The Brothers Quay waren die Inspirationsquelle für die Musikvideos von TOOL

The Brothers Quay - "Rehearsals for Extinct Anatomies"

Diese beengende, düstere Atmosphäre, durch die sich stop-motion-animierte Figuren und Puppen bewegen, haben nicht Tool, allen voran Gitarrist Adam Jones, erfunden, sondern die Stop-Motion-Künstler The Brothers Quay.

Adam Jones war auch Special Effect Artist und arbeitete gemeinsam mit Fred Stuhr an den ikonischen Tool-Musikvideos aus den 90er Jahren. Diese zeichneten sich vor allem durch einen exzessiven Einsatz von Stop-Motion aus, in einem vermoderten und farblich und auch sonst kargen Setup, wodurch diese bedrückende und groteske bisweilen unangenehme Atmosphäre entstand. Adam Jones arbeitete auch an Filmen wie „Ghostbusters II”, „Predator 2” und „Edward Scissorhands” mit. Damit war für mich die visuelle Kraft der Videos immer hinreichend erklärt. Nun erfahre ich aber, dass Werke der Stop-Motion-Künstler The Brothers Quay als Vorlage dienten für Jones Video-Arbei. Darüber war Kurt Cobain so angepisst, dass er hoffte, dass Tool für dieses „rip off” verklagt würden:

Und in der Tat. Tools „Sober” sieht schon sehr nachempfunden aus. Aber hey. Kurt hat sich bei einigen Nirvana-Riffs auch woanders inspirieren lassen, das sagt er selbst in seinem Tagebuch. Der politisch korrekte Terminus dafür lautet „remix culture” und ist völlig okay.

Hier mal zwei Arbeiten der Brothers Quay. „Bruno Schulz’s Street of Crocodiles” und „Rehearsals for Extinct Anatomies”.

 

Außerdem warten wir bereits seit mindestens fünf, wenn nicht zehn Jahren auf ein neues Tool-Album. Ob man von Metal überhaupt noch was erwarten kann, ist fraglich. Da wurde ja auch schon alles durchgespielt. Das Genre scheint nur noch was für Liebhaber zu sein. Es passt nicht mehr in den schnelllebigen Fashionlifestyle, bei dem es um Verkaufszahlen, Absätze und ständiges Reizen geht. Irgendwie.

Links fürs Wochenende

“DESTINO”

Wooaa. Ich bin grad hin und weg, weil ich ENDLICH “Destino” schauen kann!!! Destino ist eine Zusammenarbeit von Salvador Dali und Walt Disney aus den Jahren 1945 und 46. Vor Jahren hab ich mal Ausschnitte davon auf ARTE (oder so) sehen dürfen. Den werde ich mir jetzt erstmal genüßlich anschauen und ob seiner Schönheit plus weil man hier ja kein YT-Vollbild schauen kann gibs den wenn ihr auf den Titel klickt.

Illegal Superheroes

Um auf die Einwanderungspolitik der USA aufmerksam zu machen, hat Neil Rivas eine Posterserie gestaltet die zeigt, dass selbst viele Superhelden, Sinnbild amerikanischer Popkultur, einst Einwanderer waren. Wenn ihr auf den Link klickt, gelangt ihr zur Slideshow, neben der noch auf einzelne Illegal-Superhelden-Schicksale eingegangen wird. Tolle Metaebene.

Beim pinken Überraschungsei geht es nicht um Mädchen sondern um Jungen!

Antje Schrupp auf ihrem Blog “Aus Liebe zur Freiheit” über das Kuriosum, dass Mädchen mit Autos spielen dürfen und dabei ihre Weiblichkeit nicht gefährden würden, während Jungs nicht mit Puppen spielen dürfen, weil sie ihre Männlichkeit (fälschlicherweise) nur bewahren können, in dem sie sich von allem als “weiblich” Identifizierte abgrenzen.

Sieben Gründe warum Facebook fertig hat.

Dass Facebook kurz vor dem Aus steht hört man ja in letzter Zeit immer häufiger. Hier sieben kurze Gründe, warum das der Fall sein könnte.

Wenn das Netz mächtig macht. Ein Politberater über die Methoden der US-Wahl.

Der Text könnte tiefer gehen, aber er deutet an worauf Wahlkampf bald hinauslaufen könnte: die Instrumentalisierung des Web um Wahlen zu gewinnen, anstatt Menschen mit Konzepten wie Liquid Democracy vertraut zu machen um Politik als Politik zu betreiben,  gemäß Hannah Arendt: Politik ist nur Politik wenn alle daran teilhaben.

Pretty Ugly. Manifest für Anti-Design.

Ich mag dieses ganze durch-designte, abgeleckte, auf shininess getrimmte Zeug einfach nicht, weil es unmenschlich ist, es fehlt einfach ein Kontrapunkt um schön und menschlich zu sein. Wenn man sich die Bilder von Pretty Ugly anschaut, bemerkt man zwar, dass sich das ganze mehr ugliness herausnimmt als es eigentlich ist, aber dennoch begrüße ich die Tendenz.

Lieber Dr. Sommer

Übersexualisierung. Unter einem Interview der ZEIT mit “Life- und Sexcoach” Vanessa del Rae zum Thema “Shades of Grey” stand das in den Kommentaren:

2. Lieber Dr. Sommer…

…ich habe noch nie davon geträumt, mich verhauen zu lassen oder eine eine Frau zu schlagen, nicht mal ein bisschen, und von Fesseln halte ich auch nix. Muss ich mir jetzt Sorgen machen? Bin ich ein unterdrücktes Individuum? Verpasse ich etwas Wichtiges?

Romney Girl

Lustig aber wahr.

 

Letztes Jahr auf Seite360:

Florian fasste die besten Filmdramen der 90er Jahre in 3 Teilen zusammen (Teil 1, Teil 2 und 3) und passend dazu überlegt er wer wer John J. Rambo eigentlich ist.  Rinko stellt ein tolles Mid-2011-Mixtape für lau zusammen und zeigt uns ein tolles Sigur Ros Video. Und ich mache die ganze Zeit a kind of music or so.

Die 90er Jahre: Die besten Horrorfilme des Jahrzehnts I

Im Vergleich zum 00er Horrorjahrzehnt stinken die 90er schon gewaltig ab… Während es im neuen Jahrtausend ein großartiges Zombie-Revival, eine neue Torture-Welle und ausgezeichnete asiatische Spukgeschichten gab, bleiben die 90er Jahre diesbezüglich genretechnisch ziemlich diffus und heterogen. Ein paar Gothic-Horror-Schinken, ein kurzes Slasher-Revival gegen Ende des Jahrzehnts, und das wars auch schon. Ansonsten viel Mittelmäßiges, Uninteressantes, Vergessenswertes… Kein gutes Jahrzehnt für den Horrorfan. Und dennoch findet sich auch in den 90ern die ein oder andere Genreperle. Wir haben sie für euch ausgegraben und sogar so viel gefunden, dass wir das Ganze wider Erwarten in zwei Teilen veröffentlichen können. Das erste satte Horrorpaket steht schonmal hier. Teil 2 in Kürze…

weiterlesen