Jon Bon Jovi is alive!

Habe ich gerade bei Spiegel Online gelesen, da die aber wieder einmal nicht auf ihre Quellen verlinken mache ich es ihnen gleich und spare mir den Link auf den Artikel im Panorama-Bereich: Das WordPress.com-Blog dailynewbloginternational hat gestern den Tod von Jon Bon Jovi (49) verkündet. Dieser sei angeblich komatös in einem Hotelzimmer aufgefunden worden. Kurz darauf hätten die Ärzte seinen Tod festgestellt:

Rockstar Jon Bon Jovi (John Francis Bongiovi, Jr) was pronounced dead today after paramedics found him in a coma at his Empress Hotel, city and law enforcement of Asbury Park, NJ sources told The Times after World Christmas Tour concert on The Bamboozle Festival,North Beach Asbury Park.

Der nebulöse Bericht gelangte irgendwie auf Twitter und wurde dort munter weiter verbreitet. Vor 19 Stunden hat der gute Jon dann mit einem tatsächlich ziemlich coolen Foto ein persönliches Dementi über Facebook verbreitet (Heaven looks a lot like New Jersey). Auf Twitter rauschts immer noch gewaltig. Viele nehmen das Ereignis zum Anlass, um alberne Meme zu verbreiten, so zum Beispiel Schwabti, der tweetet:

Nach Aufregung bei Twitter: Kim Jong Il ist doch nicht tot. #bonjovi

Bei anderen dagegen ist das Dementi noch nicht angekommen und so wird die potentielle Nachricht zumindest mit einem Fragezeichen immer noch munter weiter gezwitschert. Anyway, Bon Jovi lebt, und für diese Nachricht kann es nur einen passenden Song geben:

Rezension zu Bon Jovis Kultalbum der 80er "Slippery When Wet"

SWW

Wir schreiben das Jahr 2040: Geschätzte 70.000 Leiber bringen das baufällige Münchner Olympiastadion fast zum Bersten. Irgendetwas liegt in der Luft und es ist keines dieser heftigen Sommergewitter, die uns im aufgeladenen Treibhausklima für kurze Zeit Linderung verschaffen. Nein, es ist eine fast greifbare Energie. Verträumte Naturen würden mit glänzenden Augen von einer magischen Aura sprechen, die sich über die schwitzende Menschenmenge spannt. Als ich langsam meinen Blick über die vollen Ränge der Arena schweifen lasse, muss ich unwillkürlich schmunzeln. Manche Sachen ändern sich wirklich nie. Immer noch kreischen Frauen aller Altersklassen mit wilden Rockmähnen um die Wette, während ihre „Vokuhila“ – Freunde apathisch mit den Füßen wippend Bier schlürfen. Na gut, bei eingehender Betrachtung kommt man zu der schmerzenden Erkenntnis, dass die jüngeren Altersklassen ziemlich rar geworden sind und dass vom „Vokuhila“ der Lederhosen – Rocker mangels Haupthaar nur noch ein „Hila“ übrig ist. Die Fans sind mit ihrer Band alt geworden. Ehe die Melancholie von mir vollends Besitz ergreift, lenkt ein Trommelwirbel meine Aufmerksamkeit auf die Bühne. Unter tosendem Applaus springen die Mannen um Jon Bongiovi ins Rampenlicht. Wobei „springen“ vielleicht nicht das treffende Wort ist, schleppt sich Saitenartist Sambora doch mühsam zu einem bequemen Sessel, während seine Bandkollegen Tico Torres und David Bryan gar in Rollstühlen zu ihren Instrumenten gebracht werden. Nur der gute Jon tänzelt wie eh und je hüftschwingend auf und ab. Ein bisschen licht sind seine wasserstoffblonden Haare geworden (das viele Färben …), doch sind sie so geschickt geföhnt, dass sie aus der Ferne fast wie die Löwenmähne vergangener Tage wirken. In einem kurzen Lachen blitzen seine blendend – weißen Zähne auf (jetzt ist auch klar, warum alle Fans in den ersten Reihe Sonnenbrillen tragen …) und dann ergreift er das Mikrofon:

„Once upon a time, not so long ago …“

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Rezension zum neuen Bon Jovi Album "The Circle"

circle

So langsam wird es ernst. 47 Jahre zählt Frontmann John Bongiovi mittlerweile und selbst geschicktes Föhnen kann die kahlen Stellchen am Hinterkopf nicht mehr vollends verdecken. Die Zeiten, in denen Signore Bongiovi nur durch ein Lächeln scharenweise weibliche Teenie-Fans an Land ziehen konnte, scheinen also gezählt. Schlimm ist das jedoch nicht wirklich. Zumindest nicht für die, die sich schon immer vorrangig mit der Musik von Bon Jovi beschäftigt haben. Überhaupt wäre nun so langsam ein guter Zeitpunkt, um das Image des ewig jungen und ewig strahlenden Gute-Laune-Rockers abzulegen und die durchaus vorhandenen Songwriter-Qualitäten vollends auszuspielen. Da Bon Jovi aber im letzten Jahrzehnt die Übervorsicht mehr denn je zur obersten Maxime ihres Schaffens gemacht haben, kann auf diesen Imagewandel wohl noch etwas gewartet werden. Bezeichnenderweise erstickten aufgesetzte Party-Rockklopfer und Billig-Ohrwürmer die guten Ansätze, die das letzte Album „Lost Highway“ zeigte, schon im Ansatz.

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