Faith No More – Motherfucker (Stream)

Fucking 17 Years… und trotzdem fühlt es sich gerade an als wären Album of the Year und King for a day, fool for a lifetime (immer noch eines der besten Crossover/Alternative-Rock Alben überhaupt) erst gestern gewesen. Die Single wird als Seven-Inch am 28. November veröffentlicht und das siebte Studioalbum der Jungs wird dann wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Get the Motherfucker on the Phone! Can hardly wait!

via rollingstone

Die 90er Jahre: Die besten Crossover Alben des Jahrzehnts

Rinko will sich endlich den musikalischen 80er Jahren widmen und ist dafür schon fleißig am LP-Sammeln. So wie er im Moment über New Wave und Postpunk philosophiert und mir dabei irgendwelche Bandnamen an den Kopf wirft, die ich noch nie gehört habe, kann es eigentlich nicht mehr lange dauern, bis die musikalische Aufarbeitung meines Geburtsjahrzehnts hier auf Seite360 stattfindet. Als in den 90ern musikalisch sozialisierter Hörer habe ich mit dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts allerdings noch nicht ganz abgeschlossen. Und während Rinko sich in die Untiefen von No Future, Glam, Synthie und Postpost-irgendwas begibt, will ich zumindest noch ein paar Genres würdigen, auf deren Aufarbeitung er bisher in unserer 90er Retrospektive verzichtet hat. Wobei der Genre-Begriff im Falle des Crossover etwas diffus ist. Tatsächlich ist diese Bezeichnung für die Vorreiter des Nu Metal, für die ersten, die Rap, Rock, Funk und Metal zusammenmixten, primär eine deutsche Erscheinung. In den USA wurden die folgenden Bands stattdessen gerne dem Funk-Rock, dem Rapcore oder anderen Genrehybriden zugeordnet. Hierzulande dagegen sind wir mit genau jenem Crossover-Begriff groß geworden, nicht nur Dank deutscher Bands wie H-Blockxx oder Such a Surge, sondern auch Dank vieler Bands aus Übersee, denen wir dieses Label – stolz etwas neues musikalisches zu entdecken – aufgedrückt haben. Im Folgenden widme ich mich den besten Alben des klassischen Crossover, wie er Anfang/Mitte der 90er Jahre geboren wurde und ebenso schnell wieder in der Versenkung verschwunden ist, um diversen Core- und Nu-Metal-Labels Platz zu machen. Es war nicht alles golden in diesem mixwütigen Genre, ein paar herausragende, spannende Hybrid-Alben sind trotzdem dabei rumgekommen.

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Nu Metal Retrospektive II (Pioniere): System of a Down und ihr selbstbetiteltes Debüt

Aber hallo, was scheppert denn da so frisch aus den Boxen? Richtig, das Debüt von Serj Tankian (verantwortlich für die heftigen und patehtischen Vocals), Daron Malakian (Gitarre), Shavo Odadjian (Bass) und John Dolmayan (Schlagzeug), besser bekannt unter dem Namen  System of a down: Nicht nur ihre armenischen Wurzeln sind deutlich aus dem wüsten Crossovermix herauszuhören, sondern auch die Vorliebe für Faith no More, klassischen Hardcore und düstere Soundlandschaften á la Fear Factory. 1995 zusammengefunden, brachten sie unter Aufsicht des Produzenten Rick Rubin (u.a. verantwortlich für die Produktion von namhaften Bands wie den Red Hot Chili Peppers oder den Beastie Boys) ihr gleichnamiges Debüt an den Start. Kurz darauf sollten sie mit „Toxicity“ und fast zehn Jahre später mit dem 2005er Doppelschlag Mezmerize/Hypnotize zu wahren Größen des modernen Crossovers – Neusprech Nu Metal – werden.

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Die große Nu-Metal-Retrospektive I: Die Vorreiter

Beginnen wir mit einem Outing. Ein Mitarbeiter (der hier nicht namentlich genannt werden möchte, die Red.) hat vor Kurzem gestanden, dass er im Moment ein kleines persönliches Nu Metal Revival feiert. Richtig: Nu Metal, oder New Metal, oder eben auch Nu-Metal (ziemlich SEO-unfreundliche Kategorie)… das ziemlich kurzlebige Genre, das irgendwann Mitte der 90er entstanden und innerhalb von 10 Jahren wieder fast vollständig untergegangen ist. Weder hat dieses Genre einen bestimmten Herkunftsort wie z.B Grunge in Seattle noch wurden hier sonderliche große Innovationen für nachkommende Generationen geboren. Falls überhaupt findet man diese nur auf dem selbstbetitelten Album der Band Korn, die zusammen mit Ross Robinson 1994 einen Sound entwickelte, der damals noch gefährlich und nicht selten als “krank” betrachtet wurde. Trotz der marginalen musikhistorischen Bedeutung und des Mangels an Innovationen prägte der Nu Metal die Mainstream-Rockmusik der ausgehenden 90er Jahre. Bands wie Limp Bizkit oder Linkin Park wurden zur festen Institution im Musikfernsehen, Nacheiferer fanden sie zu hauf und nicht wenige Musikhörer wurden durch den Sound des Nu Metal sozialisiert, um von diesem aus ihren Weg zu anderen alternativen Rock- und Metalgrößen zu finden.

In unserer kleinen Nu-Metal-Retrospektive wollen wir uns dem Genre genauer widmen. Wir betrachten seine Ursprünge ebenso wie seine Hochphase, kümmern uns um die weltberühmten Acts und Hitproduzenten, aber auch um den Underground, um Vergessenes und Vergessenswertes, um Erinnertes und Erinnerungswürdiges. Los legen wir mit einem Blick auf die Wurzeln des Nu Metal. Diese liegen insbesondere im gegen Ende der 80er Jahre entstandenen Crossover, die Suche gestandener Rock-, Metal-, und Hip Hop Acts nach genrefremden Einflüssen, ebenso im Groove und Neo Thrash Metal der beginnenden 90er, sowie bei experimentierfeudigen Hardcore- und Punkbands. Der daraus entstandene 90er Jahre Crossover sollte einen gewaltigen Einfluss auf den später populären Nu Metal haben… Roots, bloody roots… Direkt nach dem Klick.

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Avantgardist und Schlagerfuzzi: Rezension zu Mike Pattons "Mondo Cane"

Da ist er… der schon von Fantomas bekannte, höllische Kinderchoral… Gleich geht es los. Im Hintergrund sind schon das nahende Gitarrengeschrammel, das Gekeife, Gekreische, die irren Breaks zu hören… Achtung…. jetzt! Geigen erklingen, steigern sich zu einem kitschigen Crescendo. Und dann croont und schmeichelt sich die Stimme Mike Pattons (Faith No More, Mr. Bungle, Fantomas) in den musikalischen Kosmos. Croont und Schmeichelt? Richtig! Denkt man als langjähriger Hörer des irren Multitalents noch an ein ironisches Intro, wird man von Song zu Song eines besseren belehrt. Kann der das wirklich ernst meinen? Oh, ja! Er kann! Er meint es ernst. Vollkommen ironiefrei covert die Noise-, Extrememetal- und Avantgardekoriphäe auf ihrem neuen Album “Mondo Cane” italienische Schlager der 50er und 60er Jahre. Unterstützt wird der Avantgardekünstler dabei von einem großen Orchester (mit dem er die Coverversionen schon seit 2007, live vorträgt)   und offensichtlich viel  Weißwein und Ouzo. Mike Patton beweist erneut, dass ihm alles zuzutrauen ist… alles!

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In the Fishtank I: No means no (1997)

NoMeansNo sind die ersten, die sich freiwillig in die Fishtank-Gefangenschaft begeben haben: Ein Studio, zwei Tage Zeit, bedingungslose Narrenfreiheit, und das Ergebnis auf eine gerade mal knapp 25minütige EP gebannt. NoMeansNo nutzen den Studioaufenthalt, um einige ihrer Songs neu einzuspielen. Die Variationen der bekannten Stücke halten sich dabei zwar  mitunter in Grenzen, zeigen gleichzeitig jedoch perfekt komprimiert die Vielfältigkeit der verrückten progressiven Punk-Kapelle. Ob  diese sich im Aquarium wirklich wohlfühlt, darf jedoch gleich zu Beginn der ersten Fishtank-EP erst einmal bezweifelt werden. “Help Us, please!” intonieren die kanadische Hardcore-Recken im Eröffnungsstück und das mantrisch ausgereizte “Would we be alive” (Ein Residents-Cover) von Rob Wright und Tom Holliston klingt, als müssten die musikalischen Dissidenten so schnell wie möglich aus dem Gefängnis des Tonstudios gerettet werden.

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Pukkelpop 2009 – Die Headliner Teil 1

38° als Spitzenwert, 150.000 Zuschauer und trotz ordentlichen Alkoholkomsums keinerlei nennenswerte Zwischenfälle zu vermelden. Auch 2009 hat das Pukkelpop mit seiner guten Organisation alles richtig gemacht.  In unserem ersten Teil stellen wir die Headliner vor:

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Pukkelpop 2009 Countdown / Them Crooked Vultures Surprise Act?

Es ist ja eigentlich unter deutschen Festivalgängern längst kein Gehemeinis mehr, dass auch unsere Nachbarn wirklich ganz fantastische Festivals anzubieten haben. Seit längerem bekannt ist das Pukkelpop in Hasselt/Belgien, welches durch seine unglaubliche Vielfalt an Genres und durchweg entspannter Stimmung zu gefallen weiß.

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