Schlagwort-Archiv: Aki Kaurismäki

Trailerprogramm für den Donnerstag: Le Havre, Detective Dee, Uncharted 3, Carnage, American Horror Story, Poulet aux Prunes

Carnage [Roman Polanski]

Ja… es ist mal wieder Zeit für ein hochkarätiges Kammerspiel. Und wenn sonst keiner Lust drauf hat, muss eben der Meister selbst ran. Roman Polanskis neuer Film – die Verfilmung eines Theaterstücks von Yasmina Reza – verspricht einiges: Eine exquisite Besetzung mit Jodie Foster, die alt geworden ist, aber nach wie vor unglaublich charismatisch aussieht, Kate Winslet, die ohnehin immer Top ist, Christoph Waltz, der sich hier als latent unheimlicher Durchschnittsbürger beweisen darf, und John C. Reilly, den ich immer wieder gerne sehe,  liefern sich in dem dichten Drama anscheinend einen spannenden, engen, mit trockenem Sarkasmus unterlegten Kampf, der sukzessive aus den Fugen gerät. Das wird groß… mit Sicherheit.

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Die 90er Jahre: Die besten Tragikomödien des Jahrzehnts I

So, sechs Komödienretrospektiven haben wir hinter uns gebracht (Parodien, Grotesken, Slacker, bitte, bitte, bitte…). Wenden wir uns nun der gekonnten Mischung aus Tragik und Komik zu. Wie schon bei den Komödien aufgefallen, ist es gar nicht so leicht das Genre der Tragikomödie einzugrenzen. Gelungene Komödien bieten immer auch tragische Momente, große Dramen haben auch oft genug ihre komischen Seiten. Und was sich dann genau dazwischen abspielt, ist eben oft auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und Empfindens. Egal, diese Filme bieten – jeder für sich – genug fürs Herz, für die Sinne, zum Schmunzeln, manchmal auch zum Lachen und selbstverständlich zum Weinen. Komisch schön, tragisch schön, einfach nur schön… die besten des Jahrzehnts. Mit einem Lächeln und einer Träne Teil 1…

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Die 00er Jahre: Die besten Episodenfilme und Composite Films des Jahrzehnts

Wir haben auf unserem Weg durch die Kinodekade klar abgegrenzte Genres wie Tragikomödien, Erotikfilme, Thriller und Horrorfilme hinter uns gebracht, aber auch mit  diffusen Kategorisierungen wie Tarantinoeske Filme gearbeitet. Jetzt wirds wieder ein wenig knifflig. Die Genrekategorisierung “Episodenfilm” ist hinreichend bekannt, scheint jedoch ein allzu enges Korsett für so manches cineastisches Werk zu sein. Der klassische Episodenfilm nämlich – wie zum Beispiel Intolerance von D.W. Griffith (1916) – besteht aus in sich geschlossenen Episoden, die durch ein alles verbindendes Thema zusammen gehalten werden. Nun ist aber gerade das postmoderne Kino, was Episodenkonstellationen betrifft, gerne verspielt und alles andere als stringent. Durchgesetzt haben sich hier episodische Prinzipien, die keine kleinen abgeschlosssenen Teilhandlungen erzählen, sondern diese ineinander verzahnen, parallelisieren,  darin wild umher springen oder gar klassische Chronologien komplett aufbrechen. Als Wegfeiler seien nur Robert Altmans Short Cuts von 1993 und Quentin Tarantinos Pulp Fiction von 1994 genannt und es wird offensichtlich, wie unterschiedlich sich Kurzgeschichten jeweils in einem Film anordnen lassen.

Die englische Sprache bietet hierfür den Begriff des “Composite Films” an, der Filme bezeichnet die trotz ihrer Episodenhaftigkeit dicht gewebt sind, und aus deren einzelnen kleinen Plots sich komplexe Gesamtstrukturen bilden. Die deutsche Filmkritik und Theorie arbeitet hier noch öfter etwas ungelenk mit Begriffen wie Ensemble Drama, Sittengemälde oder verzichtet gleich vollkommen auf eine eindeutige Kategorisierung. Wir wollen an der Stelle mit den beiden Begriffen Composite Film und Episodenfilm arbeiten, denn bei den besten Filmen der Dekade finden sich sowohl klar strukturierte, aus einzelnen voneinander getrennten Segmenten bestehende Werke als auch eng ineinander verzahnte Filmkompositionen. Mitunter parallel erzählt (im 2000er Drama Timecode sogar zeitgleich im echtzeitlichsten Sinne des Wortes), mitunter in durchgeschüttelter Chronologie, mitunter scheinbar ohne klare Linie. Und damit wollen wir die Theorie auch Theorie sein lassen. Es folgen die besten vielschichtigen, mehrstimmigen, zusammengesetzten , fragmentierten, komponierten und arrangierten Werke des Jahrzehnts… wie immer nach dem Klick.

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Die 00er Jahre: Die besten Tragikomödien des Jahrzehnts I

Falls die Genre- und Gattungspräferenzen der 00er Retrospektiven noch unklar waren, sollten sie so langsam Kontur gewinnen. Nach der äußerst dünnen Action- und Komödienausbeute bekommen die tragikomischen Filme, die Dramödien und Tragikomödien mit einem lachenden und weinenden Auge gleich zwei Artikel spendiert. Vieles  Gutes hat uns aus diesem Genre im vergangenen Jahrzehnt erreicht, sowohl aus den USA als auch vom Rest der Welt. Man durfte lachen, man durfte weinen, man durfte hervorragende Filme genießen. Die ersten mal bitter mal komischen Werke folgen auf den Fuß. Teil 2 wird so schnell wie möglich nachgereicht.

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