Schlagwort-Archiv: Christoph Schlingensief

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Die 80er Jahre: Die besten surrealistischen Filme des Jahrzehnts I

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Im Grunde genommen ist Kino des Surrealismus in den 80er Jahren bereits ziemlich am Ende. Mit Luis Buñuel stirbt 1983 der wohl wegweisendste Regisseur des Genres und hinterlässt eine Lücke, die sich so schnell nicht schließen wird. Zwar wies David Lynch mit Eraserhead bereits 1977 einen Weg in die Zukunft des surrealen Films – zwischen Avantgarde und unterhaltsamem Genrekino -, in den 80ern kümmert er sich jedoch eher um “bodenständigere” Projekte wie seinen Elefantenmenschen oder Blue Velvet. Während der neue Surrealismus noch ein wenig in Wartestellung verharrt, lassen aber immerhin die Altmeister mit interessanten Spätwerken aufhorchen: Fellini, Godard, Kluge… die Filmemacher des ersten Beitrags zum surrealen Kino der 80er lesen sich wie ein who is who vergangener Jahrzehnte. Warum sie auch in dieser Dekade begeistern können, lest Ihr hier…

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Links fürs Wochenende

Der redende Derwisch

Christoph Schlingensief antwortete im Jahr 2000 mit den Worten “Hätte Lust mich mit dir zu unterhalten” auf die begeisterte Reaktion eines 19jährigen auf 100 Jahre Adolf Hitler. Dieser erinnert sich bei einestages an den gemeinsamen Spaziergang durch Berlin.

Megamash (Flashgame)

Sehr, sehr coole Mashup-Browsergame, das gleich ein paar Dutzend Genres miteinander verbindet: Mario, Bomberman, R-Type, Boxxle etc.. werden einmal kräftig durcheinander gewürfelt und ergeben ein intelligentes, süchtig machendes Gesamtkonzept.

Was ist (heute) Aufklärung?

Jörg Friedrich reagiert auf das schnelle und leichtfertige Herbeizitieren der Aufklärung im Diskurs um Homöpathie, Wissenschaft und die Rolle der Philosophie in diesem Komplex.

SLAVOJ ŽIŽEK SPEAKS TO OCCUPY WALL STREET

Nachdem die 99% immer größere Kreise ziehen und jetzt wohl auch so langsam in Deutschland ankommen findet auch langsam eine Positionierung im intellektuellen Milieu statt. Zizeks Solidarisierung mit den Wall-Street-Besetzern mag zwar nicht sonderlich überraschen, ist aber allemal erfreulich.

Muslimischer Punk: “Es ist okay, verwirrt zu sein.”

Michael Muhammad Knight war strenggläubiger Muslim. Dann stürzte er in eine Glaubenskrise. Daraus halfen ihm ausgerechnet: Punks

Die Andersdenkenden

Interessanter Text über die beiden autistischen Brüder Konstantin und Kornelius, mit denen zusammen ich Philosophie studiert habe, und deren Art die Welt zu sehen wirklich einmalig ist.

Autobrandstifter fackelten Fluchtauto von Bahnbrandstiftern ab

Letztes Jahr auf Seite360:

Wie es der anarchischen Zeichentrickserie Family Guy gelingt, die Simpsons zu dekonstruieren, ist uns ein längst überfälliger Artikel wert. Passend dazu gibt es eine ebenso gehässige Simpsons-Dekonstruktion von Banksy zu bestaunen, der als erster Künstler überhaupt das Intro der Serie komplett selbst gestalten darf und daraus eine zynische, makabere Anklage gegen die Marketingpolitik von FOX bastelt. Die Stille nach dem Sturm liefert das neuste Album der japanischen Postcore-Band Envy – Recitation, während sich Serj Tarkian und Sufjan Stevens auf ihren neusten Alben noch weiter wegbewegen von ihrem klassischen, bekannten Sound. Und die 00er Jahre dürfen auch noch ein wenig gefeiert werden. Die besten Dramen und die besten Dokumentarfilme des Jahrzehnts werden gesucht und gefunden.

Deutsche Filme der 90er Jahre: War da was?

Als ich die Liste für die besten Filme der 90er Jahre – sortiert nach Genres – angelegt habe, hat die ganze Redaktion fleißig mitgeholfen. Rinko hat dann auch ganz euphorisch eine Liste mit den besten deutschen – beziehungsweise deutschsprachigen – Filmen der 90er Jahre angelegt (Artikel von ihm in Arbeit), wovon ich so gut wie gar keinen kannte. Die, die ich kenne und sehr schätze, habe ich dann zu den anderen Genres gelegt… vorerst ohne mir große Gedanken zu machen. Es wäre mühselig jetzt zu grübeln, ob es Sinn macht, eine Best-Of-Liste für nationale Filme aufzustellen: Natürlich hat der Deutsche Film in jedem Jahrzehnt Spezifika, die ihn von anderen Ländern abheben. Und natürlich verdienen es diese Spezifika auch, näher genannt zu werden. Am stärksten kommt dies wohl beim Neuen Deutschen Film der 60er und 70er Jahre zur Geltung. Werner Herzog, Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder… Diesen großen Regisseuren gelang es damals tatsächlich dem Deutschen Film eine besondere Note, ein Alleinstellungsmerkmal im internationalen Kino zu geben. Aber wie sieht es eigentlich in den 90ern aus? Was waren die Momente, die das deutschsprachige Kino von internationalen Produktionen abhob… Und sind diese ein Grund für cineastischen Patriotismus?

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Die 90er Jahre: Die besten Trash-Filme des Jahrzehnts II

Und weiter gehts im Kino der niedersten Niederungen, der obskuren Ideen und kostengünstigen Antipoden zum Big Business. Dieses Mal haben sich gleich ein paar qualitativ hochwertige Filmversatzstücke in unserer Trash-Schau eingefunden. Neben Christoph Schlingensiefs Trash-Blaupause United Trash – die wie alle seine Filme heftig mit Avantgarde und Hochkultur kokettiert – kümmern wir uns um das deutsche Trashurgestein Helge Schneider und seinen Anti-Western Texas, freuen uns noch einmal auf Troma-Ware bei Sgt. Kabukiman und packen mit dem Geballer von Rutger Hauer in Split Second und den Nippeln von Demi Moore in Striptease zumindest noch zwei Filme dazu, über deren Qualitäten man vorzüglich streiten kann.

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Die 90er Jahre: Die besten Satiren, Grotesken und schwarzen Komödien des Jahrzehnts

Okay… Hier soll es wirklich böse, bizarr, grotesk, allerdings dennoch und gerade deswegen urkomisch werden. Und um das gleich klarzustellen: Wenn an dieser Stelle von schwarzen Komödien die Rede ist, dann ist auch wirklich schwarz gemeint. Pechschwarz! Nicht der sadistische Fäkalhumor, der sich als böse tarnt, um zu verbergen, dass er doch nur moralinsaure Teenager- und Massenunterhaltung aus Hollywood ist… nein, nein… gemeint ist das Lachen, das dir im Halse stecken bleibt und dort noch Tage später schmerzt. Das Lachen, das weh tut, weil es die eigene Amoralität, den eigenen Sadismus, die ureigenen dunkelsten Seiten des Menschen enttarnt. Böse gehässig und eben doch zum Schreien komisch, oder zum Leiden komisch, zum Erschrecken komisch, whatever. Die besten des Jahrzehnts: Wir haben euch gewarnt.

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Schlingensief-Retrospektive IV: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!

Wenn ein postmoderner Performancekünstler, Satiriker, Provokateur und Extremregisseur wie Christoph Schlingensief ein ganz persönliches Buch veröffentlicht, ist in erster Linie Obacht angebracht. Kann der Mann das überhaupt? Ohne Stilisierung, ohne Abstrahierung, ohne mit sich selbst zu spielen einfach nur sein Inneres nach außen kehren? Immerhin stand Schlingensief schon immer im Ruf, alle Mittel der Inszenierung zu nutzen, alles abzubilden bloß nicht die Realität in Reinform. Unabhängig, ob man dem Künstler nun positiv, negativ oder neutral gegenübersteht, sind doch ernste Zweifel an dessen Fähigkeit zur bloßen Abbildung angebracht… Und dann auch noch bei einem sensiblen Thema wie Krebs… dem eigenen Krebs, mit dem sich Schlingensief im Jahre 2008 durch “So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!” in Tagebuchform auseinandergesetzt hat.

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Schlingensief-Retrospektive III: Talk 2000

Deutschland 1997. Die Talkshows des Privatfernsehens boomen: Hans Meisner, Ilona Christen, Andreas Türck… es nimmt kein Ende. Wie Pilze schießen sie aus dem Boden: Lauter, aggressiver, hektischer… Und Christoph Schlingensief ist der Meinung, dass jeder, wirklich jeder eine Talkshow moderieren kann. Um das zu beweisen, nistet er sich im Keller der Berliner Volksbühne ein, lädt Gäste und Freunde, Prominente und Leute von der Straße und fabriziert acht Sendungen seines ganz eigenen Trashformates: Talk 2000; Zurück zum Privaten…

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Links fürs Wochenende

Claude Chabrol – Das unbestechliche Auge

Sehr schöner Nachruf auf den französischen Nouvelle Vague Filmemacher Claude Chabrol, der letzten Sonntag im Alter von 80 Jahren gestorben ist.

Diesseits von Gut und Böse

Gero von Randow philosophiert für Die Zeit über den Atheismus, seine Beweggründe, seine Argumente und seine Geschichte:

»Das Glaubensverlangen kehrt immer wieder zurück«, schreibt der atheistische Schriftsteller Pascal Quignard in seinem aktuellen Roman La barque silencieuse, »wie der Schlaf oder der Durst oder der Liebeswunsch. Verlust ruft nach Ersatz, der Hunger nach dem Traum.« Doch man kann sich diesem Ruf verweigern. Das ist eine Lebenskunst.

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Schlingensief-Retrospektive II – „Die 120 Tage von Bottrop“ (1997)

Liebe Zuschauer!

Bitte genießen sie den folgenden Film sehr laut und mit vielen Höhen!

Wir danken für ihr Verständnis

Sodom ist die Stadt der Verruchtheit, der Perversion und Sodomie, die als göttliches Exempel schließlich in einem apokalyptischen Feuerregen untergehen sollte. Bottrop ist eine deutsche Stadt im nordwestlichen Ruhrgebiet. Bottrop hat mit diesem Film nichts zu tun. Nachdem sich Christoph Schlingensief in „Terror 2000“ der deutschen TV-Medienlandschaft widmete, ist sein Opfer im 1997 entstandenen „Die 120 Tage von Bottrop“ der deutsche Film. Dabei wäre es allerdings etwas vorschnell, dem Regisseur zu unterstellen, wieder mal alles zu zerfleddern und zu zerreißen, was dieses Medium hergibt. Ganz im Gegenteil: Denn obwohl Schlingenisef, wie es für ihn typisch ist, nach allen Seiten hin ausholt und dabei mehr als scharfe Munition verschießt, ist „Die 120 Tage von Bottrop“ in erster Linie eine Hommage, ein fast schon wehmütiger Film, der einer Zeit nachtrauert, in denen deutsche Regisseure wie Fassbinder und Herzog kein Risiko scheuten, um provokante Meisterwerke auf die Leinwand zu bringen.

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Schlingensief-Retrospektive I – „Terror 2000“ (1992)

Meine Damen und Herren, liebe Jungen und Mädchen, genießen Sie mit uns in den nächsten Minuten eine Welt voller Liebe, Angst, Sexualität und Tod. Genießen Sie mit uns die Welt, in der wir leben. Gute Unterhaltung.

Christoph Schlingensief ist dank Bayreuth und der Medialisierung / Theatralisierung seiner eigenen Krebserkrankung mittlerweile endlich in der Hochkultur angekommen. Völlig zurecht wird er von Feuilletons und Kulturinteressierten umworben und seine Arbeiten zählen zu den wichtigsten Beiträgen der deutschen Kulturlandschaft. Das dies allerdings nicht immer so war, zeigt Teil 1 unserer Schlingensief-Retrospektive: Der 1992 veröffentlichte Film „Terror 2000“

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