Schlagwort-Archiv: Das Schweigen der Lämmer

manhunter

Eine Szene mit Dr. Lecter in drei Versionen

Matthew Morettini hat mal die drei existierenden Versionen einer wichtigen Szene aus dem Hannibal-Lecter-Kosmos zusammengepackt. Die Serie ist ja ein bisschen zu sehr durch-designt. Alles ist ziemlich abgeleckt und fancy gefiltert, als wolle man Lecter als Vogue-Model inszenieren. Selbst die Tatorte und Morde sind so krass over the top, da kommt überhaupt kein Realismusgefühl auf, wie es bei Schweigen der Lämmer der Fall war. Der Serienmacher Bryan Fuller hat sich da von den schlechten Momenten von Michael Manns Manhunter (dt. Titel: Blutmond) inspirieren lassen und dann auch noch übertrieben. Denn im Film von 1986 dient das High Museum of Art in Atlanta als Kulisse für Lecters Gefängnis. Ich kenne keine der Romanvorlagen, aber blöd daran ist halt, dass so die suspension of disbelief unterlaufen und das ganze dann zu einer überzeichneten, pop-trashigen, pseudo-arty Bildcollage wird. Schade eigentlich. Jemand sollte die Serie neu auflegen, …in gut. Und ein bisschen mehr Realismus bitte.

via boingboing

Recovering the Mindset from Matthew Morettini on Vimeo.

Die 90er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts I – Serienkillerfilme

Die 90er Jahre waren ein ausuferndes Jahrzehnt für Thriller und Krimis. Neben den klassischen Crime-Stoffen war es vor allem der Serienkillerfilm, der einen zweiten Frühling erlebte. Natürlich sind auch hier die Genregrenzen oft fließend: Viele der hier genannten Filme könnten ebenso gut in der Horrorecke stehen; von den unzähligen – oft pubertären – Slasherrevivals heben sie sich aber deutlich sowohl in ihren Ausgangspunkten als auch Umsetzungen ab. Ein perfekter Serienkillerfilm arrangiert psychologische Tiefgründigkeit mit ganz realem physischen Terror, sucht nach Motiven und Ursachen, ermittelt ebenso akribisch, wie er akribisch tötet und schafft dabei eine unheilschwangere, düstere Atmosphäre. So werden die guten dieser Filme nicht zum bloßen Thriller sondern zum komplexen Persönlichkeits- und Gesellschaftsporträt, wenn nicht gar zu brutalen, düsteren und apokalyptischen Anthropologien.

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