Jürgen Vielmeier von Basic Thinking verzichtet auf Feeds, Twitterkanäle und alle anderen Dienste, in denen er sonst nach News recherchiert. Wie viel Berechtigung hat die Aussage: “If the news is that important, it will find me.”?
Der Freitag über die gigantomanische Humboldt-Box, die Berlin-Mitte seit neustem ziert, und zumindest temporär so etwas wie ein Berliner Wahrzeichen sein soll.
Letztes Jahr auf Seite360:
The Same Procedure as every year and Seite360 proudly presents… Das Sommerloch, das in diesem Fall unter anderem damit zusammenhängt, dass Umzüge, Dreharbeiten und Prüfungen bevorstehen. So eine schicke Ausrede haben wir dieses Jahr leider nicht, dafür aber auch nicht ganz so klaffende Update-Lücken. Aber auch wenn unsere Post-Frequenz 2010 noch karger war als 2011, haben wir es immerhin zu einer Klassiker-Rezension von Depeche Mode – Songs of Faith and Devotion und zu einer Retrospektive der besten Tragikomödien der 00er Jahre geschafft.
Metropolis hat am Samstag eine siebenminütige Dokumentation über Berlin als Zentrum der Urban Art in Europa ausgestrahlt, und wie es sich gehört ist das ganze auch bei Arte+7 gelandet, wo es für den Rest der Woche einsehbar ist. Auf Youtube gibts den Bericht auch mittlerweile zu sehen, während bei Arte selbst noch Bonusmaterial und Zusatzinfos verfügbar sind. Vorbeisurfen lohnt sich also.
Berlin ist die Stadt der Straßenkunst – nirgendwo sonst in Deutschland bieten riesige Häuserwände an klaffenden Baulücken oder stillgelegte Fabriken mitten im Stadtgebiet so viel Platz für Kunst im öffentlichen Raum. Und so hat sich Berlin neben New York und Paris zu einem neuen Zentrum für eine Kunstform entwickelt, die auch für Museen und Galerien immer wichtiger wird: Urban Art.
Dann will ich an dieser Stelle doch nochmal ganz kurz eine kleine Werbeeinblendung raushauen: Am 1. Juli drehe ich die Dokumentation eines Gebärdensongs-Workshops bei dem gemeinnützigen Unternehmen KOPF, HAND + FUSS in Berlin. Ziel der Veranstaltung ist es, schwerhörigen und gehörlosen Kindern die Freuden der Musik durch eine Übersetzung in Gebärdensprache näher zu bringen. Dazu wird ein Song von Rolf Zuckowski in Gebärdensprache übersetzt und später als Tanznummer performt. Auch Rolf Zuckowski selbst wird höchstpersönlich als Gast anwesend sein und die Gebärden/Tanz-Darbietung, die im Laufe des Tages entstehen wird, gemeinsam mit den Kindern aufführen. Eingeladen sind nicht nur Schwehörige und Gehörlose sondern alle, die Interesse an den vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der Gebärdensprache haben. Geboten wird also sowohl ein schöner Nachmittag mit Musik, Tanz und viel Spaß als auch ein kleiner Einblick in die Welt der DGS.
Musik hat eine besondere Wirkung. Sie kann Gefühle wecken, Stimmungen hervorrufen, Dinge sagen, die Worte allein nicht ausdrücken können.
Schwerhörige und gehörlose Menschen kennen die Welt der Musik nicht – zumindest nicht so wie Hörende. Wir möchten versuchen, schwerhörige und gehörlose Kinder und Jugendliche ein wenig in diese Welt zu führen
Mit KOPF, HAND + FUSS arbeite ich seit Beginn dieses Jahres zusammen – gerade befinden wir uns in der Finalisierung eines Berliner Reiseführers in Gebärdensprache – und das sind alles wirklich unglaublich nette, engagierte und kompetente Leute, die mit wenig Mitteln großartige Projekte auf die Beine stellen. Einen Besuch des Workshops kann ich also allen interessierten Eltern und Kindern nur wärmstens ans Herz legen.
Irgendwie satteln alle in meiner Umgebung auf Film um. Ob das an mir liegt, oder daran dass ich nur solchen Menschen kennenlerne, weiß ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall bewirbt sich die Fia für ein Kamerastudium an der Filmarche, einer selbstorganisierten Filmschule in Berlin-Kreuzberg. Dafür hat sie einen Kurzfilm gedreht, in dem meine Wenigkeit und Florian die Hauptrollen spielen… jaja, was diese Nerds nicht alles machen. Das Thema des Films ist Zufall. Viel Spaß.
Unser Kurzfilm Little Brother is watching you läuft heute Abend im Rahmen der Shortcutz im Roderich in der Glogauer Straße 19 in Berlin. Neben ihm werden noch zwei weitere Kurzfilme gezeigt: A Glass of Milk von Benjamin Pates und Peter in Radioland von Johanna Wagner. Special Guest des Abends ist der Produzent Philipp Barnett. Der Eintritt ist frei, also kommt zahlreich.
Short #1: “Little Brother Is Watching You” by Florian Bayer
Synopsis: What started as a lovely picnic in the park for the love birds “Frank” and “Liz” is turning into something quite different. A mysterious gentleman appears from the bushes and begins to protocol their every word, takes pictures and investigates into their private life.
Short #2: “A Glass of Milk” by Benjamin Pates
Synopsis: “A Glass of Milk” is a brief minimalist reflection on themes of movement and place based on the musical composition of Porcelain Bridge by the same name. Shot from various first-person perspectives in various locations (Berlin-Kreuzberg and Edinburgh).
This Week’s Guest Short: “Peter in Radioland” by Johanna Wagner
Synopsis: “Peter in Radioland” is a documentary film portraying Johanna Wagner’s own father, who is on sick-leave. He struggles to keep up with the modern digital world where everything is zero and ones. He seeks comfort in his analogue radios, his memories of the past and his loving wife.
Rainald Grebe klingt auf dem Papier ja immer irgendwie so, als hätte er sein gesamtes Konzept vollkommen umgeworfen und würde jetzt… naja… irgendwas anderes machen. Solo, Band, Kapelle, Orchester… Dass sich die Musik trotz differierender Performance-Namen ziemlich treu bleibt, ist zwar mittlerweile nicht mehr überraschend, dafür aber immer wieder erfreulich. Jetzt also mit dem Waldbühnenorchester. Einmalig. Ein Jubiläumskonzert zum Vierzigsten. Das lässt natürlich das Herz eines jeden Fans des schrägen Barden höherschlagen. Klingt ganz so, als dürfte sich das Publikum endlich mal wieder auf ein paar live vorgetragene Grebe-Klassiker freuen (nachdem er sich denen mit seinen Orchesterauftritten im Maxim-Gorki-Theater ja recht geschickt entzogen hat). Noch besser wäre freilich <konservativenmodus> mal wieder ein Auftritt komplett ohne Bandbegleitung </konservativenmodus>, aber auch dieses Konzert scheint, wie grundsätzlich alle Live-Auftritte Grebes, sein Geld wert zu sein. Am 18.6.2011 soll die Party auf der Waldbühne in Berlin steigen. Und ab 35 Euro gehts los. Halleluja Berlin!
Rainald Grebe ist 40 geworden und möchte am 18.Juni in der Waldbühne groß abfeiern. Jahrelang spielte er allein am Klavier, dann im Trio und letztes Jahr mit dem Orchester der Versöhnung im Admiralspalast. Jetzt wird noch eins draufgesetzt. Für einen Abend. Einmal und nie wieder. Das Orchester der Versöhnung wird zum Waldbühnenorchester. Die besten Lieder werden in neuem Gewand aufgetischt. Eine große Werkschau in nie dagewesener Besetzung. Mit Blasmusik, Chören, Streichern und Abflussrohren. Die Geschichte der Waldbühne mit ihren Großereignissen Olympia 1936, Rolling Stones 1965, Kirchentag 1989 bis zum Taschenlampenkonzert 2010 wird noch einmal lebendig. Berliner Turn-, Reit- und Brieftaubenvereine werden das Spektakel komplettieren. Und natürlich Feuerwerk. Danach ist erstmal Ruhe. Um wieder ganz klein anzufangen.
Nach und nach kommen sie alle zurück… die Bands, die man derart mit den 90ern verbunden hat, dass man niemals glaubte, sie könnten unserer Tage ein Comeback erleben. Nach den Beastie Boys also nun die Berliner Agitprop/Chaos/Technopunker whatever von Atari Teenage Riot. Ob der anarchische Electro-Krach auch heutzutage noch funktioniert können wir nun alle auf Soundcloud überprüfen. Delete yourself – delete yourself! Go! Are you ready?
Es gibt mal wieder ein paar neue – und weniger neue – Kinofilme, die durch unseren Filmriss gejagt gehören. Im letzten Filmabriss habe ich mich ja dezidiert mit Nerdfilmen auseinander gesetzt. Und Paul – Ein Alien auf der Flucht, der neue Film von und mit Simon Pegg und Nick Frost hätte auch wunderbar in diesen Artikel gepasst. Ansonsten gibt es noch Source Code, den neuen Science Fiction Mysterythriller von Duncan Jones (Moon), sowie den Vampirthriller Wir sind die Nacht, mit dem die Deutschen auch etwas von dem internationalen Vampir-Hype-Kuchen abhaben wollen. Mit Twilight hat der grimmige Berlin-Film dennoch wenig gemein…
Ausgezeichneter, semi-artifizieller Dokumentarfilm von David Köhlmeyer zu Lifestyle, Kunst und Attitüde rund um die urbanen Hip Hop Communities. Street Art, Rhymes, Rhythms, Breakdance… ist alles drin. Und verdammt schick dokumentiert und fotografiert obendrein.
Urban Movements – A HipHop Documentary
by David Köhlmeier. 34 Min. HD. 2010/11
Members of Blumentopf, Texta, AML, Hashtwins, Fovs-Crew, Beathoavenz, Prodigyy-Crew, Permanent-Unit, Tribe Vibes, Weisssgold and many others served as interviewees for the essayistic documentary Urban Movements. BBoys, Djs, Rapper and Graffiti-Writers answer questions about HipHop, the commercialization of it, as well as the sub culture being as a HipHoper. They talk about dreams and struggles for life. At times seriously, sometimes in a cheerful way … The HipHop conversations are accompanied by urban images, by time lapse and slow motion shots of Berlin, Vienna, Frankfurt, Munich, Graz, Linz, Bregenz and other german speaking cities.
Heute der Hinweis auf eine Leipziger Künstlerin, die unter dem Namen „laquaffe“ bereits erste Ausstellungen in Leipzig hatte, unter anderem im Leipziger Szenecafé “Kanal 28″, im “Staubsauger” und im “Westwerk”. Kleinere Ausstellungen waren in Leipziger Clubs und Bars zu sehen. Am 06. Mai eröffnet sie eine neue Ausstellung “still leben” in der sju-Galerie, Könneritzstraße 76 in 04229 Leipzig. Für diese Ausstellung hat sich laquaffe mit einer für sie neuen Kunstform beschäftigt: Nicht wie bisher mit Sprühdose bewaffnet, arbeit sie am heimischen Computer und fasst kritischen Ideen in exakt definierte Vektorgrafiken. Das Thema der Ausstellung ist die Gedankenwelt der Überflussgesellschaft. “Reizüberflutung”, “moderner Egoismus”, “ein kleines Glück” – das sind Schlagworte, die beschreiben, was den Besucher auf den zahlreichen Papierdrucken an den Wänden der sju-Galerie erwartet. Neben Grafiken werden ausgewählte Leinwandbilder in Schablonentechnik präsentiert. Dabei entstehen erste Gemeinschaftsarbeiten mit dem Berliner Graffitikünstler PAOT, der in Banksy-Manier anonym bleiben möchte und man somit eine seltene Gelegenheit hat ihn live zu erleben.
Wunderschöner Film von Andrew Reid mit perfekt passender melancholischer Musik untermalt. Zu sehen ist der verlassene, vor sich hinruhende Spreepark im Plänterwald… Und auch wenn es immer mal wieder Gerüchte um eine erneute Inbetriebnahme gibt, vielleicht sollte man ihn einfach ruhen lassen. Du hast einiges durchgemacht und dir deinen etwas frühzeitigen Ruhestand redlich verdient… Schlaf schön, einstiger Traumgarant.
Ick hab’ da ja so nen kleinen Film jedreht, wa’? Und der wird mal wieder jescreent. Und nachdem icke in Hawaii leider Jottes nich’ dabei sein konnte, werd ick zumindest in Berlin nochma vorbeikieken. Und wer auch kommen will, ist hiermit herzlich dazu einjeladen. Weitere Infos und so en Jedöns jibt et uff dem Plakat und uff der offiziellen Website. Kiekt vorbei…
Was ein schönes Picknick in trauter Zweisamkeit werden sollte, entwickelt sich für Frank und Liz zu einer eigenwilligen Farce. Ein mysteriöser Herr gesellt sich zu ihnen, dessen einzige Aufgabe darin besteht sie zu überwachen. Und diese Pflicht erfüllt er auch mit jeder nur erdenklichen Genauigkeit: Er observiert, photographiert, fragt die beiden aus und notiert alle Vorkommnisse fein säuberlich für den späteren Bericht. Während Liz sich immer unwohler fühlt, gelingt es Frank schnell sich mit der ungewöhnlichen Situation zu arrangieren und den Überwacher in seiner Tätigkeit sogar nach Leibeskräften zu unterstützen. Aber was will dieser eigentlich? Für wen arbeitet er? Und warum verrichtet er seine Arbeit so höflich und ohne Bemühen, unerkannt zu bleiben?
Die Blogger, Networkler und Social Media Experten halten Einzug in Berlin… Heute beginnt die fünfte – alljährlich stattfindende re:publica. Und auch ich werde dieses Mal vor Ort sein, wegen Drehinvolvierung aber wohl nur einen Bruchteil dessen sehen können, was mich interessiert. Jedenfalls wird der Artikel-Output hier die nächsten Tage ein wenig zurückgeschraubt, auf keinen Fall aber komplett zum Erliegen kommen. Wer vor Ort ist, darf sich wie jedes Jahr auf eine Menge spannender Vorträge freuen, auch zu sehr vielen Themen, die für unser Blog relevant sind. So gibt es Sessions zu Themen wie “Wikipedia als Weltkulturerbe”, Netzpoesie und Serious Games. Für Spontanbesucher gibt es auch Tagestickets vor Ort, die mit 20€ für Mittwoch und Donnerstag und 10€ für den Freitag recht moderat ausfallen. Das Programm lohnt aber ohnehin auf jeden Fall…
Noch ein paar Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Auch alles andere als hochaktuell. Greenberg wollte ich schon ewig rezensieren, bin ich aber nie so richtig dazu gekommen. Unknown Identity ist auch schon etwas länger her – da hätte es eigentlich sogar für eine zeitnahe Kinostartrezension gereicht – habe den aber irgendwie verdrängt, was gegenüber diesem grundsoliden, unterhaltsamen Thriller schon etwas ungerecht ist. Achja und den Direct-to-DVD Survivalthriller Frozen. Den habe ich als Letztes gesehen. Und würde ihn dann doch gerne so schnell wie möglich vergessen.
Off-Theater und kleinere Spielstätten haben es Berlin seit jeher schwer und es kommt nicht selten vor, dass ein Haus oder Verein unter die Räder gerät. Dieses Schicksal hätte vor kurzem – wegen drastischer Mietpreiserhöhungen – beinahe das traditionsreiche Zebranotheater in Berlin Friedrichshain ereilt. Dank Unterstützung durch Fans und Künstler konnte die Schließung des Hauses, das berühmt für geniale Liedermacher- und Kabarettkunst der alten und neuen Schule ist, gerade noch verhindert werden. Seit Kurzem steht ein kleines Geleitwort auf der Homepage dieser kulturellen Institution, auf deren Bühne große Kabarettisten wie Sebastian Krämer (auch künstlerischer Leiter des Hauses), Rainald Grebe, Bodo Wartke und Horst Evers standen und stehen. Dort heißt es:
Liebe Freunde des Zebrano-Theaters,
Unterstützung aus Reihen der Künstler, der Besucher und der Politik hat bewirkt, dass das Theater für die nächste Zeit weiterspielen kann.
Die jährlich steigenden Festkosten sind jedoch eine große Last für das kleine Kiez-Theater. Deshalb haben wir den Verein “Zebrano-Theater e.V.” gegründet. Als gemeinnütziger Träger fördert er Kunst und Kultur in Friedrichshain und führt das Theater in der bewährten Weise weiter.
Wie können Sie beitragen, das Theater zu erhalten?
Treten Sie dem Verein als Fördermitglied bei! Ihre Mitgliederbeiträge sind vonnöten, das Theater mittel- und langfristig zu sichern. Hundert Mitglieder müssen es bis Ende Jahr sein!
Diesem Aufruf können wir uns nur Anschließen. Der Verlust des Zebranos wäre ein herber Schlag für die Kultur- und Theaterszene Berlins. Mit einer kleinen Spende oder einer Vereinsmitgliedschaft kann man sich für den Erhalt des Theaters und damit der kulturellen Vielfalt Berlins einsetzen. Nähere Informationen gibt es auf der Website des Zebranos.