Warum “A Serious Man” der großartigste Film der Coens ist!

Von allen Figuren, die in Hollywood erfunden werden, sind die Figuren der Gebrüder Coen die mir liebsten, weil die Coens in ihnen die menschlichsten Eigenschaften transportieren und sie zugleich unterhaltsam und nicht unelegant überzeichnen: Hybris, Fehlleistung und Verwirrung. Diese Eigenheiten resultieren in ihren Filmen immer aus dem Versuch in einer kalten und feindlichen Gesellschaft Halt zu finden, was meistens als “es-zu-etwas-bringen” dargestellt und mit Geld symbolisiert wird und fast immer mit Gewalt zumindest aber mit Gaunereien zu tun hat. Bei A Serious Man präsentieren sie mit Larry Gopnik jemanden, der die erwähnten Eigenschaften fast schon pur zelebriert. Zugleich haben sie ihm die Fähigkeit zu handeln komplett genommen. Gewissermaßen ist er eine Version von Sisyphos, die gar nicht erst den Stein berührt, vermutlich nie berührt hat, sondern sein Leben damit zubringt, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was der Stein da soll (siehe: Der Mythos des Sisyphos).

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Wenn die Figuren der Coens die mir liebsten sind, dann ist Larry der König unter ihnen. Genial gespielt von Michael Stuhlbarg, der hier umgeben ist von noch schrägeren Typen, welche so stolz vorgeben zu wissen, was richtig und was falsch ist und daher noch viel grandioser scheitern als er. Der Youtuber Nerdwriter erklärt in diesem Video die Schönheit dieses Films, den ich die nächsten Tage unbedingt wieder schauen werde.

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Coen Country (Supercut)

Mit Supercuts bin ich noch lange nicht durch. Vor allem wenn sie so großartig geschnitten sind wie dieser Ritt durch die Themen, Bilder und Köpfe der gesamten Coen-Filmografie. Da wirkt auch die Selbsttitulierung als Video Essay alles andere als großspurig. Besser kann man kaum die Meisterwerke der beiden Regie-Brüder komprimiert zusammenführen.

This short video-essay examines various themes present in the work of the Coen brothers. While other essays have assembled several recurring visual tropes: elevators, dogs, dream sequences, bathrooms etc., this essay has the characters talk to one another across the films so we can more clearly hear the Coens’ dominant concerns: identity, miscommunication and morality. Taken as a trinity, these elements indicate that the Coens’ true subject is the search for value in a random and amoral universe.

Coen Country (Vimeo) via Seitvertreib

Full Nerd Jacket: Fail Compilation – Inszeniertes Scheitern und Kapitalismus

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Ist inszeniertes Scheitern Scheitern? Ist es nicht vielmehr etwas Geglücktes? Ein Anti-Fail? Spiegelt sich dieses Verhältnis nicht im Kapitalismus wieder? Sind geplante Obsoleszenz und Börsenblasen nicht Sinnbild für dieses Verhältnis? Erfolgreiche Geldakkumulation auf der einen Seite und Arbeitslose, Armut und Schrott auf der anderen. In einem interdisziplinären und kulturtheoretischen Move blicke ich zunächst  auf das (nicht-) Versagen in Kunst und Kultur. Davon dann ableitend wird deutlich, dass das Scheitern nicht nur ein weit größeres Ausmaß hat als uns lieb ist, sondern darüber hinaus uns alle angeht, weil das Failen nicht selten systemimmanent ist.

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Die 80er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts II

Es wird düster, es wird amerikanisch und es wird cool: Gleich drei Kultregisseuren begegnen wir in dieser 80er Thriller-Retrospektive: Auf der einen Seite Brian de Palma, der sich mit dem opulenten The Untouchables noch einmal aufbäumt, bevor in den 90ern und 00ern in der Mittelmäßigkeit verschwindet. Auf der anderen Seite die Newcomer, Michael Mann und die Coens: Der Action-Designer, der bereits mit seinem Debüt Der Einzelgänger erahnen lässt, dass er zu den Goldjungen des unabhängigen Genrekinos der Traumfabrik aufsteigen wird, und die beiden unkonventionellen Brüder, die bereits mit ihrem Debüt Blood Simple klarstellen, dass sie alles werden wollen… nur keine Goldjungen. Dazwischen tummeln sich der geschickt konstruierte Spionage- und Verschwörungsthriller No Way Out und der zynische französische Cop-Thriller Der Bulle von Paris. Let there be Crime.

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Die 90er Jahre: Die besten Komödien des Jahrzehnts VI

Auf ein Letztes… Einmal noch treten die Komödien zum Stelldichein an. Danach können wir uns wieder anderen Genres widmen. Aber zuvor wird es noch einmal lustig: Mit einer deftigen Modesatire von Robert Altman, einer albernen James Bond Parodie mit Mr. Cool himself Bill Murray, gediegener und intelligenter Woody Allen Unterhaltung im Doppelpack, pechschwarzem Humor von der Insel und einer gewagten Comedyhommage unserer Dauergäste, den Coen-Brothers.

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Die 90er Jahre: Die besten Satiren, Grotesken und schwarzen Komödien des Jahrzehnts

Okay… Hier soll es wirklich böse, bizarr, grotesk, allerdings dennoch und gerade deswegen urkomisch werden. Und um das gleich klarzustellen: Wenn an dieser Stelle von schwarzen Komödien die Rede ist, dann ist auch wirklich schwarz gemeint. Pechschwarz! Nicht der sadistische Fäkalhumor, der sich als böse tarnt, um zu verbergen, dass er doch nur moralinsaure Teenager- und Massenunterhaltung aus Hollywood ist… nein, nein… gemeint ist das Lachen, das dir im Halse stecken bleibt und dort noch Tage später schmerzt. Das Lachen, das weh tut, weil es die eigene Amoralität, den eigenen Sadismus, die ureigenen dunkelsten Seiten des Menschen enttarnt. Böse gehässig und eben doch zum Schreien komisch, oder zum Leiden komisch, zum Erschrecken komisch, whatever. Die besten des Jahrzehnts: Wir haben euch gewarnt.

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Westernwestern – “True Grit” von den Coens

Jetzt habe ich es also doch noch geschafft. Nachdem mir von mehreren Freunden eine Enttäuschung prognostiziert wurde, nachdem ich (warum auch immer) Burn After Reading immer noch nicht gesehen habe und nachdem “No Country for old men” nach wie vor bei meinen besten Filmen der 00er Jahre – und liebsten Coen-Filmen überhaupt – ganz oben rangiert, habe ich mir endlich den Spätwestern True Grit angesehen: Eine Adaption von Charles Portis gleichnamigem Roman, der 1969 bereits einmal mit John Wayne unter dem deutschen Titel “Der Marshal” verfilmt wurde. Eine klassische Westernvorlage also, und bei den Coens darf man damit doch mindestens die Dekonstruktion eines gesamten Genres erwarten, wenn nicht sogar mehr…

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Links fürs Wochenende

Eine Welt-Satire, Google und ein gekränkter Bastian Sick

Law-Blog über den Gerichtsprozess “Bastian Sick (Zwiebelfisch, Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod) vs. Google”.  Durch eine (klar gekennzeichnete) Satire fühlt sich der Autor in seiner persönlichen Ehre verletzt, nicht aber von den Produzenten der Satire selbst, sondern von Google, das die Satire bei seinen Suchergebnissen eben nicht als solche kennzeichnet.

Retro-TV: Folge 51 – Vorstellung der neuen DVD-Box

TV-Shows stehen im Mittelpunkt der neuen Retro-TV DVD Box und ebenso auch in der 51. Sendung des großartigen Video-Podcasts. Vorgestellt werden Wetten Dass…, Na sowas!, Die Pyramide und Dalli Dalli

Nintendos Minispielpanik

Jörg Luibl von 4Players zur aktuellen Panikmache Nintendos bezüglich billiger Minispiele. Wie man in den Wald hineinruft… Hervorragender Kommentar, nicht nur zur “Nintendoproblematik” sondern zu einem allgemeinen Irrweg, den alle drei großen Konsolenhersteller derzeit beschreiten.

Top 11 Dumbest Spiderman Moments

Vom Nostalgia Critic Doug Walker… Die lächerlichsten und albernsten Momente der Spidermanfranchise (die besten Superheldenfilme der 00er) reduzieren sich keineswegs auf den (oft zu Unrecht verrissenen) dritten Teil.

Ethan und Joel Coen: Wir wollen doch nur spielen

Die Drehbücher stecken voller sophistication und sind so kunstvoll, so perfekt komponiert, dass sich bei Kritikern der Verdacht eingeschlichen hat, das Coensche Werk sei leere Artistik – wie die Sphinx, nur ohne Rätsel. (…) Keine Frage, wer die Filme so sehen will, der mag sie so sehen – und wird dem Katz-und-Maus-Spiel, all den Stilisierungen und Manierismen, leider auf den Leim gehen. Tatsächlich drehen die Coen-Brüder metaphysische Filme. Sie forschen nach der Wahrheit, und noch ihre Komödien sind wie trojanische Pferde, mit denen sie große, schwere Fragen ins Publikum schmuggeln.

Letztes Jahr auf Seite360:

Rinko ärgert sich über Up in the Air, freut sich auf Konzerte von The Soft Pack und den Japandroids und leidet unter seiner Arbeit. Florian erinnert sich wehmütig an My so called Life (sollte es dazu nicht noch eine Fortsetzung geben?), beäugt skeptisch den Mysteryschinken The Box von Richard Kelly und analysiert das Filmjahr 2009. Die ganze Redaktion streitet sich über die neue Tocotronic und verfolgt gespannt die Wahl zu den Alben des Jahrzehnts im Plattentests-Forum.

Die 90er Jahre: Die besten Tarantinoesken Filme des Jahrzehnts

Allzu sehr unterscheiden sich die Tarantinoesken Filme der 90er nicht von denen der 00er Jahre. Auch hier gibt es die Tarantino-Instantklassiker, auch hier gibt es die Epigonen und auch hier gibt es die Filme, die irgendwie in das ‘Genre’ reinrutschen, ohne dass sie es je darauf angelegt hätten. Und doch sind die 90er vor allem als das Jahrzehnt in die Filmgeschichte eingegangen, in dem die Tarantinoesken Filme ihren Siegeszug antraten. Fraglich, ob dafür ganz allein der Mainstreamerfolg von “Pulp Fiction” verantwortlich gemacht werden kann… Vielleicht lag es  viel mehr daran, dass es nach der Grabenziehung der 80er zwischen Pop, Kunst und Midnightmovie Zeit für eine (für alle erfreuliche) Versöhnung war. Vielleicht war es für die Postmoderne einfach Zeit, nachdem die 80er alles Intellektuelle dekonstruiert hatten, sich auch ans Popcorn ranzumachen… Vielleicht war es auch einfach nur die plötzlich aufkeimende Freude kleiner Jungs, Geekfilme zu produzieren, die – warum auch immer – vom Feuilleton zur großen Kunst erklärt werden…  Anyway: 90er Jahre Pop-Exploitation, Gangsterromantik, Comicstilisierung, 70er Hommagen und Dekonstruktionen… nach dem Klick.

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Oscar Nominierungen 2011 – Der immer wieder überraschende Traditionalismus der Academy

And the Winner is…. wird sich zeigen. Wie jedes Jahr liefern aber bereits die Nominierungen (und noch mehr die Nicht-Nominierungen) genug Stoff für Tratsch über aktuelle Filmtrends und vor allem darüber, wie die Academy aktuelle Filmtrends einschätzt und bewertet. Und wie so ziemlich jedes Jahr offenbart diese auch 2011 unverhohlen ihren Hang zum Traditionalismus.

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Die 90er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts IV

Eine Thrillerretrospektive haben wir noch. Dann können wir uns wieder anderen Genres widmen…

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Die 00er Jahre: Die Filme der Redaktion

Zum Abschluss nochmal kurz unsere ganz persönlichen Tops und Flops. Wens interessiert… Weiterklicken.

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Die 00er Jahre: Die besten Dramen des Jahrzehnts II

Ohne große Vorrede…. Teil 1 gibt es hier, Teil 3 folgt in Kürze, nach einem kurzen Klick geht es währenddessen  mit Teil 2 weiter….

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Die 00er Jahre: Die besten Episodenfilme und Composite Films des Jahrzehnts

Wir haben auf unserem Weg durch die Kinodekade klar abgegrenzte Genres wie Tragikomödien, Erotikfilme, Thriller und Horrorfilme hinter uns gebracht, aber auch mit  diffusen Kategorisierungen wie Tarantinoeske Filme gearbeitet. Jetzt wirds wieder ein wenig knifflig. Die Genrekategorisierung “Episodenfilm” ist hinreichend bekannt, scheint jedoch ein allzu enges Korsett für so manches cineastisches Werk zu sein. Der klassische Episodenfilm nämlich – wie zum Beispiel Intolerance von D.W. Griffith (1916) – besteht aus in sich geschlossenen Episoden, die durch ein alles verbindendes Thema zusammen gehalten werden. Nun ist aber gerade das postmoderne Kino, was Episodenkonstellationen betrifft, gerne verspielt und alles andere als stringent. Durchgesetzt haben sich hier episodische Prinzipien, die keine kleinen abgeschlosssenen Teilhandlungen erzählen, sondern diese ineinander verzahnen, parallelisieren,  darin wild umher springen oder gar klassische Chronologien komplett aufbrechen. Als Wegfeiler seien nur Robert Altmans Short Cuts von 1993 und Quentin Tarantinos Pulp Fiction von 1994 genannt und es wird offensichtlich, wie unterschiedlich sich Kurzgeschichten jeweils in einem Film anordnen lassen.

Die englische Sprache bietet hierfür den Begriff des “Composite Films” an, der Filme bezeichnet die trotz ihrer Episodenhaftigkeit dicht gewebt sind, und aus deren einzelnen kleinen Plots sich komplexe Gesamtstrukturen bilden. Die deutsche Filmkritik und Theorie arbeitet hier noch öfter etwas ungelenk mit Begriffen wie Ensemble Drama, Sittengemälde oder verzichtet gleich vollkommen auf eine eindeutige Kategorisierung. Wir wollen an der Stelle mit den beiden Begriffen Composite Film und Episodenfilm arbeiten, denn bei den besten Filmen der Dekade finden sich sowohl klar strukturierte, aus einzelnen voneinander getrennten Segmenten bestehende Werke als auch eng ineinander verzahnte Filmkompositionen. Mitunter parallel erzählt (im 2000er Drama Timecode sogar zeitgleich im echtzeitlichsten Sinne des Wortes), mitunter in durchgeschüttelter Chronologie, mitunter scheinbar ohne klare Linie. Und damit wollen wir die Theorie auch Theorie sein lassen. Es folgen die besten vielschichtigen, mehrstimmigen, zusammengesetzten , fragmentierten, komponierten und arrangierten Werke des Jahrzehnts… wie immer nach dem Klick.

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Die 00er Jahre: Die besten Komödien des Jahrzehnts

Erstmal den Ernst bei Seite geschoben! Hatten wir uns schon bei den Tarantinoesken Filmen vor allem den selbstironischen, überspitzten  Seiten des Kinos gewidmet, so sind wir nun vollkommen im Komödiengeschäft angekommen. Es wird laut, es wird bunt, es wird überdreht und vor allem  wird es witzig. Die besten Komödien der Jahre 2000 bis 2009, alles was unser Zwerchfell ordentlich reizte, was Gelächter fest mit einkalkulierte und was uns ein fettes Grinsen aufs Gesicht zauberte. Zwölf astreine Lacher, direkt nach dem Break…

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