Les Voyageurs – Zerschredderte Skulpturen

Faszinierende Arbeiten des französischen Künstlers Bruno Catalano. In ihrer Menschlichkeit zerrissen, innerlich und äußerlich fragil wirken die unvollständigen, im wahrsten Sinne des Wortes unvollkommenen, Skulpturen, die Catalano selbst als Les Voyageurs bezeichnet: Wohin reisen diese zerschredderten Menschen? Sind sie auf der Suche nach sich selbst, nach Vervollkommenung. Oder haben sie auf ihrer Reise viel mehr ein Stück von sich selbst verloren oder gar freiwillig aufgegeben, um zu neuen Menschen zu werden? Mehr dieser einsamen, verlorenen und suchenden Kreaturen gibt es bei My Modern Metropolis zu sehen.

via Neatorama

Kurzfilm der Woche: Fragments

Shewwww… da hat jemand die poststrukturalistischen Theorien des fragmentierten Subjekts aber ziemlich wörtlich genommen. Hugo Bravos Fragments ist ein spannend umgesetzter, minimalistisch inszenierter Kampf zwischen zwei Menschen, in einer Welt, die zerfällt und dabei die Subjekte permanent mit sich mitreißt. Klingt zu abstrakt? Ist es auch… aber gerade deswegen entsteht aus dem minimalistischen Setting, trotz der Kürze, eine unfassbar epische Auseinandersetzung mit Ich, Anderem und Welt.

Realisierung und Konzept: Hugo Bravo.
Produktion : Dimitri Cohen-Tanugi, Alexis Laffaille, Pierre Razetto, Morgane Souris.
Schauspieler: Pierre Razetto und Mehdi Leffad.

via Seitvertreib

Filmabriss: Dogtooth, Beautiful, Bedingungslos

Nachdem es im letzten Filmabriss das volle Blockbuster-Programm mit Harry Potter, Super 8, und Planet der Affen Prevolution gab, verlassen wir dieses Mal die vorgewärmten Kinosessel und schauen uns im Videotheken-Regal in der Arthaus- und Independent-Film-Abteilung um. Ich weiß gar nicht, ob einer von den drei hier rezensierten Filmen eine Kinoauswertung hatte. Tendenziell wohl eher nicht. Auf jeden Fall liegen sie derzeit (relativ) frisch in der Videothek meines Vertrauens und bilden ein gutes Kontrastprogramm zu lauten, mainstreamigen Blockbuster-Orgien: Dogtooth eine verstörende, surreale Parabel in der Tradition des europäischen Autorenkinos, Beautiful ein düsterer Mysterythriller, der gerne das Blue Velvet des neuen Jahrtausends wäre, und Bedingungslos, in dem Ole Bornedahl (Nightwatch) mit perfider Montagetechnik den Zuschauer in einem alptraumhaften Sog gefangen nimmt. Was können die drei filmischen Ausreißer und lohnt sich für sie der Gang zur Videothek?

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The Poetry of Destruction – Fotos von Alan Sailer

Alan Sailer zerstört Dinge und hält dies in faszinierenden Bildern mit seiner Kamera fest. Destruktion als Molekularisierung der Objekte, als Auflösung des Ganzen in seine Bestandteile und Infragestellung klassischer Objektkategorien. Und dabei wunderschön poetisch, die Zeit zum Stillstand bringend.

Alan Sailer @Flickr via Feingut

Introducing… Korsakow Filme

Als Mediengestalter und Regisseur Florian Thalhofer im Jahre 2000 einen Film über Alkoholismus drehte  (Korsakow Syndrom), suchte er nach einer Möglichkeit, dem Sujet auch narrativ und ästhetisch gerecht zu werden. Aus diesem Antrieb entstand das so genannte Korsakow-System, eine Oberfläche für nonlineare Dokumentar- und Spielfilme. Zehn Jahre ist dies mittlerweile her und die Korsakow-Filme haben es trotz faszinierender Ideen und großartigen daraus entstandenen Dokumentationen leider nie über einen gewissen subkulturellen Bereich hinaus geschafft.

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