Sängerinnen von ADAM singen bis zum Orgasmus…

Warum ist das bis jetzt an mir vorbei gegangen? Die Sängerinnen der niederländischen Electropop-Band ADAM singen “Go to Go”, während sie gleichzeitig mit elektronischer Stimulation zum Orgasmus gebracht werden: Heiß, befreiend und einfach nur wunderschön. Erinnert natürlich an das großartige Hysterical Literature Projekt und bekommt daher in der B-Note ein paar Originalitätspunkte abgezogen: Im freien Gesang funktioniert das Konzept mMn. aber sogar um einiges besser als am Schreibtisch sitzend, einfach, weil die Protagonistinnen hier weitaus ungebundener, weniger beim Publikum und mehr bei sich selbst zu sein scheinen. Und nach wie vor gilt natürlich, dass Orgasmen mit zu den schönsten Erscheinungen dieser Welt gehören.

Direktorgasmus via Mind’s Delight

Musikvideo der Woche: Pale blue Jak – Mr Ace

Eigentlich ist das ja nicht für die Views gut, aaaaber geht bei dem Wetter mal ruhig bei einem Eis oder kühlem Bier irgerndwo chillen. Bitte aber vorher noch das wirklich lustige und sehr charmante Video von Pale blue Jak anschauen!

Pale blue Jak – Mr Ace (2013)


Regie: Aidan McAteer
Album: Faces

Hörenswertes Herbst 2012 III: Rival Sons, Godspeed You! Black Emperor, Max Richter, Brockdorff Klang Labor, Dreamscape

Herbst… und Sonne! Zumindest hier in Berlin. Und dennoch das Bedürfnis nach wohltuenden, wärmenden, angenehmen Klängen. Naja, wenn ich diesen musikalischen Schnell-Check überblicke, bleibt von Lagerfeuer-Romantik nicht viel übrig. Godspeed You! Black Emperor bereiten uns stattdessen mit ihrem Comeback auf den nahenden Weltuntergang vor, die Rival Sons reiten retroaktiv rockend in den Sonnenuntergang und Max Richter zerfleddert gleich alle vier Jahreszeiten so, dass kaum noch an einen gemütlichen Herbst-Abend zu denken ist. Immerhin lädt das  Brockdorff Klang Labor zu entspannten und selbstironischen deutschen Electro-Pop-Eskapaden ein… und ja: Kaum gekannt, fast vergessen, wieder aufgetaucht, sind sie doch noch zu hören: Die schmeichelnden, warmherzigen und zugleich traurigen Shoegaze-Klänge der frühen 90er Jahre, die perfekt zum aktuellen Herbst passen. Trotz ihres immensen Alters sind Dreamscape die große Entdeckung dieses Hörenwertes-Checks: Verträumt, verliebt, verloren und dabei einfach wunderschön. Alles wird gut.

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Hörenswertes Herbst 2012: The XX, Animal Collective,The Hirsch Effekt, Grizzly Bear, Muse

Die Blätter fallen,

fallen wie von weit,

als welkten in den Himmeln ferne Gärten …

(Rainer Maria Rilke)

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Musikvideo der Woche: Casiokids – Olympiske Leker

In ein paar Stunden steigt die Eröffnungsfeier für die Olympischen Spiele in London und wir stimmen uns schon mal mit dem handgezeichneten Video von den Casiokids drauf an. Ich freue mich übrigens wie ein kleines Kind auf die Party heute abend, die kein Geringerer als Danny Boyle entworfen hat und wenn ein Volk Eier in der Hose für ausgefallene Ideen abseits der Norm hat dann sind es die Briten.

Casiokids – Olympiske Leker(2012)

Regie: Chad Blevins

Album:Aabenbaringen Over Aaskammen

Musikvideo der Woche: Passion Pit – I`ll be Alright

Pop, Art and Love. In dem neuen Musikvideo von Passion Pit passiert einiges und wer es nicht verstanden hat:

A heart broken museum security guard sees reality shift after abusing his medication, bringing him back to a glorified vision of his past love.
Each piece of art suddenly takes part in illustrating the love cycle surrounding him. From the triangle symbolizing Seduction (Gold), to the Fiery Passion that consumes a relationship (Yellow), the entangled and complicated Break Up (Red, Dynamite), ending up with the hopeful and healing Rebirth ( Green).

Passion Pit -  I`ll be Alright (2012)

Regie: Greg Barth

Album: Gossamer

Passion Pit – Take A Walk (Stream)

Mehr Pop als hier geht kaum. Passion Pit sind nach langer Pause zurück und zeigen mit dem neuen Track, dass sie immer noch Songs von barocken Ausmaßen produzieren können und dieser Sommer zusammen mit Animal Collective besonders trippy wird.

via Stereogum

Hörenswertes März 2012 II: Grimes, Gazpacho, Islet, Xiu Xiu, Terry Malts

Jetzt habe ich doch noch ausführlich und mehrmals Grimes gehört, einfach um wirklich was aktuelles bei den zweiten Hörempfehlungen für März dabei zu haben. Denn ansonsten stammen die rezensierten Alben doch primär aus den Vormonaten (was deren Qualität freilich nicht im geringsten schmälert). Ob der hippe Electro-Pop auf Visions hält, was der Hype verspricht, könnt ihr nach dem Klick lesen. Ergänzt werden kann so viel Trendyness nur durch knallharte Anti-Trends: Obwohl Neo-Prog irgendwie ziemlich tot ist, hatte ich eine gute Zeit mit Gazpacho, die irgendwo zwischen Anathema, Porcupine Tree und Dredg nach den verlorenen Höhen des neoprogressiven Himmels suchen. Terry Malts spielen 70er Fuzzie-Punk, wie er traditioneller nicht sein könnte, Xiu Xiu besinnt sich ebenfalls auf seine Experimental-Wurzeln, während die einzig wirklich, wirklich – verdammt so was von wirklich – originellen Klänge dieser Hörnswert-Runde von den grandiosen Islet stammen. Aber auch Unoriginelles kann hörenswert sein, wie eigentlich alle folgenden Alben unter Beweis stellen. Achja, es ist März, die Sonne scheint und es wird echt mal wieder Zeit für großartige Musik. Das Folgende dürfte die notwendige Ladung sein, um den Frühling würdevoll zu begrüßen…

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Musikvideo der Woche: Johnny Neon – Hearts

Ich glaube so ziemlich alle im meinem Freundes- und Bekanntenkreis sind ausgesprochene Katzenliebhaber. Ich persönlich kann diesen Kult um die langweiligen Dekodinger, die apathisch vor sich rumdösen und ab zu wegen ihrem Essen rumzicken, nicht so wirklich bis gar nicht verstehen. Aber für mich hat die Natur ja auch den besten Freund des Menschen erschaffen und das herzige Video von Johnny Neon könnte ich mir echt den ganzen Tag im Dauer-Loop anschauen.

Johnny Neon – Hearts (2012)

Regie: Dave Meinert

Album: Johnny Neon

Air interpretieren den Stummfilm-Klassiker “Le Voyage Dans la Lune”

Die Ambient/Electro-Pop-Künstler Air haben vor Kurzem für Februar 2012 ein neues Album angekündigt. Le Voyage Dans la Lune orientiert sich dabei nicht nur dem Titel nach an dem Stummfilmklassiker Die Reise zum Mond (1902) von Georges Méliès. Das französische Duo will sich sowohl inhaltlich als auch musikalisch an den 16minütigen Kurzfilm anlehnen. Zudem wurde die filmische Vorlage, deren vollständige Kopie 2002 in Frankreich wieder entdeckt wurde, restauriert und feierte beim diesjährigen Festival in Cannes ihre Wiederaufführung…. selbstverständlich ebenfalls unterlegt mit der Musik von Air. Die digitale Limited Edition von Airs neuem Album wird den Film in voller Länge enthalten. Als kleinen Teaser gibt es bei NPR zumindest schon mal die einminütige Paraden-Szene, die im neuen Soundgewand zwar etwas schräg, nichtsdestotrotz fantastisch wirkt.


via SKOA

Musikvideo der Woche: Hot Chip – Ready For The Floor

Ein schön-buntes Video und eine kleine Hommage an den Joker, dessen Erfinder Jerry Robinson gestern verstarb.

Hot Chip – Ready For The Floor (2008)

Regie: Nima Nourizadeh

Album: Made in The Dark

Gary Numan – Dead Son Rising (Stream)

Gary Numan scheint mit seinem neuen Album Dead Son Rising einen ziemlich gut funktionierenden düsteren Bastard aus experimentierfreudigem Electro, Pop und biestigem, destruktivem New Wave Industrial vorzulegen… zumindest lässt sich das so weit beim ersten Hören über den Soundcloud-Stream beurteilen. Dort schenken uns Consequence of Sound für die Adventszeit das komplette Album, das bereits am 28. Oktober hierzulande erschienen ist….

Originally DSR was going to be made up of unused songs that had been written for the previous three albums, ExilePure and Jagged. I had about 14 tracks that we felt we could finish off fairly easily and which would make a very good album. These tracks were very easy to find as prior toExile I kept nothing so I only had a small number of unused songs laying around. For the first 20 years or so of my career, if a song wasn’t working for any reason I would erase it. Eventually even I realized that was a pretty stupid and wasteful thing to do and so I started to keep those tracks that didn’t make it onto albums.

Gary Numan – Dead Son Rising by Consequence of Sound

Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts VI

Zwei Rückblicke zu den besten deutschen Alben der 90er habe ich noch in petto. Im vorletzten Teil unserer Retrospektive dominiert wieder die deutschsprachige Musik… aber nicht nur. Ganz ohne Vocals kommen die Doom Jazzer von Bohren & der Club of Gore aus, die bereits vor ihrem Meisterwerk Black Earth die Schönheit der Stille entdecken, während The Notwist für den gewissen angelsächsischen Touch sorgen. Deutschpunk darf natürlich nicht vergessen werden, in diesem Fall vertreten durch Slime, die amtlichen 80er Punk Rock von der Straße zelebrieren, diesen aber mit Metal und Noise gehörig in die Mangel nehmen. Auch die Boxhamsters spielen keineswegs klassischen Deutschpunk und schielen stattdessen lieber Richtung Hamburger Schule und Postrock-Euphorie mit Pop-Attitüde. So etwas wie die Hamburger Vorschule (ähmmm) gibt es dann auch noch, und zwar von der grandiosen, prophetischen Kolossalen Jugend. Und wirklich klassische deutsche Musik hat der Barde Konstantin Wecker im Gepäck, wenn er auf famose Weise Berthold Brecht interpetiert.

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