Die 80er Jahre: Die besten Epen und Historienfilme des Jahrzehnts III

Einen über Episches und Historisches aus den 80ern habe ich noch, auch dieses mal mit gewisser Schubladen- und Kategorien-Unschärfe. Natürlich ist Highlander dann doch auch ziemlich viel Fantasy-, Action- und Blockbuster-Kino. Natürlich ist Fitzcarraldo auch irgendwie Abenteuerfilm und Drama. Natürlich kann man über die Historizität von Am Anfang war das Feuer streiten. Und natürlich ist Au revoir, les enfants in erster Linie eine Tragödie historischen Ausmaßes gespiegelt in einem sehr persönlichen Kindheitsporträt. Zumindest auf das epische Moment von Die Bounty können wir uns einigen, oder? Auch wenn sich da natürlich wiederum eine Diskussion über die Qualität von Roger Donaldsons Historienepos anbietet. Well, ohne Streit wäre es ja auch ziemlich langweilig.

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Links fürs Wochenende

“Ist Indie am Ende?”

fragt sich Johnny Haeusler bei Spreeblick, nachdem er in TV Total erfahren hat, dass Thees Uhlmann nicht nur dort sondern auch beim Bundesvision Song Contest antritt… Finde solche pessimistischen Blicke auf die Musikindustrie ja immer so mehh… was aber definitiv stimmt, ist, dass die unabhängige Musikszene die Stärken des Internets bis daton noch nicht richtig ausspielen konnte, bzw. nach dadurch entstandener Popularität auch sehr schnell Teil der Industrie wurde.

Was ist falsch an der bekanntesten Grafik zur Evolution des Menschen?

Nils Cordes geht der Problematik der klassischen “The March of Progress”-Abbildung nach, inklusive einer Menge skurrilem Anschauungsmaterial.

R.I.P. R.E.M. – From a Fan

Nur einer von zahllosen R.E.M.-Nachrufen, die es diese Woche zu lesen gab… Definitiv aber einer der Schönsten. Alec von “The Fox is Black” erinnert sich an seine ganz eigenen, persönlichen Momente mit den stadionfüllenden Alternative Rockern.

Das neue Facebook-Profil: Timeline jetzt sofort nutzen

Caschy verrät in seinem Blog allen Neugierigen, wie sie jetzt bereits auf die Digitalisierung ihres Lebens à la Zuckerberg zugreifen können.

Jesus Camp

Starker Dokumentarfilm auf Arte+7 über Evangelikale in den USA, deren Nachwuchs und die Methoden mit denen dieser auf den Kampf für ein christliches Amerika vorbereitet wird.

Und dann gibt es ja noch die Aufregung in der wissenschaftlichen Community über Neutrinos auf der Überholspur, die “weitreichende Folgen für die Grundlagen der Physik” haben könnten, sofern es sich nicht um einen weitaus wahrscheinlicheren technischen Fallstrick handelt. Auf jeden Fall die perfekte Gelegenheit – auch für Physiklaien – sich mal wieder in die spannende und hochkomplexe Relativitätstheorie einzulesen.

Letztes Jahr auf Seite360:

Die Welt ist noch in Ordnung, Einstein noch nicht in Frage gestellt. Daher muss die Aufregung von anderer Stelle kommen, zum Beispiel von kontroversen und provokanten Filmen der 00er Jahre, oder durch einen Kleinkrieg zwischen einem Rapper und einem Musikjournalisten. Beschaulicher geht es bei Maximum Balloon zu, mit denen Dave Sitek von TV On The Radio einen auf Pop macht, und bei herzerwärmender Musik für den Herbst, unter anderem von Yann Tierssen, Deerhunter und Nick Hornby.

Links fürs Wochenende

Biologen sind gar nicht so!

Aufruf zur Interdisziplinarität von Natur- und Geistes/Kulturwissenschaften mit dem wunderbaren Fazit: “Die Zusammenarbeit in der Evolutionsforschung rockt!” — 100% signed!

Lobo – Der Wolf vom Zentralplatz

Eine wunderbar empathische, herausragend geschriebene Reportage über den Alltag eines obdachlosen Berbers, die so ziemlich jede Reportage in den Schatten stellt, die ich im letzten Jahr lesen durfte. Über 11 Seiten erzählt Hartmut Wagner von seinen Erlebnissen mit Lobo: Er war dabei, beim Saufen, beim Betteln, beim Platte machen. Eine ganze Woche hat er ihn begleitet und berichtet lebhaft von dieser Erfahrung. Heraus gekommen ist ein großartiger Artikel, der ordentlich Beifall erhalten, zu dem sich gar der Chefredakteur der Rhein-Zeitung noch einmal zu Wort gemeldet hat. Und tatsächlich stellt dieser Artikel für eine Regionalzeitung ein Musterbeispiel an Qualitätsjournalismus dar.

Gif.TV

Diese derzeit grassierende Gif-Euphorie ist vermutlich das erste originäre Web-Retro-Ding der Netzkultur. Passend dazu gibts jetzt den feinen TV-Kanal Gif.TV, auf dem man sich munter durch die verschiedensten animierten Minimalbildchen klicken kann.

The Video Games Plot Scale

Overthinking it zum Verhältnis von Story und Herausforderung in Videogames, von Spielen mit nahezu Null-Story und 100%-Herausforderung (Tetris) bis zu kaum vorhandener Herausforderung aber hoher Storydichte (Heavy Rain).

Was sind eigentlich Club-Kinos?

Filmtogo entdeckt auf Usedom ein klassisches Club-Kino und führt mit dem Besitzer ein Interview über diese (zumindest im Osten) traditionellen cineastischen Veranstaltungsorte, die leider so gut wie ausgestorben sind.

Mit Dank an Testspiel ein sattes Rockpalast-Live-Programm fürs Wochenende… Neue Konzertvideos vom Haldern 2011 direkt über den PC in die Bude:

Doodle-God

Dank eines Zeit-Artikels wurde ich an das herausragende Mini/Browsergame Doodle-God erinnert, dass ich zum Zeittotschlagen nur wärmstens empfehlen kann. Vier Elemente – Wasser, Erde, Feuer, Luft – liefern die (göttliche aristotelische) Basis für unzählige Kombinationen und neue Schöpfungen: Von Lava, Sand und Stürmen über einfache Lebensformen bis hin zum Menschen und dessen kultureller Entwicklung (zum Alkoholiker). Ein einfaches Prinzip, dass verdammt lange, verdammt viel Spaß macht.

‘Raiders': Damon Lindelof’s Love Letter to a ‘perfect movie’

So what, exactly, is it that I love most about you, “Raiders of the Lost Ark”? Man …  I don’t even know where to start. But let’s get past the obvious stuff that all your other admirers seem so dazzled by (the whip!!!) and talk about what truly makes you unique.

Die Kunst aufzuräumen

Ursus Wehrli räumt den Alltag auf, nachdem er das bereits erfolgreich mit Kunstwerken gemacht hat. Das Buch ist vor kurzem erschienen. Wehrlis Verlag findet es nicht so prall, wenn Bilder aus dem Buch gebloggt werden, weswegen wir an dieser Stelle auch drauf verzichten, weiter für das Buch zu werben (aber kauft es euch Leute!). Egal, denn bei Fubiz gibts das Material weiterhin zu bestaunen.

Letztes Jahr auf Seite360:

Weiter gehts mit der Dekaden-Kanonisierung. Dieses Mal sind die besten Theaterverfilmungen der 00er Jahre an der Reihe. Hurts liefern mit Happiness ein frühherbstliches Tief aus Manchester, das auch perfekt zu diesem lauen Sommer passt. Ebenso die stille Apokalypse in Yorck Kronenbergs Welt unter und Arthur Rimbauds verzweifelter Aufschrei zwischen Resignation und Aufbruchseuphorie Abschied. Jason Moran liefert die passenden, eklektischen und freien Töne zur scheinbar schleichenden Apokalypse mit seinem ambivalenten Jazz-Album Ten und J. Cole verirrt sich mit coolen Klängen der New Hip Hop School in diese Tristesse.

Animated Short der Woche: Big Bang Big Boom

Kreationismus suckt… so eine wahnsinnige Wall Painted Animation kann von den Intelligent Design Anhängern jedenfalls nicht erwartet werden. Hier taumeln Einzeller um Schrott herum, jagen große Fische kleine Fische auf verwaisten Parkplätzen, mutieren Echsen auf Straßenmauern und graben sich Krustentiere ihren Weg durch den großstädtischen Strand. Alles in wunderbar unperfekter Stop-Motion, entlang an Beton, Stein, Sand, Wasser, durch Türen, Fenster, Autos; mit Farbe und all dem anderen Material, das die urbane Landschaft hergibt. In diesem Sinne: Do the Evolution!

Big Bang Big Boom (2010)

Regie & Animation: Blu

Soundtrack: Andrea Martignoni