Hörenswertes: Biffy Clyro, The Avalanches, Gone Is Gone, Billy Talent, Owen, Dinosaur Jr, Blossoms, Roosevelt

 

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Während ich die Einleitung schrieb hat Frank Ocean sein neues Album für dieses Wochenende angekündigt und überhaupt war ich der festen Überzeugung im Sommer keine Rezension schreiben zu müssen.

Ist es vielleicht schon die vielbeschworene Krise, von der alle immer reden und ist der Sommer schon so doof, dass man schon die Releases auf die Zeit vorverlegt, wo Leute doch lieber draußen grillen.

Egal, als Musikliebhaber nimmt man natürlich alles mit und hey, die Avanlaches melden sich zurück, Biffy Clyro leider auch. Gone is Gone, Billy sein Talent auch irgendwie. Blossoms bedienen sich gleich mal ausgelutschter Ideen, anstatt selber noch mehr falsch zu machen. Immerhin kann Roosevelt die Ehre der Jungmusiker rettet und zaubert ein wirklich frisches Dance-Album und ein versöhnliches Grinsen auf das Gesicht des muffeligen Kritikers.

Ach so, gerade kam noch die Beginner rein…

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Die 90er Jahre: Die besten Indie-Alben des Jahrzehnts I

Moment, war Alternative nicht Indie und umgekehrt? Jein, wo Alternative Rock tatsächlich am Anfang noch eine Alternative zum dumpfen Mainstream war wurde schnell alles was irgendwie grungig war oder den Alternative-Style trug in diese Schublade gesteckt. Indie hingegen waren Querdenker oder notorische Mainstream-Verweigerer wie Neutral Milk Hotel, dessen kreativer Kopf Jeff Mangum die Öffentlichkeit scheut wie kein anderer. Travis hingegen schafften mit The Man Who den Durchbruch in den Mainstream, was nicht an Anbiederung lag sondern an einem zeitlosen Meisterwerk, dessen spröder Charme nie vergehen wird.

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Hörenswertes Herbst 2012 II: Converge, Swans, The Mountain Goats, Dinosaur Jr, Portico Quartet

Lauter gute alte Freunde…

So kann der zweite Hörenswert-Artikel für den Herbst zusammengefasst werden. Ihr wisst schon, die Typen, die man einfach schon immer mochte, die man aber irgendwie trotzdem eine Zeit lang gar nicht mehr auf dem Plan hatte. Und dann sind sie plötzlich wieder da. Man freut sich, quatscht mit ihnen, feiert mit ihnen, und so plötzlich wie sie gekommen sind verschwinden sie auch wieder. Aber zumindest lassen sie ein gutes Gefühl zurück. Vielleicht denkt man sich sogar: “Ja, die könnte ich bei Gelegenheit mal wieder anrufen.” , und vergisst sie dann doch wieder ein wenig… zumindest bis zur nächsten großartigen Zusammenkunft.

John Darnielle sorgt mit den Mountain Goats für gemütliche amerikanische Lagerfeuerstimmung, Dinosaur Jr lassen an die guten alten Zeiten zurückdenken, als alles noch irgendwie easy war, die Swans dagegen erinnern einen daran, dass es immer noch ein Stück abgehobener geht und mit dem Portico Quartet kann man sich schlicht und ergreifend wohlfühlen, wenn auch auf sehr spezielle Weise. Achja, und dann gibt es natürlich Converge, die wieder einmal keine Ruhe, kein Punkt und kein Komma kennen und dich blutend auf dem angesengten Wohnzimmerteppich liegen lassen. “Bis zum nächsten Mal!” ruft man ihnen dennoch fröhlich hinterher, während man einen ausgeschlagenen Zahn ausspuckt und die blauen Flecken zählt. So ist das eben mit guten Freunden…

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Hörenswertes: März 2011 (II)

Schmeichlerischer Indie Electro-Pop von Starfucker, ein melancholischer und wehmütiger Jazz/Ambient-Hybrid vom Ex-Drummer des Esbjörn Svensson Trios Magnus Öström, ein überraschend ruhiges Songwriterwerk von Dinosaur Jr. Frontmann J Mascis, sattsam bekannter 00er Garage Rock von den Strokes, der vor allem deren Fans mal wieder begeistern dürfte, und wunderbarer klassischer Emocore von Rival Schools…

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Rezension zu Wavves – King Of The Beach

VÖ: 30.07.2010

Label: Cooperative

Eine fast unerträgliche Hitze macht sich über Deutschland breit und wenn sich das Blut verdickt und es einem nach einer Flasche Bier schon schwarz vor Augen wird könnte man in kaum besserer Verfassung für das neue Wavves Album sein, das immer noch seine beste Wirkung im halluzinogen Zustand entfaltet und diesmal mehr als nüchtern erträglich ist oder eigentlich viel mehr als das: es ist richtig großartig geworden. Wo das Debütalbum schroffe Lo-Fi Punk Attitüde war hat Nathan Williams nun auch das Songwriting für sich entdeckt und das schemenhaft erkennbare Potential bekommt nun feste Strukturen und das großartige ist, daß King Of The Beach nichts von der Wucht des Vorgängers verloren hat. weiterlesen

Male Bonding: Nothing Hurts – Gestern war gestern

Jaaaa… ein bisschen Nostalgie ist schon dabei. Wenn die Gitarren ordentlich nach vorne schrammeln, so als wäre die gesamte Grunge-Generation niemals im Mainstream angekommen, so als hätten die letzten 15 Jahre nach dem Tod Kurt Cobains nie stattgefunden, als wäre 80er und 90er Jahre Indierock/Protogrunge nach wie vor der heißeste Scheiß… dann hört mindestens ein wehmütiges Ohr mit. Drauf gepfiffen, denn auch wenn Male Bonding keinen Hehl aus ihren Einflüssen machen, klingt ihr Debütalbum Nothing Hurts doch dermaßen frisch, unverbraucht und lässig, dass man fast geneigt wäre zu konstatieren: Genau jene Musik, die im 90er Jahre Alternative Rock ihren Höhe- und Endpunkt fand, jene Musik, die Dinosaur Jr., Hüsker Dü und Echo and the Bunnymen zu ihren Ikonen zählt, jene Musik, die Seattle wie ein Strohfeuer entflammte ist der heißeste Scheiß… und alles andere ist egal.

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Dinosaur Jr. und Built To Spill, 22.5. Mannheim – Konzertbericht

Ein zufriedener Dino-Fan

Gleich zu Beginn schon Stress in der Alten Feuerwache. Ein übel gelaunter Security-Mensch erklärt mir recht deutlich das heute abend keine Fotos erwünscht sind und auf meine irritierte Frage warum das nun so ist bekomme ich nur ein “Die Band möchte das eben so” entgegen  geblafft. Keine Ahnung was Leute über 40 mit eher geringer Attraktivität dazu bringt nun auch auf Indiekonzerten solche Star-Allüren einzuführen, aber für gleich zwei Indie-Legenden an einem Abend würde man wohl auch nur in Blümchen-Unterhose in der ersten Reihe stehen.

Sehr auffällig ist der hohe Anteil an jungen Menschen, die locker Enkel oder Nichten von den ergrauten Herrn auf der Bühne sein könnten. Warum auch nicht? Hier steht keine Band in Maßanzügen und Krawatte vor einem, sondern Bands, die auch noch 20 Jahre später nach ihren Durchbruchsablen immer noch zeitlos und frischer klingen als sagen wir alles was in den letzten Jahren an sogenanntem Indierock aus England kam.

Built To Spill kannte ich ehrlich gesagt vor dem Konzert nur von ein paar Songs aus ihren 90er Platten und  dem hochgelobten letztem Album. Ihr Kultstatus ist mir natürlich trotzdem nicht entgangen. Und das die Band nicht als besonders tourfreudig gilt, erhöht natürlich die Exclusivität ihres Auftritts, der nicht unbedingt durch große Kommunikation dafür aber durch regelmäßige Pausen zwischen den Songs auffällt weiterlesen