Poetisches für den Sonntag: Klassische französische Filmplakate

01-La-Grande-Illusion-R.A.C.--R-1946

Design, das den Augen und dem cineastischen Geist eines jeden Filmfreundes schmeichelt. Drüben bei 50 Watts gibt es noch weitaus mehr davon zu sehen. Und an der Stelle kann gerne noch einmal betont werden: Was die Franzosen nach dem Krieg filmtechnisch angestellt haben (Stichwort: Nouvelle Vague, Truffaut, Godard, Malle u.a.), war nicht nur damals ein Fest für jeden Kinofreund. Konsequent, dass sich diese Liebe zum Medium selbst in der grafischen Präsentation der Werke – auch ausländischer Herkunft – widerspiegelt.

07-Earth-Versus-the-Flying-Saucers-Columbia--1956-Kerfyser

12-Wages-of-Fear-1953-Rene-Ferracci

26-FOLON-Stalker-Mosfilm--1981

via 50 Watts

Ohrwurm: Serge Gainsbourg & Brigitte Bardot – Bonnie & Clyde

In meinen Träumen bin ich manchmal in den 60ern und genau so lässig-düster wie Serge Gainsbourg, immer noch der bedeutendste Künstler den Frankreich je hervor gebracht hat und singe ein Duett mit einer lasziven Blondine, die keine 6 Euro Shirts von Primark über ihren Schwabbelbauch zieht sondern einen eleganten Fummel. Ok, das ist kein Traum sondern das Video zu Bonnie & Clyde und bringt mir gerade französische Sommerbrise in meine Duisburger Wohnung.

Daft Punk: Auftritt beim Wisconsin Festival 1996

Mein Gott werde ich da gerade nostalgisch. Ein blutjunger Thomas Bangalter spielt 1996 ein Live-Set bei einem amerikanischen Festival und spielt genau diesen knackigen House, den ich auf dem Debüt-Album “Homework” so geliebt habe und die Franzosen seitdem auch nie wieder so hinbekommen haben. Heute machen sie glatte Disco-Tribute Alben, tragen doofe Roboter-Helme…aber das ist ja eine andere Geschichte.

via

Die 90er: Die besten Hip Hop Alben des Jahrzents VI

Geschafft! Der tatsächlich letzte Teil der Hip Hop Retrospektive wurde soeben in die Tasten gehauen und ich höre glaube die nächste Zeit nur noch ukrainischen Post-Rock oder kasachischen Freejazz. Nee, so schlimm war es doch gar nicht, eigentlich sogar richtig großartig und ich hoffe ich konnte dem einen oder anderen die Vielseitigkeit des Genres näher bringen und sein Weltbild vom Goldketten-Träger vor einem schicken Protzkarre zurecht rücken.  Sicherlich gehört auch diese prollige Variante dazu und wurde gerade von Ice-T übertrieben gebraucht um seinen Männlichkeits-Status zu unterstreichen, aber es gab ja auch die jazzige Fraktion wie zum Beispiel die Souls of Mischief, Gang Starr oder A Tribe Called Quest. Das hier einige interessante Undeground-Acts hinten rüber gefallen sind ist zu einem meinem persönlichen Geschmack geschuldet und auch der Unwissenheit darüber, ob DJ XY ein grandioses Mixtape herausbrachte welches nur 50 Leute besitzen und damit vielleicht sogar den Wu Tang Clan zum Hip Hop brachten. Ich finde die hier vorgestellten Alben waren überwiegend zurecht kommerzielle Erfolge, die nicht durch extrem Mainstream-Tauglichkeit so weit nach oben kamen sondern ganz einfach weil sie zeitlose Klassiker sind.  Das Fehlen von Eminem, der meiner Meinung nach erst mit der Marshall Mathers LP zu einem Großen wurde und NWA, die zwar erst 1990 rum durchstarteten aber bereits 1988 ihr Album veröffentlichten bitte ich zu entschuldigen. Word und Tl; Dr!

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Musikvideo der Woche: The Shoes – Time To Dance

Jake Gyllenhaal looking at things.

Combine the best band in France right now, acclaimed director Daniel Wolfe, production by Somesuch & Co, and one of the hottest young actors on the planet and you’re sure to get a banging filmclip.

We scored the world premiere of The Shoes newest video which features Jake Gyllenhaal as a disturbed killing machine who chases his victims up fire escapes, into back alleys, and through strip clubs before he violently slays them.

The Shoes – Time To Dance (2012)

Regie: Daniel Wolfe

Album: Time To Dance EP

Ohrwurm: College feat. Electric Youth – A Real Hero (Drive Soundtrack)

Ich bin ja immer noch wahnsinnig geflasht von Drive, dieser stylische und trotzdem intelligente Mash-Up aus 40 Jahren Pop- und Fimzitaten. Die Szenen wo Driver (Ryan Gosling) und Irene (Carey Mulligan) seltene Momente der Ruhe und Intimität erleben werden mit dem großartigem “A Real Hero” unterstrichen, das zwar schon seit 2009 durch die Bloglandschaft geistert aber nun erst durch Drive einer breiten Masse bekannt geworden ist. Der Song stammt von David Grellier und auf Vulture.com gab es vor ein paar Monaten ein interessantes Interview zu dem Song und seiner Verbindung zu dem Film.

Die 90er Jahre: Die besten Filmdramen des Jahrzehnts V

90er Filmdrama die Fünfte… Auch dieses Mal geht es auf eine Reise durch Länder und deren Mentalitäten. Im ersten Teil der Drei Farben Blau sucht Krzysztof Kieślowski in Frankreich nach dem Motiv der Freiheit und findet es in einer ästhetizierten Entwicklungsgeschichte. In Hitlerjunge Salomon sucht Agnieszka Holland nach den Gesichtern der Deutschen im Nationalsozialismus gesehen durch die Augen eines Juden, und in den beiden Independent-Dramen My private Idaho und Good Will Hunting versucht Gus Van Sant, sich den Außenseitern der amerikanischen Gesellschaft anzunähern. Gesellschaftliche Strukturen werden auch in Festen und Wiedersehen in Howards End aufgedeckt, in Rote Laterne führt die Unterdrückung des Ichs direkt in die Katastrophe und in Ein Herz im Winter gibt es trotz aller Fremd- und Selbstgeißelung doch wieder so etwas wie Hoffnung. Große Dramen vom Indie-Kino bis zum Historienepos, nach dem Klick.

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Musikvideo der Woche: Wax Tailor – Dragon Chasers

Hmja, die Musik finde ich gerade nicht mal sooo besonders, aber das Video ist auf jeden Fall ein cineastischer Leckerbissen mit einer düster-erotischen Stimmung.

Wax Tailor  – Dragon Chasers (2011)

Regie: David Périssère

Album:In The Mood For Life

Godard trifft Truffaut – April/Mai 2011 im Kino

Manchmal ärgert es schon ein wenig, das Gefühl etwas verpasst zu haben… Ich rede jetzt nicht unbedingt von dem Film “Godard trifft Truffaut – Deux de la Vague”, der seit ungefähr einer halben Woche im deutschen Programmkino läuft (und von dem ich tatsächlich jetzt erst etwas mitbekommen habe), sondern von der Nouvelle Vague an und für sich. Was hätte ich gerne in der damaligen Zeit gelebt… und natürlich im damaligen Frankreich: Aufbruchsstimmung, große neue Filmideen, Experimentierlust, zeitzersetzende wahnwitzige inszenatorische Ideen, von Jump Cuts über selbstreferenzielle Momente bis hin zu ungewöhnlichen Narrationen. All das und noch viel mehr nutzten die Regisseure der Nouvelle Vague um eindrucksvolle, zeitlose Klassiker des postmodernen Kinos zu kreieren. Zwei der einflussreichsten Regisseure der damaligen Epoche sind Jean-Luc Godard und Francois Truffaut, deren Zusammenarbeit und Auseinanderdriften Emmanuel Laurent mit der Dokumentation “Deux de la Vague” nun ein filmisches Denkmal gesetzt hat.

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Happy Birthday Jules Verne

Einer der größten Autoren des 19. Jahrhunderts hat heute Geburtstag. Kaum auszumalen, wo die heutige Science Fiction und Fantasyliteratur ohne den Welt-, Zeit-, Unterwasser-, All- und Untertagereisenden stehen würde. Jules Verne ist der Godfather of Steam Punk, der Schöpfer dieses überbordernden Weltreiseromans “In 80 Tagen um die Welt”, der große Visionär, in dessen Geschichten die Menschen schon im 19. Jahrhundert von Mondflügen und Unterwasserabenteuern träumen konnten.

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Die 90er Jahre: Die besten Epen und Historienfilme des Jahrzehnts

Wie schon im letzten Jahrzehnt sind die Epen als Filmgenre schwer zu greifen: Groß, bombastisch, pompös, meist historisch, oft bilderverliebt und grundsätzlich immer mit gigantomanischem und universellen Anspruch. Manchmal eskapistisch, manchmal aber auch düster und realistisch, manchmal sogar introspektiv… Aber irgendwie immer ein bisschen größer (und oft genug länger) als das, was es sonst im Kino zu sehen gibt. Here they come…

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Die 90er Jahre: Die besten Fantasyfilme und Märchen des Jahrzehnts

Man kann es drehen und wenden wie man will… Die 00er Retrospektiven waren der Publikumsmagnet auf Seite360 im vergangenen Jahr. Und da sie nebenbei sowohl beim Stammpublikum als auch neuen Besuchern hervorragend ankamen, haben wir uns gedacht: Joa… es gibt ja noch so einige Filmjahrzehnte, die sich hervorragend kanonisieren lassen. Also räumen wir – wenn wir schon mit den 00ern angefangen haben – das Feld gleich von hinten auf. Los gehts mit den 90ern, und wie schon bei den 00ern beginnen wir mit den besten Fantasyfilmen dieses Jahrzehnts.

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Die 00er Jahre: Die besten Dokumentarfilme des Jahrzehnts II

Wie angekündigt der zweite Teil der besten Dokumentarfilme der Dekade von 2000 – 2009…

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Die 00er Jahre: Die besten Dramen des Jahrzehnts II

Ohne große Vorrede…. Teil 1 gibt es hier, Teil 3 folgt in Kürze, nach einem kurzen Klick geht es währenddessen  mit Teil 2 weiter….

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Kurzfilm der Woche: Faubourg Saint-Denis (Paris je t’aime)

Diese Woche mit eintägiger Verspätung nachgereicht: Fauburg Saint-Denis… Einige wenige Englisch- und Französischkenntnisse sollte man hier schon mitbringen, dann kann man sich vollkommen von Tykwers Beitrag zum Paris-Kaleidoskop “Paris je t’aime” verzaubern lassen.