Sprachspiele aus Utopia – Die Gelehrtenrepublik von Arno Schmidt (1957)

(Gemäß Interworld=Gesetz Nr. 187, vom 4.4.1996, <Über bedenkliche Schriften>, dessen § 11a die Möglichkeit der Veröffentlichung politisch oder sonst irgend anstößiger Broschüren durch Übertragung in eine tote Sprache, als vereinbar sowohl mit der Staatsraison, als auch etwelchen Belangen der Literatur in Betracht zieht, nach eingeholter Interworld=Lizenz Nr.46, aus dem Amerikanischen des Charles Henry Winer ins Deutsche übersetzt.

(Der Herausgeber der Gelehrtenrepublik)

 

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Kurzfilm der Woche: Copy Shop

Was auf den ersten Blick wie ein jahrhundertealter Film wirkt, stammt tatsächlich aus dem Jahr 2001. Der 35mm Streifen Copy Shop von dem österreichischen Regisseur Virgil Widrich ist passend zu seinem Sujet wie eine animierte Schwarz-Weiß-Kopie inszeniert: Farblosigkeit, Schwarze Flecken, Falten und ausgebrannte Bilder unterstützen die surreale Atmosphäre dieser mysteriösen Stummfilmschleife.

Copy Shop (Ö 2001)

Drehbuch und Regie: Virgil Widrich

Darsteller: Johannes Silberschneider, Elisabeth Ebner-Haid

Kamera: Martin Putz

Laufzeit: 11 Minuten

http://www.widrichfilm.com/copyshop/core_de.html

Animated Short der Woche: Skhizein

Ein Mensch steht neben sich…im wahrsten Sinne des Wortes. Skhizein verzichtet darauf diese Idee zu einem platten Kalauer zu machen und erzählt stattdessen eine rührende, ruhige und nachdenkliche Parabel über den Selbstverlust und das Leben neben sich selbst…

Skhizein (F 2008)

Regie: Jérémy Clapin

Drehbuch: Jérémy Clapin und Stéphane Piera

Laufzeit: 13 Minuten

http://www.muiye.com/skhizein/SKHIZEIN.html

http://www.imdb.com/title/tt1235926/

Star Wars Uncut – Die Weltraumsaga erstrahlt in neuem Glanz

Manche Ideen sind einfach zu genial, um wahr zu sein…so wie die von Casey Pugh. Der Blogger und Sci-Fi-Fan zerlegte Star Wars in 15Sekunden-Schnipsel, damit diese von Fans, Hobbyfilmern und Nerds aus der ganzen Welt nachgedreht werden konnten…. und so war Star Wars Uncut geboren. Ziel des Projektes ist es einen vollständiges Remake von Star Wars aus den Mini-Einzelszenen zusammenzubasteln. Jeder darf mitmachen. Und entsprechend vielfältig sind dann auch die Interpretationen des Science Fiction Klassikers: Lego-Stop-Motions, Actionfiguren, wackelige Homevideos, Zeichentrickclips, Flash-Animationen, ambitionierte Nachverfilmungen des Originals… alles was mit (und auch ohne) Kamera möglich ist, ist vertreten. Und das erstaunliche: Die einzelnen, krass divergierenden Szenen fügen sich wunderbar zu einem harmonischen Ganzen.

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Kurzfilm der Woche: The Black Hole

Ab sofort jeden Montag, ein kleiner Short Movie für den Wochenstart:

The Black Hole (GB 2008)

Drehbuch und Regie: Phil & Olly

Darsteller: Napoleon Ryan

Produktion: Diamond Dogs

http://www.hsilondon.co.uk

Zorn und Phantasie: Rezension zu Salman Rushdies "Wut" (2001)

Salman Rushdie hat sich als Märchenerzähler, Kulturkritiker und Brückenschlager von West nach Ost einen vielbeachteten Namen gemacht. Dies dürfte nicht nur an seinen ausgezeichneten Romanen wie „Mitternachtskinder“ liegen, sondern insbesondere an der Tatsache, dass er selbst zum Politikum wurde, nachdem der iranische Staatschef Komeini eine Fawta gegen den im Exil lebenden indischen-britischen Schriftsteller verhängte. Die gesellschaftskritische Märchenparabel „Die satanischen Verse“ war einfach zu viel für die Vertreter eines fundamentalistischen Islam, obwohl sie keineswegs eine böse Abrechnung war, sondern viel mehr ein fantastisches Sittengemälde, das gekonnt zwischen östlicher Mythologie & Religion und westlicher Kultur pendelte. Immerhin wurde Rushdie dadurch nicht nur weltberühmt, sondern zählt auch seitdem zu den wichtigsten orientalischen Kulturbotschaftern und zu den führenden Vertretern des magischen Realismus. Allerdings lässt er sich keineswegs auf dieses Genre festlegen, sondern versucht sich daneben als Gesellschaftskritiker, postmoderner Theoretiker oder gar als Zyniker, wie sein 2001 erschienener Roman „Wut“ (Originaltitel: „Fury“) eindrucksvoll belegt.

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Schräges Kino aus Fernost: Jeong Jun-hwans "Save the green Planet" (2003)

Dass die asiatische Filmindustrie immer für einige Überraschungen, originelle Genrespagate und unkonventionelle Erzähltechniken gut ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Besonders die koreanische Filmindustrie scheint sich gerade zu Beginn des neuen Jahrtausends auf gewagte Filme einzulassen, die nur noch schwer mit gängigen Genrekonventionen zu fassen sind. Jeong Jun-hwans Film „Save the green planet“ bildet was das betrifft keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil; in seinem Debütfilm scheint der Regisseur beinahe exemplarisch vorzuführen, was man alles von schrägen Filmen aus Fernost erwarten kann: Thriller, Tragödie, Satire, beißende Gesellschaftskritik oder fantastische B-Movie-Reminiszenz. Wenn schon durch die Genres springen, dann auch richtig!

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