Schlagwort-Archiv: Americana

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Hörenswertes, März 2016: Lucy Dacus, Crater, Bird on the Wire, Iggy Pop, Bela

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Frühling, Frühling, Frühling! Was soll ich anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah! Die Sonne scheint, die Vögel singen, Berlin erreicht endlich wieder Spaziergängertemperaturen und die hier versammelten Veröffentlichungen, die ich mir im März genehmigt habe, haben auch fast alle den passenden Sound dazu mitgebracht. Während Crater mit ihrem Electropop noch ein wenig Kälte in den März bringen, zaubert Lucy Dacus ganz entspannt und wohlig warm das beste Songwriter-Indie-Folk Album der Saison aus dem Hut. Iggy Pop versöhnt sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Josh Homme eines seiner besten Alben überhaupt. Die Wildcards meiner März-Playlists gehören dagegen definitiv Bird on the Wire und Bela. Auf der einen Seite schön krautiger Psychedelic-Art-Pop, auf der anderen zutiefst menschlicher, frischer Ambientsound. Es hat Spaß gemacht, in diesem Monat die Lauscher zu spitzen. Was soll ich auch anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah!

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90erpostrock

Die 90er Jahre: Die besten Postrock-Alben des Jahrzehnts I

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Okay… machen wir uns nichts vor. Die 2000er sind DAS Jahrzehnt des Postrock. Hier wurden die Meilensteine produziert, hier erhielt das Genre seine endgültige Form und seinen endgültigen Charakter, hier machte es sich – wenn auch nur für einen sehr kurzen Zeitraum – auf, die Feuilletons und Musikmagazine zu erobern. Dabei vergisst man allerdings sehr leicht, dass das Genre im Grunde genommen in den 90ern geboren wurde. Klar, wenn man besonders historisch sensibel ist, kann man die ersten Auswüchse im Postpunk der 80er oder gar im erweiterten Prog- und Space Rock der 70er ausmachen, aber die ersten richtigen Lebenszeichen zeigte diese Mischung aus Komposition und Redundanz, aus Monotonie und ekstatischen Eruptionen in den 90ern. In diesem Jahrzehnt entstanden Tortoise und wurden zu Legenden, in diesem Jahrzehnt durften Mogwai ihre ersten Gehversuche unternehmen, ebenso GY!BE und Sigur Ros, nicht zu vergessen die Genre-Prototypen von Talk Talk und Bark Psychosis. Ein guter Grund, sich die Apokalypse dieses Rockjahrzehnts genauer anzuschauen.

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Hörenswertes Herbst 2012 II: Converge, Swans, The Mountain Goats, Dinosaur Jr, Portico Quartet

Lauter gute alte Freunde…

So kann der zweite Hörenswert-Artikel für den Herbst zusammengefasst werden. Ihr wisst schon, die Typen, die man einfach schon immer mochte, die man aber irgendwie trotzdem eine Zeit lang gar nicht mehr auf dem Plan hatte. Und dann sind sie plötzlich wieder da. Man freut sich, quatscht mit ihnen, feiert mit ihnen, und so plötzlich wie sie gekommen sind verschwinden sie auch wieder. Aber zumindest lassen sie ein gutes Gefühl zurück. Vielleicht denkt man sich sogar: “Ja, die könnte ich bei Gelegenheit mal wieder anrufen.” , und vergisst sie dann doch wieder ein wenig… zumindest bis zur nächsten großartigen Zusammenkunft.

John Darnielle sorgt mit den Mountain Goats für gemütliche amerikanische Lagerfeuerstimmung, Dinosaur Jr lassen an die guten alten Zeiten zurückdenken, als alles noch irgendwie easy war, die Swans dagegen erinnern einen daran, dass es immer noch ein Stück abgehobener geht und mit dem Portico Quartet kann man sich schlicht und ergreifend wohlfühlen, wenn auch auf sehr spezielle Weise. Achja, und dann gibt es natürlich Converge, die wieder einmal keine Ruhe, kein Punkt und kein Komma kennen und dich blutend auf dem angesengten Wohnzimmerteppich liegen lassen. “Bis zum nächsten Mal!” ruft man ihnen dennoch fröhlich hinterher, während man einen ausgeschlagenen Zahn ausspuckt und die blauen Flecken zählt. So ist das eben mit guten Freunden…

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Die 90er: Die besten Pop-Alben des Jahrzehnts I

So, jetzt reißen wir die endgültig die Grenzen ein und machen uns keine Gedanken, ob wir einen Szene-Codex verletzen könnten. Denn: Pop ist alles, darf alles und jeder kann mitmachen. Flo hat ja schon bei den besten Pop-Alben der 00er klar herausgearbeitet, was ein gutes Pop-Album ausmacht. Ich bin jetzt nicht unbedingt der Meinung, dass die 90er ein besonders gutes Pop-Jahrzent waren, vielleicht auch weil die 80er diesen Begriff pervertierten und der Nihilismus der 90er keinen zweiten Michael Jackson mehr zuließ. Überhaupt verschwanden die meisten 80er Superstars in diesem Jahrzehnt in der Versenkung, während andere ein grandioses Comeback feierten. Wie zum Beispiel Madonna, die schon weg vom Fenster schien, plötzlich die Flucht nach vorne antrat und nicht mehr dem Zeitgeist hinter lief, sondern ihn gleich definierte. Auch die ehemaligen Poster-Boys Depeche Mode schafften endgültig den Durchbruch zu einem erwachsenen und ernstzunehmenden Act, auch wenn dafür einige  Tragödien nötig waren. Der ehemalige Klassenfeind Punk trank auch auf Verbrüderung und machte Green Day, Offpring und Blink 182 zu Hassfiguren ihrer Szene, gleichzeitig aber eben auch zu MTV-Idolen, und wenn es um guten Pop ging hatte dieses 80er Überbleibsel definitiv noch ein Wörtchen mitzureden.

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Jack White – Love Interruption (Stream)

Also, ich weiß gar nicht was ich sagen soll… vielleicht einfach nur, dass ich hin und weg bin. Jack White von The White Stripes macht auf Lo-Fi… und wie! Die Solo-Single Love Interruption vom bald erscheinenden Album Blunderbass atmet nicht nur den Blues, die Nashville-Attitüde und den Geist der glorreichen analogen Zeit, sie ist auch zum Daniederknien amerikanisch, ruppig, rau und steckt dennoch voller Charme und Herzblut. Yes, I am in Love.


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Laura Gibson – La Grande (Stream)

Das dritte Album der amerikanischen Folksängerin Laura Gibson wird gerade im Feuilleton und der Musikpresse ordentlich abgefeiert. Muss! La Grande ist eine wirklich ganz und gar wunderbare Sammlung an Singer/Songwriter-, Pop- und Americana-Perlen geworden. Mal ein wenig spröde und experimentierfreudig, mal mit eingängiger Akustik dem Ohr schmeichelnd, auf der Suche nach dem perfekten Song und dabei immer wieder überraschend und neue Pfade betretend. Vielleicht gelingt es der großen Stimme aus Portland ja dieses Mal – zumindest im kleinen Rahmen – im Pop-Olymp vorbeizuschauen. Überzeugen könnt ihr euch von der ausgesprochenen Schönheit der 10 Songs im Stream bei NPR. Die erste musikalische Perle des noch jungen Jahres…

Hörenswertes Herbst 2011: Yann Tiersen, Priestbird, Collapse under the Empire, The Book of Knots

Warum zu Hölle sind wir eigentlich im Moment so trantütig, was Hörenswertes-Artikel betrifft? Rinko hat seinen Neusten schon ewig in der Warteschleife und ich habe für diese vier Reviews auch gefühlte drei Jahre gebraucht. Dabei benötigt der Mensch doch gerade in der kalten Jahreszeit – die jetzt voller Wucht zuschlägt – warme, fesselnde und epische Klänge, die ihm sagen, dass trotz sibirischer Temperaturen alles irgendwie gut wird. Hier sind sie nun also, nicht mehr ganz taufrisch, aber perfekt in den Herbst passend und diesen von seiner epischen, romantisch verdrogten und düsteren Seite repräsentierend. Während Priestbird mit wohl temperiertem Hippie-Art-Folk noch für die richtige Untermalung der Kaltwetter-Romantik sorgen, entführen uns Yann Tiersen und Collapse under the Empire bereits aus der urbanen Herbst-Tristesse, ziehen uns hinauf in himmlische Gefilde und ein Stückchen weiter, bis wir schließlich komplett im Weltraum angekommen sind. Dort ist es freilich wieder kalt, sau kalt, und wir werden von düsteren Avantgarde-Klängen von The Book of Knots durch die kosmische Finsternis gejagt. Aber im Grunde genommen passt das ja auch ganz gut zur derzeitigen Atmosphäre zwischen herbstlicher Tristesse, gelegentlichen Sonnen-Ausbrüchen und bangem Warten auf den Winter.

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Tallahassee Turns Ten – Kickstarter für Mountain Goats Tributalbum

Schöne Kickstarter-Idee angesichts des anstehenden zehnjährigen Jubiläums des Mountain-Goats-Meisterwerkes Tallahassee (2002). Diesem soll ein Tributalbum gewidmet werden, auf dem verschiedene Künstler die Songs des gesamten Albums covern. Für Produktion und Songlizensen ist ein Budget von 1500$ vorgesehen, das ab sofort über die Crowd reingeholt werden soll. Nette Sache, zumal Mountain Goats Mastermind John Darnielle zu den sowohl unterschätztesten als auch besten Singer/Songwritern unserer Zeit gehört.

Tallahassee Turns Ten (Projectpage) via Flavorwire

Die 90er Jahre: Die besten Grunge-Alben des Jahrzehnts III

So, jetzt muss ich aber auch nochmal ran, nach Rinkos beiden Grunge-Retrospektiven. Habe damals immerhin auch Holzfällerhemd und zerrissene Jeans getragen und alles dies- und jenseits von Nirvana gehört, worauf ich Dank MTV und meinem großen Bruder aufmerksam wurde. Gleich zwei Unplugged-Alben sind aus dieser Zeit in guter Erinnerung geblieben. Sowohl Nirvana als auch Alice in Chains beweisen, dass sie es auch akustisch drauf haben, Letztere auch gleich noch einmal mit einer EP von 1996. Die Stone Temple Pilots haben genau so wie Blind Melon zu den großen Westküsten-Vertretern Seattles gehört, während Pearl Jams Klassiker Ten hier nicht unterschlagen werden darf. Apropos Klassiker: Wer Nevermind vermisst. Da sgehört natürlich hier rein. Wahrscheinlich wie kein zweites Album. Dafür gibt es dann aber einen gesonderten Artikel, in dem ich vor einiger Zeit das Zwanzigjährige dieses Meilensteins euphorisch gefeiert habe. Den Rest gibt es wie immer nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die besten Filme für Musikliebhaber

Wie schon bei den 00er-Filmretrospektiven gibt es auch für die 90er noch einen kleinen Nachschlag für Musikliebhaber. Warum dieser im Vergleich zu den letzten beiden so dünn ausfällt… I don’t know. Vielleicht waren die 90er im Gegensatz zu den 00ern einfach nicht das große Jahrzehnt für Musikfilme, vielleicht habe ich diesbezüglich auch einfach noch verdammt viel Nachholbedarf. Falls ihr an dieser Stelle also dieses oder jenes Meisterwerk vermisst, habt keine Scheu davor, diese Lücke in den Kommentaren lauthals kundzutun. Nach dem Klick gibts dann erstmal Nostalgie mit den Beatles, ein eindrucksvolles Neil Young Musikerporträt von Jim Jarmusch, Videoclipästhetik auf Filmlänge, Radiohead auf der Suche nach sich selbst, zwei Slacker in  Wayne’s World, sowie Abgesänge auf den Glam Rock, den Grunge und das 18. Jahrhundert.

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Hörenswertes Juni 2011: Fink, Esmerine, Thurston Moore, 13&God

Okay, okay… es braucht kein langes Drumherumreden. Auch dieses Mal tendieren unsere hörenswerten Alben wieder in Richtung der dunkel schillernden Seite des Sommers. Soll Rinko sich doch um den feuchtfröhlichen Pop kümmern. Hier geht es wieder tief hinein ins Herz der Finsternis, an dessen Ende doch so etwas wie pure Schönheit wartet. So baden wir mit Fink in schwüler Düsterromantik und lassen uns von dem Postrock Esmerines in postapokalyptische Gefilde entführen.  Und weil wir mal wieder etwas hinterher hängen, liefern wir Thurston Moore und 13&God noch zwei Mai-Reviews nach.

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Hörenswertes: April 2011 (II): Panda Bear, The Head And The Heart, The Naked And Famous, Jamie Woon

Mein Herz tanzt und jedes Molekül bewegt (Mia). Jap, wir nähern uns mit großen Schritten dem Wonnemonat Mai und frühsommerliche Temparaturen verlangen nicht mehr Weltuntergangs-Stimmung und hoffnungslose Traurigkeit sondern tanzbare Rhythmen vom psychedelischen Panda Bear, den Herz-Schmerz Electro-Pop von The Naked And Famous und Dub-Pop von Jamie Woon. Nur die Folkies von The Head And The Heart fallen aus dem Programm, laden aber zu einem ruhigen Waldspaziergang durch die amerikanische Idylle ein.

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