Animated Short der Woche: Rejected

Wirkt zuerst nur wie eine (sinn)lose Zusammenstellung schräger, schwarzhumoriger, surrealer, makaberer, morbider – manchmal auch geschmackloser – Trickfilm-Commercials. Aber es lohnt sich, bis zum Ende dran zu bleiben. Denn das hat es in sich…

Rejected (USA 2000)

Drehbuch, Animation, Produktion: Don Hertzfeld

Synchronisation: Robert May, Jennifer Nyholm, Don Hertzfeld

Laufzeit: 9 Minuten

http://www.bitterfilms.com/rejected.html

Melodie als Option – The Dillinger Escape Plans neustes Album "Option Paralysis"

Es ist nichts neues, dass bei Dillinger Escape Plan das Chaos Methode hat. Es ist aber auch nichts neues, dass diese Methode von Album zu Album nicht nur verfeinert wurde sondern mit der Zeit auch immer weitere Nuancen dazugewonnen hat. Spätestens seit Miss Machine spielen die Avantgarde Metaler aus New Jersey weitaus mehr als den brutalen Chaoscore der Anfangstage, für den sie so berühmt und berüchtigt waren. Mathematik ist hinzugekommen, die Zusammenarbeit mit Multitalent Mike Patton (Faith No More, Fantomas) hat ebenfalls ihre Spuren hinterlassen und hin und wieder durfte sogar eine Form von pervertiertem Pop in den letzten Alben vorbeischauen. Dem Konzept von Chaos und dessen Filterung, von Krach und dessen Aufweichung, halten DEP auch auf ihrer nun erscheinenden gerade mal vierten Langspielplatte (der immerhin fünf EPs gegenüberstehen) die Treue.

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Schlingensief-Retrospektive II – „Die 120 Tage von Bottrop“ (1997)

Liebe Zuschauer!

Bitte genießen sie den folgenden Film sehr laut und mit vielen Höhen!

Wir danken für ihr Verständnis

Sodom ist die Stadt der Verruchtheit, der Perversion und Sodomie, die als göttliches Exempel schließlich in einem apokalyptischen Feuerregen untergehen sollte. Bottrop ist eine deutsche Stadt im nordwestlichen Ruhrgebiet. Bottrop hat mit diesem Film nichts zu tun. Nachdem sich Christoph Schlingensief in „Terror 2000“ der deutschen TV-Medienlandschaft widmete, ist sein Opfer im 1997 entstandenen „Die 120 Tage von Bottrop“ der deutsche Film. Dabei wäre es allerdings etwas vorschnell, dem Regisseur zu unterstellen, wieder mal alles zu zerfleddern und zu zerreißen, was dieses Medium hergibt. Ganz im Gegenteil: Denn obwohl Schlingenisef, wie es für ihn typisch ist, nach allen Seiten hin ausholt und dabei mehr als scharfe Munition verschießt, ist „Die 120 Tage von Bottrop“ in erster Linie eine Hommage, ein fast schon wehmütiger Film, der einer Zeit nachtrauert, in denen deutsche Regisseure wie Fassbinder und Herzog kein Risiko scheuten, um provokante Meisterwerke auf die Leinwand zu bringen.

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Die 00er Jahre: Die vergessendsten Alben des Jahrzehnts IV

Dieses mal mit floydeskem Goth-Rock, einer avantgardistischen  französisch-amerikanischen Traumkollaboration, düsterem und komplexen Alternative Hip Hop,  einem wüsten Crossover-Avantgarde-Metal-Bastard, minimalistischer postmoderner Kompositionskunst, der letzten Großtat eines Funk / Rap / Metal Klassikers, Berliner Elektronikspielereien und einem laut polternden Maskenzirkus.

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Schlingensief-Retrospektive I – „Terror 2000“ (1992)

Meine Damen und Herren, liebe Jungen und Mädchen, genießen Sie mit uns in den nächsten Minuten eine Welt voller Liebe, Angst, Sexualität und Tod. Genießen Sie mit uns die Welt, in der wir leben. Gute Unterhaltung.

Christoph Schlingensief ist dank Bayreuth und der Medialisierung / Theatralisierung seiner eigenen Krebserkrankung mittlerweile endlich in der Hochkultur angekommen. Völlig zurecht wird er von Feuilletons und Kulturinteressierten umworben und seine Arbeiten zählen zu den wichtigsten Beiträgen der deutschen Kulturlandschaft. Das dies allerdings nicht immer so war, zeigt Teil 1 unserer Schlingensief-Retrospektive: Der 1992 veröffentlichte Film „Terror 2000“

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Im Märzen der Progger… – Vier neue Avantgarde und Progressive Alben unter der Lupe

Das erste Jahresviertel 2010 ist geschafft und von vorsichtig bis ungestüm klopfen die Art Rock, Progressive und Avantgardevertreter an seine Tür. Wir haben für euch gleich vier Alben der Komplexen, Vetrackten, Progressiven und Verspielten unter die Lupe genommen. Zu hören gibt es frischen Avantgarde Pop von Xiu Xiu, rohen rauhbeinigen italienischen Progressive Metal von Watzlawick, ungestümen deutschen Screamo Postcore von The Hirsch Effekt und klassischen Nu Jazz Fusion und Progressive Rock von Jaga Jazzist aus Norwegen.

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Die 00er Jahre: Die vergessendsten Alben des Jahrzehnts III

Dieses Mal mit einem frischen Soul und Hip Hop Hybriden, antipodischem Avantgarde-Pop, dem letzten großen Werk eines 90er Alternative Rock Titanen, melancholischem Art Rock, breitschultrigem US-Rap und skandinavischem Melodic Death Metal.

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The Life after Rock – Drei aktuelle Postrock-Veröffentlichungen unter der Lupe

Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra, The Unwinding Hours,  Collapse Under The Empire. Drei Bands, die alle auf ihre ganz eigene Weise das Label Post-Rock bedienen und unterschiedlicher nicht sein könnten…

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Konservierte Avantgarde – Eine Rezension zu Univers Zeros neustem Album Clivages

Die seit 1974 existierende Band „Univers Zero“ zählt neben Henry Cow, Stormy Six und Art Zoyd zu den prominentesten Vertretern des so genannten RIO – „Rock in Opposition“. In ihrer mittlerweile über 35 Jahre andauernden Karriere hat es die Band allerdings nur auf neun ganze Studioalben, einige EPs und Liveaufnahmen geschafft. Dies liegt nicht nur an der zwölfjährigen Pause, die sich die Band von 1987 – 1999 selbst verordnete, sondern ebenso an dem äußerst unregelmäßigen Veröffentlichungsrhythmus, der Fans auch gerne mal fünf Jahre auf das nächste Werk warten lässt. Das letzte Album „Implosion“ ist 2004 erschienen und nun also, 2010 – sechs Jahre später – der lang ersehnte Nachfolger für Freunde des AvantProg und der komplexen Kammermusik.

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