My Bloody Valentine veröffentlichen über Nacht ein neues Album…

…Fucking 20 Jahre nach dem Meisterwerk Loveless (1991). Ich komme gerade aus dem Yeah-Rufen nicht mehr heraus und stelle mich mental schon mal auf einen enormen Shoegaze-Orgasmus ein. Das Beste daran, Sämtliche neuen Songs wurden von den Iren auch noch auf youtube hochgeladen, womit meine Hauptbeschäftigung für diesen Sonntag feststehen dürfte. Das Leben ist manchmal einfach nur schön.


My Bloody Valentine – MBV on YouTube, Offizielle MBV-Website via boingboing

Hörenswertes Herbst 2012 III: Rival Sons, Godspeed You! Black Emperor, Max Richter, Brockdorff Klang Labor, Dreamscape

Herbst… und Sonne! Zumindest hier in Berlin. Und dennoch das Bedürfnis nach wohltuenden, wärmenden, angenehmen Klängen. Naja, wenn ich diesen musikalischen Schnell-Check überblicke, bleibt von Lagerfeuer-Romantik nicht viel übrig. Godspeed You! Black Emperor bereiten uns stattdessen mit ihrem Comeback auf den nahenden Weltuntergang vor, die Rival Sons reiten retroaktiv rockend in den Sonnenuntergang und Max Richter zerfleddert gleich alle vier Jahreszeiten so, dass kaum noch an einen gemütlichen Herbst-Abend zu denken ist. Immerhin lädt das  Brockdorff Klang Labor zu entspannten und selbstironischen deutschen Electro-Pop-Eskapaden ein… und ja: Kaum gekannt, fast vergessen, wieder aufgetaucht, sind sie doch noch zu hören: Die schmeichelnden, warmherzigen und zugleich traurigen Shoegaze-Klänge der frühen 90er Jahre, die perfekt zum aktuellen Herbst passen. Trotz ihres immensen Alters sind Dreamscape die große Entdeckung dieses Hörenwertes-Checks: Verträumt, verliebt, verloren und dabei einfach wunderschön. Alles wird gut.

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Dum Dum Girls – End of Daze (Stream)

Achja… Musik gehört zum Lernen natürlich dazu. Dafür ist die aktuelle Dum Dum Girls EP End of Daze perfekt geeignet. Und wenn Rinko gerade auch wieder alles hier mit Musik zuspammt, schließe ich mich dem doch gerne an. Der Stream wird von Subpop in der Soundcloud zur Verfügung gestellt. Und Folk/Noise/ Dream whatever Pop tut gerade echt verdammt gut.

via Paste

Hörenswertes Juni 2012 II: Patti Smith, 2:54, dEUS, King Tuff, The Future of the Left

Fetzen muss es! Immerhin ist Sommer, Schluss mit den netten Pop-Hymnen, rein ins Leben. Naja, bevor das hier zum Manifest für den Vitalismus wird, ich bin gerade einfach auf der Suche nach Rock, nach heftigen, schrammeligen, noisigen Klängen, nach fetziger und dennoch tanzbarer, nach wilder und dennoch eingängiger Musik. Ob ich sie gefunden habe? Zumindest partiell. King Tuff rocken und poppen ordentlich durch sommerliche Garage Sounds, 2:54 revitalisieren die sphärische Schrammel-Seite des Post Punk und The Future of the Left drehen komplett am Noise-Rad. dEUS dagegen wissen noch nicht genau wohin, produzieren dabei aber wieder eines ihrer besseren Alben, und dann gibt es noch Patti Smith. Und die ist ja jetzt alt und weise und geerdet… und verdammt nochmal, vermisse ich ihr junges, ungestümes, einfach mal fetzendes Ich! Was solls! Es ist Sommer und zum Nörgeln ist der Herbst da. Also fünfmal hörenswerten Rock/Pop der Marke zum Anfassen und Genießen. Viel Spaß.

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Shoreline Is – Dear Kindly (Stream)

Verträumter und wunderschöner Indie-Pop aus Deutschland. Das klingt so gar nicht nach Dortmund, wo die Band herkommt, sondern gerade Parts Per Million könnte auch von englischen Post Punk/Shoegaze-Bands wie Editors oder IlikeTrains, aber auch fröhlicheren Gesellen wie The Pains Of Being Pure At Heart stammen. Da haben die Jungs wirklich was Feines auf internationalem Niveau hinbekommen und wer danach immer noch weiterhin Bock auf den biederen Befindlichkeits-Rock der anderen deutschen Newcomer hat ist es einfach selber schuld.

via Bandcamp

Hörenswertes März 2012 II: Grimes, Gazpacho, Islet, Xiu Xiu, Terry Malts

Jetzt habe ich doch noch ausführlich und mehrmals Grimes gehört, einfach um wirklich was aktuelles bei den zweiten Hörempfehlungen für März dabei zu haben. Denn ansonsten stammen die rezensierten Alben doch primär aus den Vormonaten (was deren Qualität freilich nicht im geringsten schmälert). Ob der hippe Electro-Pop auf Visions hält, was der Hype verspricht, könnt ihr nach dem Klick lesen. Ergänzt werden kann so viel Trendyness nur durch knallharte Anti-Trends: Obwohl Neo-Prog irgendwie ziemlich tot ist, hatte ich eine gute Zeit mit Gazpacho, die irgendwo zwischen Anathema, Porcupine Tree und Dredg nach den verlorenen Höhen des neoprogressiven Himmels suchen. Terry Malts spielen 70er Fuzzie-Punk, wie er traditioneller nicht sein könnte, Xiu Xiu besinnt sich ebenfalls auf seine Experimental-Wurzeln, während die einzig wirklich, wirklich – verdammt so was von wirklich – originellen Klänge dieser Hörnswert-Runde von den grandiosen Islet stammen. Aber auch Unoriginelles kann hörenswert sein, wie eigentlich alle folgenden Alben unter Beweis stellen. Achja, es ist März, die Sonne scheint und es wird echt mal wieder Zeit für großartige Musik. Das Folgende dürfte die notwendige Ladung sein, um den Frühling würdevoll zu begrüßen…

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The Twilight Sad – No one can ever know (Stream des neuen Albums + Mixtape)

Der Winterschlaf ist vorbei und folgerichtig gibt es hier für den Februar ne Menge auf die Ohren. Nachdem ich Jack White abgefeiert habe und Rinko sich in den Shoegaze von A Place to bury Strangers fallen lässt, geht es weiter mit fragilem Post Pop an der Grenze zum Indie, Dream Pop, Shoegaze und Postrock. The Twilight Sad gehören seit ihrem Debüt Fourteen Autumns & Fifteen Winters (2007) zu den unterschätztesten Größen der schottischen Indie-Szene: Davon zeugt auch ihr neues Album No one can ever know, das am 10. Februar hierzulande veröffentlicht werden soll: Majestätisch, stilverliebt, verträumt, mysteriös, mitreißend… wer sich von Adjektivhäufungen nicht überzeugen lässt, sollte gleich bei Valve in das komplette Album reinhören. Außerdem hat Gitarrist Andy MacFarlane schon vor einiger Zeit ein Mixtape rausgehauen, auf dem unter anderem The Cure, Talking Heads, David Bowie und Gang of Four auf den Sound der Ungewissen einstimmen:

The Twilight Sad guitarist Andy MacFarlane has kindly compiled another mix tape for FatCat Records. This mix is a continuation from his previous podcast and features a number of tracks he listened to whilst writing and recording upcoming album ‘No One Can Ever Know’ – which is due for release on 6th February.

Hörenswertes Januar 2012: Oliver Tank, Enter Shikari, The Maccabees, The Big Pink, Die Antwoord

Hurra, der erste Hörenswert-Artikel für dieses Jahr. Nunja, man sollte die Vorfreude etwas zügeln, denn so wirklich toll ist die darin gemusterte Musik nicht geworden. Indie-Pop aus England, einstmals der ganze Stolz des Königreiches, enttäuscht mit lauwarmen Nachfolgealben von Enter Shikari, The Maccabees und The Big Pink; nur Oliver Tank kann mit liebevollen Dream Pop Songs überzeugen, während Die Antwoord aus dem südlicher liegenden Südafrika mal wieder diskutabel bleibt.

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Hörenswertes Juli 2011: Boris, John Tejada, Jakko Jakszyk, Robert Fripp & Mel Collins (A King Crimson ProjeKct)

Ja Freunde… es ist Sommer. Das Wetter beschissen, der Urlaub in weiter Ferne, die Stimmung trübe, und wir hinken Dank schreiberischem Sommerloch in unserer Hörenswert-Section mal wieder um einen ganzen Monat zurück… Doch es naht Erlösung, in Form von experimentellen, düsteren, verlockend avantgardistischen und vor allem ‘ähmmm’ progressiven Klängen. So rocken sich Boris zuerst durch einen klassisch progressiven Avantgarde/Drone/Metal-Whatever-Kosmos, um kurz darauf die progressiven Töne in geheimnisumwitterten progressiven Ambient-Klängen zu finden. John Tejada entdeckt das progressive Element in minimalistischen Electro-Sounds, während Robert Fripp in seinem King Crimson ProjecKt zusammen mit Jakko Jakszyk und Mel Collins das Progressive in, nunja, klassischem Progressive Rock auslotet. Wenn’s schon nichts zu Feiern gibt, dann wenigstens genug satte, verwobene Klänge, um andächtig vor den Lautsprechern zu knien. Und der Sommer wird ohnehin komplett überbewertet…

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2011: Die Newcomer – Seite 360 wagt einen Blick in die Zukunft

Tja, da geht das Jahr seinem Ende entgegen und wir sind schon mit unseren Gedanken in 2011. In unserem Watchout für 2010 hatten wir eine recht hohe Trefferquote, daß The Drums am Ende des Jahres nur in mittelgroßen Clubs spielen, Hurts die Charts aufrollen und The Soft Pack auch weiterhin keiner kennt überrascht auch uns dann aber schon ein wenig. Die Progonose für 2011 ist um ein Vielfaches schwieriger, da sich auch Ende 2010 keine genaue Richtung erkennen lässt und sich in den Charts Electro Geblödel wie Laserkraft 3D  mit astreinen Soul-Pop von Aloe Blacc die Hand gibt. Ellie Goulding hingegen legte zwar einen ordentlichen Jumpstart hin, aber scheint am Ende des Jahres aus der Puste gekommen zu sein. So begeben wir uns auf der Suche nach den neuen Mumford & Sons, die Dry The River sein könnten, fürchten eine neue Konsensband namens Morning Parade und  lassen uns vom spritzigen Indie-Pop von Joy Formidable miteißen. weiterlesen

Herzerwärmendes für den Herbst: Neue Alben von Deerhunter, Yann Tiersen, Manic Street Preachers und Ben Folds & Nick Hornby

Der Herbst kommt zaghaft… aber er kommt. Kalte, nasse und neblige Tage stehen uns bevor. Was wäre da besser, als sich ins traute Heim zurückzuziehen und eingewickelt in eine kuschlige Wolldecke wohltuender, melancholischer Musik zu lauschen? Deerhunter, Yann Tierssen und Ben Folds in Zusammenarbeit mit Nick Hornby leiten die vermeintlich ungemütliche Jahreszeit stimmungsvoll ein. Mit schrägen, verträumten, melancholischen und emotionalen Klängen. Wir werfen einen kleinen Blick auf die passende Musik, wenn die Blätter fallen und das Wetter rauer wird.

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