Schlagwort-Archiv: Animationsfilm

Die 80er Jahre: Die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts V

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Auf zu den “Last but not least…”-Titeln, die 80er Trickfilmkunst betreffend. Da hat sich doch auch gleich noch ein Puppen-Animationsfilm unter die sonst ausnahmslos am Zeichenbrett entworfenen Empfehlungen geschmuggelt. Verdient gelistet zu werden, hat es Der dunkle Kristall allemal, auch wenn er eher zur “Style over Substance”-Fraktion gehört. Andere Titel im letzten Best-of für dieses Genres sind ähnlich streitbar. Sowohl der tapfere kleine Toaster als auch Mickey’s Christmas Carol lassen sich schon als kleine guilty pleasures meinerseits bezeichnen. Anders sieht es bei Totoro aus, der gewohnt niveauvolle Anime-Kunst aus den Ghibli-Studios abliefert, dieses Mal tatsächlich in erster Linie für die jüngeren und jüngsten Zuschauer. Und mit dem sperrigen Epos Daliás idök ist sogar was für die erwachsenen Kunstgourmets am Start.

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Animated Short der Woche: What makes a Hero?

Ausnahmsweise mal nichts aus dem Bereich Fiction sondern wundervolles, klassisches Infotainment: Matthew Winkler beschäftigt sich in seinem TED-Vortrag What makes a Hero? mit traditionellen Helden-Motiven: Natürlich geht es dabei um Joseph Campbell, um den Weg des Helden, um die klassische Struktur einer Abenteuergeschichte und um die Verwandtschaft von Herkules mit Harry Potter… Doch selbst wenn man Den Heros in tausend Gestalten (Partnerlink und unbedingte Leseempfehlung an dieser Stelle) kennt, kann man mit dem um den Vortrag gestrickten, abstrakten Animated Short eine Menge Freude haben. Wundervolle, symbolische Fantasy und ein Ritt durch die europäische Kulturgeschichte in kompakten viereinhalb Minuten. Kulturelles Pflichtprogramm!

What trials unite not only Harry Potter or Frodo Baggins but many of literature’s most interesting heroes? And what do ordinary people have in common with these literary heroes? Matthew Winkler takes us step-by-step through the crucial events that make or break a hero.

Lesson by Matthew Winkler, animation by Kirill Yeretsky


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Trailerprogramm: Django Unchained, Monster University, 360, The Master, Looper, Beyond: Two Souls, ZombiU

Django Unchained [Quentin Tarantino]

Okay, okay… dürfte wohl schon so ziemlich jeder gesehen haben. Trotzdem noch schnell meine 2 cents zum neuen Streifen von Quentin Tarantino. Das Mashup-Prinzip seiner letzten Filme scheint das Spielkind des postmodernen Exploitation-Kinos hier auf jeden Fall fortzuführen. Nachdem er Martial Arts und Comic (Kill Bill), Action und Giallo (Death Proof) sowie Kriegsfilm und Spaghetti-Western (Inglorious Basterds) zusammengeführt hat, steht im Falle Django Unchained die Hochzeit von Spaghetti-Western und Blaxploitation auf dem Programm. Wie schon bei den letzten Flicks, gelingt es Tarantino – zumindest dem Trailer nach zu urteilen – die beiden so unterschiedlichen Genre-Ansätze so perfekt zusammen zu führen, dass sie wie eine untrennbare, homogene Einheit erscheinen. Jepp, dieser Django ist nicht nur ein dunkler Racheengel, sondern obendrein ein ziemlich cooler Blaxploitation-Prototyp, der einen tödlichen Schuss auch mal mit einem launischen Oneliner – unterlegt von funkigen Klängen – kommentiert. Sieht natürlich alles schick aus und so weiter… auch wenn ich ein bisschen das Gefühl habe, dass Tarantino sich dieses Mal allzu uninspiriert bei sich selbst bedient haben könnte. Außerdem wird Django sich wohl oder übel mit der letzten – noch gar nicht so alten – Western-Revitalisierung der Coens True Grit messen lassen müssen. Gegen deren intelligente, düstere und charmante Auseinandersetzung mit dem Genre könnte Tarantinos Spiel-Exzess ziemlich alt aussehen. Ist aber nicht das erste Mal, dass ich nach Sichtung eines Trailers des Großmeisters kritisch bin; und bisher hat mich der Quentin doch jedes Mal wieder positiv überrascht. Auch zuletzt mit Basterds, den ich für eine der besten Exploitation-Hommagen der letzten zehn Jahre und einen der originellsten Kriegsfilme überhaupt halte. We’ll see… (via)

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Wreck-it-Ralph Trailer

Schon lange kein ausführliches Trailerprogramm mehr zusammen gestellt… Kommt aber bestimmt wieder wenn ich meine Posting-Müdigkeit des Sommers überwunden habe. Den neusten Pixar-Geniestreich muss ich jetzt aber trotzdem unbedingt hier reinstellen. Ist ohnehin schon durch sämtliche Blogs gegangen. Warum? Darum! Wreck-it-Ralph könnte die Offenbarung für alle Retro-Gamer, 8-Bit-Nerds und Videospiel-Fans werden. Ralph hat genug vom Dasein als Donkey Kong verwandter Bösewicht, quittiert den Arcade-Job und sucht nach einem neuen Betätigungsfeld. Pixar spart offensichtlich nicht mit Referenzen und großen Zitaten: Sei es die Selbsthilfegruppe für Videogame-Villains: Mit Bowser, Diablo und Pacman-Geistern. Sei es die herrliche Persiflierung des klassischen Arcade-Prinzips oder seien es die gehässigen Kommentare zur aktuellen Videospielszene. Außerdem ein sympathischer Hauptcharakter, pixar-gewohnt große Animationskunst und farbenfrohe Detailverliebtheit. Leute, das wird der Blockbuster des Jahres, zumindest für mich.

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Trailerprogramm: Total Recall, Bernie, 100 Yen, Bar 25, Ted, Yellow Submarine, Frankenweenie

Total Recall [Len Wiseman]

Ach kommt schon… muss das so aussehen? Dass ein Remake von Total Recall sich von dem 90er Exploitation-Szenario von Paul Verhoevens Klassiker verabschiedet, finde ich ja noch okay, war auch irgendwie zu erwarten: Aber ernsthaft, dieses Matrix trifft Minority Report Szenario scheint mir gerade derart dröge, dass ich echt nicht die geringste Lust verspüre den Film zu sehen. Okay, die ein oder andere Blade Runner Referenz ist schon ganz nett, aber eigentlich hätte ich mir doch ein wenig mehr Philip K. Dick und ein bisschen weniger Action-Spektakel gewünscht. Ohnehin scheint mir in dem Trailer noch nicht so ganz klar, woran sich die Macher jetzt tatsächlich orientieren wollen: Der literarischen Vorlage  Erinnerungen en gros (1966)? Dem Original Total Recall (1990)? Oder wollen sie doch ihr eigenes, Post-Matrix CGI-Spektakel inszenieren. Ich befürchte das Letzte und erwarte schon eher einen kleinen bis mittelschweren Fail. (via)

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Die besten Fantasyfilme und Märchen der 80er: Und wann kommt endlich Labyrinth?

Jepp, ich weiß, ich mache mir jetzt wieder einmal ein paar Feinde. Egal, sprechen wir über Die Reise ins Labyrinth (1986). Würden wir nach den Kritiken der damaligen Zeit gehen, würde ich mit meiner nun folgenden “Meehh!”-Rezension womöglich sogar ziemlich im Kritiker-Konsens liegen. Seitdem ist aber einige Zeit vergangen und irgendwie hat sich der Henson Fantasy-Flick zwischenzeitlich zum angesagten Kultfilm entwickelt: Animierter, singende und tanzende Puppen, sarkastischer Humor, ein bisschen Psychoanalyse und Coming-of-Age, eine jugendliche Jennifer Connelly und natürlich ein mit Glaskugeln jonglierender David Bowie… DAVID BOWIE! Klar, dass sich der Film, zu dem immerhin Terry Jones das Drehbuch beisteuerte, früher oder später zum Geek-Hit entwickeln musste. Aber so zwangsläufig die Verehrung auch scheint, ich schaue trotzdem noch einmal genauer hin… und finde – wie zu erwarten war – allerhand, was zum Lästern, Kritisieren und zur Kanonverweigerung einlädt. Also verlieren wir keine Zeit, rein ins Puppen-Getümmel, rein ins Labyrinth.

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Trailerprogramm: Jonas, The Ghastly Love of Johnny X, The Lorax, The Woman in Black, Games of Thrones, Lilyhammer

Jonas [Robert Wilde]

Nicht von dem Regie-Namen täuschen lassen… Jonas ist natürlich in erster Linie ein Christian Ulmen Projekt, in dem sich der Comedian und Verkleidungskünstler wieder auf dem ihm vertrauten Terrain der mockumentarischen Tragikomödie und Satire bewegt. Allerdings bringt er sein in ulmen.tv (2008 – 2010) und Mein neuer Freund (2005) bestens funktionierende Konzept auf ein neues Level, oder eben auch ein vorheriges Level,  je nachdem, wie man es interpretieren möchte. Die Maskerade fungiert hier nämlich nicht als Schein für die Beteiligten, dafür ist Ulmen in den Kreisen in denen sein neuer Film spielt, wohl einfach zu populär. Und trotzdem sind die “Statisten” auch hier echte Menschen mit echten Sorgen und Nöten, mit echten Geschichten, die im filmischen Mikrokosmos Ulmens zwischen Fiction und Mockumentary neu arrangiert werden. Jonas spielt auf einer Gesamtschule, Ulmen mimt den etwas debberten, viel zu alten Sitzengebliebenen, der eine letzte Chance bekommt. Ob und wie diese neue Variation seiner Rollenspiele aufgeht, wird sich zeigen. Immerhin birgt der Film nicht nur die Chance zur Authentizität sondern ebenso das Risiko zum unbeholfenen Vexierspiel der Statisten mit der omnipräsenten Kamera und dem absurden Gebaren Ulmens selbst. Der Trailer sieht auf jeden Fall schonmal sehr schick aus und macht auf den Film – allein wegen seines gewagten Konzeptes – neugierig.

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Trailerprogramm: Brave, Shame, Rampart, Crashtastic, ROBO-G, Mirror Mirror, Detachment

Brave [Pixar]

Das sieht doch echt mal ordentlich aus. Pixar und Disney kooperieren erneut und heraus kommt kein klassisches, humoristisch aufgebrochenes Trickspektakel sondern ein waschechtes Epos zwischen Historienfilm, Fantasy und Coming-of-Age-Märchen. Der in den schottischen Highlands angesiedelte Brave erinnert sowohl ästhetisch als auch dramaturgisch an einige der ernsteren Disney-Zeichentrickfilme der 80er und 90er Jahre… nur eben ohne die niedliche Aufbereitung. Kein kleines, verrücktes Tier weit und breit, anscheinend auch keine Musical-Einlagen, und auch Romanzenkitsch ist im Trailer nicht auszumachen. Stattdessen eine epische Geschichte um Selbstfindung, ein wenig klassischer Pixar-Humor und große, starke animierte Bilder. Sieht vielversprechend aus, auch wenn das Grundgerüst “Frau muss sich in Männerdomäne beweisen” alles andere als originell ist.

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Trailerprogramm: Being Elmo, The Pirates! Band of Misfits, Glitch in the Grid, Extremely Loud and Incredibly Close, The Catechism Cataclysm

The Pirates! Band of Misfits [Peter Lord]

Arrrr… Das Genie hinter Chicken Run ist zurück. Und was hat er mit gebracht? Einen Piratenfilm. Och nööö. Trotz meiner temporären Begeisterung für gewisse Parteien konnte ich mit Piratenfilmen noch nie viel anfangen. Ich hasse alle Fluch der Karibik Teile, jeder Errol Flynn lässt mich kalt, jede Piratenbraut kann mich mal kreuzweise. Aber heh, das sieht echt cool aus. Geradezu genial… und ich habe schon lange nicht mehr bei einem Trailer so oft lachen oder wenigstens schmunzeln müssen. Die Animationen sind schick, die Gags können sich sehen lassen, die Dialoge sprechen eine angenehm “erwachsene” Sprache… und natürlich auch Thumbs Up für die Ramones. Wird vorgemerkt.

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Animated Short der Woche: Slow Bob in the Lower Dimensions

WEIRD! Slow Bob in the Lower Dimensions ist ein wirklich abgefahrener Pilot für eine Serie, die nie produziert wurde. Warum nicht? Nun der Regisseur und Animationsdesigner war bereits mit anderen Projekten beschäftigt, so zum Beispiel einer Zusammenarbeit mit Tim Burton, die 1993 unter dem Titel “A Nightmare before Christmas” das Licht der Welt erblicken sollte. Jepp, wir reden hier von Henry Selick, der sich mittlerweile mit Animationsfilm-Klassikern wie Coraline (2009) einen Namen gemacht hat… und irgendwie so gar nicht in den Schatten Tim Burtons gehört. Der langsame Bob geht dann auch eher in die Lynch-Richtung, oder ein Stück hin zu Monty Python… oder gar zu einem Svankmajer, der MTV für sich entdeckt hat… Ähmm ja, ich bleibe ratlos. Definitiv weird, surrealistisch, avantgardistisch und so weiter… Ach ja, und auf jeden Fall sehenswert!

Slow Bob in the Lower Dimensions (USA 1991)

Regie: Henry Selick

Musik: The Residents

Trailerprogramm: Retreat, Circumstance, Der gestiefelte Kater, The Dark Knight Rises, The Human Centipede 2

Circumstance [Maryam Keshavarz]

Wenn der Trailer bereits mehr als gänsehauttauglich ist, kann ich gar nicht anders als mich unheimlich auf den entsprechenden Film zu freuen: Liebe, Sex, Leidenschaft, die Gier nach Leben im iranisch/islamischen Kontext. Circumstance hat schon beim Sundance Filmfestival 2011 den Publikumspreis gewonnen, und diesen Bildern nach zu urteilen auch völlig zurecht. Kann natürlich auch sein, dass er mit seiner Geschichte überhastet in irgendwelche Klischeefallen stolpert… aber… nee… das glaube ich jetzt nicht.

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Trailerprogramm für den Sonntag: Hugo, Contagion, Barney’s Version, Tim und Struppi, Juan of the Dead, Insidious

Hugo [Martin Scorsese]

Martin Scorsese ist es anscheinend gelungen etwas zu drehen, was er in dieser Form noch nie gedreht hat. Die Adaption eines illustrierten Fantasybuchs, einen bunten, überzeichneten, stilisierten Film für Kinder und Junggebliebene… Und das Ergebnis sieht zumindest dem Trailer nach zu urteilen fantastisch aus.

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Animated Short der Woche: Rabbitkadabra

Sehr schöner und vor allem buuuuuuuuuuuunter, quietschbunter Kurzfilm, der sich in puncto Computeranimationen (fast) nicht vor Pixar verstecken muss. Außerdem haben die fleischfressenden Pflanzen aus Super Mario Bros einen kleinen Cameo-Auftritt, was ohnehin schonmal ein Instant-Win ist.

Little Emily wanders into a hidden part of town and stumbles upon a failing magic shop, where she is given a magical mechanical stuffed Rabbit. She brings him to life, expecting a magic show, but gets more than she bargains for….

Rabbitkadabra (2010/2011)

Regie: Dave Chen, Naomi Chen, Michelle Czajkowski, Krzysztof Fus

Unterstützer: Alon Gibli, Doug Rappin

via Drommels

Introducing… The Uncanny Valley

Die ersten Trailer des Tintin-Animationsfilms von Steven Spielberg werden derzeit in einigen Blogs skeptisch beäugt, da sie so gut wie keine Gesichtsanimationen, keine lebendigen Handlungen en Detail zeigen. Dabei kommt fast zwangsläufig in jeder kritischen Äußerung der “Uncanny Valley”-Effekt zur Sprache. Dass Tim nicht in seiner vollen virtuellen menschlichen Pracht gezeigt wird, wird dabei mutmaßend auf eben jenes “Uncanny Valley” (“Unheimliches Tal”) zurückgeführt, in dessen Falle der Film getappt sein könnte… und dies müsste nun so lange wie möglich geheimgehalten werden. Durchaus eine berechtigte Spekulation. Denn das unheimliche Tal ist ein lästiger, fieser, kleiner Begleiter des realitätsnahen Animationsfilms der letzten Kinojahre. Jeder der schon einmal ein gewisses Unwohlsein beim Blick auf menschenähnliche Computeranimationen empfunden hat, kann dies nachvollziehen. Aber worum handelt es sich genau beim Uncanny Valley und warum ist es ein so großes Problem für den Animationsfilm?

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Wild Robot II by Sam Mason

Keine Ahnung, was ich da genau sehe… aber verdammt, es gefällt mir. Ein unglaublich atmosphärischer, düsterer und psychedelischer Animationsfilm. Steampunk-Roboter auf Drogen oder so ähnlich. Das Video ist der zweite Teil einer Serie des Musikers und Animationskünstlers Sam Mason. Teil 1 der Reihe – ähnlich abgefahren – gibt es nach dem Klick.

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