Die 80er Jahre: Die besten surrealistischen Filme des Jahrzehnts I

surrealismus

Im Grunde genommen ist Kino des Surrealismus in den 80er Jahren bereits ziemlich am Ende. Mit Luis Buñuel stirbt 1983 der wohl wegweisendste Regisseur des Genres und hinterlässt eine Lücke, die sich so schnell nicht schließen wird. Zwar wies David Lynch mit Eraserhead bereits 1977 einen Weg in die Zukunft des surrealen Films – zwischen Avantgarde und unterhaltsamem Genrekino -, in den 80ern kümmert er sich jedoch eher um “bodenständigere” Projekte wie seinen Elefantenmenschen oder Blue Velvet. Während der neue Surrealismus noch ein wenig in Wartestellung verharrt, lassen aber immerhin die Altmeister mit interessanten Spätwerken aufhorchen: Fellini, Godard, Kluge… die Filmemacher des ersten Beitrags zum surrealen Kino der 80er lesen sich wie ein who is who vergangener Jahrzehnte. Warum sie auch in dieser Dekade begeistern können, lest Ihr hier…

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Die 80er Jahre: Die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts II

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Nachdem wir im ersten Teil unserer 80er Retrospektive doch einen starken Fokus auf “erwachsenen” Zeichentrick hatten, soll es in diesem Teil etwas familientauglicher zu Sache gehen. Aber keine Sorge, wir werden uns nicht nur klassischem Disney-Blockbusterkino der Marke Arielle widmen. Neben der exzentrischen, wilden Version des Disney-Kinos mit Ghiblis Das Schloss im Himmel haben es uns hier vor allem die Europäer angetan. Mit Walhalla findet eine gekonnte Verbrüderung nordischer Mythologie und traditioneller Familienunterhaltung statt, und mit Asterix bei den Briten dürfte wohl die beste Verfilmung der berühmten Goscinny- und Uderzo-Comics vorliegen. Und wenn es dann doch etwas ernster werden soll, gibt es mit Akira immer noch einen der besten Animes und asiatischen Science Fiction Werke der Filmgeschichte. Viel Vergnügen.

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Back to the future day!

Like literally. Zager and Evans waren mit ihrer Dystopie auch nicht weniger weit weg als Robert Zemeckis zweiter Teil der Trilogie, sie waren eben nur weniger hollywoodymistisch.

In the year 9595
I’m kinda wonderin’ if man is gonna be alive
He’s taken everything this old earth can give
And he ain’t put back nothing

Lesezeichen: Michel Houellebecq – Unterwerfung

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“Es ist die Unterwerfung”, sagte Rediger leise. “Der nie zuvor mit dieser Kraft zum Ausdruck gebrachte grandiose und zugleich einfache Gedanke, dass der Gipfel des menschlichen Glücks in der absoluten Unterwerfung besteht. 

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Die besten Filmszenen 2014

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Drüben bei pewpewpew hat Sascha seine liebsten Filmmomente 2014 aufgelistet und irgendwie scheint mir das eine gute Art zu sein, das Filmjahr 2014 noch einmal Revue passieren zu lassen. Remember: Das sind die Filmszenen, die mich im vergangenen Jahr am meisten bewegt und begeistert haben, nicht notwendigerweise die Filme. Und so finden sich hier auch ein paar extrahierte Momente, deren Gesamtwerke ich nicht notwendigerweise in einer Liste der besten Filme des Jahres stehen hätte, mitunter gesamt betrachtet sogar als eher mäßige Filme ansehen würde. Achja, und zur Vorwarnung sei noch gesagt, dass die Liste mittelwarme Spoiler für verschiedene Filme dieses Jahres enthält. Major Spoiler sind aber eher nicht zu erwarten. Und noch ein kleines PS für alle Nitpicker. Ich habe mich am Deutschlandstart orientiert. Daher dürften ein, zwei Filme in der Liste gelandet sein, die manch anderer 2013 verorten würde.

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SciFi Filmabriss: The Congress, Interstellar, Young Ones, Apollo 18, Alles eine Frage der Zeit

bg

Zum Start von 2015 und Rückblick auf das vergangene Jahr, noch einmal Science Fiction satt. Nicht alle der hier rezensierten Filme stammen aus dem Jahr 2014, aber alle habe ich irgendwann in den letzten Monaten gesehen. Und so ziemlich alle – abgesehen von Interstellar – findet Ihr auch mittlerweile in eurer Videothek des Vertrauens. Wenn es also für das Ende von 2014, für den Beginn von 2015 noch einmal futuristisch, spacig, prophetisch werden soll, werdet Ihr hier bestimmt den ein oder anderen potentiellen Kandidaten für einen gemütlichen Filmabend zwischen den Jahren zum Jahresauftakt finden.

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Filmabriss (Science Fiction, 2014): Under the Skin, Elysium, Edge of Tomorrow, Transcendence

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So es ist mal wieder an der Zeit für einen kleinen Filmabriss, der sich tatsächlich konsequent aktuellen Filmen widmet: 2014 scheint wie bereits 2013 auf den ersten Blick ein ganz hervorragendes Jahr für das SciFi Genre sein. Nachdem ich vor ziemlich genau einem Jahr meine Begeisterung für Oblivion und Ender’s Game und vor knapp einem halben Jahr meine Begeisterung für Her, Lucy und den Planet der Affen kundgetan habe, sind in den letzten Monaten noch ein paar weitere interessante Genre-Beiträge durch mein Heimkino gerauscht, und das dann auch gleich in den unterschiedlichsten Variationen: Zum einen das Genre als Leinwand für artifizielles, eskapistisches Kunstkino in der Scarlett Johansson One-Woman-Show Under the Skin, zum Zweiten das Genre als Leinwand für dystopische Gesellschaftskritik in Elysium, zum Dritten das Genre als Hintergrund einer philosophischen Auseinandersetzung mit KI und Digitalität in Transcendence und last but not least, das Genre als Vorwand für Big Budget Kriegs- und Actionkino in Edge of Tomorrow. Welcher der Beiträge was taugt, lest ihr nach dem Klick.

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Happy Birthday, Naughty Dog

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Die Videospielszene applaudiert gerade ordentlich der Spielschmiede Naughty Dog zum (sehr großzügig gemessenen) 30. Geburtstag… zurecht. Kaum ein anderer Entwickler hat in den letzten 20 Jahren derart konstant gute Qualität in allen möglichen Genres abgeliefert. Nimmt man es genau mit dem Alter des mittlerweile Playstation-exklusiven Softwarelieferanten, kommt man allerdings nicht daran vorbei, auf ihre Anfänge zu sprechen zu kommen. 1984 als Jam Software gegründet, versprühte Naughty Dog in seinen Anfangszeiten nämlich keineswegs den Gaming-Esprit, den man heutzutage von ihnen gewohnt ist. Mit Spielen wie Dream Zone und dem unsäglichen Way of the Warrior waren sie sogar lange Zeit eher ein Garant für durchwachsene Metascores und enttäuschte Spieler, die sich von inspiriert klingenden Game-Beschriebungen und grafischen Extravaganzen täuschen ließen.

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Filmabriss: Her, Lucy, The Wolf of Wall Street, Planet der Affen: Revolution

apes

Zweimal Kino, zweimal DVD. Zweimal Scarlett Johansson, zweimal Affengesichter (Sorry Leo). Gleich drei große Regie-Namen – Spike Jonze, Luc Besson, Martin Scorsese – und insgesamt viel hollywoodesker Eskapismus. Zeit für einen neuen Filmabriss…

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Filmabriss: Captain Phillips, 12 Years a Slave, Snowpiercer, Trance – Gefährliche Erinnerung

Tom Hanks

Unbedingt mal wieder Zeit für einen aktuellen Filmabriss… Irgendwie tut es mir derzeit um so ziemlich jeden Film leid, den ich sehe und zu dem ich es nicht schaffe, wenigstens ein oder zwei Zeilen zu Papier zu bringen; liegt nicht nur daran, dass ich das Gefühl habe, Seite360 giere nach Content, sondern auch einfach weil das Niederschreiben mir selbst hilft meine Meinung zu dem entsprechenden Film zu verarbeiten und zu fixieren, auch über den (ähnlichen) Effekt eines  Nach-Kinobesuch-Gesprächs hinaus. Hier also jetzt ein paar kurze Gedanken zu einigen Filmen, die ich in den letzten Wochen/Monaten gesehen habe. Keine tiefgründige Analyse, keine umfangreiche Auseinandersetzung, nur ein oder zwei Cents, die ich glaube zu den Werken noch loswerden zu müssen. Dieses Mal sind die Big Budget Großprojekte an der Reihe: Zweimal Oscar-Gewinner in Captain Phillips und 12 Years a Slave, einmal stilsicherer Heist-Mindfuck in Trance, und einmal groteske Weltuntergangsphantasien zwischen Korea und Traumfabrik in Snowpiercer. 2014 ist btw. bis dato ein verdammt gutes Filmjahr.

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RemakeORama: Evil Dead, RoboCop, Oldboy, Maniac

remakes

Es ist kein großes Geheimnis, dass der Traumfabrik in den letzten Jahren doch das eine oder andere Mal die kreativen und originellen Ideen fehlten, wenn es darum ging, Kinohits für die große Leinwand zu produzieren: Fortsetzungen, Remakes, Reboots, Prequels und Sequels wohin das cineastische Auge reicht. Und als ob das nicht schon frustrierend genug wäre, scheint selbst das vermeintliche Outsider- und Independent-Kino mittlerweile große Freude an der Resteverwertung gefunden zu haben. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass mittlerweile nicht nur Kassenschlager von einst durch die Konservationsmaschinerie gedreht werden, sondern ebenso dreckige Trash-Perlen, Splatter-Kultfilme und düstere, groteske Thriller-Dramen mit Exoten-Flair. Remaking ist keineswegs ein Privileg, das nur Hollywood vorbehalten ist und wird durchaus auch jenseits des großen Blockbuster-Kinos für die ganze Familie eingesetzt. Aber Remake ist auch nicht gleich Remake und selbst in der vermeintlichen Ideenlosigkeit lässt sich dann doch manchmal die ein oder andere Perle finden: Fünf aktuelle Remakes von “Indie-Klassikern” auf dem Prüfstand: Was machen sie besser, was machen sie schlechter als das Original. Und sind sie es wert geschaut zu werden?

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EWE auf der großen Leinwand (22. April)

EWE-Plakat

Ich mal wieder in eigener Sache: Am 22. April ist EWE im Rahmen des Filmclub Verlängertes Wohnzimmer im gleichnamigen Theater (Frankfurter Allee 91, Berlin) auf der großen Leinwand zu sehen. Mittlerweile habe ich Seite360 ja schon öfter mit EWE zugespammt (siehe Related Posts), deshalb belasse ich es bei der kurzen Ankündigung. Ich selbst werde wahrscheinlich nicht vor Ort sein (sondern stattdessen Prag aufmischen), Johannes ist aber definitiv da und wird dem interessierten Publikum mit Sicherheit auch ein paar Fragen zur Produktion und unseren Gedanken hinter dem Film beantworten. Falls ihr EWE noch nicht gesehen habt, ist das auf jeden Fall eine gute Chance den 20Minüter im Breitwand-Format zu genießen.

EWE erzählt die Geschichte eines Staates, in dem Überwachung zum Alltag gehört. Jeder Mensch ist sowohl Überwacher als auch Überwachter, Opfer und Täter zugleich… Und alle haben sich mit dieser Art zu leben arrangiert. Auch Nicolai, ein erfolgreicher Journalist, hat schon lange die Kameras um sich herum vergessen. Seinem Beobachtungssoll geht er gewissenhaft nach – bis er zum ersten Mal in seinem Leben einen Blick hinter die Fassade der ganzheitlichen, demokratischen Überwachung wirft…

Erzählt wird der Film durch in sich ruhende Standbilder, die filmische Bewegungen ahnen lassen, andeuten und ansetzen ohne sie allerdings vollkommen auszureizen.

EWE entwirft auf dokumentarische Weise die düstere und zugleich ironische Dystopie einer Welt, in der die Verletzung der Privatsphäre Bürgerpflicht ist.

Die 80er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts III

Wir werden international in unserer dritten 80er Thriller-Retrospektive. War der letzte Artikel noch von amerikanischen Genre-Beiträgen geprägt, beweisen nun Frankreich, Japan und Australien, dass auch sie ihr Publikum in Atem halten können. Mit Todesstille demonstriert Phillip Noyce eindringlich, wie viel sich aus einer minimalistischen Disposition und den richtigen Spannungsmomenten herausholen lässt, mit seinem Alterswerk Auf Liebe und Tod verbeugt sich François Truffaut mit einem Augenzwinkern vor dem Film Noir und den Krimis der Nouvelle Vague, während der ebenfalls aus Frankreich stammende Le Prix du Danger weit Richtung Zukunft weist und als besserer Running Man unter Beweis stellt, wie sich eine Science Fiction Dystopie realistisch und zeitnah, gegenwärtig erzählen lässt. Und dann gibt es natürlich noch Takeshi Kitano mit Violent Cop, der bereits in den 80ern wusste, wie sich Crime, Drama und abartige Komik perfekt kombinieren lassen. Ergänzt wird das Quartett durch den amerikanischen Romance-Krimi The Big Easy, der sich mit Charme und einer tollen Geschichte ins Herz seines Publikums spielt. Nach dem Klick gehts los…

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Kurzfilm der Woche: True Skin

Visuell beeindruckendes – im besten Sinne des Wortes ästhetisch und inhaltlich vollkommen überladenes – Cyberpunk-Drama, in dem in satten Neonfarben die Dystopie einer transhumanen Zukunft erzählt wird: Cyberware, Biotech, Bioware, Argumented Reality, Brain-Memories etc… eben alles was dazu gehört; und das irgendwo zwischen Blade Runner und den ästhetischen Visionen Chan-Won Parks. Neben den optischen Leckerbissen liefert der Film dann noch ein wenig humanistische Philosophie und Ethik, die allerdings erwartungsgemäß in dem Farbenrausch ein wenig verloren gehen. Aber purer Eskapismus kann ja manchmal auch ganz wohltuend sein…

True Skin – A sci-fi short set in the not too distant future where augmentation is the way of life. For Kaye, still a natural, augmenting will help him keep pace in this now hyper-paced world. However, after acquiring an off-market prototype, Kaye quickly finds himself fighting not only for his own humanity, but something much larger.

Written & Directed by: Stephan Zlotescu
Director of Photography: H1
Original Music: J-Punch
Producer: Christopher Sewall
Manager: Scott Glassgold / IAM Entertainment

An N1ON Production

True Skin via misterhonk

EWE mal wieder…

Ich mache es in diesem Fall kurz: Infos zum Film hier, Veranstaltung dort.

Kommt auf jeden Fall vorbei, wenn ihr das aktuelle Filmprojekt von Johannes und mir noch nicht gesehen habt.

EWE (Everybody Watchs Everybody, BRD 2011, 22 min) ist ein Film der Berliner Filmemacher Johannes Franke und Florian Bayer. EWE erzählt die Geschichte eines Staates, in dem Überwachung zum Alltag gehört. Jeder Mensch ist sowohl Überwacher als auch Überwachter, Opfer und Täter zugleich … Und alle haben sich mit dieser Art zu leben arrangiert. Auch Nicolai, ein erfolgreicher Journalist, hat schon lange die Kameras um sich herum ve

rgessen. Seinem Beobachtungssoll geht er gewissenhaft nach – bis er zum ersten Mal in seinem Leben einen Blick hinter die Fassade der ganzheitlichen, demokratischen Überwachung wirft…Erzählt wird der Film durch in sich ruhende Standbilder, die filmische Bewegungen ahnen lassen, andeuten und ansetzen ohne sie allerdings vollkommen auszureizen.EWE entwirft auf dokumentarische Weise die düstere und zugleich ironische Dystopie einer Welt, in der die Verletzung der Privatsphäre Bürgerpflicht ist.DISKUSSION

Der Film wirft zahlreiche Fragen zur Wirkung von Videoüberwachung auf. Was ist der Nutzen, was sind die Gefahren? Wie sehr beeinträchtigt das Beobachtetsein unser Leben? Sind wir noch wir selbst?
Darüber wollen wir im Anschluss des Films mit den beiden Regisseuren sowie einem Experten für Videoüberwachung sprechen.

Wir würden uns freuen, wenn Ihr mit uns diskutiert.

Mittwoch, 7. November 2012 im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin; präsentiert von der Humanistischen Union
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