikerin und Solokünstlerin auf den Berlinern Kleinkunstbühnen unterwegs, dann der große Durchbruch, Erfolg auf der ganzen Linie bei Hörern und Kritikern, hipp, angesagt, irgendwie auch schick und sympathisch unbefangen, schließlich die ebenfalls wohlwollend aufgenommenen Nachfolger und schließlich die Babypause. Zum Schema passt, dass Holofernes trotz Kind nicht nach Zehlendorf ziehen will. Szenebezirk Kreuzberg bleibt eben die Heimat und dort kann man sich schließlich auch mit den Hörern und Freunden zwischen Design, Künstlertum und Start Up Gewinnern pudelwohl fühlen. Begleitet von viel Pop, ein wenig Unangepasstheit und der puren Freude am Leben.

Bleibt natürlich die Frage: Wo zieht es die Gentrifizierung hin, wenn sie mit langsam einsetzender Gesetztheit auf sich selbst zurückgeworfen wird. Mit “Bring mich nach Hause” liefern die Helden darauf nun die passende Antwort. Weiterlesen

Bildbeute: Castingallee II>

Der hohe Straßenrand, auf dem wir lagen,

War weiß von Staub. Wir sahen in der Enge

Unzählig: Menschenströme und Gedränge,

Und sahn die Weltstadt fern im Abend ragen.

(Georg Heym)

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Bildbeute: Castingallee I>

Die berühmt berüchtigte Castingmeile Kastanienallee verläuft vom Prenzlauer Berg bis Berlin Mitte. Neben ihr existieren noch sechs weitere Straßen mit dem Namen Kastanienallee in Berlin…

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