Mad Max Fury Road Center Framed

Kurzes und knackiges Videoessay von Vashi Nedomansky, welches der Frage, warum Mad Max Fury Road womöglich einer der besten Actionfilme der letzten Jahre ist, einen weiteren Antwortstein spendiert. His Centerframe is so much better than your shitty Shaky Cam!

Mad Max: Center Framed via Mind’s Delight

Die Identität eines Films: Cineastische Durchschnitts-Porträts

Die koreanische Künstlergruppe Shinseungback Kimyonghun erstellt in ihrem Projekt Portrait mittels Analyse-Software Durchschnittsgesichter aus allen Protagonisten eines Films. Oben ist Avatar zu sehen, darunter wird die Entstehung des Gesichts noch einmal in einem eindrucksvollen Produktionsprozess-Video dargestellt. Nach dem Klick folgen Black Swan, The Matrix, Amélie, Taxi Driver und Oldboy. Und was bleibt sonst noch viel zu sagen? Einfach eine großartige Mischung aus Analyse und Konzeptkunst, inklusive Nerdfaktor und erstaunlich ästhetischem Ergebnis, das mich spontan an die verschwommenen Fotografie-Zeichnungen eines Gerhard Richters erinnert. Top!

‘Portrait’ is a series of portraits representing an identity of a movie. A custom software detects faces from every 24 frames of a movie, and creates an average face of all found faces. The composite image reflects the centric figure(s) and the visual mood of the movie.

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Cinemetrics – Measuring and Visualizing Movie Data

Spannendes Projekt von Frederic Brodbeck. Cinemetrics ist der Titel seiner Bachelor-Arbeit an der Royal Academy of Arts in Den Haag. Aus einem Film wird in mehreren Schritten ein dynamischer in sich beweglicher Ring erzeugt. Am Anfang steht die Skizzierung des Films als offener Ring. Dieser wird anschließend in Segmente unterteilt, die jeweils die Länge von zehn Kameraeinstellungen repräsentieren. Nach der Colorierung sowohl des gesamten Rings als auch der einzelnen Segmente werden diese in Bewegung versetzt, um die Bewegungen innerhalb des Films an der jeweiligen Stelle zu veranschaulichen… Bevor ich mich hier verheddere: Das Video unten zeigt das ganze Prozedere in plastischer Form, inklusive interessanter Ergebnisse. Erstaunlich: Tarkowskis Solaris (1972) scheint bewegungsintensiver als die Variante von Steven Soderbergh, Stanley Kubricks The Shining (1980) hält sich ziemlich ruhig, bevor er im letzten Drittel ziemlich abdreht und die Simpsons liefern auch einen ziemlichen Animations-Heckmeck ab.

cinemetrics is about measuring and visualizing movie data, in order to reveal the characteristics of films and to create a visual “fingerprint” for them. Information such as the editing structure, color, speech or motion are extracted, analyzed and transformed into graphic representations so that movies can be seen as a whole and easily interpreted or compared side by side.

(…)

Not only cinema enthusiasts and people doing film studies might benefit, but also for regular people an alternative way of looking at movies could provide an interesting new way of choosing movies based on formal criteria.
For instance: “I don’t want to see the dark one with lots of motion, that colorful one with the great amount of spoken words looks much more interesting to me.”

cinemetrics is an experiment to find out if the data that is inherent in the movie can be used to make something visible that otherwise would remain unnoticed.

Cinemetrics via misterhonk

Harry Potter, Hitler und Appeasement: Der Zauberlehrling und das britische Trauma

Nicht mehr lange… Bald ist es so weit. Wenn Mitte Juli mit Harry Potter and the Deathly Hollows 2 der endgültig letzte Film über Hogwarts, Harry Potter und Lord Voldemort in den Kinos anläuft, wird damit eine Fantasyserie beendet, die Leser und Kinogänger in den letzten zehn Jahren permanent in Atem hielt. Die Erlebnisse des Schülers, Zauberlehrlings und Auserwählten sind bereits jetzt schon so etwas wie Literaturgeschichte, haben eine riesige Fankultur um sich versammelt, Autorin J.K. Rowling reich gemacht und zahllose Untersuchungen des Phänomens provoziert. Die Mythologie, die Religion, die klassischen Fantasy-Bezüge… Dabei lässt sich Harry Potter problemlos (und mit viel Spaß) ganz konkret beinahe zeitgenössisch lesen: Nämlich als Verarbeitung eines großen britischen Traumas der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Vom europäischen Schicksalsjahr 1914 über die Deutschlandpolitik der 30er Jahre, den Zweiten Weltkrieg bis hin zu 1945 und dem Schlussstrich unter die Verwirrungen der europäischen “Moderne”. Harry Potter und Lord Voldemort, Großbritannien und Adolf Hitler, Appeasement und Krieg… Parallelen und Analogien: Spoiler ahead!

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Das Ende von LOST – Ein Interpretationsversuch

Achtung! Dieser Artikel enthält massive Spoiler für sämtliche Folgen und Staffeln von LOST. Wer die Serie noch nicht komplett (!) gesehen hat, aber vorhat dies noch zu tun, sollte es tunlichst vermeiden weiter zu lesen, sofern er sich nicht den Spaß an unzähligen Überraschungen und Mindfucks kaputt machen will. Der Artikel richtet sich an Fans und Zuschauer der Serie und setzt entsprechend Kenntnisse über das Geschehen von LOST voraus.

„It only ends once, anything that happens before is just a progress!“ Es ist vollbracht, LOST ist zu Ende. Nach sechs Jahren und ebenso vielen Staffeln, nach unzähligen Mysterien geht eines der größten Serienereignisse dieses Jahrzehnts dem Ende entgegen. Und was war das für ein Ende! Zahllose Fans diskutieren sich – wie schon bei den Staffeln zuvor – die Köpfe heiß, lästern, weinen, freuen sich einfach oder sind schlicht und ergreifend erbost über den Abgang, der viele Fragen offen und unbeantwortet ließ. Gerade der himmelschreiende Pathos, mit dem die letzten 90 Minuten garniert wurden, sorgt für so manches Kopfschütteln, ebenso die religiöse, spirituelle Metaphorik und Auflösung sämtlicher Ereignisse und natürlich nicht zuletzt auch das Unterlassen vieler Antworten, das Offenlassen vieler Plot-Teile und das Ignorieren vermeintlicher Schlüsselszenen.

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