Schlagwort-Archiv: Erster Weltkrieg

Aus den Schützengräben… Ein WWI-Magazin von britischen Soldaten (1916)

trenches

Bei der Public Domain Review findet sich derzeit ein Magazin über den Ersten Weltkrieg aus dem Jahr 1916, vollgepackt mit Texten und Illustrationen von britischen Soldaten. Die in relativ geringen Dosen vorhandene Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Gräuel des Krieges (stattdessen gibt es eher lexikalische Einträge und einige sogar recht vergnügte Zeichnungen) lässt darauf schließen, dass bei der Publikation der eklektischen Sammelschrift das ein oder andere Mal die Schere beteiligt war, um diese nicht zum Motivationskiller im noch andauernden Krieg werden zu lassen. Dennoch und gerade deswegen ein beeindruckendes Dokument über die Auseinandersetzung des “kleinen Mannes” mit dem Leben an der Front.

Made in the Trenches: a WW1 Magazine Created by Soldiers (1916)

Kurzfilm der Woche: Rest

Ähm ja, irgendwie ist das meine Schuld, dass die Kurzfilme-Rubrik momentan praktisch nicht stattfindet. Flo ist schwer mit seiner Arbeit beschäftigt und ich scheine noch im kreativen Winterschlaf zu stecken. Immerhin gibt es nun nach langer Pause einen Kurzfilm, der eine epische Länge von 12 Minuten und das alte Nerd-Lieblingsthema “Zombies” behandelt. Ich bin auch etwas durch mit dem Thema, aber selten wurde dieses so intim und poetisch wie in dem sehr liebevollen “Rest” behandelt.

“Rest,” is the story of a young American soldier who dies in WW1 and ninety years later unearths himself from a grave in the European countryside. Shot over the course of a week in Mendocino County, Morongo Valley and New York City, the film is a dark, but beautiful meditation on a wayward soul’s pursuit of peace.

via mindsdelight

Die Ankunft des Romantikers in der Moderne – Zu Hermann Hesses "Demian" (1919)

Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören. Der Vogel fliegt zu Gott. Der Gott heißt Abraxas.

(Max Demian)

Hermann Hesse: Prediger, Selbstfindungsguru, Wanderautor, Heimatbewegungsapostel, Weltflüchtling, Nobelpreisträger, Hippieikone, der Schweizer liebster Autor, den die Deutschen gerne für sich beanspruchen und, und, und… Expressionist? Man mag sich verwundert die Augen reiben, mag diese Beschreibung doch so gar nicht zu dem Mann mit den vielen Gesichtern passen. Aber denken wir uns kurz ins Jahr 1918 zurück. Der Erste Weltkrieg ist vorbei. Hesse hat sich als Pazifist eine Menge Feinde gemacht, Deutschland liegt in Trümmern und die Konservativen, Militaristen und Sozialisten bekriegen sich. Hermann Hesse wechselt sein Gesicht, konsequenter, als er es je zuvor getan hat oder später tun sollte, Hermann Hesse wird Emil Sinclair.

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