Hörenswertes, Januar 2016: David Bowie, Tortoise, Savages, Fjørt

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Der Januar ist fast vorbei und ich kann erst einmal hinter mein Vorhaben, 2016 wieder mehr musikalische Neuveröffentlichungen zu hören, einen Haken setzen. Im Januarrückblick feiere ich das neue Savages-Album Adore Life, genieße das jüngste Werk der Postrock-Inititalzünder Tortoise und entdecke mit Fjørt eine Band, deren Namen ich bis dato noch überhaupt nicht gehört habe. Und dann gibt es noch David Bowie… und der durfte mich kurz vor seinem Tod noch einmal richtig wegpusten. …Ja, der Januar war ein verdammt guter musikalischer Monat. Und ein “Hört euch das mal an!” kann ich hinter jede der folgenden Besprechungen setzen.

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Die 90er Jahre: Die besten Postrock-Alben des Jahrzehnts II

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Also, Butter bei die Fische: Was ist denn dieser DHL-Rock nun genau? Ich persönlich bin ja ein großer Fan der Definition von Simon Reynolds, der in die Schublade Post-Rock (Post Rock? Postrock? Whatvever!) all das steckt, was sich mit “using rock instrumentation for non-rock purposes” umschreiben lässt. Oder um es noch abstrakter auszudrücken: Rock, der nicht nach Rock klingt. Oder zumindest nicht nach Rock N Roll. Aber dann sind wir schon bei nem ziemlichen Allgemeinplatz angekommen.

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Die 90er Jahre: Die besten Postrock-Alben des Jahrzehnts I

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Okay… machen wir uns nichts vor. Die 2000er sind DAS Jahrzehnt des Postrock. Hier wurden die Meilensteine produziert, hier erhielt das Genre seine endgültige Form und seinen endgültigen Charakter, hier machte es sich – wenn auch nur für einen sehr kurzen Zeitraum – auf, die Feuilletons und Musikmagazine zu erobern. Dabei vergisst man allerdings sehr leicht, dass das Genre im Grunde genommen in den 90ern geboren wurde. Klar, wenn man besonders historisch sensibel ist, kann man die ersten Auswüchse im Postpunk der 80er oder gar im erweiterten Prog- und Space Rock der 70er ausmachen, aber die ersten richtigen Lebenszeichen zeigte diese Mischung aus Komposition und Redundanz, aus Monotonie und ekstatischen Eruptionen in den 90ern. In diesem Jahrzehnt entstanden Tortoise und wurden zu Legenden, in diesem Jahrzehnt durften Mogwai ihre ersten Gehversuche unternehmen, ebenso GY!BE und Sigur Ros, nicht zu vergessen die Genre-Prototypen von Talk Talk und Bark Psychosis. Ein guter Grund, sich die Apokalypse dieses Rockjahrzehnts genauer anzuschauen.

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Direkt aus Helge Schneiders Experimentierkeller

Man vergisst ja allzu gerne im Angesicht – der zugegeben wirklich genialen – Blödelfilme und von Katzeklo was für ein Multitalent Helge Schneider doch ist. Wenn er einfach mal nur er selbst sein kann, dann geht er auf jeden Fall ab wie Schmidts Katze (oder so…). Meine Top3 der Helge’schen Veröffentlichungen sind btw.:

1.) Die Arbeiten mit Alexander Kluge 
2.) Seine Jazzalben
3.) Doc Snyder

…aber Katzeklo schafft es auch in die Top10.

via Dressed like Machines

Hörenswertes, Herbst: Castanets, Swans, Electric Wizard, …And you will know us by the trail of dead

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Sorry Leute. Seht es ein. Der Sommer ist vorbei, der Punk ist tot und der Pop riecht schlecht. Anbei sende ich euch trotzdem ein paar kalte Grüße, serviert von (Schenkt ihm endlich die Aufmerksamkeit, die er verdient) Raymond Raposa aka Castanets, den  auf ihrem eigenen Trip hängengebliebenen (wenn es möglich wäre, würde ich eure Musik ficken!) Swans, den nach wie vor umtriebigen (Wo liegt meine Bongh?) Electric Wizard und den Seite360-Dauergästen (sorry, aber verdammt seid ihr alt geworden!) …And you will know us by the trail of dead. Das wird ein guter Herbst…

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Hörenswertes, Januar 2014: Sunn O))) & Ulver, Blank Realm, A Silver Mt. Zion, Xiu Xiu, Dum Dum Girls, Billie Joe and Norah Jones

Das Jahr 2014 startet groß… richtig groß. Bereits der Januar kann es locker fast im Alleingang mit 2013 aufnehmen und ich komme gerade gar nicht hinterher beim Reinhören in die ganzen fantastischen Alben, die hier durch den Stream rauschen. Und fuck ja, ich weiß, es ist schon Februar… und dann hat sich hierher auch noch mit Billie Joe und Norah Jones ein 2013er Output verirrt. Der hat mir den letzten Monat allerdings – trotz ein wenig zu braver Befriedung des Everly Brothers Klassikers “Songs our Daddy taught us” – mehr als einmal versüßt hat. Ansonsten gibt es in diesem Hörenswert-Artikel allerdings nichts aus der 13er Dose: Stattdessen neue Postrock-Highlights der Silver Mt. Zion, düstere Drone-Reisen in der Sunn O))) & Ulver Kollaboration, konfusen Retro Indie/Psychedelic-Rock von Blank Realm, Anti-Pop von Xiu Xiu und Pro-Pop von den Dum Dum Girls.

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Die 90er Jahre: Die besten Crossover Alben des Jahrzehnts

Rinko will sich endlich den musikalischen 80er Jahren widmen und ist dafür schon fleißig am LP-Sammeln. So wie er im Moment über New Wave und Postpunk philosophiert und mir dabei irgendwelche Bandnamen an den Kopf wirft, die ich noch nie gehört habe, kann es eigentlich nicht mehr lange dauern, bis die musikalische Aufarbeitung meines Geburtsjahrzehnts hier auf Seite360 stattfindet. Als in den 90ern musikalisch sozialisierter Hörer habe ich mit dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts allerdings noch nicht ganz abgeschlossen. Und während Rinko sich in die Untiefen von No Future, Glam, Synthie und Postpost-irgendwas begibt, will ich zumindest noch ein paar Genres würdigen, auf deren Aufarbeitung er bisher in unserer 90er Retrospektive verzichtet hat. Wobei der Genre-Begriff im Falle des Crossover etwas diffus ist. Tatsächlich ist diese Bezeichnung für die Vorreiter des Nu Metal, für die ersten, die Rap, Rock, Funk und Metal zusammenmixten, primär eine deutsche Erscheinung. In den USA wurden die folgenden Bands stattdessen gerne dem Funk-Rock, dem Rapcore oder anderen Genrehybriden zugeordnet. Hierzulande dagegen sind wir mit genau jenem Crossover-Begriff groß geworden, nicht nur Dank deutscher Bands wie H-Blockxx oder Such a Surge, sondern auch Dank vieler Bands aus Übersee, denen wir dieses Label – stolz etwas neues musikalisches zu entdecken – aufgedrückt haben. Im Folgenden widme ich mich den besten Alben des klassischen Crossover, wie er Anfang/Mitte der 90er Jahre geboren wurde und ebenso schnell wieder in der Versenkung verschwunden ist, um diversen Core- und Nu-Metal-Labels Platz zu machen. Es war nicht alles golden in diesem mixwütigen Genre, ein paar herausragende, spannende Hybrid-Alben sind trotzdem dabei rumgekommen.

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Silence is Noise

Kirill Shirokov hat sich die Stille nach den Tracks und zwischen den Tracks von verschiedenen Alben genauer angehört, diese verstärkt und daraus einen Remix erstellt. Das Ergebnis heißt “practice the silence” scheint aber eher nach dem Prinzip “Defeat the silence” zu funktionieren… Conceptual Noise at its best.

via Kulturtechno

Musikvideo der Woche: Animal Collective – Applesauce

Ui, den habe ich wegen meiner Auszeit übersehen. Gaspar Noé war für diesen Clip verantwortlich und hat sich von dem 68-Kurzfilm ” “N:O:T:H:I:N:G” inspirieren lassen.

Animal Collective –  Applesauce (2013)


Regie: Gaspar Noé
Album: Centipede Hz

Tuning In – A Film about Karlheinz Stockhausen


Dokumentation von Barrie Gavin aus dem Jahr 1982. Für später vorgemerkt… Blog quasi mal wieder als erweiterte Lesezeichenliste missbraucht.

via 

Die 90er Jahre: Die besten Progressive Rock Alben des Jahrzehnts IV

Ich befinde mich gerade in so einer Art unheimlichem Progressive Rock Rausch, Dank dem ich die entsprechenden Artikel beinahe in einem Rutsch runter geschrieben habe. Ich hoffe mal, dass sich meine derzeitige Begeisterung für die Art Rock Nische auch ein wenig in den Texten Lobeshymnen auf die Genre-Alben der 90er Jahre niedergeschlagen hat. Wie bei jedem guten Rausch wird früher oder später der Kater folgen und diesen werde ich mit den Stooges, Ramones und Sex Pistols dann auch hoffentlich erfolgreich bekämpfen. Bis dahin gibt es aber noch einmal eine volle Ladung Prog-Rock der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts. Morte Macabre laden zum düsteren Tanz ein, Mats / Morgan versetzen dem Fusion neue Stromschläge, Tool weiden sich in Undertow in einer Mischung aus Stoner, Alternative und Art Rock, während Bondage Fruit und Simon Steensland den Zeuhl erfolgreich in eine neue Epoche transferieren. Auch Buckethead und Tenhi klingen alles andere als nach klassischem RetroProg und mixen stattdessen Ambient, Postrock, Gothic, Metal, Experimental und was ihnen sonst noch in den Kram passt in ihren originellen, ungewöhnlichen Sound. Schubladenzertrümmerung erfolgreich, würde ich sagen: Der Patient lebt.

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Die 90er Jahre: Die besten Progressive Rock Alben des Jahrzehnts III

Die Schublade ist weiterhin der Feind. Und so dürfen in diesem Artikel Radiohead vom Brit-Pop aus Richtung Progressive Rock schielen, wie es mit Sicherheit einige britische Rocker in den 90ern getan haben, wenn auch kein einziger so konsequent wie Thom Yorke und seine Mannen. Vom Art Pop und Postrock kommt Mark Hollis hereingeschneit und selbst Pallas, Robert Fripp und David Sylvian durchbrechen ihre Traditionen, während zumindest  Höyry-Kone den Banner des klassischen Progressive oben halten (Und wie sie das machen!). Achja, und ein klein wenig Jahre Reminiszenz an die 80er Jahre – oder wie ich sie nenne: “Die dunkle Ära des Prog” – hat sich auch hierher verirrt; mit Collage, die den Neo Prog Sound von Marillion gekonnt in die nächste Dekade  transferieren. Progressive Rock, Art Rock, Art Pop, Post- irgendwas? Die Schublade ist tot, es lebe die Schublade!

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Die 90er Jahre: Die besten Progressive Rock Alben des Jahrzehnts II

Wie schon im letzten Artikel mit der Aufnahme von The Gathering angedeutet, lässt sich durchaus darüber streiten, was zum Progresive Rock gezählt werden darf und was nicht. Aber das Streiten mit Dogmatikern nervt und Hand aufs Herz: Der Prog gehört zu den Genres mit den konservativsten Anhängern, ausgerechnet die Musik, deren Attribut vom lateinischen progressus = Fortschritt abstammt, hat Fans, die sämtliche Neuerungen am liebsten für nichtig erklären und sich in engen Genre-Grenzen am wohlsten fühlen, gerade wenn es um die Verteidigung der Nische gegenüber dem so genannten Mainstream geht. Insofern dürfte die Aufnahme von Muse für einiges Kopfschütteln unter den True Proggern sorgen. Auch dass The Tea Party hier reingehören, wird mit Sicherheit so mancher Prog-Jünger verneinen. Dagegen dürften sowohl The Flower Kings als auch Spock’s Beard und Änglagård einhellig Zustimmung ernten, während Happy Family mit ihrem what the fuckigen Zeuhl-Sound wiederum am anderen Ende des Spektrums angesiedelt sind und all jenen ans Herz gelegt werden können, die schon immer die freakigen, andersartigen und abseitigen Momente der Schublade bevorzugten.

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Hörenswertes Mai/Juni 2012: Sigur Ros, Die Toten Hosen, Laurel Halo, Japandroids, Maximo Park

Ich verzichte mal auf einen größeren Einstieg zu einem der leider momentan seltenen Hörenswert-Artikel und nutze die Pause zwischen dem hochklassigen Spanien/Italien Spiel und trabe danke akuter Biernot für einen Ausflug zur nächsten Tanke (Anmerkung des Lektors: Das kommt davon, wenn man die Einleitung zu früh schreibt und den Artikel erst einige Zeit nach dieser veröffentlicht ;- ) ). Ich wünsche viel Spaß mit den nicht mehr irdischen Sigur Ros, den ungestümen Japandroids, der wunderlichen Laure Halo und den bodenständigen Hosen. Selbst Maximo Park haben sich leicht verändert, was allerdings in diesem Fall weniger das Album selber betrifft.

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