Schlagwort-Archiv: Ästhetizismus

Die 80er Jahre: Die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts IV

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Die etwas obskureren, etwas erwachseneren, vielleicht auch etwas unterbewerteten Filme habe ich mir für den vorletzten Artikel der 80er Zeichentrickretrospektive aufgespart. So richtiges Familienkino bietet keiner der hier gelisteten Filme. Stattdessen viel musicaleske Weirdness (Rock & Rule), opulente Fantasy (Fire and Ice), tragische Kriegsverarbeitungen (Die letzten Glühwürmchen), und außergewöhnlichen surrealen Symbolismus (Gwen et le livre de sable). Die Familie muss heute zu Hause bleiben.

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Die 80er Jahre: Die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts I

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Zeichentrickfilme sind nicht nur für Kinder… das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Neben den 70ern mit ihren wilden, anarchischen Comicverfilmungen von Ralph Bakshi  gehören die 80er wohl zu dem Trickfilm-Jahrzehnt, das diese simple Tatsache am besten unter Beweis stellt. Nicht jedoch wie die Dekade zuvor mit lauten, rüpelhaften Hippiealpträumen, sondern mit nachdenklichen, düsteren und auch komplexen Stoffen, die in Pastell getaucht werden. So wie das Antikriegsdrama Wenn der Wind weht, dessen Zielpublikum sogar jenseits der 30 oder 40 liegen könnte, oder auch das symbolistische Mär Das letzte Einhorn, in dem der Fantasybackground für eine sehr komplexe, psychologisch feinfühlige Erzählung dient. Selbst Kinder- und Familienfilme wie Herrscher der Zeit, Feivel der Mauswanderer und In einem Land vor unserer Zeit dürfen – Don Bluth und Moebius sei Dank – in diesem Jahrzehnt ihre dunklen, tragischen und spannenden Momente, jenseits des Disney-Wohlfühlkinos besitzen und voll auskosten. Es gibt also eine Menge großartiger Trickfilme aufzuarbeiten. Viel Spaß mit Teil 1:

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Fotoshooting in der größten Klosterbibliothek der Welt

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Der Fotograf Benjamin Van Wong hatte die Möglichkeit ein kreatives Fotoshooting in der Bibliothek des Stift Admond (Österreich), der größten Klosterbibliothek der Welt, abzuhalten. In den ehrwürdigen Hallen der 1776 vollendeten Stiftbibliothek gingen er und sein Model Jen Brook den disney’schen Inszenierungsweg und produzierten dabei Fotos in denen das pittoreske Moment der Aufklärung und Klassik auf das pittoreske Moment der filmischen Märchenerzählung des 20. Jahrhunderts trifft. Das Ergebnis sind ganz und gar wundervolle Fotos, zwischen romantisiertem Trickfilmkitsch, epischer Raumentfaltung und selbstironischer Märchenreminiszenz. Ein Fest für Bibliophile und Cinderella-Fans gleichermaßen.

And at the end, we not only have fantastic imagery to share with the world… but a story to laugh and remember for the rest out our lives.

Dream big, anything is possible.

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What it’s like to shoot in a real life Disney library – Stift Admont via bookpatrol

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Filmabriss (Science Fiction, 2014): Under the Skin, Elysium, Edge of Tomorrow, Transcendence

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So es ist mal wieder an der Zeit für einen kleinen Filmabriss, der sich tatsächlich konsequent aktuellen Filmen widmet: 2014 scheint wie bereits 2013 auf den ersten Blick ein ganz hervorragendes Jahr für das SciFi Genre sein. Nachdem ich vor ziemlich genau einem Jahr meine Begeisterung für Oblivion und Ender’s Game und vor knapp einem halben Jahr meine Begeisterung für Her, Lucy und den Planet der Affen kundgetan habe, sind in den letzten Monaten noch ein paar weitere interessante Genre-Beiträge durch mein Heimkino gerauscht, und das dann auch gleich in den unterschiedlichsten Variationen: Zum einen das Genre als Leinwand für artifizielles, eskapistisches Kunstkino in der Scarlett Johansson One-Woman-Show Under the Skin, zum Zweiten das Genre als Leinwand für dystopische Gesellschaftskritik in Elysium, zum Dritten das Genre als Hintergrund einer philosophischen Auseinandersetzung mit KI und Digitalität in Transcendence und last but not least, das Genre als Vorwand für Big Budget Kriegs- und Actionkino in Edge of Tomorrow. Welcher der Beiträge was taugt, lest ihr nach dem Klick.

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Die Körper von Jon Jacobsen

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Ob statisch oder als Gifs animiert, in der Remixkunst von Jon Jacobsen zwischen Fotografie, Farbe und digitaler Technik dissoziieren menschliche Körper im Rausch der Kunst, lösen sich auf im Spiel der Farben und Formen, werden aufgefressen von surrealen kreatürlichen Artifikationen und kämpfen dennoch immer weiter, um ihre Menschlichkeit zu erhalten. Es hat dabei schon immer etwas Inhumanes, wie die Kunst hier der Körper und Subjekte Herr wird, den Individualismus zur Farce, den Menschen zur Leinwand erklärt. Gleichzeitig besitzt Jacobsen aber dieses spezifische Augenzwinkern, das seine künstlerischen Übergriffe vor jeder Prätention, vor jedem artifiziellen Rumgewichse schützt. Und bei Gott, sehen die daraus entstandenen Bilder großartig aus…!

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Jon Jacobsen via art fucks me

Papercraft-Stories von Adrian Lawrence

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Adrian Lawrence entwirft im genuinen, harmonischen Zusammenspiel von Papercraft-Objekten und computergenerierten Hintergründen fantastische Geschichten zwischen Märchenflair und Surrealismus, die sich andächtig vor der klassischen Filmkunst verbeugen. Wunderschön.

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Adrian Lawrence (Behance) via Cross Connect

Only God Forgives: Ein offener Brief an Nicolas Winding Refn

Nein, lieber Herr Refn, wirkliche Freunde werden wir in diesem Leben wohl nicht mehr. Dabei will ich Ihnen nicht einmal vorwerfen, dass sie der wohl überbewertetste Regisseur unserer Tage sind. Schließlich können sie dafür nun wirklich nichts, oder? Okay, die ein oder andere ästhetizistische Hipster-Masturbation haben Sie in ihren letzten Filmen schon verbrochen, von kalkulierter Jagd nach Stimmvieh (bei der Wahl um den größten lebenden Regisseur) ist das dennoch weit entfernt. Nein, ich nehme Ihnen den Hype um sie wirklich nicht übel, im Grunde genommen mag ich Ihre Filme ja auch: Den düsteren transzendentalen Trip, Valhalla Rising, der ist wirklich großes Kino, das Slow Motion Actiondrama Drive, ja auch das hat seine Momente… und ja, auch die Pusher-Filme und Bronson sind düstere Action-Bastarde, in denen verdammt viel Kreativität steckt. Ich glaube Ihnen sofort, dass sie mit Herzblut dabei sind und ihre Filme tatsächlich – ohne jede Kalkulation – anders erzählen wollen. Aber um Gottes Willen, müssen sie dabei immer so dick auftragen? Müssen sie dabei immer so sehr den Style- und Design-Göttern huldigen, sich derart in ihren glänzenden und zugleich schmutzigen Bildern verlieren, dass sie drumherum vollkommen vergessen, irgendetwas mit Substanz zu erzählen?

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Kurzfilm der Woche: True Skin

Visuell beeindruckendes – im besten Sinne des Wortes ästhetisch und inhaltlich vollkommen überladenes – Cyberpunk-Drama, in dem in satten Neonfarben die Dystopie einer transhumanen Zukunft erzählt wird: Cyberware, Biotech, Bioware, Argumented Reality, Brain-Memories etc… eben alles was dazu gehört; und das irgendwo zwischen Blade Runner und den ästhetischen Visionen Chan-Won Parks. Neben den optischen Leckerbissen liefert der Film dann noch ein wenig humanistische Philosophie und Ethik, die allerdings erwartungsgemäß in dem Farbenrausch ein wenig verloren gehen. Aber purer Eskapismus kann ja manchmal auch ganz wohltuend sein…

True Skin – A sci-fi short set in the not too distant future where augmentation is the way of life. For Kaye, still a natural, augmenting will help him keep pace in this now hyper-paced world. However, after acquiring an off-market prototype, Kaye quickly finds himself fighting not only for his own humanity, but something much larger.

Written & Directed by: Stephan Zlotescu
Director of Photography: H1
Original Music: J-Punch
Producer: Christopher Sewall
Manager: Scott Glassgold / IAM Entertainment

An N1ON Production

True Skin via misterhonk

Animated Short der Woche: Gloam

Ich kann gar nicht genau sagen, was es ist… Aber, dieser Film hat was. Und davon verdammt viel. Eine wunderschöne, poetische Kurzanimation, in der im Grunde nicht viel passiert, im Subtext womöglich auch nicht viel passiert, die aber genau für das was sie ist, einfach mal perfekt ausbalanciert und ungemein bewegend daherkommt. Nach dem Klick folgt noch ein kleines Making-Of für alle Interessierten.

Wandering a dark forest, a solitary creature encounters something unknown with only curiosity to lead the way.

Gloam is a short film by David Elwell & Gareth Hughes.

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Träumen Rehe von wildlebenden Schafen?

Ich schließe mich dann erst einmal der Meinung des Nachbarblogs an: Diese fantastischen Zeichnungen von Matthias Holz wirken auf den Rezipienten tatsächlich so, als sei er direkt in die Traumwelt eines Tieres hineinkatapultiert worden. Fliegende Rehe, vom Sein losgelöste Bären und polymorphe Geschöpfe, die gleich mehrere Tierarten in sich vereinen. Gerade so als hätte Salvador Dali versucht Wild Life Episoden in seine surrealen Bilder einzuarbeiten; ein poetischer, auch ein weniger skurriler Ausflug in die natürlichen Träume natürlicher Geschöpfe, ein animalischer Surrealismus, der nichts mit dem “Survival of the Fittest” gemein hat, sondern stattdessen Tiere als sensible, zarte und auch ästhetisch selbstbewusste Lebewesen abbildet. Schaut euch unbedingt auch die anderen Biler in Mattias Holz’ Galerie an.

via i-ref

Ex Libris: Gemälde von James McGrath

Oh ja, es ist definitiv mal wieder an der Zeit für große, epische Bibliophilie-Kunst. Die Bücher-Gemälde von James McGrath sind wunderbare, verzückende, beinahe barocke Literaturlandschafts-Impressionen. Verspielt, verschnörkelt und zugleich einfach so herrlich naiv, romantisch und monumental, dass es mir als Bibliophiler richtig warm ums Herz wird. Schaut euch unbedingt auch die anderen Gemälde auf James McGraths Website an!

Ex Libris: Paintings by James McGrath via Faith is Torment

Magische, surreale Fotografien von Brian Oldham

Die fantastischen Fotografien des gerade mal 19 (!)  Jahre jungen Brian Oldham versprühen eine faszinierende Magie, irgendwo zwischen magischem Realismus, Ästhetizismus, Surrealismus und einer dekadenten, androgynen Fragilität, wie man sie aus dem Fin de Siècle kennt. Dabei sprengt Oldham Stereotypien und Klischees auf, wirft einen empathischen Blick auf die Schönheit der Welt und dekonstruiert diese gleichsam mit behutsam eingesetzten Illusionen. Weitere dieser großartigen Fotos findet ihr in seinem Flickr oder auf seiner Website.

via Visual News

Kurzfilm der Woche: not over

Ein plüschiger Teddy auf Reisen… Und viel mehr geschieht auch nicht in diesem wundervollen animierten Short Short: Wohin geht die Reise? Was ist das Ziel? Was ist der Grund der stoischen Bewegung dieses plüschigen Riesen? Die charmante und ironische Antwort gibt es in den augenzwinkernden Schluss-Sekunden, bis dahin puren, wunderschönen Animations-Eskapismus vom feinsten.

The short story of the big Cryptid like a plushie.

Direction & Animation: Toru Hayai
Sound: Akihiro Morita
Vocal: Big AL (virtual singer)
2012 TAIYO KIKAKU co.,ltd.

used 3dsmax vray & vue xstream.

via Kuriositas