Zarathustra die fette Katze infiltriert klassische Gemälde

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Die Künstlerin Svetlana Petrova lässt ihren dicken Kater Zarathustra auf Gemälde los… und der macht dabei natürlich das, was Katzen am besten können: Raum für sich beanspruchen: Egal ob während der Geburt der Venus, im Beharren der Erinnerung oder in den Armen der Mona Lisa, Zarathustra weiß, wie man Aufmerksamkeit auf sich zieht und schmiegt sich brutal aber auch perfekt in die klassischen Gemälde ein.

Großartige Remix-Kunst in der Catconten-Camouflage, irgendwo zwischen Kreischen, Lachen und begeistertem Staunen. Petrova selbst über ihre Arbeit:

I’m a professional artist, and I was fond of Internet memes, and I thought maybe I can make an Internet meme who would at the same time [be] a work of art. And I did this.

Leute! Groß! Surft da hin!

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petrovacollage2Fat Cat Art via Beautiful/Decay

Wenn Cartoon-Tiere echte Tiere wären…

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Böse, einfach nur böse Bildergalerie bei College Humor mit Illustrationen von Angelica Bamundo. Mein Favorit ist der leidende Pluto im Apartheidsstaat Entenhausen. Aber auch der Rest ist mehr als großartig. Surft da unbedingt hin.

If Cartoon Pets were real Pets via Doug Walker (Facebook)

Entrückte Frauenkörper von Catrin Welz-Stein

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Die Künstlerin Catrin Welz-Stein führt in ihrem Portfolio eine ganze Menge großartiger digitaler Illustrationen, die sich immer im Spannungsfeld zwischen Eskapismus und gesellschaftskritischem Subtext zu bewegen scheinen. Am spannendsten sind allerdings zweifellos ihre entrückten Frauenkörper, in denen historische, gesellschaftliche, politische und kapitalistische Spannungsmomente internalisiert werden und die zugleich ihr Befinden zu externalisieren scheinen. Heraus kommt eine faszinierende Transzendenz in beiderlei Richtungen: Körper, die niemals einfach nur so sind, wie sie sind, sondern sich im permanenten Austausch mit ihrer Umwelt bewegen, von dieser eingenommen und aufgebrochen werden, während sie sich zugleich in diese hineinschreiben.

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Welz-Steins Werke sind eine wahre Fundgrube außergewöhnlicher Kunst zwischen Traditional Art und Digital Art. Hinsurfen lohnt sich.

Digital Artworks by Catrin Welz-Stein via I need a Guide

Tätowierte Porzellanfiguren von Jessica Harrison

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Take this, Kitsch! Die Künstlerin Jessica Harrison bemalt klassische unfassbar kitschig idealisierte Porzellanfiguren von Frauen mit genau so klassischen, idealisierten Tätowierungen von Matrosen. Ein großartiges Spiel mit prototypischen, traditionellen Erscheinungsbildern und Stilisierungen: Auf der einen Seite die zarten, fragilen “Püppchen”, auf der anderen Seite die zumindest in der zeitgenössischen Rezeption derben, von Männlichkeit sprühenden Seemann-Tattoos.

Andererseits sind diese ikonischen Bilder von zerstochenen Herzen und holden Seejungfrauen selbst wieder um Kitsch in ihrer reinsten Form, stereotype Männlichkeits-Ikonographien, die in ihrer Schlichtheit nicht weniger plump und sentimental daherkommen, wie die Fläche auf der sie hier verewigt werden. Fight Fire with Fire, dem Kitsch mit Kitsch begegnet und durch diese Multiplikation etwas tatsächlich kitschfreies, originär künstlerisches geschaffen. Groß!

Harrison proposes a multi-directional and pervasive model of skin as a space in which body and world mingle. Working with this moving space between artist/maker and viewer, she draws on the active body in both making and interpreting sculpture to unravel imaginative touch and proprioceptive sensation in sculptural practice. In this way, Harrison re-describes the body in sculpture through the skin, offering an alternative way of thinking about the body beyond a binary tradition of inside and outside.

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Ebenfalls sehenswert: Harrisons noch radikalerer Umgang mit den Porzellan-Frauen, wenn sie auf den Kitsch direkt mit physischer Gewalt reagiert. Diese und andere Werke sind Teil von Harrisons Ausstellung FLASH in der Galerie L.J. in Paris

via Colossal

LEGO-Kampagne: Masters

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Nein, ich habe noch nicht genug von diesen ganzen LEGO/Pixel/Art-Mashups, die derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen. Und wenn das Ganze so simpel und gleichzeitig toll gemacht ist wie von Marco Sodano, dann umso weniger. Das Ganze wird wohl auch Teil einer echten Kampagne und wurde laut Sodano von LEGO selbst in Auftrag gegeben. Werbung. Trotzdem Kunst.

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LEGO Masters via FiT

Gemälde-Dekonstruktionen von Valerie Hegarty

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Großartig aufgesprengte Gemälde von Valerie Hegarty, die sich irgendwo zwischen Malerei und Installation bewegen und sowohl einen düsteren als auch verdammt vitalen Touch mit sich bringen. Fast schon so etwas wie die Antithese zu Stillleben des 19. Jahrhunderts. Mehr davon gibt es in ihrem mehr als besuchenswerten Portfolio von 2013 zu sehen.

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Kunst von Valerie Hegarty via I need a Guide

Die Mona Lisa, Prototyp eines stereoskopischen 3D-Gemäldes?

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2012 haben Wissenschaftler im Museo del Prado in Madrid hinter einer scheinbar leeren schwarzen Fläche eine fast exakte Kopie von Leonardo Da Vincis Mona Lisa entdeckt, bei der noch nicht ganz klar ist, ob sie dem großen Meister selbst oder einem seiner Schüler zugeschrieben werden kann. Viel spannender als dieser Fund ist allerdings was andere Wissenschaftler daraus gemacht haben: Forscher von der Universität Bamberg haben nämlich entdeckt, dass die horizontale Differenz zwischen “Original” und “Kopie” ziemlich exakt 69mm beträgt, was wiederum ziemlich genau der durchschnittlichen horizontalen Distanz zwischen den beiden menschlichen Augen entspricht. Sprich, die beiden Bilder zusammen ergäben das, was Avatar niemals sein konnte, ein perfektes stereoskopisches Kunstwerk. Die Mona Lisa, ein frühes Exempel von 3D-Kunst… Whoaah!

Turns out, the real “Mona Lisa,” or “La Gioconda,” and the Prado cousin were painted from slightly different perspectives. Carbon and Vera Hesslinger of Germany’s University of Mainz figured out this perspective shift by looking at so-called trajectories, or the paths from a distinctive point on the source, such as the tip of Mona Lisa’s nose, to a target, or the observer’s (or painter’s) eyes. The scientists also asked people to estimate the perspective of the “Mona Lisa” sitter, something Carbon called a psychological assessment of the perspective.


Did da Vinci Create a 3-D ‘Mona Lisa’? (Discovery News) via Boing Boing

Dutch Delight – Niederländische Gemälde animiert

Um ehrlich zu sein, ich habe schon schönere/poetischere/kreativere Animationen klassischer Gemälde gesehen. Diese Form der Remake-Kunst ist aber noch so frisch und allein von ihrer Idee her schon absolut, exakt, genau mein Fall, dass ich auch auf diese animierten Reinterpretationen berühmter Gemälde aus dem Rijksmuseum Amsterdam gerne verlinke.

Direktlink via Faith is Tornment

Disney Tarot-Set von D’Morte

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…Und dann gibt es da noch dieses fantastische Tarot-Set vom okkulten Okkultisten D’Morte, “the Arch-Druid of Tinver Moor”. Nicht nur großartig, weil das ganze Tarot-Brimborium mit einem augenzwinkernden Goofy als Hanged Man aufwartet, sondern auch weil D’Morte sich konsequent bei klassischen Disney-Trickfilm Protagonisten aus dem goldenen Zeitalter der Zeichentrickunterhaltung bedient. Sprich: Unter anderem Cinderella, Mickey Mouse als Zauberlehrling, der Teufel aus Fantasia und Merlin aus “Die Hexe und der Zauberer”. Perfekte Disney-Nostalgie + gekonnte Tarot-Spielerei.

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Das gesamte Set bei Deviantart und in D’Mortes Blog via BoingBoing

Der Seiltänzer

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Da aber geschah etwas, das jeden Mund stumm und jedes Auge starr machte. Inzwischen nämlich hatte der Seiltänzer sein Werk begonnen: er war aus einer kleinen Tür hinausgetreten und ging über das Seil, welches zwischen zwei Türmen gespannt war, also, daß es über dem Markte und dem Volke hing. Als er eben in der Mitte seines Weges war, öffnete sich die kleine Tür noch einmal, und ein bunter Gesell, einem Possenreißer gleich, sprang heraus und ging mit schnellen Schritten dem ersten nach. »Vorwärts, Lahmfuß«, rief seine fürchterliche Stimme, »vorwärts Faultier, Schleichhändler, Bleichgesicht! Daß ich dich nicht mit meiner Ferse kitzle! Was treibst du hier zwischen Türmen? In den Turm gehörst du, einsperren sollte man dich, einem Bessern, als du bist, sperrst du die freie Bahn!«

Friedrich Nietzsche – Also sprach Zarathustra

Foto via Street Art Utopia

Pulp, Sex ‘n Pop – Zeichnungen von Thomas Saliot

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Hänge jetzt gerade schon ne ganze Zeit an der wirklich umfangreichen Bildergallerie von Thomas Saliot: Viel Vintage-Charme, große Pulp-Exegesen und eine Brise Pop finden sich in seinen Bildern, die fast alle ausnahmslos sehr viel Sex Appeal mit sich bringen. Surft hin!

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Zeichnungen von Thomas Saliot via Daddygotthisgunloaded

Die Schönheit “böser” Menschen – Zeichnungen von Sean Lewis

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Ja, ich sehe es eigentlich ganz ähnlich wie Amber Frost von Dangerous Minds: Allein wenn ich schon höre, dass jemand Serienkiller oder sonstige Gewaltverbrecher auf Gemälden verewigt, setzt bei mir ein bestimmter Widerwille ein. Es geht nicht darum, dass ich ein Problem damit hätte, mit der Ästhetisierung des Bösen könnte eine Gewalt-Apologie oder gar -Glorifizierung einhergehen, viel mehr birgt diese Form der Kunst bereits im Ansatz die Gefahr zu irgendeinem Dark Gothic Kitsch Schmu ohne Substanz zu werden. Bei den Zeichnungen von Sean Lewis sieht das anders aus. Dieser versucht nämlich gar nicht erst eine kitschige Ästhetik des Bösen, Dunklen, metaphysisch Abgründigen zu entwerfen, sondern konzentriert sich stattdessen voll und ganz auf die Einsamkeit, Traurigkeit, die Melancholie und daraus auch resultierend die allermenschlichste Schönheit seiner Vorlagen und Sujets.

Die Bandbreite seiner Motive reicht von anarchistischen Paranoikern wie dem Una-Bomber (oberstes Bild) über psychotische Killer wie Andrea Yates (Bild Nr. 2) oder Phil Spector (Bild Nr. 3) und klassische Serienkiller wie Ed Gain oder Aileen Wuornos (Bild Nr. 4) bis hin zu historischen Gewalttätern wie der Ku Klux Klan Koryphäe George Gordon (Bild Nr. 5). Bei Juxtapoz findet sich noch ein ziemlich spannendes Interview mit dem mMn. äußerst humanistischen Künstler:

Most of the figures I focused on are bastardized figures in society and adding to that condemnation didn’t seem like a particularly interesting angle to take. Especially after researching their lives I came away feeling sorry for them and their circumstances. Unchecked mental illness, negligent and manipulated upbringings, they’re all sad stories and I felt it was really important to step back and show some empathy for people that never really got any.

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Sean Lewis’ Blog via Dangerous Minds

Catcontent aus dem Japan des 19. Jahrhunderts

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Als der Buddhismus im Japan des fünften Jahrhunderts zum Importschlager wurde, hatte er nicht nur tiefgreifende philosophische Gedanken zum Sein und Nicht-Sein im Gepäck, sondern zusätzlich flauschige Unterstützung an Bord. Katzen wurden von der fernöstlichen Religion ganz bewusst eingesetzt, um die fragilen Schriftstücke vor Mäusen und anderem Ungeziefer zu schützen. In Folge dessen erlebten Katzen einen wahren Siegeszug im Land der aufgehenden Sonne, sowohl als effektive Hauswächter, als auch als niedliche Weggefährten und nicht zuletzt auch als mystische Glücksbringer.

Die bekannteste Ausgeburt des japanischen Katzenkults dürfte Maneki-neko sein, der aufrecht sitzende, winkende Glücksbringer aus der Familie der Felidae. Aus dem Japan der Meiji-Zeit (19. Jahrhundert) gibt es die Legende einer zahmen Katze, die ihre Besitzerin eine Geisha – urplötzlich – als diese die Toilette aufsuchen wollte, anfiel, anfauchte, biss und kratzte. Die von den Schreien aufgeschreckten Besitzer der Geisha reagierten unmittelbar, indem sie dem scheinbar tollwütig gewordenen Tier in heller Panik köpften. Der abgeschlagene Kopf der Katze flog in hohem Bogen zu der Toilette, auf die die Geisha sich hatte setzen wollen, und biss in dieser im Sterben einer Giftschlange den Kopf ab, die dort gelauert hatte und die Geisha wohl in die ewigen Jagdgründe befördert hätte, wäre die Katze nicht gewesen.

Dem Kult um die Katzen Japans widmet nun das Shoto Museum of Art in Shibuya eine Ausstellung, in der Katzenbilder des 19. Jahrhunderts präsentiert werden. Und so weit sind diese mythologischen und zugleich niedlichen Kreationen vom heutigen Catcontent gar nicht entfernt. Der Name der Ausstellung ist  ねこ・猫・ネコ , eine Zusammenstellung drei verschiedener Schreibweisen für Katzen, und stattfinden wird sie vom 5. April bis zum 18. Mai. (via Spoon & Tamago)

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Lebensechte Skulpturen von Sam Jinks

…fallen wohl in den Bereich: Creepiest Art of the Week. Gleichzeitig sind die lebensechten Skulpturen von Sam Jinks auf ihre ganz eigene Art und Weise wunderschön und poetisch. In ihnen spiegeln sich ebenso Melancholie wie die Schönheit des Hässlichen, die Vergänglichkeit des Lebens und das Außergewöhnliche im Vulgären wider. Ein paar Favoriten sind hier gelandet, den Rest solltet ihr euch aber unbedingt auch ansehen.

Sam Jinks’ sculptural work sustains the briefest and often most private moments in time. Emotional vulnerability is both the subject and result of his work and moves audiences in a way not expected from contemporary art. For Jinks, his works are not literal representations, but are based on the combination of different stages of life.


Sam Jinks from Sullivan + Strumpf on Vimeo.

Weitere Bilder von Sam Jinks Kreaturen via Ignant

Make Star Wars, Not Art

Teils nette, teils einfach nur fantastische Mashups von Star Wars mit klassischen Gemälden vom Grafikdesigner Leaf Scott. Meinen persönlichen Favoriten – ein Mashup von Diego Velázquez’ Le Bon Bock mit einem Gamorrean - habe ich gleich mal hier oben reingenagelt. Den Rest gibt es in Scotts Star Wars Mashups Galerie zu sehen.

via Kuriositas