Schlagwort-Archiv: Anti-Pop

Musikvideo der Woche: Tocotronic- Pfad der Dämmerung

Tocotronic machens mit High School, Vampiren und Cheerleadern. Klingt furchtbar trendy, und genau das ist es auch. Passt aber nach irgendeinem Reverse Reverse Irony Prinzip – das wahrscheinlich nicht einmal die Band selbst versteht – perfekt zu der Musik der Hamburger, die schon seit einigen Jahren auf ihren Alben so etwas wie pure, ungefilterte Destillate von deutschem Pop/Anti-Pop/Pop verbreiten.

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Hörenswertes Juni 2012 II: Patti Smith, 2:54, dEUS, King Tuff, The Future of the Left

Fetzen muss es! Immerhin ist Sommer, Schluss mit den netten Pop-Hymnen, rein ins Leben. Naja, bevor das hier zum Manifest für den Vitalismus wird, ich bin gerade einfach auf der Suche nach Rock, nach heftigen, schrammeligen, noisigen Klängen, nach fetziger und dennoch tanzbarer, nach wilder und dennoch eingängiger Musik. Ob ich sie gefunden habe? Zumindest partiell. King Tuff rocken und poppen ordentlich durch sommerliche Garage Sounds, 2:54 revitalisieren die sphärische Schrammel-Seite des Post Punk und The Future of the Left drehen komplett am Noise-Rad. dEUS dagegen wissen noch nicht genau wohin, produzieren dabei aber wieder eines ihrer besseren Alben, und dann gibt es noch Patti Smith. Und die ist ja jetzt alt und weise und geerdet… und verdammt nochmal, vermisse ich ihr junges, ungestümes, einfach mal fetzendes Ich! Was solls! Es ist Sommer und zum Nörgeln ist der Herbst da. Also fünfmal hörenswerten Rock/Pop der Marke zum Anfassen und Genießen. Viel Spaß.

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Hörenswertes März 2012 II: Grimes, Gazpacho, Islet, Xiu Xiu, Terry Malts

Jetzt habe ich doch noch ausführlich und mehrmals Grimes gehört, einfach um wirklich was aktuelles bei den zweiten Hörempfehlungen für März dabei zu haben. Denn ansonsten stammen die rezensierten Alben doch primär aus den Vormonaten (was deren Qualität freilich nicht im geringsten schmälert). Ob der hippe Electro-Pop auf Visions hält, was der Hype verspricht, könnt ihr nach dem Klick lesen. Ergänzt werden kann so viel Trendyness nur durch knallharte Anti-Trends: Obwohl Neo-Prog irgendwie ziemlich tot ist, hatte ich eine gute Zeit mit Gazpacho, die irgendwo zwischen Anathema, Porcupine Tree und Dredg nach den verlorenen Höhen des neoprogressiven Himmels suchen. Terry Malts spielen 70er Fuzzie-Punk, wie er traditioneller nicht sein könnte, Xiu Xiu besinnt sich ebenfalls auf seine Experimental-Wurzeln, während die einzig wirklich, wirklich – verdammt so was von wirklich – originellen Klänge dieser Hörnswert-Runde von den grandiosen Islet stammen. Aber auch Unoriginelles kann hörenswert sein, wie eigentlich alle folgenden Alben unter Beweis stellen. Achja, es ist März, die Sonne scheint und es wird echt mal wieder Zeit für großartige Musik. Das Folgende dürfte die notwendige Ladung sein, um den Frühling würdevoll zu begrüßen…

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Tindersticks – The Something Rain (Stream)

Darf es was neues von den Tindersticks sein? Kaum zu glauben, aber die New Wave Indie Post Irgendwas Jungs aus Nottingham mischen die alternative Musikszene seit mittlerweile über 17 Jahren auf…. und klingen dabei immer noch verdammt frisch und einzigartig. Überzeugen lassen darf man sich davon gerne im Stream des neusten Albums The Something Rain, dessen Name so wunderbar passend zu der darauf enthaltenen, mysteriösen, schwülen, erotischen Musik ist.


via The Quietus

Musikjahr 2010: Mashup- und Bastardpop Nachschlag

“Mix me Baby, mash me Baby, recreate me Baby!” Das Musikjahr 2010 kann nicht zu den Akten gelegt werden, so lange wir nicht ordentlich den Popkleptomanen und Rekonstruktivisten/Dekonstruktivisten gehuldigt haben. Mashup findet immer noch irgendwie an der Peripherie des ganzen Popbetriebs statt und selbst die ‘Stars’ der Szene werden von der breiten Öffentlichkeit eher marginal rezipiert. Umso wichtiger ist es, hier mal eine Lanze für die Masher und Mixer zu brechen. Girl Talk hat 2010 mal wieder gewütet, The Kleptones sogar gleich zweimal…. Summa Summarum drei ausgezeichnete Bastardpop-Alben aus dem vergangenen Jahr. Hier wollen wir sie noch einmal abfeiern…

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Hörenswertes: Januar 2011

Das Jahr fängt sowohl musikalisch als auch metereologisch schonmal recht ordentlich an. Mit Anna Calvi, Tu Fawning, Qube und Fujiya And Miyagi folgen vier musikalische Pralinen für die – Gott sei Dank – gar nicht mehr so kalten Januartage: Edler Songwriterpop, verschnörkelter Indie, eskapistischer Folk und deftiger Neo Progressive Metal. Da dürfte für jeden was dabei sein…

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Musikjahr 2010 – Nachschlag aus der Heimat II

Nachdem unser erster Nachschlag der heimischen Musiklandschaft 2010 mit Schreuf und Unstern eher minimalistisch orientiert war, gibt es im zweiten Teil noch einen kleinen, fiesen und derben Elektroniknachschlag. Mit 1000 Robota, Antitainment und Frittenbude wird es elektronisch, punkig, subversiv, unangepasst… und vor allem in jeder erdenklichen Form laut. Weiterlesen

Musikjahr 2010 – Ein Nachschlag aus der Heimat

Jau… das Musikjahr ist zu Ende, die Musikveröffentlichungen wurden nochmal überflogen, die Bestenlisten wurden ausgewertet, die Kanons erstellt. Wir haben ihr trotzdem noch einen kleinen Nachschlag… und zwar komplett aus deutschen Landen. Denn neben den wie immer kassenträchtigen Neuveröffentlichungen von Wir sind Helden und Reinhard Mey und den erst seit neustem – aber auch wenig überraschend – kassenträchtigen Alben von Tocotronic und Unheilig gab es auch so manches unabhängige Kleinod. In dem ein oder anderen Falle so unabhängig, das es beinahe komplett übersehen wurde. Kristof Schreuf, Hans Unstern und Bratze: Deren drei eher am Rand des deutschen Musikbetriebs stattgefundenen neuen Alben soll hier nachträglich ein wenig Gerechtigkeit widerfahren…

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10 Jahre Kid A – Happy Birthday kleines Radiohead-Wunderwerk

Am 2. Oktober 2000 erschien ein Album, das die alternative Musikwelt gehörig durchwirbelte. Radiohead – Aushängeschild für gitarrenlastigen, britischen Independentrock, der zwischen Pixies, Blur und The Smiths oszillierte, veröffentlichten mit Kid A ihr persönliches Opus Magnum, die Verabschiedung vom Rock, die vollständige Umarmung des experimentellen Electropop und schufen damit ein Werk, das die postmoderne Popszene bis zum heutigen Tag entscheidend prägen sollte. Grund genug, sich heute zum Jubiläum dieses gepresste Wunderwerk genauer anzuschauen.

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Herzerwärmendes für den Herbst: Neue Alben von Deerhunter, Yann Tiersen, Manic Street Preachers und Ben Folds & Nick Hornby

Der Herbst kommt zaghaft… aber er kommt. Kalte, nasse und neblige Tage stehen uns bevor. Was wäre da besser, als sich ins traute Heim zurückzuziehen und eingewickelt in eine kuschlige Wolldecke wohltuender, melancholischer Musik zu lauschen? Deerhunter, Yann Tierssen und Ben Folds in Zusammenarbeit mit Nick Hornby leiten die vermeintlich ungemütliche Jahreszeit stimmungsvoll ein. Mit schrägen, verträumten, melancholischen und emotionalen Klängen. Wir werfen einen kleinen Blick auf die passende Musik, wenn die Blätter fallen und das Wetter rauer wird.

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Heute Abend: Xiu Xiu im Cafe Steinbruch

Jamie Stewart muss sich ja echt selber hassen um in das kulturelle Brachland zwischen Rhein und Ruhr zu kommen, aber was des einen Leid ist der anderen Freud, oder so. “Dear God, I hate myself” ist mit seinem Mix aus Folk, Goth, Electro und Indie sicherlich eines der ganz großen Songwriter-Alben der letzten Zeit und wenn sich eine Indie-Größe schon hierhin ver(w)irrt sollte man nicht lange überlegen und die Gelegenheit ergreifen den exzentrischen aber genialen Musiker heute abend im kleinem Cafe Steinbruch erleben zu dürfen.

Einlass: 20 Uhr

Anfahrt

***  Ich könnte noch eine Person für lau (Gästeliste) mitnehmen, bei Interesse mail an mich. ^^***

Die 00er Jahre: Die vergessendsten Alben des Jahrzehnts V

Im fünften Teil mit schrägem 80er Retro-Indie-Rock, relaxtem Americana Folk, einem besonderen Tribut an Pavement, experimentellem Pop aus Frankreich, coolem Noir Jazz, absolut unzeitgemäßem Funk und Bluesrock sowie einer mathematisch präzisen Free Jazz Kapelle.

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