Musikvideo: Sufjan Steven – Mr. Frosty Man

Schoko-Nikoläuse im September kennt man ja schon, nun gibt es auch schon die ersten Weihnachtslieder bereits Anfang November. Sowas geht ja eigentlich gewaltig schief, aber Sufjan schrammelt hier so ein nettes Stück Anti-Folk dahin, das zumindest mir ganz warm ums Herz wird.

Sufjan Stevens – Mr. Frosty (2012)

Regie:  Lee Hardcastle
Album: Silver & Gold

Hörenswertes Februar 2012: Errors, Tindersticks, Motorpsycho & Ståle Storløkken

Nachdem die letzten Hörenswert-Artikel von Rinko allein bestritten wurden, muss ich mich doch auch mal wieder zu Wort melden, allein schon, um auf diese drei wirklich spannenden Alben aufmerksam zu machen. Sowohl Motorpsycho in enger Zusammenarbeit mit Ståle Storløkken als auch die Tindersticks haben mit ihren aktuellen Outputs große Meisterwerke geschaffen, die bei meinen Best-Of des Jahres 2012 mit Sicherheit mehr als ein paar Worte mitzureden haben werden. Ergänzt werden die beiden Epen von ziemlich eigenwilligem, eigensinnigen Synthie/Ambient/Postrock von den Errors, die als musikalischer Anachronismus daherkommen und dennoch ein faszinierendes, wenn auch allzu eskapistisches Werk aus dem Hut zaubern. Achja, das Wetter heute nervt.

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Hörenswertes Herbst 2011: Yann Tiersen, Priestbird, Collapse under the Empire, The Book of Knots

Warum zu Hölle sind wir eigentlich im Moment so trantütig, was Hörenswertes-Artikel betrifft? Rinko hat seinen Neusten schon ewig in der Warteschleife und ich habe für diese vier Reviews auch gefühlte drei Jahre gebraucht. Dabei benötigt der Mensch doch gerade in der kalten Jahreszeit – die jetzt voller Wucht zuschlägt – warme, fesselnde und epische Klänge, die ihm sagen, dass trotz sibirischer Temperaturen alles irgendwie gut wird. Hier sind sie nun also, nicht mehr ganz taufrisch, aber perfekt in den Herbst passend und diesen von seiner epischen, romantisch verdrogten und düsteren Seite repräsentierend. Während Priestbird mit wohl temperiertem Hippie-Art-Folk noch für die richtige Untermalung der Kaltwetter-Romantik sorgen, entführen uns Yann Tiersen und Collapse under the Empire bereits aus der urbanen Herbst-Tristesse, ziehen uns hinauf in himmlische Gefilde und ein Stückchen weiter, bis wir schließlich komplett im Weltraum angekommen sind. Dort ist es freilich wieder kalt, sau kalt, und wir werden von düsteren Avantgarde-Klängen von The Book of Knots durch die kosmische Finsternis gejagt. Aber im Grunde genommen passt das ja auch ganz gut zur derzeitigen Atmosphäre zwischen herbstlicher Tristesse, gelegentlichen Sonnen-Ausbrüchen und bangem Warten auf den Winter.

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Hörenswertes: Februar 2011 (II)

Nachschub von großen Bekannten: Bright Eyes veröffentlichen mit “The People’s Key” ein Album, in dem sie tatsächlich als Band (!) funktionieren, Mogwai feiern erneut überzeugende Postrockexegesen und PJ Harvey überrascht mit einem vielschichtigen und komplexen Folkwerk.

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Hörenswertes: Januar 2011

Das Jahr fängt sowohl musikalisch als auch metereologisch schonmal recht ordentlich an. Mit Anna Calvi, Tu Fawning, Qube und Fujiya And Miyagi folgen vier musikalische Pralinen für die – Gott sei Dank – gar nicht mehr so kalten Januartage: Edler Songwriterpop, verschnörkelter Indie, eskapistischer Folk und deftiger Neo Progressive Metal. Da dürfte für jeden was dabei sein…

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Musikjahr 2010 – Ein Nachschlag aus der Heimat

Jau… das Musikjahr ist zu Ende, die Musikveröffentlichungen wurden nochmal überflogen, die Bestenlisten wurden ausgewertet, die Kanons erstellt. Wir haben ihr trotzdem noch einen kleinen Nachschlag… und zwar komplett aus deutschen Landen. Denn neben den wie immer kassenträchtigen Neuveröffentlichungen von Wir sind Helden und Reinhard Mey und den erst seit neustem – aber auch wenig überraschend – kassenträchtigen Alben von Tocotronic und Unheilig gab es auch so manches unabhängige Kleinod. In dem ein oder anderen Falle so unabhängig, das es beinahe komplett übersehen wurde. Kristof Schreuf, Hans Unstern und Bratze: Deren drei eher am Rand des deutschen Musikbetriebs stattgefundenen neuen Alben soll hier nachträglich ein wenig Gerechtigkeit widerfahren…

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Auf zu neuen Ufern…? Neue Alben von Serj Tankian und Sufjan Stevens

Zwei gestandene Indie- und Alternativerockgrößen. Zwei neue Alben, die sich vom bekannten Material abheben… Was steckt hinter den aktuellen, experimentierfreudigen Alben von Folk-Geheimtipp Sufjan Stevens und System of a down Sänger Serj Tankian? Wir wagen für euch einen Blick auf Imperfect Hamonies und The age of adz.

Serj Tankian – Imperfect Harmonies

Vö.: 17.09.

Die großen Gesten beherrschte Serj Tankian schon als Sänger bei dem Alternative Metal Crossover der Band System of a Down sowie bei seinem ersten Soloausflug der Elect the Dead. Auch im Kontext dessen Neuintrepretation in der Elect the Dead Symphony erscheint der Sound auf Imperfect Harmonies weniger als Neubeginn, denn als konsequente Weiterentwicklung. Der Rock ist noch mehr gewichen; ohnehin war Serj Tankian immer mehr klassischer – oder zumindest theatralischer Sänger – als Metalshouter. Sein nun gefundenes, selbstbezeichnetes Genre des “Electro-Orchestral-Jazz-Rock” dürfte genau die zwingende Bewegung sein, die ohnehin erwartet werden durfte.

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Wir könnten Freunde werden… – Haldern Open Air 2010 Nachbericht

Ich habe jahrelang über das Haldern Open Air Witze gemacht, über die vielen zu netten Bands, die Hippie Atmosphäre und die Location irgendwo in einem Kaff am Niederrhein, fast so als wäre ich tatsächlich einmal dort gewesen. War ich aber bis zu dem Wochenende nie und eigentlich hätte ich schon deswegen meine große Klappe halten sollen. Da wegen diverser Geld-Probleme (Wohnungs-Umzug) , schlechten Line-Ups (Pukkelpop) und mangelnder Begeisterung der Anderen (Freunde)  diesmal nur das günstige und in der Nähe liegende Haldern Pop Festival als Option in Frage kam, war es also Zeit sämtliche Voruteile wieder rauszukramen und sich skeptisch in den Zug Richtung Emmerich zu setzen.

Die Fahrt nach Haldern führt über wenig spektakuläre Städte wie Wesel (ja genau die Stadt mit dem Esel…gnihi) und Dörfer mit wohlklingenden Namen wie Meerhoog; halt alles was ein Stadtkind wie ich zum davonlaufen findet und  alles was genüsslich sämtliche Klischees vom fetten Bauern und prolliger Dorfjugend vor meinem geistigen Auge ablaufen lässt. Wo man bei Rock am Ring schon am Koblenzer HBf von  gröhlenden Onkelz Fans und keifendem Prollrock begrüßt wird, läuft hier alles wesentlich gesitteter und ruhiger ab. Schon kurz nach dem Ausstieg gibt es eine Gepäckabgabe und die ersten obligatorischen Bändchen und Mülltüten für das Camping-Gelände. Nach ein paar Minuten landet man bereits direkt in dem Ortskern, der nebenbei erwähnt sehr gepflegt und sauber aussieht. weiterlesen

In the Fishtank 7: Low & Dirty Three (2000)

Nach dem Solo-Intermezzo von June of 44 wurde munter weiter kollaboriert bei Konkurrents Fishtankreihe. Pünktlich zur Jahrtausendwende standen sich die Indie-Rocker von Low und das instrumentelle Folk-Trio Dirty Three gegenüber. Diese haben durchaus Erfahrung, was die Zusammenarbeit mit Alternativerock und Indie-Größen betrifft. Warren Ellis war seinerzeit Mitglied bei “Nick Cave and the Bad Seeds”, die anderen beiden im Bunde – Mick Turner und Jim White – sind unter anderem als Backgroundmusiker bei Cat Power, PJ Harvey oder gar Sonic Youth zu hören. Da scheint die Zusammenarbeit mit den Lo-Fi, Slowcore-Rockern von Low nur folgerichtig.

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Xiu Xiu im Cafe Steinbruch, Konzertbericht vom 02.06.2010

Draußen im Biergarten des Steinbruchs sitzen fröhlich schwatzende Menschen, die meisten davon deutlich über 30, bei einem Glas Bier und genießen noch die letzten Strahlen dieses zaghaft warmen Frühlingstages. Eine Person mit seitlich abrasierten Haaren, 90er Baseballjacke und eher mürrischen Blick sticht aus der Masse heraus und sitzt vollkommen in sich versunken und einsam an einem Tisch. Der Gesichtsausdruck ist nahezu manisch und das letzte was man wagen möchte ist Jamie Stewart zu stören, um damit wohl einen Tobsuchtsanfall des launischen Sängers zu provozieren, der wohl äußerst unzufrieden mit seinem Auftritt in Berlin gewesen sein muss, wo er kurzfristig das Set abbrach. weiterlesen

Heute Abend: Xiu Xiu im Cafe Steinbruch

Jamie Stewart muss sich ja echt selber hassen um in das kulturelle Brachland zwischen Rhein und Ruhr zu kommen, aber was des einen Leid ist der anderen Freud, oder so. “Dear God, I hate myself” ist mit seinem Mix aus Folk, Goth, Electro und Indie sicherlich eines der ganz großen Songwriter-Alben der letzten Zeit und wenn sich eine Indie-Größe schon hierhin ver(w)irrt sollte man nicht lange überlegen und die Gelegenheit ergreifen den exzentrischen aber genialen Musiker heute abend im kleinem Cafe Steinbruch erleben zu dürfen.

Einlass: 20 Uhr

Anfahrt

***  Ich könnte noch eine Person für lau (Gästeliste) mitnehmen, bei Interesse mail an mich. ^^***

Verwobene Gesänge, verschrobene Klänge – CocoRosies neues Album "Grey Oceans"

Sie waren schon immer offen für allerlei Musikstile und Genres… CocoRosie die beiden Schwestern aus Frankreich. Das hat sich auch auf ihrem aktuellen Album Grey Oceans (vö: 10.05.) nicht geändert. Ganz im Gegenteil: Mehr denn je schrauben sie die folkigen Pop-Sounds zurück und widmen sich experimentellen, verschrobenen Klangfeldern. Dennoch geht es hier alles andere als stillos zur Sache. Wo andere Bands Schicht auf Schicht legen würden, blitzt bei CocoRosie trotz aller Experimentierfreude immer ein Hang zum raffinierten Nebeneinanderstellen auf. Dieses Konzept äußert sich bei Grey Ocean vor allem im Spiel mit den Kontrasten und Gegensätzen. Hell und dunkel, zurückhaltend und schrill, apokalyptisch und optimistisch, melancholisch und lebenslustig… Wie sich in den einzelnen Songs die Stimmen der Schwestern abwechseln, wechseln auch die Stimmungen und Stile…

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Die 00er Jahre: Die vergessendsten Alben des Jahrzehnts V

Im fünften Teil mit schrägem 80er Retro-Indie-Rock, relaxtem Americana Folk, einem besonderen Tribut an Pavement, experimentellem Pop aus Frankreich, coolem Noir Jazz, absolut unzeitgemäßem Funk und Bluesrock sowie einer mathematisch präzisen Free Jazz Kapelle.

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Im Märzen der Progger… – Vier neue Avantgarde und Progressive Alben unter der Lupe

Das erste Jahresviertel 2010 ist geschafft und von vorsichtig bis ungestüm klopfen die Art Rock, Progressive und Avantgardevertreter an seine Tür. Wir haben für euch gleich vier Alben der Komplexen, Vetrackten, Progressiven und Verspielten unter die Lupe genommen. Zu hören gibt es frischen Avantgarde Pop von Xiu Xiu, rohen rauhbeinigen italienischen Progressive Metal von Watzlawick, ungestümen deutschen Screamo Postcore von The Hirsch Effekt und klassischen Nu Jazz Fusion und Progressive Rock von Jaga Jazzist aus Norwegen.

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Die 00er Jahre: Die vergessendsten Alben des Jahrzehnts III

Dieses Mal mit einem frischen Soul und Hip Hop Hybriden, antipodischem Avantgarde-Pop, dem letzten großen Werk eines 90er Alternative Rock Titanen, melancholischem Art Rock, breitschultrigem US-Rap und skandinavischem Melodic Death Metal.

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