Die 80er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts IV

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80er Thriller-Retrospektive No. 4: Dieses Mal wird es elegant, es wird knisternd und es wird düster… richtig düster. Neben den ganzen, mitunter viel zu glatten Hollywood-Thrillern dieser Dekade, haben sich die 80er nämlich durchaus auch als Jahrzehnt des Independent-Thrillers hervorgetan. Und während die Traumfabrik, auch wenn es um Mord geht, ihre selbstzensierenden Standards hat, darf es im Indie-Bereich ruhig etwas abnormer und abartiger zugehen. So sorgten sowohl Blue Velvet als auch Henry – Portrait of a Serial Killer in ihrer Heimat für einige Kontroversen, letzterer wurde hierzulande sogar auf den Index gesetzt. Auch Hitcher, der Highway Killer hat eine bewegende BPjM-Geschichte, inklusive zahlloser Schnittvariationen hinter sich. Auf andere Weise aus dem Rahmen fallen der französische Genrebeitrag Diva, der seine klassische Krimi-Handlung mit zahllosen Zitaten, Referenzen und skurrilen Intermezzi aufsprengt, sowie Leben und Sterben in L.A., der den Kampf “gut gegen böse” als Kampf “böse gegen böse” inszeniert, dabei aber nie vergisst, spannendes Genrekino zu sein.

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David Lynch in Four Movements – A Tribute

Zwanzig Minuten pure David Lynch Exegese von Richard Vezina, der bereits mit der großartigen Kubrick-Retrospektive A Stanley Kubrick Odyssey einen herausragenden, cinephilen Supercut produziert hat:

I created this personal tribute to David Lynch’s movies a long time ago and never pubished it before. In order to cover all his films, I recently added scenes from Inland Empire. I wish to share this video with David Lynch’s fans and other cinephiles.

Music : Angelo Badalamenti/David Lynch : Questions In A World Of Blue, The Pink Room, Into The Night, Mysteries of Love
Vocal : Julee Cruise

Films:
Inland Empire, Mulholland Dr., The Straight Story, Lost Highway, Fire Walk with Me, Twin Peaks, Wild at Heart, Blue Velvet, Dune, The Elephant Man, Eraserhead, The Grandmother, The Alphabet, Pretty as a Picture: The Art of David Lynch, Blue Velvet – Mysteries of Love: Documentary

via Dangerous Minds

Gedankenschnipsel: South Park, Steve Jobs, Tomas Tranströmer, Melancholia und ein bissel Privates

Die neuste South Park Folge, die diese Woche angelaufen ist, gehört wohl mit zum Deprimierendsten, was ich in letzter Zeit an klassischem Serien-Format sehen durfte. Gleich aus mehreren Gründen: Natürlich in erster Linie das selbstreferenzielle Moment, Parker und Stone, die mit der beginnenden pubertären Krise ihres Protagonsiten Stan auch so etwas wie die Angst vor der eigenen Ideenlosigkeit thematisieren. Dazu passt es dann auch ganz gut, das Ass Burgers zu den schwächsten Folgen dieser Staffel und darüber hinaus zu  den schwächsten South Park Episoden der letzten Jahre überhaupt gehört: Das Wortspiel aus Asperger und Ass-Burger ist zwar niedlich, aber irgendwie hat man das schon besser bei Jared has Aides gesehen.. Außerdem mag dieser ganze Matrix-Subplot nicht so recht zünden, wirkt für South Park Verhältnisse fast schon anachronistisch, ist der hier karikierte Film doch immerhin über zehn Jahre alt. Andererseits ist die Folge auch irgendwie genial, gerade wegen ihrer Schwächen. Vielleicht liegt es daran, wie offensiv die Schöpfer mit der schleichenden Gefahr der eigenen Irrelevanz umgehen: Ist die Luft raus? scheint sich nicht nur der Zuschauer sondern auch die Episode selbst zu fragen… Gerade wenn sie gegen Ende die Option eines vollkommen veränderten South Park ins Spiel bringt, nur um den Zuschauer mit einem seltsam unentschlossenen Wanken noch ein gutes Stück weiter zu irritieren.

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Filmabriss: Dogtooth, Beautiful, Bedingungslos

Nachdem es im letzten Filmabriss das volle Blockbuster-Programm mit Harry Potter, Super 8, und Planet der Affen Prevolution gab, verlassen wir dieses Mal die vorgewärmten Kinosessel und schauen uns im Videotheken-Regal in der Arthaus- und Independent-Film-Abteilung um. Ich weiß gar nicht, ob einer von den drei hier rezensierten Filmen eine Kinoauswertung hatte. Tendenziell wohl eher nicht. Auf jeden Fall liegen sie derzeit (relativ) frisch in der Videothek meines Vertrauens und bilden ein gutes Kontrastprogramm zu lauten, mainstreamigen Blockbuster-Orgien: Dogtooth eine verstörende, surreale Parabel in der Tradition des europäischen Autorenkinos, Beautiful ein düsterer Mysterythriller, der gerne das Blue Velvet des neuen Jahrtausends wäre, und Bedingungslos, in dem Ole Bornedahl (Nightwatch) mit perfider Montagetechnik den Zuschauer in einem alptraumhaften Sog gefangen nimmt. Was können die drei filmischen Ausreißer und lohnt sich für sie der Gang zur Videothek?

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