Folk

Wie angekündigt widmen wir unsere Hörenswertes-Rubrik den ansteigenden Temperaturen und der sich bessernden Laune. Selbst die Okkult-Rocker von Ghost B.C. machen mit und lassen bei allem Düster-Image auch Selbsrironie durchblicken, Phoenix wagen großes Kino, Junip mögens es ruhig und Frank Turner begeistert die Massen. Als klarer Sieger gehen diesmal aber Chk Chk Chk hervor und bringen den Groove in den Frühling.

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Mit reichlich Verzögerung nun der dritte Teil der besten Indie-Alben des Jahrzehnts. Über das epochale Meisterwerk von Neutral Milk Hotel braucht man wohl kaum zu diskutieren, die Magnetic Fields widmeten dem Thema Liebe gleich 69 Love Songs,dEUS sahen Gott, Mercury Rev einen verwunschen Traum und Stereloab auf Emperor Tomato Ketchup zum Glück keine Tomaten auf den Augen.

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Es schneit, die besinnliche Weihnachtszeit beginnt. So jedenfalls muss man sich dieses Schneespektakel zu Ostern schön reden und immerhin passt dieser großartige Song von Jo Hamilton dann auch besser.

Jo Hamilton – Think Of Me (2011)

Regie: Jimmy Ahlander

Album: Gown

 

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Winter? Winter! Mir ist bewusst, dass wir hier Frühlingsanfang haben, aber nachdem mir gerade nach einem Kurztrip in den Supermarkt das Gesicht eingefroren ist  - und ich mich danach am liebsten in den Backofen zum Auftauen gelegt hätte – verzichte ich mal auf das meteorologisch korrekte Frühling in der Headline. So richtig warm ums Herz wird einem bei den wirklich bezaubernden Daughter, Karl Bartos erzählt von früher, Depeche Mode verlieren sich in der Gegenwart, Devendra Banhart macht auf seriös und Kvevertak müssen sich in der Bild-Zeitung nun schon als Hipster-Metal bezeichnen lassen.

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Moment, war Alternative nicht Indie und umgekehrt? Jein, wo Alternative Rock tatsächlich am Anfang noch eine Alternative zum dumpfen Mainstream war wurde schnell alles was irgendwie grungig war oder den Alternative-Style trug in diese Schublade gesteckt. Indie hingegen waren Querdenker oder notorische Mainstream-Verweigerer wie Neutral Milk Hotel, dessen kreativer Kopf Jeff Mangum die Öffentlichkeit scheut wie kein anderer. Travis hingegen schafften mit The Man Who den Durchbruch in den Mainstream, was nicht an Anbiederung lag sondern an einem zeitlosen Meisterwerk, dessen spröder Charme nie vergehen wird.

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Uff, Momentan kommt man ja kaum noch hinterher mit den ganzen tollen Veröffentlichungen. Dazu kommen noch viele, viele Tipps die ich in meiner gesundsheitbedingten Abwesenheit nicht mitbekommen habe und nachholen muss, dazu wird (hoffentlich) noch ein Artikel mit den besten/vergessenen Alben 2012 erscheinen. Nun stürzen wir uns aber erstmal in die Gegenwart und präsentieren euch das Projekt von Ex-Gallows-Schreihals Frank Carter der es mit Pure Love wesentlich entspannter angeht, die stets verlässlichen I am Kloot, die erwachsen gewordenen Villagers und last but not least die neue Supergroup um Radiohead-Sänger Thom Yorke.

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So, die wahrscheinlich neben dem Herbst beste Jahreszeit für interessante Veröffentlichungen hat begonnen und beglückt uns mit Alben, die einem die Winterdepression vertreiben und mal zum tanzen, zum nachdenken oder gar zum Kopfschütteln einladen. Die Foals tanzen mal wieder die Wurzel im Quadrat und perfektionieren ihren Math-Rock, Inc. erneuern den R`n B, Frightened Rabbit wärmen uns mit feinem Single Malt Aroma und Tocotronic werden langsam noch komischer, als sie eh schon immer waren.

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by Inga Seevers

Uff, ich habe hier doch einiges schleifen lassen. In der Introducing-Rubrik kam ja nun schon länger nichts mehr und ich versuche gerade mal die MP3s auszuchecken, die ich in letzter Zeit bekommt habe. Hier wieder eine interessante Newcomerin aus Hamburg,  die mit dem Debüt-Album “There Is Not Enough Space In The Dark” schönen melancholischen Folk-Pop spielt und gerade genau das Richtige für melancholische Winter-Abende ist.

Neben den verwendeten Instrumenten rückt vor allem diese Bildhaftigkeit Binoculers in die Nähe des Folk, dessen Tradition sie durch behutsame Erneuerung respektiert. Der Rolling Stone nennt sie in seiner Besprechung des Debütalbums “Every Seaman’s Got A Favourite Spaceship” (Labelship, 2010) eine “erstaunliche Künstlerin” und lobt “(…)(sie) verzaubert die Menschen. Mit leisem Indie-Folk, Popmusikminiaturen, Spieluhrmelodien und viel künstlerischer Fantasie.”
Im November 2012 erscheint das zweite Album “There Is Not Enough Space In The Dark”. Die begleitende Tournee wird Nadja mit Band oder im Duo spielen.

Wer Binoculers, alias Nadja Rüdebusch, nicht nur daheim auf Platte sondern auch live erleben möchte, hat im Dezember und Januar ausreichend Möglichkeiten:

09/12/12   Düsseldorf – LAMA Musik Jahresabschlusskonzert

15/01/13 tba
16/01/13   Café Galao – Stuttgart*
17/01/13  Das Modul – Saarbrücken*
18/01/13  Figurentheater – Ravensburg*
19/01/13   Action House – Heidelberg*
20/01/13  tba
21/01/13  Schwarze Katz – Konstanz*
22/01/13 Südstadt – München*
23/01/13 tba
24/01/13  Arsenal Kino/Café Haag – Tübingen

* with Black Ribbon

28/02/13  Aaltra – Chemnitz*

* with Nicolai Schorr

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Schoko-Nikoläuse im September kennt man ja schon, nun gibt es auch schon die ersten Weihnachtslieder bereits Anfang November. Sowas geht ja eigentlich gewaltig schief, aber Sufjan schrammelt hier so ein nettes Stück Anti-Folk dahin, das zumindest mir ganz warm ums Herz wird.

Sufjan Stevens – Mr. Frosty (2012)

Regie:  Lee Hardcastle
Album: Silver & Gold

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Lauter gute alte Freunde…

So kann der zweite Hörenswert-Artikel für den Herbst zusammengefasst werden. Ihr wisst schon, die Typen, die man einfach schon immer mochte, die man aber irgendwie trotzdem eine Zeit lang gar nicht mehr auf dem Plan hatte. Und dann sind sie plötzlich wieder da. Man freut sich, quatscht mit ihnen, feiert mit ihnen, und so plötzlich wie sie gekommen sind verschwinden sie auch wieder. Aber zumindest lassen sie ein gutes Gefühl zurück. Vielleicht denkt man sich sogar: “Ja, die könnte ich bei Gelegenheit mal wieder anrufen.” , und vergisst sie dann doch wieder ein wenig… zumindest bis zur nächsten großartigen Zusammenkunft.

John Darnielle sorgt mit den Mountain Goats für gemütliche amerikanische Lagerfeuerstimmung, Dinosaur Jr lassen an die guten alten Zeiten zurückdenken, als alles noch irgendwie easy war, die Swans dagegen erinnern einen daran, dass es immer noch ein Stück abgehobener geht und mit dem Portico Quartet kann man sich schlicht und ergreifend wohlfühlen, wenn auch auf sehr spezielle Weise. Achja, und dann gibt es natürlich Converge, die wieder einmal keine Ruhe, kein Punkt und kein Komma kennen und dich blutend auf dem angesengten Wohnzimmerteppich liegen lassen. “Bis zum nächsten Mal!” ruft man ihnen dennoch fröhlich hinterher, während man einen ausgeschlagenen Zahn ausspuckt und die blauen Flecken zählt. So ist das eben mit guten Freunden…

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Achja… Musik gehört zum Lernen natürlich dazu. Dafür ist die aktuelle Dum Dum Girls EP End of Daze perfekt geeignet. Und wenn Rinko gerade auch wieder alles hier mit Musik zuspammt, schließe ich mich dem doch gerne an. Der Stream wird von Subpop in der Soundcloud zur Verfügung gestellt. Und Folk/Noise/ Dream whatever Pop tut gerade echt verdammt gut.

via Paste

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Klingt komisch, aber ich hoffe ihr habt gerade schlechtes Düster-Wetter um den sehr schönen und mal wieder todtraurigen Song von den schottischen Frightened Rabbit zu genießen.

Todtraurig, episch und doch mit einem Funken Hoffnung. Jetzt gilt es die Band endlich zu Weltruhm zu führen und spreche mal wieder den Kaufbefehle für die bereits veröffentlichten Alben und das kommende Album aus.

Frightened Rabbit – State Hospital (2012)

Regie: Handheld Cine Club.

Album: tba.

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“Einfach mal selber besser machen”, zischt mein Nachbar in der ungewöhnlich großen Schlange vor dem Presse-Eintritt. Grund hierfür ist mein Genörgel über die gefühlt dreimal so lange Menschenansammlung vor dem normalen Eintritt. Das gute Wetter hat die Konzertbesucher in Scharen zu dem eher kleinen Open Source Festival gelockt, das mit dem Indie-Darling Beirut einen namhaften Headliner hat und ansonsten auf innovative Club-Acts und interessante Newcomer setzt. [Weiterlesen…]

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Ich befinde mich gerade in so einer Art unheimlichem Progressive Rock Rausch, Dank dem ich die entsprechenden Artikel beinahe in einem Rutsch runter geschrieben habe. Ich hoffe mal, dass sich meine derzeitige Begeisterung für die Art Rock Nische auch ein wenig in den Texten Lobeshymnen auf die Genre-Alben der 90er Jahre niedergeschlagen hat. Wie bei jedem guten Rausch wird früher oder später der Kater folgen und diesen werde ich mit den Stooges, Ramones und Sex Pistols dann auch hoffentlich erfolgreich bekämpfen. Bis dahin gibt es aber noch einmal eine volle Ladung Prog-Rock der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts. Morte Macabre laden zum düsteren Tanz ein, Mats / Morgan versetzen dem Fusion neue Stromschläge, Tool weiden sich in Undertow in einer Mischung aus Stoner, Alternative und Art Rock, während Bondage Fruit und Simon Steensland den Zeuhl erfolgreich in eine neue Epoche transferieren. Auch Buckethead und Tenhi klingen alles andere als nach klassischem RetroProg und mixen stattdessen Ambient, Postrock, Gothic, Metal, Experimental und was ihnen sonst noch in den Kram passt in ihren originellen, ungewöhnlichen Sound. Schubladenzertrümmerung erfolgreich, würde ich sagen: Der Patient lebt.

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Nachdem Rinko sich in Hip Hop Nischen herumgetrieben hat, wird es mal wieder Zeit für etwas populärere Genres (*hüstel). Dass Progressive Rock eigentlich ziemlich out of date ist, wahrscheinlich Zeit seines Bestehens out of date war, muss wohl nicht extra betont werden. Dürfte jeder wissen. Anyway, aktuelle und auch länger andauernde Trends sollten im Kanon keine Rolle spielen, und unabhängig von seinem Low Coolness-Faktor hat der Progressive Rock (oder Prog wie die Babyblauen liebevoll sagen) in den 90ern eine Menge toller Werke zwischen selbstverliebter Frickelei und bombastischem Monumentalismus abgeworfen. So begeistert Frank Zappa mit einem epischen Live-Doppelalbum, das auch  als einsteigerfreundliches Spätwerk funktioniert, King Crimson gelingt mit Thrak das kaum erwartete Comeback und mit Anekdoten, Porcupine Tree und The Gathering schießen die Progressive Rock Bands einer neuen Generation aus dem Boden. Die großen Unbekannten in dieser Runde bilden die Schweden Landberk, die mit atmosphärischem und trippigen Folk Post-Progressive begeistern.

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