Lädierte Pokemon von Justin White

Ich bin ja definitiv zu alt, um Pokemon in meiner Kindheit mitgemacht zu haben. Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten, mich damals mit der Anime-Serie, den Spielen und dem ganzen Merchandising-Hype drumherum auseinanderzusetzen. Meine Quintessenz als spießiger Erwachsener: Pokemon ist schon so etwas wie die Kinderversion eines Hahnen- oder Hundekampfes. Unschuldige, eigentlich friedliebende Tiere werden von überehrgeizigen Kids eingefangen und in gigantischen Arenen zu brutalen Kämpfen gezwungen. Insofern fangen Justin Whites verspielte Grafiken schon ganz gut das amoralische Moment und den Sadismus ein, der in dieser Franchise verdeckt bis offen propagiert wird.

Natürlich könnte ich jetzt noch über die ganzen Marktmechanismen lästern, die hinter dem Konzept stecken, musste ich doch während meines Zivildiensts immer wieder feststellen, wie Grundschulkinder ordentlich Geld in Sammelkarten etc. investiert haben und beim Feilschen um Pikachu und Konsorten echte marktwirtschaftliche Erbarmungslosigkeit unter Beweis stellten. Aber andererseits hatten wir in unserer Kindheit halt die Panini-Sammelkarten, Murmeln und Stickeralben… und die waren so rein kapitalismustechnisch auch nicht viel anderes. Jetzt aber genug vom Fabulieren: Mein Lieblings-Pokemon war immer Bisasam und diese Bilder sind einfach awesome.

Busted Pokemon by Justin White via Who killed Bambi?

Hypnotische Fotografien von Maria Sardani

Die gerade mal 18 Jahre alte (Verdammt, warum müssen diese Genies alle so jung sein?) Maria Sardani präsentiert in ihrem Portfolio ungemein poetische, kraftvolle und hypnotische Fotos zwischen Magischem Realismus, fragilen Impressionen und hypnotischem Surrealismus. Weitere Bilder findet ihr in ihrem  Flickr oder DeviantArt-Profil.

via

Wein-Porträts von Amelia Fais Harnas

Jepp, das gefällt mir weitaus besser als die vor einiger Zeit hier gepostete Kaffee- und Bier-Kunst. Die Künstlerin Amelia Fais Harnas kreiert wunderschöne Porträts aus Rotweinflecken: Verspielt, dekadent, gewitzt und mit dem richtigen Genuss-Faktor ausgestattet. So wie stilverliebte hochkulturelle bildende Kunst, die sich nicht allzu ernst nimmt, eben sein sollte. Schön.

Wein-Porträts von Amelia Fais Harnas via ignant

Heilige Superhelden von Igor Scalisi Palminteri

Dass die Ikonographie der Superhelden im 20. und 21. Jahrhundert sowohl ästhetisch als auch strukturell sehr viel mit der Darstellung klassischer Heiligen-Ikonen gemein hat, dürfte jedem Freund der Marvel’schen und DC’schen Recken bekannt sein. Sei es die Märtyrer-Ästhetik eines Batman, die Erlöser-Metaphorik, die ihm vom Himmel gesandten Superman steckt, oder die “Große Macht, große Verantwortung”-Metaphorik des zum Helden mutierten Spider-Man. Superhelden gehören mit zu den signifikantesten, säkularreligiösen Erscheinungen des “Pop-Zeitalters”. Umso erstaunlicher, dass bisher noch niemand auf diese Idee gekommen ist: Der italienische Künstler   Igor Scalisi Palminteri bemalt Heiligenfiguren im Stil klassischer Comic-Helden und erschafft so eine gewaltige und zugleich ironisch gebrochene Bildästhetik der postmodernen, pop-modernen Heldenverehrung. Andererseits kann man diese großartigen Figuren auch einfach nur “nerdy” nennen…

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Magische, surreale Fotografien von Brian Oldham

Die fantastischen Fotografien des gerade mal 19 (!)  Jahre jungen Brian Oldham versprühen eine faszinierende Magie, irgendwo zwischen magischem Realismus, Ästhetizismus, Surrealismus und einer dekadenten, androgynen Fragilität, wie man sie aus dem Fin de Siècle kennt. Dabei sprengt Oldham Stereotypien und Klischees auf, wirft einen empathischen Blick auf die Schönheit der Welt und dekonstruiert diese gleichsam mit behutsam eingesetzten Illusionen. Weitere dieser großartigen Fotos findet ihr in seinem Flickr oder auf seiner Website.

via Visual News

Klassische Gemälde als Collagen aus Lifestyle-Magazinen

Der in Sau Paolo geborene, mittlerweile in Brooklyn lebende Künstler Vik Muniz erstellt faszinierende Reproduktionen berühmter, klassischer Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Es ist ungemein faszinierend, wie die derzeit in der Galerie Xippas in Paris ausgestellten Collagen ins Detail gehen, wie sie Linie um Linie von solchen berühmten Gemälden wie Van Goghs Sternennacht (das hatten wir ja schon öfter hier als postmoderne Reproduktion) nachzeichnen, aus Text und Bild und Story Kunst bilden und zugleich in ein fragmentiertes, ironisches Spiel übergeben. Zweifellos große Collagen-Kunst, die auch den zweiten, dritten und vierten genaueren Blick wert ist.

via Flavorwire (wo es noch ein bisschen mehr zu sehen gibt)

Enzyklopädische Kunst von Julia Feld

Julia Feld entwirft wirklich großartige, faszinierende Kunstwerke aus Büchern. Unter dem Einband tummeln sich Räume, Objekte, Körper… das Literarische wird zur Bildenden Kunst, die Poesie zum handgearbeiteten, verschnörkelten Spiel. Schaut unbedingt auf ihrem Blog vorbei, wo es noch sooo viel mehr zu entdecken gibt.

Enzyklopädische Kunst von Julia Feld via pulmonaire

Chaos und Verführung: Sougwen Chungs Étude Op.2

Drucke von der kanadischen Künstlerin Sougwen Chung im Ghostly Store. Großartige, digitale Gemälde zwischen chaotischem Eskapismus, Erotik und vitalistischer Schönheit. Weitere Bilder auf Sougwen Chungs Website 

The form and composition of each piece are informed by textures and elements within an original series of graphite drawings. Elements are deconstructed and then sculpted in a 3D digital environment. The final pieces are a result of a multi-disciplinary approach to improvisation and experimentation.

via The Fox is black

Natürlich/unnatürlich/widernatürlich

Gesichter, die aus schrillen, dystopischen Landschaften entwachsen, Natur, die bewirtet und von sich selbst verzehrt und zerfressen wird und monumentale Tierskulpturen, die widernatürliche natürliche Formationen bilden. Der sizilianische Künstler Fulvio di Piazza hat den Surrealismus im Blut und den Schalk im Nacken.

via

Videogame-Charaktere als Farbholzschnitte

Der Künstler Jed Henry reinterpretiert klassiche Videospiel-Ikonen als faszinierende Bilder, die in traditionelle japanische Kunstwerke der Edo-Zeit zwischen Samurai und Kabuki erinnern. Um dabei den maximalen “Retro-Effekt” zu erzielen greift er auf klassiche Farbholzschnitt-Techniken zurück, wie sie unter anderem der berühmte japanische Künstler Katsushika Hokusai bei seinem ikonischen Kunstwerk Die große Welle vor Kanagawa (1830)  angewandt hat. Auf obigem Bild ist – man glaubt es kaum – der gute, alte, niedliche Kirby zu sehen. Das Video unten zeigt die Entstehung eines der Gemälde, die Adaption von Super Mario Kart als traditionelles Rikscha-Rennen.

Weitere Bilder von Jed Henry via Killscreendaily

3D-Notizblockzeichnungen von Nagai Hideyuki

Ich schiebe der Super-Mario-Street-Art mal gleich noch weitere beeindruckende 3D-Kunstwerke hinterher. In diesem Fall von dem japanischen Künstler Nagai Hideyuki (der erschreckend junge 21 Jahre alt ist), in diesem Fall angefertigt auf Notizblöcken. So skizziert und rough Bilder auch mögen müssen, die Fotos sowie das Entstehungs-Video nach dem Klick beweisen, dass da verdammt viel Arbeit dahinter steckt.

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Links fürs Wochenende

Das weltweit schwerste Sudoku…

…entwickelt von einem finnischen Mathematiker. Habe mich selbst noch nicht rangetraut, auch wenn ich Sudokus so grundsätzlich eigentlich sehr mag, auch und insbesondere die richtig schweren. Siehe dazu auch, Bericht vom Daily Telegraph: World’s hardest sudoku: can you crack it?

No Surprises? Der große Radiohead-Coveralbum-Showdown

Uli vergleicht bei Auftouren das OK-Computer-Tributalbum OKX (2007) von Stereogum (Download-Link) mit dem aktuellen OK-Computer-Tributalbum A Tribute To OK Computer (2012), das vom Musikexpress herausgegeben wurde.

21/22

Ausdeutungen des Balotelli-Jubels konnte man in der Süddeutschen, der Welt und der taz lesen. Keiner der Exegeten ist auf Cantona gekommen, um Balotelli einzuordnen. Das ist nicht verwunderlich, denn sie haben alle drei etwas anderes im Blick: dass Balotelli schwarz ist. Dass er so gejubelt hat, ist ihnen immer auch Zeichen seines Schwarz-Seins.

Liebling, ich habe ein Viral kreiert – Wie konnte das passieren?

Jannis von Netzfeuilleton fragt sich, wie sein Video Gratis-BILD Unboxing zum viralen Hit auf YouTube mit über 100.000 Visits werden konnte.

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Plants vs. Zombies online (Browsergame)

Zwar nur die gekürzte, dafür aber kostenlose Version des großartigen, großartigen, großartigen (Oh mein Gott, ist das großartig!) Tower-Defense-Games für PC und diverse Mobile Devices. Wer es noch nicht gespielt hat, sollte das jetzt ganz dringend nachholen. Eines der besten, lustigsten und putzigsten Strategiespiele der letzten zweitausend Jahre.

Warum Musik Angst einflößen kann

Was wäre ein Gruselfilm ohne schaurige Musik? – Forscher präsentieren nun eine Erklärung, warum uns beispielsweise die Musik bei der Duschszene des Hitchcock-Thrillers „Psycho“ einen Schauer über den Rücken jagt.

How I watch Movies

Infografik, über den Unterschied cineastischer Sehgewohnheiten zwischen Kinovorführung und Computer-Konsum. Traurig, aber allzu oft wahr.

UNDERGROUND NEW YORK PUBLIC LIBRARY

Bilder von lesenden Menschen in der New Yorker U-Bahn

The IRL-Fetish

Sehr cooler Artikel über den Real Life, bzw. Offline-Fetisch, über die permanente Gegenüberstellung von echtem Leben und digitaler Sphäre, sowie über den Stolz, mit dem viele “Offliner” ihr “wahres Leben” präsentieren:

In great part, the reason is that we have been taught to mistakenly view online as meaning not offline. The notion of the offline as real and authentic is a recent invention, corresponding with the rise of the online. If we can fix this false separation and view the digital and physical as enmeshed, we will understand that what we do while connected is inseparable from what we do when disconnected. That is, disconnection from the smartphone and social media isn’t really disconnection at all: The logic of social media follows us long after we log out. There was and is no offline; it is a lusted-after fetish object that some claim special ability to attain, and it has always been a phantom.

How Accurately Does Hollywood Age Actors?

Fotostrecke des Slate-Magazins über die Diskrepanz zwischen der “künstlerischen Alterung” von Darstellern in Hollywoodfilmen und ihrem tatsächlichen Alterungsprozess. So haben die Star Trek Schöpfer von 1967 nicht im Geringsten bedacht, wie James T. Kirk William Shatner im Alter in die Breite gehen könnte, überraschend gut getroffen dagegen sind die Protagonisten aus Back to the Future.

The Art of Danger and Suspense

Im wahrsten Sinne des Wortes spannende Fotos bei Creative Review: Glas, scharfe Kanten, fatale Winkel… Die Gefahr der Verletzung ist in jedes einzelne dieser Bilder eingeschrieben.

Letztes Jahr auf Seite360:

Weiter geht es mit den musikalischen 90er-Retrospektiven, weiter geht es im Speziellen mit dem besten Alternative Rock des Jahrzehnts. Ebenfalls Richtung 90er schielt die Betrachtung sämtlicher Kuriosita der Zelda-Reihe, seien es die grauenhaften CD-I-Games oder die groteske Zeichentrickserie. Ebenfalls etwas kurios aber darüber hinaus erfolgreich: Die Suche nach historischen Allegorien in der Harry-Potter-Reihe.

Porträts der Masse

Der kalifornische Künstler Alan Craig gestaltet Bilder, indem er Menschenströme auflaufen lässt und diese so arrangiert, dass daraus faszinierende Porträts bekannter Ikonen entstehen. Aus Porträt-Vorlagen entstehen dadurch dynamische und fragile, monumentale und zugleich minimalistische Skizzierungen ikonographischer Menschengesichter. Unglaublich schön.

Aan Craig @ Vinings Gallery via Fubiz