Schlagwort-Archiv: Freiheit

In der Freiheit gefangene Körper

Das vom holländischen Design Kollektiv Dutch Invertuals entwickelte und von Raw Color für die Dutch Design Week umgesetzte Projekt Invertuals 3 ist eine abstrakte Auseinandersetzung mit Grenzen und Gefahren der individuellen Freiheit. Menschliche Körper sind in ihrer eigenen, in weißer Unschuld gefärbten, Blase als Unberührbare eingesperrt. Ihre Bewegungen scheinen wie eine Suche nach dem Sinn, das verzweifelte Ringen nach etwas Greifbaren in dem indifferenten, glasigen Nebel. Und dabei sind es immer der Selbstverlust, die Selbstaufgabe, die als greifbare Gefahr im endlosen, abstrakten Raum als Gefahr offensichtlich werden. Großer Symbolismus, eindringlich pointierter Minimalismus und wundervolle, ausdrucksstarke Performance- und Bildkunst.

Dutch Invertuals are responding to the prevailing spirit of uncertainty and the downside of freedom. Through research and experiment, the group of designers translated the theme of vulnerability to contemporary designs.
Raw Color created the photo-series for this years exhibition expressing each participants vulnerability.

Invertuals 3 via benhammer

Transparent House in Tokyo

Transparenz ist ja momentan nicht zuletzt wegen der Piraten-Partei ein hippes Modewort geworden. Wer diese mal so richtig ausleben und nicht drüber twittern möchte, dem empfehle ich einen Besuch im Transparent House der japanischen Architekten von Sou Fujimoto.

Ein schöner Beweis wie man Nutzen, Kunst, Philosophie und Ästhetik perfekt miteinander vereinen kann.

“The intriguing point of a tree is that these places are not hermetically isolated but are connected to one another in its unique relativity. To hear one’s voice from across and above, hopping over to another branch, a discussion taking place across branches by members from separate branches. These are some of the moments of richness encountered through such spatially dense living…”

“The white steel-frame structure itself shares no resemblance to a tree. Yet the life lived and the moments experienced in this space is a contemporary adaptation of the richness once experienced by the ancient predecessors from the time when they inhabited trees…”

(Sou Fujimoto)

Photos by Iwan Baan

via Bored Panda

Die 90er Jahre: Die besten Filmdramen des Jahrzehnts V

90er Filmdrama die Fünfte… Auch dieses Mal geht es auf eine Reise durch Länder und deren Mentalitäten. Im ersten Teil der Drei Farben Blau sucht Krzysztof Kieślowski in Frankreich nach dem Motiv der Freiheit und findet es in einer ästhetizierten Entwicklungsgeschichte. In Hitlerjunge Salomon sucht Agnieszka Holland nach den Gesichtern der Deutschen im Nationalsozialismus gesehen durch die Augen eines Juden, und in den beiden Independent-Dramen My private Idaho und Good Will Hunting versucht Gus Van Sant, sich den Außenseitern der amerikanischen Gesellschaft anzunähern. Gesellschaftliche Strukturen werden auch in Festen und Wiedersehen in Howards End aufgedeckt, in Rote Laterne führt die Unterdrückung des Ichs direkt in die Katastrophe und in Ein Herz im Winter gibt es trotz aller Fremd- und Selbstgeißelung doch wieder so etwas wie Hoffnung. Große Dramen vom Indie-Kino bis zum Historienepos, nach dem Klick.

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