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Berlin spricht Wände – Doku über die Berliner Street Art Szene

So, nachdem ich mit meinem Therapeuten geredet und mich für einen Häkel-Kurs zwecks Anti-Aggression angemeldet habe können wir ja wieder zu den wirklichen schönen Sachen im Leben kommen. Ich finde zwar Street Art mittlerweile etwas kommerzialisiert und hat für meinen Geschmack zu viele Mitläufer, aber interessant ist es ja nun wirklich und sieht auch überwiegend mal sehr schick aus.

via

Prenzlauer Berg 1990

Ich war ja dieses Jahr recht häufig in Berlin und wie es sich für einen Besuch in der Hauptstadt gehört und um alle Vorurteile bestätigt zu bekommen war natürlich auch ein Trip nach Prenzlberg angesagt Ich glaube den Reformhaus-Geruch habe ich immer noch nicht aus den Klamotten und irgendwie finde ich das auch bescheuert, wenn Leute so extrem Klischees ausleben. Das intime Portrait von Petra Tschörtner von 1990 zeigt zum Glück auch weniger Bio-Muttis, sondern ein gar nicht mal so schickes Viertel mit gebrochenen Menschen, die sich durch den grauen Alltag kämpfen.

BERLIN-PRENZLAUER BERG – BEGEGNUNGEN ZWISCHEN DEM 1.MAI UND DEM 1. JULI 1990
Petra Tschörtner DDR 1990 75’
liefert Bilder aus dem Leben der Kiez-Bewohner in den letzten Monaten vor der Währungsunion. “We need revolution” singt “Herbst in Peking” aus dem Prenzlauer Berg in den Trümmern der Mauer am Rande ihres Stadtbezirks. Dabei ist im Mai ’90 schon fast alles gelaufen. Im “Prater” schwooft Knatter-Karl mit seiner Freundin. Frieda und Gerda im “Hackepeter” sind erschüttert; denn gleich nach dem Fall der Mauer wurde im Tierpark ein Papagei gestohlen. Die Polizei jagt bewaffnete Männer, während Näherinnen erklären, warum die Vietnamesen zuerst entlassen werden. Ein einsamer Gast aus dem “Wiener Cafe” singt zum Abschied das Lied von der Heimat, während die rumänische Combo zum Balkan-Express zurückeilt. Die Hausbesetzer träumen von Anarchie und Frau Ziervogel, Inhaberin von Berlins berühmtester Würstchenbude, segnet das erste Westgeld. Der Tag der Währungsunion ist da. Filipp Moritz besetzt den Prenzlauer Berg.

via Finding Berlin

In eigener Sache: EWE – Kurzfilmpremiere am dritten August in Berlin

Joa… ich habe da ja schon vor einiger Zeit ein Drehbuch geschrieben und das Ganze zusammen mit Johannes (der hier auch ab und zu, in letzter Zeit viel zu selten, etwas schreibt) verfilmt. Dieser Film kommt nun nach diversen Screenings auf Festivals und bei Ausstellungen zu seiner ganz hochoffiziellen Premiere in Berlin. Wir zeigen den 20minütigen, dytopischen Thriller am 3. August  im Theater Verlängertes Wohnzimmer in Friedrichshain. Eintritt ist frei und ich würde mich auch freuen wenn einige von den Lesern und bloggenden Kollegen vorbeischauen würden.

Näheres erfahrt ihr auch in der Veranstaltungsankündigung auf Facebook sowie auf der offiziellen Website zum Film. Kommt reichlich!

Nachdem der Gone-Astray-Film EWE letztes Jahr erfolgreich auf drei Festivals gelaufen ist und wir fast ausschließlich positives Feedback erhalten haben, wollen wir dem finalen Schnitt nun endlich auch zu seiner offiziellen, verdienten Kino-Premiere verhelfen.

Hierfür steht uns das Theater “Verlängertes Wohnzimmer” (Frankfurter Allee 91, 10247 Berlin) zur Verfügung. Dort bekommen wir einen ordentlichen Bühnenraum inkl. Rückprojektionsleinwand, sowie einen Bar-Bereich (mit Getränken zu moderaten Preisen) und schöne Café-Atmosphäre. Es kann also ordentlich gefeiert werden. Der Eintritt ist selbstverständlich frei.

Los gehts um 19 Uhr. Den Film werden wir wahrscheinlich so gegen halb 8 screenen. Danach gibt es noch ne kleine Aftershow-Party und das Screening von Zusatzmaterial und ein paar anderen Filmen…

EWE

EWE erzählt die Geschichte eines Staates, in dem Überwachung zum Alltag gehört. Jeder Mensch ist sowohl Überwacher als auch Überwachter, Opfer und Täter zugleich… Und alle haben sich mit dieser Art zu leben arrangiert. Auch Nicolai, ein erfolgreicher Journalist, hat schon lange die Kameras um sich herum vergessen. Seinem Beobachtungssoll geht er gewissenhaft nach – bis er zum ersten Mal in seinem Leben einen Blick hinter die Fassade der ganzheitlichen, demokratischen Überwachung wirft…

Erzählt wird der Film durch in sich ruhende Standbilder, die filmische Bewegungen ahnen lassen, andeuten und ansetzen ohne sie allerdings vollkommen auszureizen.
EWE entwirft auf dokumentarische Weise die düstere und zugleich ironische Dystopie einer Welt, in der die Verletzung der Privatsphäre Bürgerpflicht ist.

Länge: 22 Minuten

www.ewe-der-film.de
www.theater-verlaengertes-wohnzimmer.de

Theater “Verlängertes Wohnzimmer”
Frankfurter Allee 91, 10247 Berlin

PS.: Wenn ihr kommen wollt, sagt bitte in dieser Gruppe zu, damit wir einen Überblick über die Anzahl der Gäste haben.
Lg, Florian und Johannes

Crowdfunding-Projekt: Neue Bestuhlung für das grossartigste kleine Theater Berlins

So halb in eigener Sache: Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder, mal mehr mal gerade weniger im Theaterbereich gearbeitet. Eine Spielstätte, die ich dabei besonders beackert habe, ist das wirklich großartige Off-Theater Verlängertes Wohnzimmer in Berlin Friedrichshain. Die haben gerade eine Crowdfunding-Aktion am Laufen, um endlich, endlich, endlich die uralten, in sich zusammen fallenden Stühle für die Zuschauer zu ersetzen. Glaubt mir, ich spreche aus schmerzhafter eigener Erfahrung: Ein Ersatz für die Stühle ist dringend notwendig, geradezu geboten aus rein chiropraktischer Sicht. Und ich spreche ebenfalls aus eigener Erfahrung (sowohl vor, hinter als auch auf der Bühne), wenn ich sage: Jeder Cent Investition in dieses tolle Theater ist es wert. Um die Diskrepanz zwischen der Großartigkeit dieses vollkommen unabhängigen Off-Spielorts (allein die Open Stage!) und der defizitären Bestuhlung zu beenden, könnt ihr  bei VisionBakery einen kleinen finanziellen Beitrag leisten. Von 5€ Minispende bis zu 750€ Großunterstützung ist alles drin. Und wie gesagt, es lohnt sich.

Wir sind ein kleines Theater mit 60 Plätzen in Berlin Friedrichshain (www.theater-verlaengertes-wohnzimmer.de). Ohne öffentliche Förderung aber dafür mit umso mehr Enthusiasmus bringen wir Monat für Monat einen Spielplan mit um die 10 Vorstellungen auf die Beine. Gastspiele ebenso wie Eigenproduktionen. Finanziert durch unserer Mitglieder, die Veranstaltungen sowie Selbstausbeutung in Reinstform.

Alles ist wunderbar, nur leider bricht unsere Bestuhlung unter uns bzw. unseren Gästen zusammen. Neue Stühle müssen also her. Mindestens 2000 Euro benötigen wir dafür. Unsere Schauspieler, Regisseure, Kartenabreisser und vor allem die Gäste werden es Euch danken.

Neue Bestuhlung für das Theater Verlängertes Wohnzimmer (Crowdfunding-Projekt)

 

Links fürs Wochenende

re:publica 2012

Da gibt es natürlich massenweise Material zum lesen, schauen, hören, mit dem auch die Daheimgebliebenen so ziemlich alles mitnehmen können, was auf der re:publica dieses Jahr spannend oder interessant war. Interviews von Philip Banse mit verschiedenen Speakern findet ihr wie schon die Jahre zuvor auf dctp.tv, unter anderem Selfpublishing vom Literaturcafé, Britta Riley und ihre Garten-Community windowfarms, Raul Krauthausen von den Sozialhelden zu dem Barrierfree-Tool Wheelmap und Rick Falkvinge über die Piraten in Schweden und im Rest Europas.

Videos von einigen interessanten Sessions gibt es bei Spiegel Online. Um drei herauszuheben: Traditionell ist ja schon der Schlussakt zu Tag 1 von Sascha Lobo. Dieser war dieses Jahr nicht ganz so launig wie 2011. Stattdessen wurde ordentlich geflauscht und viel gelobt: Piraten cool, Blogger cool, Acta-Gegner cool… irgendwie hatte Lobo nicht viel zu ranten und flauschte und prognostizierte sich stattdessen durch einen trotzdem hörenswerten Vortrag, der so etwas wie eine generelle Bestandsaufnahme des (deutschen) Internet 2012 darstellen sollte. Bezeichnend für diesen bleibt jedoch, dass sein Highlight die süßen Igel- und Eulen-Fotos waren.

Sehenswerter ist da schon der Vortrag von Cindy Gallop Make Love not Porn, in dem es einerseits um sexuelle Liberalisierung im und durch das Netz, andererseits aber auch um einen Kontrapunkt zur Pornographisierung der Gesellschaft geht.

Der schrägste Vortrag stammt wohl von den beiden Julias @laprintemps und @zeitrafferin: Trollen oder getrollt werden war die Frage, insbesondere auch im Bezug auf feministische Blogs und die beiden inszenierten das Ganze irgendwo zwischen anstrengender Improvisation, Trollversuch, Performance und (Anti)-Diskurs: Alles andere als leichte Kost, dafür aber umso spannender. Achim Bauer tweete dazu: “Fühle mich, als hätte ich einen Autounfall miterlebt. Weiß nicht, wer das Auto war.” Und das trifft es schon ganz gut. Julia Seeliger gestand, nach der Session erst einmal geheult zu haben (“Nie wieder Vortrag!”) und man glaubt es ihr sofort. Ob das Ganze jetzt verwirrend, genial oder einfach nur ein gescheiterter Trollversuch war, muss wohl offen bleiben. In seiner angenehm schrecklich unangenehmen Art erinnert es strukturell vielleicht am ehesten an Klaus Kinskis Jesus Christus Erlöser… Scheitern? Ja, aber im Großen! Definitiv sehenswert. Passend dazu auch der Kommentar von Anna Sauerbrey: Frauen sichtbar machen!

Und noch ein bisschen unsortierten retrospektiven Lesestoff zur diesjährigen Netzkonferenz.

Gebrauchsanleitung von Nico Lumma: Twittern, Sharen, Twittern, Tweeten, Retweeten, Twittern… und so wird die Veranstaltung persönlich ein voller Erfolg und man gewinnt sogar einige neue Follower.

Viva la re-publica: Thomas Knüwer lobt Organisation, Veranstaltungsort und die Veranstaltung selbst: “Die rp12 hat einen neuen Maßstab gesetzt. Sie ist endgültig der Nummer-1-Treffpunkt des aktiven, digitalen Deutschlands.”

Wo sich Netzaktivisten und Firmengründer verpassen: Anna Sauerbrey über den nach wie vor vorhandenen Dissens zwischen Bloggern und Start Uppern.

Sehr ausführliche, persönliche und zugleich informative Rückblicke zu Tag 1 und Tag 2 von Anke Gröner.

Wenn Mainstreamacts auf Nischenkünstler treffen: Johannes Kuhn über die – viel zu oft vergessene oder bewusst ignorierte – Heterogenität der sogenannten Netzgemeinde.

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Adoptiere deinen Abgeordneten

Der Digitale Gesellschaft e.V. sucht netzpolitische Paten für alle Abgeordneten im Deutschen Bundestag. Politik und Bürger müssen einander näher kommen und in einen dauerhaften netzpolitischen Dialog treten.

Wenn Sohnemann bloggt

Blogger-Urgestein (*sorry for that) Robert Basic setzt seinem Sohn einen eigenen WordPress-Blog auf:

Ich schaue mir das natürlich stolz an und muss sagen, dass es bisher die richtige Entscheidung war. Ich sehe es nicht verbissen, er ebenso wenig. Wenn es für ihn funzt, go, wenn nicht, dann ist es ein Leichtes, das Blog links liegen zu lassen wie ein langweilig gewordenes Spielzeug. Ich habe mich als Blogger natürlich schon zig Male gefragt, wie es wäre, wenn Deine Kinder bloggen würden. Ich dachte nicht, dass ich so schnell eine Antwort auf die Frage bekomme. Es fühlt sich schon sehr cool an. Solange er Spaß und Nutzen dran hat, freut es mich.

Messias 2.0

Lesenswerter Artikel von Sigrid Herrmann-Marschall, die für Esowatch bei einer Veranstaltung des Bruno-Gröning-Freundeskreises war:

Nach Beginn der Veranstaltung sieht man im Raum schon an der eingenommenen Haltung, wer bereits Anhänger und wer neu hinzugekommen ist. Die Anhänger nehmen spätestens beim ersten eingespielten besinnlichen Musikstück eine Stellung ein, die angeblich den „Heilstrom“ fließen lassen soll. Sie sitzen die Augen halb geschlossen, Beine nebeneinander und legen die Hände mit der Handfläche nach oben auf die Oberschenkel.

The Making of an Angry Video Game Nerd Episode

Für alle, die sich schon immer gefragt haben, wie James Rolfe seine AVGN-Episoden zusammen bastelt, gibt es nun ein sehr cooles, 30minütiges Making-of, von der Auswahl des Spiels bis hin zum fertigen Film.

100. Folge retro-tv

Und noch mehr Webvideo-Meta-Material: Anlässlich der Jubiläumsfolge plaudern Paddy und Henning aus dem Nähkästchen, werfen einen Blick hinter die Kulissen und zeigen Outtakes aus älteren Episoden. Nostalgie².

Ungerechtigkeit beim Zitieren (Infografik)

Letztes Jahr auf Seite360:

Immer noch sind die 90er Jahre retrospektiventechnisch brandaktuell: Und so werfen wir einen Blick auf die besten Tragikomödien des Jahrzehnts, und das gleich zwei Mal. Für noch mehr Nostalgie sorgen Francois Truffaut und Jean-Luc Godard, deren Zusammenfinden im Kino dokumentiert wird. Und für die, für die es gar nicht weit genug zurück gehen kann gibt es weitere Rückblicke auf die ersten Jahre des Films. Aktueller sind da schon die erfolgreiche Jagd auf Osama Bin Laden, deren Auswirkungen schon sehr früh auf Twitter feststellbar sind, das Geburtsvideo von Barack Obama, sowie die Tour von Fucked Up und die neue EP von Twilight Sad, die es zur Freude der Fans für lau im Internet gibt.

Trailerprogramm: Total Recall, Bernie, 100 Yen, Bar 25, Ted, Yellow Submarine, Frankenweenie

Total Recall [Len Wiseman]

Ach kommt schon… muss das so aussehen? Dass ein Remake von Total Recall sich von dem 90er Exploitation-Szenario von Paul Verhoevens Klassiker verabschiedet, finde ich ja noch okay, war auch irgendwie zu erwarten: Aber ernsthaft, dieses Matrix trifft Minority Report Szenario scheint mir gerade derart dröge, dass ich echt nicht die geringste Lust verspüre den Film zu sehen. Okay, die ein oder andere Blade Runner Referenz ist schon ganz nett, aber eigentlich hätte ich mir doch ein wenig mehr Philip K. Dick und ein bisschen weniger Action-Spektakel gewünscht. Ohnehin scheint mir in dem Trailer noch nicht so ganz klar, woran sich die Macher jetzt tatsächlich orientieren wollen: Der literarischen Vorlage  Erinnerungen en gros (1966)? Dem Original Total Recall (1990)? Oder wollen sie doch ihr eigenes, Post-Matrix CGI-Spektakel inszenieren. Ich befürchte das Letzte und erwarte schon eher einen kleinen bis mittelschweren Fail. (via)

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Links fürs Wochenende

SPOTIFY

Wahrscheinlich der überflüssigste Link, den wir hier jemals als Link fürs Wochenende gepostet haben. Falls ihr also die letzten Tage durchgeschlafen, auf dem Mond oder in einer Zeitkapsel verbracht habt, here we go. Ich benutze Spotify mittlerweile schon ein paar Tage und werde mit Sicherheit auch noch etwas Längeres dazu schreiben. Nur so viel schon mal vorab: Es lohnt sich! Sowohl als Musik-Stream-Portal als auch Organisations-Tool für die lokale Musikbibliothek. Es ist schlank, verdammt sexy und macht süchtig.

Passend dazu auch: Ein erster Rundgang durch Spotify beim Musikexpress, Spotify scheucht die Konkurrenz mit Gratisangebot auf, Darf ich die Musik mitschneiden? + Replik: Ist das Rippen bei Spotify zulässig?, Im Schatten von Spotify: Rdio mit großem Redesign, Kritik am Datenschutz von Spotify, Interview mit Axel Bringéusdem Director of International Growth für Spotify

Westberlin

Sehr cooler Tumblr, der die Vergangenheit der geteilten Hauptstadt in schicken Fotografien wieder aufleben lässt.

Fantasy Ja! Aber bitte ohne Freaks!

Sehr schöner Rant von Michael Erle über unangenehme Begleiterscheinungen der Popularisierung der Nerdkultur:

von A wie Alderaan bis Z wie Zwerg hat der Mainstream so ziemlich jedes Element einer Gedankenwelt, die früher noch Geeks, Dorks und Freaks gehörte, aufgesogen. Vampire als bevorzugte Lektüre von Teenagermädchen waren sozusagen der letzte Nagel im Sarg des Nischendaseins unseres Lieblingsgenres. Spätestens die Spekulationen über das „Next Big Thing“ (Zombies? Werwölfe? Zeitreisende Cowboys?) sollten uns einen Schrecken eingejagt haben: unser schönes, verschrobenes und geistreiches Hobby leidet unter dem Gesetz des Freien Marktes und seines Marketings.

Die Facepalmisierung des Internet

Warum muss ich täglich auf Twitter lesen “Wer noch einmal Wort xy schreibt, wird entfolgt”? Wozu die ganzen abwertenden Vokabeln, warum andere lächerlich machen, anstatt einfach mit ihnen zu reden? Wie wäre es denn, der betreffenden Person, die etwas so unsägliches gebloggt/getwittert/gesagt hat, einfach mal in Ruhe zu erklären, was mir nicht passt? Anstatt sie durch einen abwertenden Tweet zu verhöhnen?

dys4ia (Browsergame)

Ungemein persönliches Browsergame von ‘Pixel Provocateur’ Auntie Pixelante, die ihren Weg zur Frau, von der gesellschaftlichen Ablehnung über die Hormontherapie bis heute spielerisch aufarbeitet.

Nelly (Browsergame)

Wenn es nicht ganz so artifiziell sein soll: Nelly ist ein spannender Plattformer zwischen jugendlichem Alptraum, Gothic Novel und Burton-Ästhetik. Narration und spielerische Herausforderung behindern sich hier nicht gegenseitig sondern ergänzen sich zu einem fantastischen, dunklen Anti-Märchen.

Meinungsmacher 2012: Hacker-Interviews

Schafft Leverkusen den Klassenerhalt?

Eine mathematische Problemlösungsstrategie für Fanhoffnungen und Fanängste.

Warum ich nie mit etwas fertig werde…

Infografik

Letztes Jahr auf Seite360:

Der März wird endlich etwas hörenswerter, mit J Mascis, dem Esbjörn Svensson Trio, den Strokes, The Pain of being pure at heart, Earth und anderen… und dann gibt es natürlich auch noch die wundervolle neue Songcollage von R.E.M. Collapse into now und der musikalische Frühling ist gerettet. Cineastisch läuft eher weniger und so rezensiert Florian schon etwas weiter zurückliegende Filme wie Revanche und Hot Tub Timemachine.

Piraten in der Politik – 100 Tage einer Aufsteigerpartei

Letztes Jahr habe ich an dieser Stelle ein flammendes Plädoyer für die Wahl der Piraten für das Berliner Abgeordnetenhaus gehalten. Auch wenn die Fraktion bisher häufig mit Sperenzien, langatmigen Klein-Klein-Debatten und merkwürdigen Personalentscheidungen von sich Reden gemacht hat, sehe ich das “Experiment: Piraten im Parlament” nach wie vor nicht als gescheitert an. Zumal die Transparenz-Versprechungen alles in allem bisher zu meiner vollsten Zufriedenheit umgesetzt wurden (*uarghh Arbeitszeugnis-Sprech). Auch die ARD beschäftigt sich in einem angenehm differenzierten Beitrag mit den ersten 100 Tagen der Berliner Piratenfraktion:

Von Null auf 15 – Fünfzehn Abgeordnete der Piratenpartei wurden am 18. September 2011 ins Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Ein Erfolg, der seit den Grünen keiner anderen Partei-Neugründung in Deutschland mehr gelungen ist. Innerhalb weniger Wochen liegen sie in den Umfragen bundesweit zwischen 8 und 10 %. Nicola Graef und Torsten Mandalka begleiten vier Abgeordnete während ihrer ersten 100 Tage im Berliner Parlament: Andreas Baum, den Fraktionsvorsitzenden und besonnenen Vermittler zwischen den parteiinternen Strömungen; Susanne Graf, die einzige Frau und die mit 19 Jahren jüngste Abgeordnete; Christopher Lauer, enfant terrible und “Medien-Rampensau’; Schließlich: Martin Delius, der redegewandte parlamentarische Geschäftsführer der Piratenfraktion in Berlin.

Achja, und gerade die Kritik am Lauer habe ich von Anfang an mit ziemlich viel Kopfschütteln verfolgt. Genau solche Leute brauchts auch und gerade in höheren Parteipositionen. Ich würde dann mal tatsächlich so weit gehen und behaupten, dass es mit ihm als Fraktionsvorsitzenden weitaus weniger dieser vermeidbaren Anfangs-Fraktions-Probleme gegeben hätte.

via Netzpolitik

Kurzfilm der Woche: Der Berliner Hipster

Hmja, eigentlich ist das hier ja Flos Revier und ich kann ja auch nur auf meine Eindrücke von Kurztrips in Berlin zurück greifen. Die wirklich sehr lustige Parodie von Polyeyed Phantom Produktion auf die Szenemenschen ist aber einfach zu lustig, um nicht gepostet zu werden, auch wenn ich über deren Wahrheitsgehalt nicht wirklich viel sagen kann. Die hier geschilderten Stereotypen entsprechen recht genau dem angenervten Schilderungen der Berliner Kollegen, können aber so wahrscheinlich auch auf Hamburg, Köln und andere Metropolen übertragen werden. Ich als Duisburger wider Willen bin zum Glück vor Gentrifizierung und Szene bisher verschont geblieben, ganz einfach weil es hier sowas nicht gibt… Auch wenn mir ein paar lustig gekleidete Hipster lieber wären als jammernde Ruhr-Prolls, die immer nach früher heulen.

Der Berliner Hipster (2012)

Regie: Joel Montagud

Darsteller: Jan Hanisch, Maja Presnell, Paul v. Bonsdorff

via electru (facebook)

Durch die Nacht mit Lena und Casper…

Für alle, die es gestern verpasst haben, hier nochmal schnell nachgereicht und eingebettet. Rinko sagt, dass er es “übertrieben langweilig und die Vorberichtserstattung tendenziös” fand. Ich bin gerade am schauen und finde es auch eher so meehh… gerade weil es irgendwie nicht die geringste Chemie zwischen Casper und Lena gibt. Naja, was soll’s. Für ein Frühstücksprogramm allemal ausreichend.

Zwei unterschiedliche Vertreter der aktuellen Musikszene treffen im nächtlichen Berlin aufeinander. Casper, der Hip-Hopper, und das freche Fräuleinwunder Lena Meyer-Landrut malen über den Dächern der Hauptstadt, klettern durch transparente Wolkenstädte im Kunstmuseum “Hamburger Bahnhof” und stellen sich den investigativen Fragen von Musikstudenten.
Sie backen gemeinsam Torten in einer trendigen Kreuzberger Konditorei, spielen unterirdisches Schwarzlicht-Minigolf und verpflegen sich mit Currywurst in Neukölln. Doch bringt sie diese Berliner Nacht voller Abwechslung einander näher? Casper, der sich auf einen vergnüglichen Abend gefreut hat, muss erkennen, dass Lena es ihm nicht leichtmachen will. Beim Karaoke in Friedrichshain sind aber beide schließlich in ihrem Element – die letzte Chance dieser Nacht, doch noch einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Links fürs Wochenende

Fehlerhaftes Buch: Mit Kafka die Medien getäuscht

Hinter der fehlerhaften Edition von „Das Schloss“ steht die Aktionsgruppe „The BirdBase“. Sie will auf die schlechte Bildung in Österreich aufmerksam machen.

Gene, Meme und Programme

Marcus Frenkel überträgt Ideen der Genetik und Memtik auf die Funktionalität von Computersoftware.

Heinrich von Kleist: David gegen Goliath

Am 21. November vor 200 Jahren starb Heinrich von Kleist am Kleinen Wannsee bei Berlin. Im Jahr davor gründete er eine Zeitschrift und debütierte als Theaterkritiker, der nur einen Feind kannte: Iffland. Auszüge aus einer Biografie von Peter Michalzik.

An den Rand gestellt

Über die Freude der deutschen Filmlandschaft an historischen NS-Stoffen, Hitler und Co., an Filmen über den Linksterrorismus… und warum, aktuelle rechtsradikale bis rechtsterroristische Sujets fast überhaupt keine Rolle spielen.

Firebug

Ziemlich cooles Browsergame zwischen gediegenem Rätseln und hyperaktivem Nervenkoller.

Städtebauliches Schaufenster

Jürgen Tietz betrachtet interessiert die historischen und aktuellen Veränderungen des Kurfürstendamms in Berlin, der mittlerweile stolze 125 Jahre auf dem Buckel hat.

Was denkt der Internet-Benutzer?

Ich bin empört…

Letztes Jahr auf Seite360:

Ein bisschen in Master of the Universe Nostalgie schwelgen, ein wenig Filmkonzepte jenseits der linearen Erzählweise erkunden, und ein paar ganz geerdete TV-Serien der 00er Jahre schauen… viel mehr war hier nicht los in der dritten Novemberwoche…

Back to the Future – Die Berliner Mauer

Die Back to the Future Fotoserie von Irina Werning ist die Tage natürlich schon durch alle Blogs gegangen… und natürlich wurde auch oft darauf hingewiesen, dass weder Idee noch Umsetzung taufrisch sind. Aber obiges Bild hat mich dann doch für einige Sekunden zum Stocken gebracht. Eine wunderschöne, poetische Gegenüberstellung der 1990er Mauerreste von einst und der nicht vorhandenen Mauer von heute. Christoph als kleines Kind, das mit der wunderbaren Naivität des Heranwachsenden ein Stück Geschichte aus dem Stein schlägt… und Christopher von heute, der Spuren der Geschichte in das nicht mehr Seiende zeichnet. Eine unglaublich kraftvolle, schöne, eine herausragende Allegorie auf den Wandel der Zeiten, in dem die Destruktion manchmal auch positive Geschichte schreibt.

via Retronaut

Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts III

Hui, das macht langsam richtig Spaß! Wo ich eigentlich die deutschen Alben bewusst ganz nach hinten geschoben habe, fällt mir nun erst wieder auf, was für ein mutiges Jahrzehnt eigentlich die 90er-Dekade in der Heimat war. Da wurde wild rumexpermentiert, da wurden Grenzen aufgebrochen und Deutscher Hip Hop war auf seinem Höhepunkt angelangt. Ein tolles Jahrzehnt für Musik aus deutschen Landen… Hoffentlich liest gerade ein 15 jähriger mit, schmeißt später seinen ganzen Wir sind Julimond-Mist in den Müll (oder löscht ihn von der HD) und fängt wieder an spannende Musik jenseits von kantenlosem Pathos-Rock oder Heuli-Soulpop wie Tim Bendzko zu hören. Und ihr Musikproduzenten und Plattenlabels solltet diesem Beispiel folgen… Ganz ehrlich, liebe Bands aus Deutschland, dann fange ich auch wieder verstärkt an eure Musik zu hören und kaufe mir wieder eure Alben. Versprochen! So, aber nun übertrieben guten Hip Hop von Torch, frühe Qualitätsarbeit von The Notwist, nur das Beste von Mutter, Überraschendes von Grönemeyer und Grenzenloses von Den Goldenen Zitronen und Fischmob.

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